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  1. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Fourthhandaccount Beitrag anzeigen
    "Wenn ich eine Ohrfeige vom Chef bekomme, gehe ich raus und erzähle es jedem. Wenn ich sexuell missbraucht werde, trage ich ein Trauma mit mir herum. Wer glaubt mir das?"

    Verena Pooth
    Ich. Ich würde es ihr sofort glauben. Denn das wäre (mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit) so.

    (Wobei ich nicht weiß, ob sie und ich hier von der gleichen Sache rede. Sie redet möglicherweise von der Hand auf dem Knie, ich von Vergewaltigung).

  2. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und ich, wie Mann denken muss, dass ein bisschen Macht einem zu so einem Verhalten bringt.
    Das ist ja keine Antwort auf die Frage von hilfskonstruktion, sondern ein Ablenkung von ihrer Frage, wie sie hier oft vorkommt und die Diskussion so unerquicklich macht.

  3. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und weil viele Frauen höchst gerne mitmachen, ich denke da an Clinton. Dass der seine diversen Liebschaften gezwungen hätte wäre mir nicht bekannt.
    Das ist was ich meinte. Sie versprechen sich Vorteile, Karriere, Rollen what ever.... aber wenn er nicht mehr helfen kann wird gejammert.

  4. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und ich, wie Mann denken muss, dass ein bisschen Macht einem zu so einem Verhalten bringt.
    Was hat das mit "Mann" und "diesem Verhalten" zu tun?
    Überall wo ein Machtgefälle besteht, kann es zu einem Missbrauch kommen. Egal, ob Mann, Frau, sexuell, finanziell, psychisch.
    Wie hoch das Machtgefälle ist, hängt aber u.a. davon ab, wie ohnmächtig sich die unterlegenere Partei fühlt. Insofern finde ich die Frage extrem interessant.

  5. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich glaube, die Perspektiven sind einfach sehr unterschiedlich.

    Ich glaube, dass es sich für viele Frauen so darstellt, aber ich persönlich kann das nicht nachvollziehen, und ich finde auch, man kann da ansetzen.

    Ich hab das nicht mal als junge Frau so empfunden, dass ich das niemand erzählen könne oder ich mich deswegen schämen müsste, und das war vor 30 oder 40 Jahren, und nein, ich war bestimmt nicht besonders selbstbewußt und hatte von meinen Eltern schon mal gleich gar keinen Rückhalt.

    Ich hab echt ein Problem damit dass Frauen sich heute noch als so ohnmächtig und ausgeliefert empfinden, und ich frag mich wieso das so ist und wie man das ändern kann. An den objektiven Gegebenheiten lässt sich das für mich heute wirklich nicht mehr festmachen, wo es vor Genderdebatten und Frauenbeauftragten und Beratungsstellen nur so wimmelt, und das seit geraumer Zeit, also schon seit den frauenbewegten 80ern.

    Das würd ich wirklich gern verstehen, wo dieses Ohnmachtsempfinden von doch so vielen Frauen herkommt.
    Ich rede nicht von Vergewaltigung, aber ich kann jede Frau verstehen, die sich so ohnmächtig und überrumpelt fühlt, dass sie eine grobe sexuelle Belästigung (und damit meine ich mehr als Hand auf Knie) nicht zur Anzeige bringt und dass sie überhaupt nicht drüber spricht. Mir war es immer viel zu peinlich, ich hätte nicht im Mittelpunkt dieses negativen Interesses stehen wollen. Schon gar nicht hätte ich dann auch noch Untersuchungen über mich ergehen lassen wollen, meine Kleidung sicherstellen, all der ganze Aufwand für etwas, das ich am liebsten gleich vergessen hätte. Ich hätte mich dem Risiko aussetzen müssen, dass man mir nicht glaubt und bei den ganzen zu erwartenden Fragen, die darauf abzielen, dass ich wegen Kleidung, Verhalten oder sonstwas den Übergriff provoziert hätte, wäre mir erst recht schlecht geworden.

