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  1. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und da soll es so verwunderlich sein, dass viele Frauen davor zurück schrecken ausgerechnet einen sexuellen Übergriff bei eben dieser Behörde anzuzeigen?
    Es sind aber auch Frauen, die das ändern könnten:

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Alle Opfer knickten ein, nur die ältere Kollegen stand dann gegen den Vorgesetzten und wurde alsbald versetzt.

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    AW: metoo - Ihr nicht?

    Die Ideologie hinter „Die Frauen handeln nicht so, wie sie könnten/sollten/müssten“ habe ich vollumfänglich verstanden. Mir erschließt sich nur noch nicht, was nun die praktischen Folgen/Vorschläge sind.

    In anderen Fragestellungen hat es sich bewährt dort, wo Menschen nicht so handeln, wie sie sollten, ein Systemzu schaffen, das richtiges Handeln unterstützt. Ich brachte bereits das Beispiel mit den Sicherheitsregeln.

    Verwandter Bereich, der in meinem beruflichen Umfeld sehr wichtig ist: ethisches Handeln (Stichwort u.a. Bestechung). Auch dort kann ich ja argumentieren, dass es Verantwortung eines jeden Einzelnen ist, das publik zu machen/anzuzeigen.

    Und es ist ja auch so, dass sich selbst unter widrigen Umständen oft ein whistleblower findet. So dass ich argumentieren könnte: seht, es gibt die Gesetze und es ist möglich und andere haben es geschafft.
    Jedoch zeigt sich, dass es durchaus Systeme gibt, die unethisches Handeln begünstigen und in denen es lange dauert und ggf. Anstöße von aussen braucht, bis die einzelnen ihre Verantwortung wahrnehmen (Stichwort VW)

    Und es zeigt sich auch, dass gezielte Massnahmen (Richtlinien und schulen, schulen, schulen; niedrigschwellige Anlaufstellen) ein System insgesamt besser machen können. Deshalb mache ich zB alle 6 Monate eine Schulung und einen Test zu „Grauzonenfällen“ (genau wie alle anderen MA).

    Als Empiriker finde ich grundsätzlich die Frage relevant „was hilft“ und für mich ist nicht beantwortet, auf welchem Weg der Aspekt „Eigenverantwortung“ so eingebracht werden kann, dass er hilft. Nur aufregen reicht aus meiner Sicht nicht.
    A man is likely to mind his own business when it is worth minding. When it is not, he takes his mind off his own meaningless affairs by minding other people´s business. - Eric Hoffer

  3. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Minstrel02 Beitrag anzeigen
    Die Ideologie hinter „Die Frauen handeln nicht so, wie sie könnten/sollten/müssten“ habe ich vollumfänglich verstanden. Mir erschließt sich nur noch nicht, was nun die praktischen Folgen/Vorschläge sind.
    Frauen brauchen vielleicht einfach nur unter sich solidarisch sein. Das Beispiel, das ich zitierte von Paraplumeau, da suchen sie Hilfe, und lassen dann den Helfer im Regen stehen. Das mag Angst vor einem Karriereknick etc. gewesen sein, mangelnde Solidarität (und noch dazu in der eigenen Sache) war es trotzdem. Und mangelnde Frauensolidarität geht ja noch viel viel weiter manchmal. Es kann sogar so weit gehen, daß sich Frauen gegenseitig in den Rücken fallen.

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    AW: metoo - Ihr nicht?

    Dazu noch der Punkt, dass die Ausgangslage „Ich kann überhaupt nicht verstehen, warum die alle nicht XYZ machen“ oft nicht gut geeignet ist, um eine Änderung zu erzielen.

    Die Anerkennung „es ist so, dass Menschen (Frauen) in Situation X oft Y tun oder lassen“ ist da der bessere erste Schritt.

