Es melden sich zunehmend Männer: "Ich wusste, es ist widerlich". Alle haben geschwiegen. Vermutlich hätten Männer auch keine Rollen mehr bekommen, hätten sie einen aus ihren Reihen angezeigt oder etwas öffentlich gemacht.
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Thema: metoo - Ihr nicht?
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27.10.2017, 09:50
AW: metoo - Ihr nicht?
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27.10.2017, 09:59
AW: metoo - Ihr nicht?
Ich habe lange in einer Branche im Schlepptau der Berühmten gearbeitet, die zu dem Zeitpunkt nur Männer beschäftigte. Hätten nicht ein paar mutige Frauen irgendwann angefangen, sich diese Branche als mögliches Berufsfeld zu "erobern", wäre was passiert? Es hätte sich nichts geändert.
Dein Wunsch ist natürlich unrealistisch, es ist schon klar, dass es immer Frauen geben wird, die den Weg über die Couch gehen. Das macht die Sache über die wir hier diskutieren aber nicht besser, erträglicher und auch nicht korrekter.
Übrigens war der Spruch: "Wir können keine Frauen beschäftigen, viel zu gefährlich, die werden ja ständig von denen sexuell angemacht" auch eine beliebte Möglichkeit, die unliebsame weibliche Konkurrenz auszuschalten. Mit Sicherheit keine Sorge um die Unversehrtheit von Frauen.
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27.10.2017, 10:05
AW: metoo - Ihr nicht?
Und solange es massenhaft Leute gibt, die 7 T-Shirts für 10 Euro kaufen wollen, solange wird so etwas wie Primemark und die damit verbundene Umweltverschmutzung, Ausbeutung und Sklaverei florieren, und solange es Menschen gibt, die jeden Tag kiloweise Fleisch zu Centpreisen konsumieren möchten, solange wird es Massentierhaltung und bestialische, subventionierte Transporte über zig nationale Grenzen geben.
Da auf allumfassende Anständigkeit, auf kollektiven Verzicht und Einsicht zu setzen, wo etliche Beteiligte irgendwie davon profitieren, ist wirklich ein frommer Wunsch.
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27.10.2017, 10:16Inaktiver User
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27.10.2017, 10:24Inaktiver User
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27.10.2017, 10:30Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
In den USA kann das mit den Aufzügen auch daran liegen, daß vielleicht jemand geklagt hat. Also "Millionen Schadensersatz eingeklagt". Auch das gibt es ja bei uns nicht.
Ich bin gegen die Separierung von Frauen (z.B. in extra-Zugabteilen). Auch gegen ihre Verhüllung. Sie haben ein Recht auf Öffentlichkeit, und darauf, sich ganz normal überall zu bewegen, wie Männer auch. Denjenigen Männern in Deutschland, die sich nicht richtig benehmen, muß das eben beigebracht werden, wie es richtig geht. Und Straftäter müssen bestraft werden, also die lernen es dann hoffentlich auch noch, auf diesem Wege.
Die meisten Männer benehmen sich ja erfreulicherweise Frauen gegenüber normal gut, - finde ich jedenfalls.Geändert von Inaktiver User (27.10.2017 um 10:57 Uhr)
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27.10.2017, 10:38
AW: metoo - Ihr nicht?
Du sprichst wichtige Punkte an.
Trump: es wird Gründe geben, weshalb Frauen sich angrabschen lassen, oder ihn gar heiraten. Jetzt jeder Frau zu unterstellen, sie wäre hilfloserweise in die Situation hineingeraten hat auch etwas Respektloses. Immerhin hat der Mann viel Geld, vielleicht ist das trotzdem angenehmer, als auf andere Art sein Geld zu verdienen?
Archaisches Frauenbild: Merkwürdigerweise spielt das kaum eine Rolle in der Diskussion im Gegensatz zu dummen Sprüchen und verunglückten Komplimenten. Nachdem ich schon das Vergnügen hatte, auf einen solchen 'kulturellen Import' zu treffen (*****, ich dich ficken) kann ich nur sagen: hier ist der Fokus entschieden verrutscht. Die wirklichen Gefahren für die Gleichberechtigung spielen sich mittlerweile auf der Straße ab.
Dank ein paar handfesten Bauarbeitern klassischer Prägung verblieb der Typ in der U Bahn und stieg an anderer Stelle aus. Nicht auszudenken, hätten da weichgespülte Feministen gesessen, die erst einmal überlegt hätten, ob sie mir helfen können, oder ob das erst (wegen eventuellem Sexismus oder Übergriffigkeit) diskutiert werden muss.
Als Mensch zweiter Klasse haben die Bauarbeiter mich gerade nicht gesehen, im Gegensatz zu dem Herrn aus Nordafrika (?).
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27.10.2017, 10:40
AW: metoo - Ihr nicht?
Die Besetzungscouch ist nicht zuletzt eine Frage von Angebot und Nachfrage. Solange es Frauen gibt, die diesen Weg gehen wollen, weil sie ihn für erfolgsversprechend halten, wird es immer Männer geben, die das ausnutzen.
Das ist in anderen Bereichen - wo es zum Beispiel um Lohnverhandlungen geht - ganz genauso. Je mehr Leute sich um einen Job reißen, desto mehr kann man die Bezahlung drücken, bzw. gleich unbezahlte Praktika anbieten.
