Nein, es geht in dem zitierten Absatz nicht um Fallon, sondern um weitere MPs.
Siehe den verlinkten Artikel "Fallon resigned on the day May toughened her proposals for dealing with sexual misconduct in politics by promising that complaints could be referred to an independent body, as more accounts of incidents emerged."
Mir ging es aber auch nicht um Fallon, sondern um Mechanismen. Weinstein, Fallon usw. stehen ja nur stellvertretend für andere, die sich durch Stellung/Macht/Geld ermächtig und berechtigt fühlen, andere zu bedrängen, belästigen, nötigen.
Im grün markierten Text berichtet ein Mann von seinen Erfahrungen, was ich eben interessant finde, weil die Mechanismen ähnlich scheinen.
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Thema: metoo - Ihr nicht?
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02.11.2017, 19:51
AW: metoo - Ihr nicht?
that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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02.11.2017, 19:51
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02.11.2017, 19:51Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Ich sehe einen engen Zusammenhang zwischen Sexueller Belästigung und Machtverhältnissen. Man belästigt normalerweise niemanden der Macht über einen hat oder über einem steht.
Und wenn hier über Frauen als Opfer gesprochen wird dann eben im Zusammenhang damit, dass Frauen weniger Macht haben als Männer. Dem stimme ich zu, das ist der Grund wieso Männer Frauen belästigen und nicht andersrum.
Das ist der Status.
Und mich interessiert nun: wieso ist das so - und wie kann man es verändern. Schritt 2.
Zum einen dadurch, dass sich ein Bewußtsein bildet, das ist glaub ich tatsächlich Konsens hier. Vieles was man sich früher bieten lassen musste wär heut unmöglich.
Zum anderen gehört aber für mich untrennbar dazu, dass Frauen sich auch diese Macht nehmen wollen, und gleichberechtigt sein wollen und auch was dafür tun - und da hapert es für mich noch gewaltig.
Wie gesagt, einfach nur zu sagen, Männer sitzen am Hebel weil sie eben Männer sind, und Frauen sind unterlegen, weil sie Frauen sind - das ist mir hier und heute zu billig.
Alles hat seinen Preis, und man kann nicht einerseits schwach sein wollen, und versorgt, und andere machen lassen während man es selbst bequem hat, und dann beklagen dass einen das abhängig macht. Find ich jedenfalls.
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02.11.2017, 19:52Inaktiver User
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02.11.2017, 19:55
AW: metoo - Ihr nicht?
Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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02.11.2017, 19:58
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02.11.2017, 19:59
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02.11.2017, 20:06
AW: metoo - Ihr nicht?
Eben. Und genau um die Frauen, denen das passiert, geht es hier. Und um die Mädchen und Frauen, die belästigt werden, weil Männer meinen Macht zu haben und sich gegenüber Frauen alles herausnehmen zu können - und lange genug hat die Gesellschaft das geschluckt, gedeckt, gefördert (ja, auch, das passiert heute noch in der Erziehung) und nicht thematisiert, angeklagt und unterbunden.
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02.11.2017, 20:06
AW: metoo - Ihr nicht?
1. verdrehst du so meine Aussagen. Ich habe nicht Weinstein und Fallon in einen Topf geworfen, denn zwischen belästigen und nötigen ist ein deutlicher Unterschied. Ich habe eine Skala beschrieben, auf der die beiden liegen - und mit ihnen unzählige andere Männer (und wohl auch einige Frauen).
2. "...friends of Fallon suggested that there may have been similar incidents more recently, saying: “He would absolutely concede that some of the flirtation has been inappropriate.”
3. die Diskussion über "ab wo überm Knie ist es nicht mehr harmlos" ... ist ein "slippery slope". Hartley-Brewer selbst hat Fallons Kniegriff übrigens auch als sehr unangebracht empfunden, denn sie hat ihm damals ruhig gesagt, dass sie ihm eins aufs Maul haut, wenn er sowas noch mal macht ("I calmly and politely explained to him that, if he did it again, I would punch him in the face")Geändert von maryquitecontrary (02.11.2017 um 20:21 Uhr)
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02.11.2017, 20:12Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Eben.
Aber die Ausrede für einen echten Übergriff, dass wäre nur ein missglückter und verkannter Flirt gewesen, ist beliebt. Sie ist auch deshalb so beliebt, weil dadurch der Fokus auf die belästigte Person derart verschoben wird, dass die das ja verkannt habe und irgendwie verklemmt sei, dass sie so reagiert bei einem Flirt.
Es findet eine Täter-Opfer-Umdrehung statt: Der eigentliche Täter stellt sich als Opfer dar und das echte Opfer wird als Täter behandelt (weil es den Täter, das vermeintliche Opfer, angreift bzw. dem vermeintlich Unrecht antut).
Dass die Minderheit an Frauen und Männern, die tatsächlich einfach nur überempfindlich oder versehentlich arg unbeholfen und trampelig bei der Annäherung sind, hier ständig als Normalfall dargestellt wird, sobald es um Belästigungen geht, ist eine weitere beliebte Masche.
Ich behaupte nicht, dass jemand solche Argumentationslinien absichtlich benutzt, um den Fokus weg von Belästigungen und den Tätern zu lenken, aber es fällt mir sehr stark auf in diesem Thread.
Was soll dieses ständige Betonen von "ich habe kein Problem mit Körperkontakt", "ich bin da nicht so empfindlich", "ich ziehe da einfach gesichtswahrend für den anderen/beide meine Grenze und gut", "ich begebe mich nicht in Abhängigkeiten wie diese Frauen", "ich sehe mich nicht als hilfloses Opfer, "mein Empfinden wird unterdrückt, wenn das eine Belästigung sein soll", ?!
Das ist das, was ich selbstgefällig finde.



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