Gut erkannt - ich bin einfach bloß unbekannterweise neidisch auf dein Leben und wie toll du das meisterst.![]()
Einen anderen Grund kann es natürlich nicht geben für meine Kritik an deinen Äußerungen.
Komisch ... das hat hier auch niemand behauptet. Und das ist zB etwas, wogegen ich mich von kleinauf ebenfalls gewehrt habe, weil ich so ein Frauenbild bzw. Menschenbild weder plausibel noch erstrebenswert finde.
Kannst du das zitieren, wo das im Thread so vertreten wurde? Das würde mich sehr interessieren, wo und von wem das behauptet wurde.
Antworten
Ergebnis 711 bis 720 von 5172
Thema: metoo - Ihr nicht?
-
02.11.2017, 21:36Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
-
02.11.2017, 21:58
AW: metoo - Ihr nicht?
Ich lebe in einem Land, in dem Eigenverantwortung einen hohen Stellenwert hat. Und ich begrüsse das sehr.
Ich arbeite in einem Umfeld, das stark reguliert ist (und das aus gutem Grund).
Ich kann den hier in der Diskussion zT konstruierten Widerspruch in der Praxis so nicht sehen. Für mich kann absolut nebeneinander stehen, dass eine erwachsene Frau sich grundsätzlich mal selbst wehren kann UND dass zB in einem Unternehmen ganz klare Regeln gelten, an die sich alle zu halten haben. Unabhängig vom Machtgefälle (also auch zwischen Kollegen) sollten diese Regeln unter allen Umständen durchgesetzt werden.
Das geht übrigens in der Praxis völlig ohne die hier zT befürchteten Überreaktionen und auch ohne vorauseilenden Gehorsam, der eine entspannte Arbeitsatmosphäre unmöglich macht.
Genau wie die Frauen können nämlich auch Männer durchaus eigenverantwortlich handeln und die Konsequenzen tragen, wenn sie sich entscheiden, den Regeln zuwiderzuhandeln. Die Regeln werden geschult und kommuniziert und im Zweifel beurteilt eine unabhängige Instanz die Sachlage.
Völlig unabhängig davon, ob ich mich selbst wehren kann oder nicht, finde ich das richtig und wichtig. Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht und hat dieser nachzukommen.
Wer Kollegen/Mitarbeiter/Vorgesetzte sexuell belästigt, der trägt die Konsequenzen seines Verhaltens. Als Betroffene kann ich mich selbst wehren, sollte aber einen klaren Regelverstoss im Interesse aller (nicht zuletzt des Unternehmens) auch melden.
Für mich ist das analog zu anderen Fürsorgepflichten ein klarer Fall. Wer bestimmte Handlungen im Labor tätigt, den kläre ich über die Gefahren auf. Und ich erlege ihm Regeln auf, die ihn schützen sollen. Selbstverständlich soll er seinen gesunden Menschenverstand nie abschalten, aber er darf auch die Regeln nie verletzen. Auch dann nicht, wenn sie ihm sinnlos/zu streng/anstrengend/überflüssig….. scheinen. Dann meldet er sein Problem und arbeitet an einer Lösung mit, aber er setzt sich nicht über geltende Regeln hinweg.
Für mich ist "Der Ruf nach Regeln schmälert die Selbstwirksamkeit der Frauen. Sie erscheinen dann schwach und als müsse man sie schützen. " keine zwingende Folge.
Auf den letzten Seiten der Diskussion kann ich nachvollziehen, dass es Abstufungen zwischen Regeln am Arbeitsplatz und in anderen Situationen gibt. Weiter vorne klang es aber so, als seien Regelungen auch am Arbeitsplatz unerwünscht (ausser bei Machtgefälle). Das sehe ich anders.A man is likely to mind his own business when it is worth minding. When it is not, he takes his mind off his own meaningless affairs by minding other people´s business. - Eric Hoffer
-
02.11.2017, 22:06Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Übrigens hier ein Bsp. für, meiner Meinung nach, einen sexuellen Übergriff von Frau zu Frau: YouTube
Auch interessant die Reaktion (tut mir fast weh beim Zuschauen).
-
02.11.2017, 22:16
AW: metoo - Ihr nicht?
Es ist die Schilderung einer möglichen Situation, wo eben das "Wehren" der Frau nichts nützt, sondern schadet. Es ist keine Statement, dass alle Situationen so ausgehen müssen. Aber wenn Frau in einer solch geschilderten Situation ist (und das war ja, wenn ich das richtig verstehe der Ausgangspunkt der vielen Fälle in der Filmbranche, wo frau sich nicht wehren hätte können, da sie dann den Job nicht mehr hätte), dann muss sie selbst abwägen. Auf der Anschuldigung bestehen = Job weg, schlechtes Zeugnis, evtl. üble Nachrede in der Branche. Weiter machen, zähneknirschend etwas akzeptieren und dem so gut es geht aus dem Wege gehen.
Im aufgeklärten Europa besteht wohl weitestgehend Übereinstimmung, dass sexuelle Gewalt und Machtspiele eigentlich tabu sind. Aber eben nur eigentlich. Uneigentlich gibt es Gewalt und Machtbedrohung und es gibt etliche? viele? Männer, die einfach schweigen, wenn sie das mitbekommen, auch weil sie dann bedroht wären. Und es gibt Frauen, die es mit Häme, Scham und Unterwerfung zur Kenntnis nehmen, wenn Kollegin/Freundin/Vereinskameradin von Männern unangemessen und mit Gewalt angemacht wird.
