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  1. Registriert seit
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    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von tuerkisblau Beitrag anzeigen
    Allerdings glaube ich auch nicht, dass jemand da ganz unbeleckt und nichtsahnend reinrutscht. (...)
    Und selbst wenn - bleibt die Frage, ob es gegen den Willen der Frau ist, oder ob sie zustimmt mit der Hoffnung auf Vorteile (=Deal=selbstbestimmt).
    Ich bin mir unschlüssig bei dem Thema.

    Andererseits finde ich die Aufmerksamkeit auch gut, denn ich hoffe, dass mehr dieser Kerle verunsichert werden und nicht mehr so sicher glauben, nicht entlarvt zu werden.

    (Verbal habe ich übrigens auch von Frauen schon heftige sexistische Bemerkungen gehört, vor/nach Einstellungsverfahren - wie und ob das weiter ging, k.A.))
    flying is the art of falling to the ground without touching

  2. Moderation Avatar von ganda55
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    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von knirrsch Beitrag anzeigen
    ...

    Sind die Frauen in der Brigitte-Community nicht davon betroffen? Ist ihrer Meinung nach die Diskussion überflüssig? Ist Schweigen die bessere Alternative? Was meint Ihr? ...
    Weil wir "das Thema" schon sehr oft hatten? Brüderle rauf und runter dekliniert, s. Aufschrei. Auch bei Kachelmann und Strauß-Kahn wurde über sexuelle Belästigung der subtileren und rein verbalen Art diskutiert, bis niemand mehr konnte.
    Die von dir verlinkten Studien- und Umfrage-Ergebnisse habe ich selbst schon öfter gebracht; es war im Unterforum "Frauenbewegung" Thema und auch nicht nur einmal in den Job-Strängen. Das nur zum "ausgerechnet in einem Frauenforum" ...

    Mir ging es bei Weinstein wie Anderen hier: Warum ist das jetzt nach Jahrzehnten des Schweigens plötzlich Thema? ... Gerade in den USA ist sexuelle Belästigung schon viel länger öffentlich in der Diskussion, gibt es progressiveres Vorgehen und bessere Beschwerdestellen als bei uns, ist es öffentlich geächteter etc.. Trotzdem findet die Belästigung auch dort immer noch statt, auch die ohne Gegenwehr.

    Ich denke, das Bewusstsein ist noch lange nicht so weit, dass es wirklich ein breites Nein dazu gibt. Und es kommt sehr auf die Umgebung und das 'Mikroklima' an, in der die Übergriffe stattfinden. Dazu oft der schmale Grat der Unterscheidung, was wirklich noch als derber Scherz durchgeht oder wo die echte Belästigung stattfindet. Und dann gibt es immer noch die Frauen und Männer, die Belästigung als Kompliment werten und sich dadurch begeht fühlen. Am Arbeitsplatz oder im Sportteam.
    Anders als bei der Vergewaltigung gibt es bei der Belästigung keine festgelegte Nomenklatur. Was dem/der einen sehr unangenehm ist, kann den/die andere überhaupt nicht kratzen.

    Es gibt eine juristische Definition

    Formen der sexuellen Belästigung und Beispiele

    Die sexuelle Belästigung kann in jeder zwischenmenschlichen Beziehung vorkommen; häufig tritt sie jedoch in Abhängigkeitsverhältnissen auf, wie etwa am Arbeitsplatz, wobei nicht unbedingt – wie oftmals gedacht – der Vorgesetzte seine Mitarbeiter(innen) sexuell belästigt. Auch von anderen Kollegen, Geschäftspartnern oder Kunden geht häufig eine sexuelle Beköstigung aus.

