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Thema: metoo - Ihr nicht?
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01.12.2017, 18:40
AW: metoo - Ihr nicht?
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01.12.2017, 18:46Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Was das "Wehren" angeht.
Ich hatte mich damals gewehrt, mit aller Kraft. Dieses Axxxx fühlte sich dadurch, so mein Eindruck,
noch mehr angestachelt. Es hat ihn regelrecht (zusätzlich) aufgegeilt
und ich bin so froh, ihm entkommen zu sein.
Rein körperlich hätte ich keine Chance gehabt.
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01.12.2017, 19:14Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Mir ging es darum mit meinem Vorschlag, wie man diese Endlos-Im-Kreis-"Diskussion" hier mal beenden könnte. Das eigentliche Thema ist doch inzwischen völlig untergegangen.
Welcher betroffene User soll sich das hier den antun und sich hier outen?! ... Zumal sich hier durchaus User gemeldet haben, die belästigt wurden. Auch am Arbeitsplatz.
Aber nachdem ich mitverfolgt habe, wie ignorant mit deren Beiträgen umgegangen wurde plus dieses ewige Hickhack hier mit "die (potentiellen) Täter und das täterbegünstigende gesellschaftliche Umfeld müssen sich ändern" vs. "Frauen müssen sich wehren lernen", kann ich jeden verstehen, der den Teufel tun wird, hier als Betroffener seine persönliche Geschichte zu erzählen. Ums Thema geht es doch schon lange nicht mehr hier, sondern nur um diese bescheuerte, sinnfreie Diskussion darüber, über welche der Unterpunkte man hier diskutieren soll/darf.
User A schreibt: Das Umfeld muss sich ändern!
User B schreibt: Die Frauen müssen lernen, sich zu wehren!
[Endlos-Diskussion on]
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01.12.2017, 19:59
AW: metoo - Ihr nicht?
Ich kann von meinem Arbeitgeber berichten:
Es gibt eine Verhaltensrichtlinie, in der ( unten anderem) erfasst ist, dass sexuelle Anspielungen, unerwünschte Berührungen sowie "offene sexuelle Angebote" nicht geduldet werden.
Im gleichen Kontext findet man auch den Hinweis auf das Verbot rassistischer Äußerungen, in etwa ähnelt diese Richtlinie den Vorschriften des AGG. Stammt aus den frühen 2000ern.
Wir haben eine Beschwerdestelle, das ist die Kollegin, die auch für das BEM zuständig ist. Sie ist eine ruhige, ausgeglichene Person, die allein von ihrem Wesen her jemand ist, dem man leichter etwas anvertraut. Sie ist schon lange da und für alle möglichen Probleme Anlaufpunkt Nr. 1, ob beruflicher oder halb privater Natur...es gibt ja so Fälle, wo es sich überlappt... jemand hat arge Geldsorgen und fürchtet eine Pfändung, ein Kollege meint, ein Mitarbeiter hat häufig eine Fahne oder wirkt anderweitig bedröhnt, es fühlt sich jemand gemobbt, eine Kollegin hat sich vom Partner getrennt, will das nicht an die große Glocke hängen, hat aber nun ein Problem mit dem Schichtdienst und bräuchte ein paar Wochen Zeit, die Kinderbetreuung zu organisieren....
Der Ablauf einer Beschwerde ist verschieden und hängt von der Schwere des Vorfalls ab. Außerdem von den Vorstellungen der Beschwerdeführerin. Was wünscht sie sich? Das kann ein Gespräch mit ihr und dem Kollegen sein, in dem ihm klargemacht wird so geht's nicht, ihm werden die beruflichen Konsequenzen aufgezeigt ( das passiert schon mal wenn zwei Azubis betroffen sind. Oftmals reicht schon, den jungen Männern klarzumachen, dass nicht alles lustig ist, was sie lustig finden...ist das Verhältnis untereinander gut, lässt sich damit schon etliches klären), es gibt die Möglichkeit, dass sie ohne Namensnennung der Betroffenen mit dem direkten Vorgesetzten spricht, es gibt eine Beschwerde über Kollege X wegen y....dann muss der Vorgesetzte ein entsprechendes Gespräch führen... aber sie schaltet auch BR und Geschäftsleitung ein, wenn nötig. Das kann dann bis zur sofortigen, bezahlten Freistellung mit Kündigung gehen.