    Ich seh das doch hier im Thread. Da wird Frauen abgesprochen, dass es so passiert ist wie sie sagen, aus den lachhaftesten Gründen. Weil sie Schauspielerinnen sind, weil sie doch angeblich hätten wissen müssen, was auf sie zukommt, weil sie denjenigen nicht sofort angezeigt haben, weil sie angeblich davon profitiert haben (woher wollt Ihr das wissen??). Oder weil es 20 Jahre her ist und man mangels Einfühlungsvermögen nicht nachvollziehen kann, dass es für einen selber und den eigenen Seelenfrieden in der Situation das Beste ist, einfach nichts zu tun. Gerade Frauen können doch auch ganz schön eklig sein, wenn es darum geht, dem Opfer eine Mitschuld anzulasten, wenn es nicht nach den eigenen Vorstellungen geht. Wie bitte soll man beweisen können, was passiert ist, wenn es keine verwertbaren Spuren gibt?

    Davon abgesehen kann ich mich nur wiederholen -es liegt nicht jeden, sich im Mittelpunkt des negativen Interesses zu sehen. Auch nicht, wenn’s nur das eigene Umfeld ist.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    HK da kann ich mich nur anschließen - ich würde das auch gern verstehen.

    Und ja Frau Pooth - bei Anne Wil war es doch oder? Hat nicht unrecht mit der Aussage.

    Und wo jetzt so viele JAHRE später damit rausrücken wo doch nur Aussage gegen Aussage steht wenn es keine Zeugen gibt - wo jede Frau doch wissen sollte, gerade bei einer Vergewaltigung zählen Spuren (DNA etc) das ist Jahre später gar nicht mehr möglich.

    Im Fall Weinstein - mag ja stimmen. Nur wieso erst jetzt? Wieso nicht damals als es passierte? War die Karriere doch wichtiger? Keine Ahnung.
    Siehe oben.

    Käme heute eine aus der Versenkung, die berichtet, dass ihr das Gleiche passiert ist, was mir passiert ist, dann würde ich ihr heute vielleicht mit der Beschreibung meiner Erlebnissen beistehen, weil ich nicht wollte, dass sie alleine damit dasteht und der Kerl vielleicht wieder mit „war doch ein Einzelfall“ durchkommt, oder dass er alles abstreitet.

    Heute bin ich aber auch 20 Jahre älter, gefestigter, habe ein anderes Standing und würde mich trauen, was ich mich 20 Jahre früher nicht getraut habe.

  6. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist was ich meinte. Sie versprechen sich Vorteile, Karriere, Rollen what ever.... aber wenn er nicht mehr helfen kann wird gejammert.
    Das ist doch gar nicht das Thema von #meetoo, oder hab ich was verpasst? Wer hätte denn Clinton sexueller Übergriffe bezichtigt? Ich finde es höchst unsensibel, wenn man einvernehmlichen Sex mit sexuellen Übergriffen in einen Topf wirft.

    Das ist genau der Grund, warum man keine Anzeige erstattet, wenn man einen sexuellen Übergriff eines Vorgesetzten erlebt. Weil man sich schon denken kann, dass dann so ein Spruch kommt. Man kann zu jedem Chef-Mitarbeiterinnenverhältnis einen Punkt finden, an dem er sie gefördert hat. Dann kann ihr das Umfeld prima unterstellen, was du sagst. Da hält man doch lieber gleich die Klappe.
    Geändert von Inaktiver User (13.11.2017 um 13:59 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich finde es höchst unsensibel, wenn man einvernehmlichen Sex mit sexuellen Übergriffen in einen Topf wirft.
    Da scheiden sich eben die Geister.

    Ich seh es so, dass jemand einen Versuch startet, und ich lass mich darauf ein oder nicht. Siehe Hand auf Knie und die entsprechende Reaktion. Bis dahin ist für mich eben noch nichts passiert.