    Gemäß § 3 Abs. 4 AGG wird die sexuelle Belästigung wie folgt definiert: „Eine sexuelle Belästigung ist eine Benachteiligung in Bezug auf § 2 Abs. 1 Nr. 1 bis 4, wenn ein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, wozu auch unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornographischen Darstellungen gehören, bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird, insbesondere wenn ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird.“

    Demzufolge muss nicht eine aktive Belästigung (Befummeln, Betatschen, Klaps auf den Po, Zeigen von pornographischen Bildern [LArbG Schleswig-Holstein, 04.03.2009, 3 Sa 410/08], sexuell eindeutige Gesten etc.) erfolgen, sondern es reicht bereits eine verbale Belästigung aus, um den Tatbestand der sexuellen Belästigung zu erfüllen. Zu diesen zählen beispielsweise

    Sexuelle Angebote
    Zweideutige Witze oder Sprüche
    Sexuelle Anzüglichkeiten
    Aufforderungen zu sexuellen Handlungen
    Ehrverletzende Bemerkungen
    Auch strafrechtlich relevante Tatbestände wie sexuelle Nötigung, Stalking und Vergewaltigung fallen unter den Oberbegriff der sexuellen Nötigung. Die andren erwähnten Formen der sexuellen Belästigung erfüllen hingegen nicht den Tatbestand einer strafbaren Handlung; in Ausnahmefällen können sie als „Beleidigung“ gemäß § 185 StGB angesehen werden.

    Quelle: Juraforum

    (orange eingefärbt von mir)

    Aber: Wer im Kleinunternehmen keine Beschwerdestelle hat, weil der Chef der Belästiger ist, kann sich nicht mal rechtlich wehren und muss einen übergeordneten Weg finden, der beschwerlich und ohne Zeugen vom Arbeitsplatz gar nicht möglich ist. Es ist nicht immer so einfach mit der "Gegenwehr".
    Der Adler fängt keine Mücken.


    Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
    Arnulf Rating

  3. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von frangipani Beitrag anzeigen
    Warum muss eine Frau lernen, schlagfertig zu sein, wenn es doch um Unverschämtheiten geht, die völlig fehl am Platz und überflüssig sind?
    Weil es mehr als genug Frauen gibt, die auf solche Unverschämtheiten eingehen, weil es ihnen einen Vorteil bringt.
    Weil es Frauen gibt, die Männer offensiv zu sexuellem Verhalten herausfordern.
    Überspitzt gesagt: Es ist für einen Mann wahrlich schwierig festzustellen, was Frauen wollen. Woher soll er wissen, dass er zu weit geht, wenn ihn niemand in irgendeiner Form bremst?
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich denke nicht, dass sich jede*r wehren kann. Wie dem auch sei, beweisen können wir es beide nicht. Aber der Glaube daran, dass sich jede*r wehren kann, macht die Opfer zu verantwortlichen Opfern. Sie hätten sich wehren können...
    Natürlich kann sich nicht jede wehren. Aber solange ein Großteil der Frauen, die sich wehren können, lieber schleimt als Kante zu zeigen, wird die Situation für die Wehrlosen immer aussichtsloser.

    Übrigens gibt es die "Casting couch" auch in Firmen. Gerade jetzt, wo Frauenquoten erfüllt werden müssen. Und wo Frauen, die sich ein nettes Pöstchen erschlafen haben, voller Verachtung auf jene runterblicken, die zu doof/fett/hässlich sind, um es ihnen gleichzutun.

    Ich wette, diese metoo-Geschichte wird auf Hollywood und Künstlerkreise beschränkt bleiben. In Wirtschaftskreisen wird keine(r) so eine Unruhe haben wollen.

  4. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Fourthhandaccount Beitrag anzeigen
    Schutzbedürftigkeit, die sogar gesetzlich besonders geregelt wird, gibt es in vielen Bereichen. Findest Du das unangemessen, dass Mieter geschützt werden, Auszubildende, abhängig Beschäftigte - und eben Personen, die sexuell ausgebeutet werden können? Da trifft es meiner Meinung nach im Erwachsenenalter immer noch überwiegend die Frauen. Die Zahlen sprechen da für sich.
    Ja natürlich gibt es Schutzbedarf, immer wenn es ein Machtgefälle gibt und der Schwächere zumindest unangenehme Konsequenzen fürchten muss, wenn er sich wehrt, von Gewalt ganz zu schweigen.

