Der Mann kann das Mitgehen der Frau in seine Wohnung als Zustimmung zu Sex werten. Das heißt noch lange nicht, dass er mit seiner Interpretation richtig liegt.
Deswegen sollte sie in ihrem Interesse klarstellen, wenn sie keinen Sex möchte, sondern nur ein angeregtes Gespräch.
Wenn keine Kneipe länger offen hat, dann wäre trotz des Regens und Windes ein Spaziergang durch die Stadt oder ein Bushäuschen als Ort besser als seine Wohnung. In Großstädten gibt es Orte mit längeren Öffnungszeiten oder Cafés mit sehr frühen Öffnungszeiten.
Oder es gibt ein zweites Date zu einer normalen Tageszeit.
Du willst mich unbedingt missverstehen. Oder?
Auch unsere Gesellschaft räumt einem Mann keinerlei Recht ein, einfach so über ein Frau herzufallen. Dann gäbe es keine Gesetze, die sich mit Belästigung und Vergewaltigung beschäftigen.
Eine Frau kann und sollte sich klar äußern, wo ihre Grenzen sind, und sich eindeutig verhalten. Wie anders soll das funktionieren mit einem deutlichen Ja oder Nein und einem Vermeiden gefährlicher Situationen? Genau das erwartet unsere Gesellschaft von einer erwachsenen Frau.
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Thema: metoo - Ihr nicht?
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26.01.2018, 11:57
AW: metoo - Ihr nicht?
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26.01.2018, 12:14Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Was für Dinosaurier-Thesen.
Wenn ich will, kann ich mich mit einem Fremden in dessen Wohnung treffen ohne dass das eine Aussage bzgl. Sex Ja/Nein mit dem ist. Habe ich selbst schon mal das ein oder andere Mal gemacht ohne Aufdringlichkeiten abwehren zu müssen und in einem Fall reichte ein einfaches verbales Nein. Egal, ob der andere nun seinerseits gerne Sex gehabt hätte oder nicht.
Und sich in der Wohnung zu treffen ist vorteilhaft, weil man da u. a. alles vor Ort hat, um zu zocken, Filme zu schauen oder sich anderweitig eine angenehme Zeit miteinander zu machen - und wenn es nur sich unterhalten ist. Und auch, weil der Anreiseweg weiter weg sein kann und es dann nett ist, dort übernachten zu können.
Trefft ihr nie Menschen, die ihr neu kennengelernt habt in ihrer Wohnung?!
Gar nicht treffen würde ich mich, wenn mir die Person suspekt ist. Dann stellt sich aber die Frage, wo man sich nicht trifft auch nicht.
Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft fing lustigerweise damit an, dass wir uns nachts festgequatscht hatten auf der Straße vor seiner Wohnung nach einer Art Kneipentour ursprgl. zu mehreren, bis wir dann reingegangen sind. An Sex hat da keiner von uns beiden gedacht. (Eher daran, dass es ziemlich kalt war und wir nicht unnötig frieren müssen.)
[Edit: Es sind nicht zwangsläufig die, die um die Sicherheit ihrer weiblichen Mitmenschen besorgt sind, die solche Dinosaurier-Thesen predigen. Meiner Erfahrung nach ganz im Gegenteil. Frau sollte sich hüten vor verkappt misogynen Menschen mit Komplexen, die anderen ihr (Wunsch-)Weltbild einreden möchten.]Geändert von Inaktiver User (26.01.2018 um 13:52 Uhr) Grund: privat
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26.01.2018, 12:43
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26.01.2018, 13:05Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Ich fühle mich auch gerade an die Fuffziger Jahre erinnert ....

Ich habe relativ neue Männerbekanntschaften durchaus auch schon mal zum Essen eingeladen, oder bei denen gekocht. Oder zusammen Videos geguckt. Nennt sich "kennen lernen".
Wenn der ein oder andere dachte, dass es da nun mehr gibt, habe ich das abgelehnt und bin gegangen, wenn er insistierte.