    Und da auch heute noch allermeistens die Männer den ersten Schritt machen, und Frauen das auch erwarten, kann man in meinen Augen auch aus Fairness niemand einen Strick drehen für den bloßen Versuch.

    Monika Lewinski hat sich darauf eingelassen, alles gut. Hätte sie aber nicht gewollt hätten genug Frauen allein den Antrag eben als strafwürdige sexuelle Belästigung gewertet, und damit bin ich nicht einig.

  8. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Da scheiden sich eben die Geister.
    Das macht mich ehrlich gesagt, ein wenig fassungslos. Ich hatte ausdrücklich dazu geschrieben, dass ich von sexuellen Übergriffen rede und nicht von „Hand auf Knie“. Wörtlich.

    Genau daher bekomme ich erneut dieses Ohnmachtsgefühl. Ich bin sexuell belästigt worden und schon wird wieder eine ungeschickte Anmache draus. Will ich das nicht, muss ich allen, die dann über mich urteilen, genauestens beschreiben, was wie abgelaufen ist und es muss in jedermanns Augen eine hieb- und stichfeste sexuelle Belästigung sein. Verstehst du jetzt, warum wenige mit sowas an die Öffentlichkeit gehen?

    Ich seh es so, dass jemand einen Versuch startet, und ich lass mich darauf ein oder nicht. Siehe Hand auf Knie und die entsprechende Reaktion. Bis dahin ist für mich eben noch nichts passiert.

    Und da auch heute noch allermeistens die Männer den ersten Schritt machen, und Frauen das auch erwarten, kann man in meinen Augen auch aus Fairness niemand einen Strick drehen für den bloßen Versuch.
    Nochmal, nicht Hand auf Knie. Sondern Hände unvermittelt auf den Intimzonen. Dinge, die der Mann nicht gemacht hätte, wäre er in einem Lokal gewesen, ist glaube ich eine gute Definition. Ich kann doch nicht jeden Vorstoß von jemandem, der kein vollkommener Fremder ist, egal wie er (der Vorstoß) aussieht, als „Versuch des ersten Schritts in eine sexuelle Beziehung“ werten?

    Monika Lewinski hat sich darauf eingelassen, alles gut. Hätte sie aber nicht gewollt hätten genug Frauen allein den Antrag eben als strafwürdige sexuelle Belästigung gewertet, und damit bin ich nicht einig.
    Hätte, hätte. Sorry, wenn ich das so flapsig sagen muss, aber das bringt uns doch in der Diskussion nicht weiter. Es gibt doch genügend Tätlichkeiten, die tatsächlich stattgefunden haben und die man als Beispiele nehmen kann. Da muss man doch jetzt nichts erfinden, wie Clinton jemanden eventuell gezwungen haben könnte.
    Geändert von Inaktiver User (13.11.2017 um 14:25 Uhr) Grund: Klarstellung

  9. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das macht mich ehrlich gesagt, ein wenig fassungslos. Ich hatte ausdrücklich dazu geschrieben, dass ich von sexuellen Übergriffen rede und nicht von „Hand auf Knie“. Wörtlich.
    Und was ist das, ein sexueller Übergriff? Das ist eben nirgendwo definiert, und es gibt genug Beispiele wo Frauen eben schon Nachpfeifen oder Angeglotztwerden oder sonstwas so einsortiert haben.

    Das muss einen nicht fassungslos machen, dass man eben sagen muss von was man spricht, weil sonst viel zu viel vermischt wird.

    Du gehst leider nicht darauf ein, was ich konkret geschildert habe: dass das was für Lewinsky in einvernehmlichen Sex mündete für eine andere Frau sehr wohl eine sexuelle Belästigung gewesen wäre.
    Geändert von Inaktiver User (13.11.2017 um 14:30 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: metoo - Ihr nicht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Da hält man doch lieber gleich die Klappe.
    Das ist die Entscheidung einer jeden Frau, mit allen Konsequenzen.

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