    Wenn das nicht gegeben ist, dann seh ich keinen Grund, wieso ich nur weil ich eine Frau bin, nicht für mich einstehen sondern mich hinter meinem Frausein verstecken sollte, das mich angeblich daran hindert.

    Das find ich ein höchst problematisches Signal.


  5. Registriert seit
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    AW: metoo - Ihr nicht?

    Hier sieht man es wieder sehr schön.

    Der Mann ist eben, wie er ist, das kann man nicht ändern die Frau muss sich ändern. Oder, sie hat es halt drauf angelegt.

    Deswegen schweigen Frauen.

    Wieso ist es selbstverständlich, das Frau sich wehren können muss? Für mich wäre es selbstverständlich, wenn Frau das gar nicht nötig hätte. Denn, erst ist immer etwas passiert, dessen sie sich erwehren muss.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm
    Geändert von Lilith10 (24.10.2017 um 19:40 Uhr)

  6. Avatar von DerJunge82
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    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Überspitzt gesagt: Es ist für einen Mann wahrlich schwierig festzustellen, was Frauen wollen. Woher soll er wissen, dass er zu weit geht, wenn ihn niemand in irgendeiner Form bremst?
    Die allermeisten "Verfehlungen" erklären sich von selbst, zumindest bei etwas Einfühlungsvermögen. Bestimmte Dinge sollte Mann einfach nicht tun, selbst wenn es die Frau vielleicht als gar nicht so schlimm empfindet.

  7. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Wieso ist es selbstverständlich, das Frau sich wehren können muss? Für mich wäre es selbstverständlich, wenn Frau das gar nicht nötig hätte. Denn, erst ist immer etwas passiert, dessen sie sich erwehren muss.
    Ersetze Frauen durch Menschen, dann bin ich dabei.

    Ich halte es für ziemlich naiv zu glauben, dass Männer sich nicht zur Wehr setzen müssen.

    Wobei ich wirklich auch gern unterschieden hätte zwischen flapsigen Bemerkungen und tatsächlicher Belästigung. Mir wird da zu viel vermischt.


  8. Registriert seit
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    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ersetze Frauen durch Menschen, dann bin ich dabei.

    Ich halte es für ziemlich naiv zu glauben, dass Männer sich nicht zur Wehr setzen müssen.

    Wobei ich wirklich auch gern unterschieden hätte zwischen flapsigen Bemerkungen und tatsächlicher Belästigung. Mir wird da zu viel vermischt.
    Okay.
    Blöde Sprüche find ich eben meist nur blöde, aber die zählen für mich nicht besonders, wenn sie nicht ständig fallen und nicht zu "hardcore" sind.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm


  9. Registriert seit
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    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Hier sieht man es wieder sehr schön.

    Der Mann ist eben, wie er ist, das kann man nicht ändern die Frau muss sich ändern. Oder, sie hat es halt drauf angelegt.

    Deswegen schweigen Frauen.

    Wieso ist es selbstverständlich, das Frau sich wehren können muss? Für mich wäre es selbstverständlich, wenn Frau das gar nicht nötig hätte. Denn, erst ist immer etwas passiert, dessen sie sich erwehren muss.
    Solange sich so viele Frauen eben nicht wehren, es ihnen peinlich ist, etwas zu sagen, bringen schöne Worte nicht viel.

    Ich halte es daher für verschwendete Zeit wieder und wieder zu überlegen, warum frau sich selbst wehren muss.

    Damit sich etwas ändert, ganz einfach.

    Im übrigen finde ich es recht anmaßend, sämtlichen stummen Frauen eine 50er Jahre Denke zu unterstellen. Es hat sich bereits viel geändert.

    Auch glaube ich nicht, dass sich Männer nicht ändern. Die Erfahrung zeigt aber, dass viel reden wenig nutzt, entschlossenes Handeln dafür umso mehr.


  10. Registriert seit
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    AW: metoo - Ihr nicht?

    Seit 20 Jahren liegt die Zahl der angezeigten sexuellen Nötigungen pro Jahr in Deutschland bei ca. 6000
    Ich glaube nicht, das Frauen sich nicht wehren. Viele tun es. Und trotzdem sinkt die Zahl nicht.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

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