Übrigens finde ich es drollig, wenn hier nun Frauen vor Wohnungsbesuchen warnen, die gestern noch vertreten haben, dass man Vergewaltigungen völlig easy und jederzeit abwehren kann.
Ja, was denn nun ?
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26.01.2018, 13:10Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
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26.01.2018, 13:35
AW: metoo - Ihr nicht?
Das sich klar äußern habe ich als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt. Mir scheint dennoch, dass all das aufgeregte Geblubber, wie Mann sein soll und wer welche Rechte hat, völlig darüber hinwegtäuscht, dass es immer Menschen gibt, die sich darüber hinwegsetzen. Einfach weil sie es können oder weil ihnen die Auswirkungen egal sind.
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26.01.2018, 13:41
AW: metoo - Ihr nicht?
Ich warne nicht vor Wohnungsbesuchen, ich gebe nur zu bedenken, dass Internetgerede auf die Wirklichkeit weniger Einfluss hat, als manch eine zu meinen scheint.
Wer nicht von der Meinung anderer abhängig ist (wie z B Leute, die in der Öffentlichkeit stehen) oder wer im Job nichts zu verlieren hat, den kratzt das doch nicht? Da gilt immer noch: Klage wenn du es beweisen kannst.
Daran hat sich trotz aller Aufgeregtheiten nicht geändert. Mit Aufgeregtheiten meine ich auch die Gesetzesänderung zu dem Thema
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26.01.2018, 13:47
AW: metoo - Ihr nicht?
ja und die menschen machen sich strafbar, genau wie menschen die jemand auf die nase boxen, ein auto klauen oder steuern hinterziehen. wir haben diese gesetze. seit den 50ern wurde gerade vergewaltigung als straftat immer weiter verschärft.
unter strich gibt es autodiebe und vergewaltiger, exibitionisten und aufdringliche typen. das hat nichts mit der gesellschaft als solcher zu tun. wenn mich ein herr ackermann oder schulz sexuell belästigt oder schlimmeres kann ich das zur anzeige bringen und alles geht seinen rechtsweg. kachelmann als schönes beispiel, wobei ich gar nicht weiss ob der mehr täter oder mehr opfer war.
manchmal kommt vielleicht jemand davon aufgrund von schlechter beweislage und unschuldsvermutung und manchmal wird vielleicht jemand zu unrecht bestraft. so ist das im rechtsstaat.
mag sein das es männer gibt die meinen die dürfen das. in deutschland denk ich eher seltender aber was weiss ich. es gibt auch ne menge menschen hier die meinen bei der steuer zu bescheissen sei ok. dazu gibts gesetze, wie soll man dem sonst bei kommen.
frau kann in verschiedenen situationen vorsichtig sein, brauch sich ncihts gefallen lassen und kann alles zur anzeige bringen. was konkret fordern die metoo frauen in deutschland jetzt für weitere konkretere änderungen? was fordert metoo? das männer nicht mehr frauen sexuell angreifen? das ist wie sich weltfrieden wünschen oder fordern das niemand mehr ein steuerschlupfloch nutzt.
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26.01.2018, 14:14
AW: metoo - Ihr nicht?
Ich muss das für meinen Fall wohl etwas präziser erklären:
Als ich das letzte Mal vor der Entscheidung in eine Wohnung mitzugehen oder nicht stand war ich sehr jung. In der Regel hatte ich den Herrn an diesem Abend irgendwo kennengelernt, es gab sicher die eine oder andere Knutscherei im Vorfeld. Einmal habe ich damals jemanden mit zu mir genommen, tatsächlich nur wegen Kaffee und weiteren Gespräch, dem musste ich schlussendlich mit der Polizei drohen....
Danach habe ich erste Treffen lieber an öffentliche Plätze verlegt. Es ging ja darum zu gucken, ob der Herr bei Licht betrachtet auch hält, was er bei Clubbeleuchtung versprach...