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27.10.2017, 10:49Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Irgendwie beschäftigt mich das Thema, nicht zuletzt wegen dieses Stranges.
Mit der Weinstein-Problematik hab ich mich in den Medien nur am Rande beschäftigt.
Sie ist für mich nur ein Symptom. Deshalb will ich diese Spitze auf Alltagssexismus herunterbrechen - der hat mit meinem Leben mehr zu tun.
In einer Fernsehdiskussion brachte eine Frau ein, dass es in unserer Gesellschaft erst sehr kurz so ist, dass Mann und Frau vor dem Gesetzgeber den gleichen Wert haben.
In der Gesellschaft ist das noch nicht ganz angekommen.
Darin sehe ich den Grund, warum wir hier diskutieren müssen.
Wer seinem Gegenüber den gleichen Wert zumisst, versucht nicht, Macht oder gar Gewalt in sexueller Form auszuüben.
Der Alltagssexismus ist immer noch präsent - nicht zu verwechseln mit Flirten. Beim Flirten versuche ich nicht, mich über mein Gegenüber zu stellen, sehe es nicht als schwach und "Beute" an. Sicherlich ab und zu schwer abzugrenzen, ab und zu aber auch eindeutig (Bauarbeitergepfeife; verschärfte Problematik durch Einwanderer, deren Sozialisation bezügl. der Wertigkeit von Frauen noch weiter hinten liegt als unsere)
Und mich beunruhigt auch, dass bei uns bröckelnde Strukturen des Machismos durch Einwanderer wieder importiert werden. Jetzt ist unsere eigene Frauenbewegung gerade etwas eingeschlafen und dann kommt diese Problematik.
Vielleicht brauchen wir Diskussionen wie metoo, um das wieder vor Augen zu haben.
Im Forum wurde auch schon relativiert, dass es nicht darum geht, den Frauen schuld zu geben. Die Opfer-Täter-Umkehrung kennt jede betroffene Frau nur zu gut.
Natürlich gibt es auch Frauen, die Männer mit Machtbedürfnis über diese Ebene ansteuern - unterstützt auch ein System, das sich hoffentlich überholt.
Unterm Strich hilft mir der Ansatz: Miss dir und deinem Gegenüber den gleichen Wert und das gleiche Recht auf Würde zu.
Wenn diesen Grundsatz jemand verletzt, stelle dies klar - egal ob über die eigene Reaktion, metoo, oder das Gericht.
Ich finde die Debatte inspirierend.
LgGeändert von Inaktiver User (27.10.2017 um 11:02 Uhr)
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27.10.2017, 10:50Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Ich könnte mir auch einen solchen Grund dahinter vorstellen. Plus vielleicht das Puritanische, und dann kommt das, eine Geschlechtertrennung in Fahrstühlen, dabei heraus.
Ich vermute, da geht es eher um sowas:Es gab in den USA schon mal Bestrebungen ( war in den 90gern), das unaufgefordert Ansprechen von Frauen in der Öffentlichkeit als "politisch unkorrekt" zu brandmarken.... ich frage mich nur, wie man das praktisch bewerkstelligen will? Soll Mann morsen? Ein Kärtchen hinlegen "Ich würde sie gerne ansprechen, bitte geben sie mir ein Zeichen!" ?
Dem Schutz der Frauen vor sexueller Gewalt nützt das nichts- einem Vergewaltiger wird das herzlich egal sein.
Aber es sorgt für ein verkrampftes Miteinander.
10 Hours of Walking in NYC as a Woman
YouTube
Kennst Du einen "vernünftig erzogenen" jungen Mann, der Frauen oder Mädchen z.B. wie im Video oben "anspricht"? Kennst Du einen "vernünftig erzogenen", der Frauen z.B. "ficki ficki" hinterherruft? - Ich kenne tatsächlich keinen, der sich so verhält.Deshalb finde ich diese Metoo Kampagne auch etwas unerträglich. Denn- alle mir bekannten Jungs- Mütter erziehen ihre Söhne
"vernünftig". Dass viele junge Männer in der Pubertät oder im frühen Erwachsenenalter manchmal daneben hauen, ist trotzdem Fakt. Dafür kann aber das Elternhaus erstmal nichts.
Das könnte man schon try and error nennen (kenne die Umstände und alles ja nicht näher). Das im Video oben ist aber eindeutig Frauen, einfach Frauen, blöd belästigen.Ich habe einmal eine Tochter von einer Geburtstagsfeier abgeholt. Weinend. Ein guter Freund, sie kennen sich jahrelang, hat sie angetrunken urplötzlich "überfallartig" geküsst. War schlimm für sie. Am nächsten Tag hat er sich bei ihr gemeldet und sich entschuldigt. Er wisse selbst nicht, was da los gewesen sei, es täte ihm sehr leid. Das glaubte sie ihm, nahm die Entschuldigung an, nur die Freundschaft hatte fortan einen Knacks.
Ich kenne seine Mutter gut genug um zu wissen- das hätte ein Donnerwetter gegeben. Ganz sicher. Aber- die Beteiligten waren knapp 18, da gehört das "Try and Error"dazu....Geändert von Inaktiver User (27.10.2017 um 10:55 Uhr)


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