    Anderes Beispiel: wenn ich ein Medikament gegen eine lebensbedrohliche Krankheit entwickle und feststelle, dass die Patienten es nicht wie verordnet nehmen, dann kann ich sagen, dass ich das überhaupt nicht verstehe und dass die doch alle Infos haben und dass sie sich selbst damit schaden usw. Und dass es ihre Verantwortung und ihr Leben ist.

    Oder ich kann herausfinden, wie ich das Medikament und die dazugehörige Information und.... so verbessern kann, dass den Menschen compliance leichter fällt.
    A man is likely to mind his own business when it is worth minding. When it is not, he takes his mind off his own meaningless affairs by minding other people´s business. - Eric Hoffer

  5. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Minstrel02 Beitrag anzeigen

    Anderes Beispiel: wenn ich ein Medikament gegen eine lebensbedrohliche Krankheit entwickle und feststelle, dass die Patienten es nicht wie verordnet nehmen, dann kann ich sagen, dass ich das überhaupt nicht verstehe und dass die doch alle Infos haben und dass sie sich selbst damit schaden usw. Und dass es ihre Verantwortung und ihr Leben ist.
    Das ist ein gutes Beispiel. Ich z.B, finde, doch, genau so ist es, jeder ist für sich selbst verantwortlich. Man kann jemandem etwas erklären, entscheiden muß er selbst (dürfen). Man kann niemanden zu seinem Glück zwingen, hinzukommt, daß das Glück für jeden anders aussehen kann. Vielleicht gibt es auch eine, die "sich hochschlafen" als ihr Glück empfindet, warum auch immer (weil sie es fachlich nicht oder nicht so schnell geschafft hätte z.B., es aber trotzdem schaffen wollte). Information, und eine Erziehung, die zu selbstbestimmtem Handeln befähigt, genügen an sich. Auch Hilfsangebote, das gehört im Grunde zur Information, aber die muß derjenige auch selbst ergreifen. Nochmal Paraplumeaus Beispiel, wie es laufen kann, wenn diejenigen selber gar nicht dahinterstehen.

  6. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Minstrel02 Beitrag anzeigen
    Dazu noch der Punkt, dass die Ausgangslage „Ich kann überhaupt nicht verstehen, warum die alle nicht XYZ machen“ oft nicht gut geeignet ist, um eine Änderung zu erzielen.

    Die Anerkennung „es ist so, dass Menschen (Frauen) in Situation X oft Y tun oder lassen“ ist da der bessere erste Schritt.

    Anderes Beispiel: wenn ich ein Medikament gegen eine lebensbedrohliche Krankheit entwickle und feststelle, dass die Patienten es nicht wie verordnet nehmen, dann kann ich sagen, dass ich das überhaupt nicht verstehe und dass die doch alle Infos haben und dass sie sich selbst damit schaden usw. Und dass es ihre Verantwortung und ihr Leben ist.

    Oder ich kann herausfinden, wie ich das Medikament und die dazugehörige Information und.... so verbessern kann, dass den Menschen compliance leichter fällt.
    Aber wieso willst du denn Leute an die Hand nehmen, die gar keinen Leidensdruck haben, und mit welcher Legitimation?

    Das hat für mich etwas Bevormundendes, das ich eher ablehne.

    Wenn Frauen sich aus einer gewissen Ambivalenz heraus nicht dazu entscheiden können, gegen Täter vorzugehen, dann ist das ihre Entscheidung und ihre Abwägung, ich finde, das ist zu respektieren.

    Die Auseinandersetzung mit sich selbst kann man niemand abnehmen, das muss jeder selbst leisten, jedenfalls in der Gesellschaft in der ich leben möchte. Und schon gar nicht möchte ich von irgendwem gefühlt an die Hand genommen werden, weil ich eine Frau bin. Ich empfinde das als diskriminierend.
    Geändert von Inaktiver User (14.03.2018 um 14:28 Uhr)

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    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Arabeske_H Beitrag anzeigen
    Nun, ich finde es zumindest schwierig, wenn auf die unterschiedlichsten argumente, fallschilderungen, bemerkungen immer die gleiche antwort, bzw. der gleiche vorwurf kommt, nämlich warum hast du nichts getan, es gibt und gab die möglichkeiten etc.