Sexuelle Belästigung ist kein Kavaliersdelikt sondern wird genauso behandelt wie z.B. rassistische Äußerungen.
Ich denke, es ist schon wichtig, dass betroffene Frauen merken: Ich werde ernst genommen und es passiert etwas.
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01.12.2017, 20:19Inaktiver User
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01.12.2017, 20:33
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01.12.2017, 20:37
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01.12.2017, 20:38
AW: metoo - Ihr nicht?
Stimmt. Ermüdenderweise kommen dann auch noch die immergleichen Missverständnisse hinzu.
User A zu User B: warum musst du immer den Frauen die Schuld geben.
User B zu User A wieso Schuld, ich meine doch nur ...... usw
Nicht zum ersten Mal halte ich das Denken in Schuldkategorien für sehr hinderlich beim Diskutieren.
Inhaltlich liegt die Lösung vermutlich in der Änderung des Umfeldes UND er Eigenverantwortung der Frauen. Diese Gleichzeitige kommt in der Diskussion zu kurz.
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01.12.2017, 21:02
AW: metoo - Ihr nicht?
Naja, mein Arbeitgeber hat Vor und Nachteile, wie die meisten anderen Arbeitgeber auch... aber es stimmt schon, rund um "Soziales und Gemenschel" läuft es gut.
Aber auch erst, nachdem es ein paar Mal nach dem Motto "Einige Dinge lernt man blutig" lief.
Die Herkunft, Sozialisation und der Bildungsgrad der Mitarbeiter ist extrem breit gefächert. Am Anfang gab's Problem mit dummen Sprüchen gegenüber Mitarbeitern mit Migrationshintergrund. Hatte man das im Griff, gab es die ersten Fälle von Diebstahl oder Alkohol am Arbeitsplatz.
Als das Feld beackert war fiel auf- nicht jeder, den seinen Job lange Zeit sehr gut und zuverlässig ausführt eignet sich naturgemäß zum Vorgesetzten, also bringen wir es ihnen bei ... zeitgleich änderte sich die Regelung von Erziehungurlaub auf Elternzeit und selbst die Geschäftsleitung möchte nicht vom frühen Morgen bis zum späten Abend im Büro hocken, ausserdem finden wir kein qualifiziertes Personal, wenn wir da nicht flexibler werden, und dann fiel auf, dass etliche Herren ihre Ehefrauen anscheinend noch mit der Keule erlegt haben, also müssen wir ihnen beibringen, dass die Steinzeit vorbei ist. Und wer ein Mammut oder Säbelzahntiger bleiben will, der fällt Darwin zum Opfer.
Das war ein Prozess, der sich über 20 Jahre zog.Geändert von Sasapi (01.12.2017 um 21:16 Uhr)
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01.12.2017, 21:22Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Ja, sicher. Aber was ist, wenn du in der Firma so einen Klüngel vor dir hast a la "Eine Krähe hackt der anderen keine Auge aus", wenn du alleine da stehst mit deinen Beschwerden, wenn du trotz allem gerne deinen Job behalten möchtest und du in Zukunft auch nicht Spießruten laufen willst, weil du sexuell belästigenden Kollegen XY raus"geekelt" hast?
Das hört sich alles immer so phantastisch an, dass die Frauen sich wehren sollen. Je weniger integriert im Arbeits-Team, desto besser gehts wahrscheinlich, weil noch nicht so "verstrickt" in Hierarchien und sonstigen Arbeitswelt-Dingen.
Und einen Zeugen brauchst du auch, um die sexuelle Belästigung glaubhaft zu machen.



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