Es geht auch nicht darum, ob mir oder irgendwem was genehm ist. Sondern ob es schicksalhaft und unabänderlich ist oder nicht. Und das wird leider in vielen Schilderungen nicht deutlich.
Wer sich entscheidet nichts zu unternehmen, weil das einfacher ist, dessen Entscheidung ist zu respektieren. Die Verwunderung oder gar Empörung darüber dass sich dann aber auch nichts ändert kann ich jedoch nicht nachvollziehen.
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Thema: metoo - Ihr nicht?
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13.11.2017, 15:28Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
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13.11.2017, 15:31Inaktiver User
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13.11.2017, 15:33
AW: metoo - Ihr nicht?
Ich denke, wenn man als Frau in einer Besprechung ist und es ist gut ausgegangen, man hat den Job, die Rolle, die Beförderung und der Chef, Produzent steht neben einem und drückt einen - wenn es eine Branche ist, wo man sich eh duzt, eh vertraut ist - und dann etwas zu lang, etwas zu fest, so dass er auch an die weibliche Figur tatscht, dann rückt man vielleicht etwas ab, windet sich raus und versucht, viel Abstand zu gewinnen.
Geht man in dem Moment raus und verkündet: XY ist zudringlich geworden und hat meinen Busen angetascht?
Dann sagt XY noch; das feiern wir heute Abend im Lokal M. Man weiss, man wird sich wieder wehren müssen und seine Tatschereien abwehren müssen oder Übelkeit vortäuschen müssen und abhauen.
Aber nimmt man deswegen die Einladung nicht an und sagt: mit Dir gehe ich nicht essen? Oder erklärt den Kolleginnen: mit XY gehe ich nicht zum Dinner, der tatscht einen an und wird aufdringlich?Körperlich Distanz
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13.11.2017, 15:34Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Ich fand das schon widerlich, und beleidigend. Was dachte der denn, ich geh jetzt mit dem heim oder wie?
Tatsächlich haben die den dann auch über die Überwachungskameras gefunden und verhört, sonst wüsste ich das nicht dass der Küchenhilfe war. Aber zu einer Anklage ist es meines Wissens nicht gekommen, ich hab danach nie mehr was davon gehört. Ich denke, das wurde nicht als strafwürdig gewertet damals.
Aber ich dachte eben auch, was weiß ich, morgen macht er das mit einer 14jährigen, die sich nicht traut den Mund aufmachen und die dann echt einen Schaden kriegt von dem Spruch, ist ja auch ekelhaft.
Das war ziemlich naiv von mir, und meiner Tochter hätt ich was erzählt wenn sie sowas gemacht hätte, klar. Und ich hatte Dusel dass der nicht massiv geworden ist - oder ich hab den doch irgendwie richtig eingeschätzt. Er wollte was von mir, das war mir klar und ich war eben so jung und doof dass ich das schmeichelhaft fand - er war aber eben nicht gewalttätig.Hast Du den anderen, den Ladeninhaber, auch angezeigt? Das hätte auch anders enden können, war Dir das bewusst? Oder hast Du - etwas naiv - voll auf Deine Abwehr vertraut?
Aber der Punkt ist - ich hätte nicht gewußt wegen was ich den hätte anzeigen sollen, das ist ja auch heute mein Standpunkt.
Er hat es probiert, aber in meinen Augen ist nix passiert. Ich hab nein gesagt, und das hat er respektiert und mich dann eben nicht weiter bedrängt. Das ist für mich entscheidend. Und den bloßen Versuch find ich eben verzeihlich.
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13.11.2017, 15:37
AW: metoo - Ihr nicht?
Die Debatte soll Frauen und Männern zeigen:
Du hist nicht allein.
Das, was Du erlebt hast, ist auch nicht "normale Härte", sondern eben sexistisch, sexuelle Belästigung, sexueller Übergriff, sexuelle Gewalt.
Idealerweise zeigt die Debatte ihnen auch, dass sie das Erlebte öffentlich machen können, ohne Scham oder Angst davor, selbst noch zusätzlichen Schaden zu nehmen.
Dann nämlich wird sowas nicht mehr 30 Jahre totgeschwiegen, sondern zeitnah bekannt, was auch etwaige Strafverfolgung erleichtern bzw. ermöglichen würde.
Die "medial erledigten" Täter, die Dir ja so wahnsinnig leid tun, sind das notwendige Signal, dass mensch mit solchem Fehlverhalten eben nicht mehr einfach durchkommt.
Das Schweigen der Opfer mehrt die Macht der Täter.
Daher ist es auch 30 Jahre später noch notwendig und sinnvoll, dieses Schweigen zu brechen.
[editiert]Geändert von Analuisa (13.11.2017 um 18:15 Uhr) Grund: §13.1
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13.11.2017, 15:38
AW: metoo - Ihr nicht?
Ich möchte noch mal auf den Artikel in dem Magazin Schlaglichter zu sprechen kommen. #MeTooMuch! • SCHLAGLICHTER
Dort wird sehr richtig gesagt, dass viel sexueller und sexualisierter Missbrauch erst gar nicht stattfinden könnte, wenn Frauen andere Frauen schützen würden, sie warnen, sich vor sie stellen, es aktiv verhindern würden.
Das ist viel dran.
Was geht in einer Frau vor, die den Missbrauch aktiv nicht unterbindet, wenn sie es denn könnte?
Oder anders herum gefragt, geben diese Frauen den Männern nicht noch mehr Macht, als sie ohnehin schon haben, weil sie schweigen und vielleicht sogar hämisch, sadistisch, scheinbar ohnmächtig, hilflos (warum?), peinlich berührt, aber ohne Kraft dem Missbrauch zusehen?Geändert von Lukulla (13.11.2017 um 16:02 Uhr) Grund: Ergänzung
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13.11.2017, 15:39
AW: metoo - Ihr nicht?
Was war denn das für ein Bahnhof, der "damals" schon Überwachungskameras hatte? So etwas kenne ich von früher gar nicht.
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13.11.2017, 15:40Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Das ist sehr subjektiv oder?
Wir hier in meiner Firma umarmen uns - mein Chef, die Kollegen. Zum Geburtstag, nach längerer Krankheit, nach einem beigelegten Streit.
Das Empfinden, dass es mehr ist als das habe ich doch sofort. Da verlasse ich mich auf mein Bauchgefühl . und dann sage ich das sofort.
Und danach gibt es nie wieder einen Versuch weil ich sehr deutlich bin.
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13.11.2017, 15:41Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Zum letzten Mal: in allen Situationen, wo es vorher schon ein Gespräch, einen Kontakt, eine Beziehung gegeben hat schließe ich nicht aus, dass es ein Flirtversuch oder der Versuch einer Annäherung ist. Alles andere finde ich lebensfremd.
Ist es ein Übergriff durch einen Wildfremden, mit dem ich vorher null und nichts zu tun hatte ist das kein Flirtversuch.
Was ist daran denn so schwer zu verstehen?
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13.11.2017, 15:45Inaktiver User



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