    Es fing mit der frage von Blasentang an:





    Deshalb jetzt meine ganz konkreten fragen an dich:

    Was habe ich an dieser stelle falsch gemacht? und was hättest du anders gemacht?


    Du wolltest wissen, wie ich dem dümmlich grinsenden Betriebsrat entgegen getreten wäre, wenn er mich um Gefälligkeiten hinter geschlossenen Türen gebeten hätte. Erst einmal hätte ich ein Gedächtnisprotokoll geschrieben.

    Ich hätte mir Verbündete gesucht, andere Frauen. Dann wäre ich in die Gewerkschaft eingetreten und hätte mich dort informiert und ggf. ein Wörtchen zu dem Betriebsrat fallen lassen. Gab es eine Frauenbeauftragte? Falls ja, hätte ich mich an sie zuerst gewandt und mich beraten lassen.

    Wie groß war die Firma? Gab es noch eine Instanz über dem grinsenden Betriebsrat? Falls ja, hätte ich dort vorgefühlt.

    Erst dann hätte ich mich beschwert.

    Es ist mir bewusst, dass junge Frauen eventuell dieses Procedere nicht rechtzeitig in den Sinn kommt oder dass du andere Schwierigkeiten gesehen hast.

    Aber nur von dem Verdacht, dass der Betriebsrat sich über mich amüsieren könnte, hätte ich mich vermutlich nicht abhalten lassen.

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    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Frauen brauchen vielleicht einfach nur unter sich solidarisch sein. Das Beispiel, das ich zitierte von Paraplumeau, da suchen sie Hilfe, und lassen dann den Helfer im Regen stehen. Das mag Angst vor einem Karriereknick etc. gewesen sein, mangelnde Solidarität (und noch dazu in der eigenen Sache) war es trotzdem. Und mangelnde Frauensolidarität geht ja noch viel viel weiter manchmal. Es kann sogar so weit gehen, daß sich Frauen gegenseitig in den Rücken fallen.
    Und da stelle ich mir die Frage, ob es Möglichkeiten gibt, als Unternehmen/als Gesellschaft diese Solidarität/das als richtig gesehene Handeln zu erleichtern.

    Und wenn die Antwort ist “nein da kann man nix machen. Da ist jede auf sich gestellt “ dann erübrigt sich mE die Diskussion.
    A man is likely to mind his own business when it is worth minding. When it is not, he takes his mind off his own meaningless affairs by minding other people´s business. - Eric Hoffer

  9. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Na ja, Haltung zeigen nur wenn es einen keinerlei Anstrengung kostet, ich weiß nicht. Das find ich ein bisschen billig.

    Und im Vergleich zu anderen Zeiten und anderen Orten schon arg selbstmitleidig. Welches Risiko geht man denn hier und heute groß ein? Man wird ja nun nicht wie anderswo verschleppt und ermordet oder seiner Existenzgrundlage beraubt, wenn man den Mund aufmacht.

    Für mich ist das ein Anspruch an sich selbst, den man hat, und dann auch gegen Widerstand - oder eben nicht.

  10. User Info Menu

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Nur “ich verstehe einfach nicht, wieso die sich alle so verhalten. Das ist doch total feige/falsch/bequem. Ich würde das ganz anders machen”
    hat nicht das Potential, etwas zu verändern.
    Die Menschen sind ja leider nicht so, wie sie sollten.

    “Ich kann verstehen, welche externen (denn nur die kann ich beeinflussen) Faktoren das begünstigten und weiß, welche davon veränderbar sind” hat mehr Aussicht auf Erfolg.
    A man is likely to mind his own business when it is worth minding. When it is not, he takes his mind off his own meaningless affairs by minding other people´s business. - Eric Hoffer

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