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Thema: metoo - Ihr nicht?
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15.11.2017, 10:00Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
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15.11.2017, 10:08
AW: metoo - Ihr nicht?
Aus meiner Erfahrung kann ich das aber nicht bestätigen.
Ich war mal mit einer Freundin in der Stadt abends unterwegs. Beide ca. 20 Jahre alt. Ein Typ hat meine Freundin angequatscht und sie bedrängt. Sie hat sich nicht getraut was zu sagen und nur nach unten geguckt. Ich hatte den Eindruck, das hat ihn so richtig angestachelt und hat immer weiter gemacht.
Ich habe ihn wild an krakelt, der hat mich nur angeguckt nach dem Motto: "du störst, hau ab." Ich bin fast handgreiflich mit ihm geworden damit er endlich von ihr ablässt. Ich hatte schon den Eindruck, dass er deswegen auf sie angesprungen ist, weil sie so unsicher wirkte.
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15.11.2017, 10:09
AW: metoo - Ihr nicht?
Gesellschaftlicher Wandel entsteht dann, wenn genug Individuen in der Gesellschaft ihr Denken und Tun ändern. Gesellschaftlicher Wandel ist nie losgelöst vom Einzelnen.
Wobei es genug oft die Frauen sind, die das Patriarchat aufrecht erhalten und weibliche Tätigkeiten als minderwertig betrachten.Wir leben einfach noch in einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft. Auch wird alles "weibliche" tendenziell abgewertet. Alle eher weiblichen Tätigkeiten und Berufe werden abgewertet.
nein, das hat vor allem damit zu tun, dass Frauen sich unterlegen fühlen und solchen Unsinn zulassen! Statt die Männer, die sowas versuchen, auf Granit beissen zu lassen und sie ihren Irrtum fühlen zu lassen.Dass Frauen heute z. T. immer noch Probleme haben sich gegen bestimmte Männer durchzusetzen hat sicherlich was damit zu tun, dass die Männer sich den Frauen immer noch überlegen fühlen.
Bloss sind Frauen den Männern formal gleichgestellt, und nicht formal unterstellt wie Wächter-Häftlinge.Daraus kann man doch auch erkennen, dass Menschen dazu neigen, die vermeintlich Schwächeren zu demütigen. Und die Schwächeren sich demütigen lassen, wenn ihnen die Rolle per Definition so zugeordnet wird.
Es gibt wirklich keinen guten Grund, sich als Unterlegene zu verhalten, ohne es explizit zu müssen.
gruss, barbara
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15.11.2017, 10:13
AW: metoo - Ihr nicht?
Meist genug egozentrisch, um nur dann zu handeln, wenn er sich ziemlich sicher ist, überlegen zu sein.
Es ist nun mal so, dass ich (kräftig, robust, hohes Aggressionspotenzial) deutlich weniger unpassende Verhaltensweisen kriege als meine winzige, leichte, blonde, nette Freundin, die sich praktisch im Wochentakt gegen irgendwelche Idioten durchsetzen muss (und das auch tut, so ist das nicht).
Aber bei mir kommt schon gar keiner auf die Idee. Bei ihr schon.
gruss, barbara
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15.11.2017, 10:20
AW: metoo - Ihr nicht?
Du redest von Idioten, ich von Tätern.
Das ist der Unterschied.
Natürlich werden meine schönen Töchter öfter begafft, beflirtet und blöd bequatscht als ich.
Das sind doch aber keine Täter, die das tun.
Dem Vergewaltiger aber ist es ganz egal, ob alt oder jung, ob hübsch oder hässlich, ob selbstbewusst oder schüchtern.
Der nimmt die Möglichkeit wahr.
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15.11.2017, 10:25
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15.11.2017, 10:26
AW: metoo - Ihr nicht?
Ich halte wenig davon, Idioten zu viel Macht zuzuschreiben auf der sprachlichen Ebene, indem man sie "Täter" nennt oder, wie es im Englischen grad Mode ist, "predator" (Raubtier).
Das fängt doch erst mal an mit dem Möchtegerntäter. Der womöglich auf eine gute Gelegenheit lauert, oder an einem etwas unfrischen Tag auf blöde Ideen kommt, aber vor dem ersten Mal ist einer nicht mehr als das.
Das kann man doch nicht so trennen, da die Bequatscher und Begaffer, und dort die Vergewaltiger.Natürlich werden meine schönen Töchter öfter begafft, beflirtet und blöd bequatscht als ich.
Das sind doch aber keine Täter, die das tun.
Dem Vergewaltiger aber ist es ganz egal, ob alt oder jung, ob hübsch oder hässlich, ob selbstbewusst oder schüchtern.
Der nimmt die Möglichkeit wahr.
Es kann sehr wohl ein Bequatscher und Begaffer, wenn die Gelegenheit passt, zum Vergewaltiger werden. Und es kann sehr wohl einer, der Vergewaltigung ernsthaft und planvoll im Sinn hat, rechtzeitig davon abgehalten werden und es bleibt beim Quatschen und Gaffen. Das sind keineswegs scharf getrennte Kategorien. Da kann sich im Lauf einer Begegnung, abhängig vom Verhalten aller Beteiligten, der Status in die eine oder andere Richtung verschieben. Gruppendynamiken können auch eine Rolle spielen, ein Mensch, der im Kontext A brav wie ein Lämmchen ist, kann im Kontext B grausam und böse sein.
gruss, barbara
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15.11.2017, 10:28
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15.11.2017, 10:29
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15.11.2017, 10:41
AW: metoo - Ihr nicht?
Das kann ich so nur unterschreiben. Das ganze ist ein Prozess. Den Einzelnen und die Gesellschaft kann man voneinander nicht trennen. Der Einzelne kann aber unter bestimmten Umständen auch mal schwach sein. Dann muss die Gesellschaft aber auch für die Person einstehen und nicht mit dem Finger drauf zeigen und sagen: "selber schuld"



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