Wie jemand wohnte war damals auch egal, entweder sie wohnten noch zu Hause oder in einer winzigen möblierten Bude...
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26.01.2018, 15:55Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Um das zu verstehen, sind die Ausführungen von Selma Mahlknecht sehr zu empfehlen!
Die Grundidee von #metoo aber lautet: Machen wir sichtbar, was in unserem Alltag verborgen ist. Sexuelle Gewalt gegen Frauen ist nicht weit weg, betrifft nicht irgendwelche wehrlose Mauerblümchen in fernen Ländern. Sie ist mitten unter uns.
Zugegeben, ich fand die Idee dieses Hashtags zunächst nicht überzeugend, weil ich allgemein Zweifel habe, was die Schlagkraft derartiger Aktionen anbelangt. Die Reaktionen waren doch vorhersehbar. Musste nicht jede Frau, die sich "outete", damit rechnen, dem öffentlichen Spott ausgesetzt zu sein? Sich dazu zu bekennen, dass es einem selbst passiert ist, ist schwierig. Zu lange hat man doch auch selbst damit gehadert und sich gefragt, was man falsch gemacht hat. Womit man das "verdient" hat. Hat mit niemandem darüber geredet, aus Furcht, sich die obigen Phrasen der Häme, der Schuldzuweisung und Demütigung anhören zu müssen.
Dann begannen Freundinnen, den Hashtag zu posten. Die Selbstbewusste, die alleine durch die Welt reist und die vor nichts und niemandem Angst zu haben scheint. Die Erfolgreiche, die nicht fragt, ob sie als Frau Karriere machen darf oder nicht. Die langjährig Verheiratete mit dem strahlenden Lächeln, die ihre Familie über alles liebt. Was, sie auch?
Und plötzlich begriff ich: Es geht darum zu zeigen, dass es keine "typischen Opfer" gibt. Dass es eben nicht stimmt, dass man sich doch nur so und so verhalten müsse, um auf der "sicheren Seite" zu sein.
Quer durch alle Alters- und sozialen Schichten, Berufsgruppen, Lebensläufe rufen Frauen einander zu: Ja. Ich auch. Das heißt: Ich weiß, wovon du redest. Ich habe es selbst erlebt. Du bist nicht selber schuld. Du hast es nicht provoziert. Du musst dich nicht schämen. Du musst nicht die Klappe halten. Du musst dich nicht schmutzig fühlen.
Und vor allem: Du musst nicht verbittern. Du stehst das durch. Du kannst das hinter dir lassen. Du kannst trotzdem erfolgreich sein. Liebe finden. Glücklich werden.
#metoo ist kein Aufruf zu Männerhass. Es ist kein Generalverdacht und er ist kein Anspruch auf einen kollektiven Opferstatus. Es ist im Gegenteil der Versuch, die Tatsache, dass man Opfer geworden ist, von Weinerlichkeit und Pathos zu befreien.
Wir sind viele. Zu viele, um uns als die üblichen bedauerlichen Einzelfälle und aufmerksamkeitsgeilen Hysterikerinnen abzutun. Wir brauchen kein Mitleid und keine Belehrung. Aber wir wollen, dass sich etwas ändert. Und nein, wir wollen nicht ewig herumdiskutieren, ob das wirklich notwendig ist und ja auch Männer Opfer sein können und dass es doch in Wahrheit und eigentlich und im Grunde genommen viel wichtigere Probleme auf der Welt gibt.
Der Kampf gegen Sexismus ist kein weibliches Monopol. Er wird für alle geführt, ohne Ansehen der Person. Das Ziel von #metoo ist nicht die Umkehrung der Verhältnisse. Das Ziel dieses und aller anderen feministischen Hashtags ist es, Voraussetzungen zu schaffen, damit es solche Hashtags in Zukunft nicht mehr braucht. Krempeln wir die Ärmel hoch. Denn bis es soweit ist, gibt es noch viel zu tun. Alles andere ist tatsächlich nur sinnloses Mimimi. (Selma Mahlknecht)
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