Nein, ich glaube nicht, dass viele Männer sexuelle Gewalt gut finden. Und viele Männer würden das auch nicht machen. Aber es gibt eben etliche Männer, die das stillschweigend, feige oder gar anerkennend oder fatalistisch akzeptieren, dass andere Männer Gewalt anwenden.
Ich spreche übrigens ganz explizit von sexueller Gewalt und nicht von sexueller Belästigung.Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
-
02.11.2017, 22:24
-
02.11.2017, 22:45
AW: metoo - Ihr nicht?
Das Thema ist ernst, schon klar.
Aber mir fiel gerade
SATC: Mirandas Reaktion auf eine plumpdumme Bauarbeiter-Verbalbelästigung wieder ein.
'Tschuldigung.
Weitermachen.
-
02.11.2017, 23:49Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Dabei sollte doch das hier die Definition von „catcalling“ sein.
YouTube
-
03.11.2017, 01:15
AW: metoo - Ihr nicht?
Ich habe im Laufe des Lebens ziemlich alles erlebt, vom Blick über den Griff zu versuchter Vergewaltigung.
Für mich gab es ein Kriterium: Angst.
Das sollte man in der Debatte nicht vermischen mit blöden Sprüchen oder Hand aufs Knie.flying is the art of falling to the ground without touching
-
03.11.2017, 01:27Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Da ist vermutlich mehr gelaufen, als dass da nur eine Hand auf einem Knie gelandet wäre. In der britischen Politik soll eine „Atmosphäre von Gefahr und Anzüglichkeiten“ geherrscht haben. Sexistische Ubergriffe in der britischen Politik - Politik - Suddeutsche.de
Frauen, die sich beschweren wollten, mussten das bei ihrem Vorgesetzten machen, bei denen es Abhängikeiten gab oder sie wurden nicht ernst genommen. Nun hat sich da ein Ventil geöffnet. Eine lange Liste bei den „Tories“. Einen ersten Fall bei „Labour“. Mal sehen, wie es da weiter geht.
-
03.11.2017, 06:01
AW: metoo - Ihr nicht?
#me too umfasst meiner Auffassung nach mehr als nur diejenigen Situationen, die angstauslösend sind.
Der Text war folgender: "Suggested by a friend: If all the women who have been sexually harassed or assaulted wrote "Me too" as a status, we might give people a sense of the magnitude of the problem."
Harassed ist belästigt, assaulted ist angegriffen. Alyssa Milano hat also ein Spektrum im Blick.
Belästigung löst bei mir zunächst nicht Angst aus, sondern Genervtsein, Unbehagen, Ärger, vielleicht Scham. Angriffe lösen bei mir je nachdem Ärger/Entrüstung bis Angst aus.
Belästigung nach deutschem Arbeitsrecht ist zum Beispiel folgendes:
…] ein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, wozu auch unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornografischen Darstellungen gehören, bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird, insbesondere wenn ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird.“ ... Quelle.
Weiter: "Bei einer sexuellen Belästigung handelt es sich also um eine unerwünschte Verhaltensweise, die sexualisiert und geschlechtsbezogen ist.Das können vor allem sexuelle Anspielungen oder unangemessene körperliche Berührungen sein.
Die Unerwünschtheit besteht aber auch dann, wenn eine Person unter Druck gesetzt wurde, eine sexuelle Handlung zu erdulden oder zu erwidern. Eine sexuelle Belästigung geht mit einer Würdeverletzung der belästigten Person einher. Das heißt, das Verhalten beleidigt, erniedrigt oder beschämt die andere Person. Es geht dabei nicht darum, ob die Würdeverletzung beabsichtigt ist, sondern um die Auswirkung auf die belästigte Person. Sexuelle Belästigung ist also nicht ausschließlich sexuelle Gewalt, sondern bezieht sich auf alle Formen solcher Belästigungen. Das AGG verbietet sexuelle Belästigung insbesondere in beruflichen Zusammenhängen (§ 2 Abs. 1 Nr. 1–4 AGG). "(Hervorhebungen von mir)
Das Kriterium ist hier also unter anderem die Würdeverletzung, also die Auswirkung auf die betroffene Person. Es ist nicht erheblich, ob diese intendiert war, sondern ob sie bewirkt wurde. Es ist auch nicht erforderlich, dass die betroffene Person vorher klarstellt, was zum Beispiel unerwünschte Berührungen sind, sondern "unangemessene Berührungen" fallen unter sexuelle Belästigung.
Ich stelle fest, dass hier im Strang teilweise strengere Vorstellungen gegenüber den Betroffenen geäussert werden, als es gesetzlich gesehen wird.
Und daß das Gesetz dem Belästiger auferlegt, selbst einzuschätzen, was unangemessen ist, und daß seine Intention nicht erheblich ist.
Wenn der Strang einen Querschnitt der Gesellschaft widerspiegelte, könnte man überlegen, ob ein Bedarf an Information vorliegt, was Rechte und Pflichten im Miteinander betrifft.
Ach ja, noch was: ich schrieb bewusst auch, dass Belästigung Scham auslösen kann. Denn ich frage mich, ob dieses (neurobiologisch zutiefst unangenehme) Gefühl auch einen Anteil daran hat, dass hier teilweise die - eben sehr unangenehme - Vorstellung, ohne "eigenes Zutun" betroffen sein und beschämt werden zu können, weit von sich gewiesen wird.Geändert von maryquitecontrary (03.11.2017 um 06:17 Uhr)
that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum



Zitieren