Bei mir war es ja "nur" eine versuchte Vergewaltigung.
Die Geschehnisse kamen bei mir hoch durch die #metoo Debatte, tatsächlich auch 30ig Jahre danach.
Der Mann arbeitet immer noch in der Branche. Für einen kurzen Moment habe ich darüber nachgedacht, mich beim WDR zu melden, bei Frau Böttinger gibt es dazu am nächsten Donnerstag eine Diskussion.
Ich habe mich dagegen entschieden. Denn die Faktenlage hat sich nicht geändert (ich hätte keine Belege außer meine sehr deutliche Erinnerung), eine Verleumdungsklage wäre mir, so vermute ich, auch heute noch ziemlich sicher, würde ich den Namen preisgeben.
Last but not least habe ich selber erlebt, dass in die Öffentlichkeit gehen, was ich vor einiger Zeit tat in Sachen psychischer/verbaler Beziehungsgewalt mir v.a.D. das "brachte": Anschuldigungen - mir völlig unbekannter Menschen (Frauen!) - ich würde damit Profit aus der Sache schlagen (nein, tat und tue ich bis heute nicht, ich bin damit weder reich geworden, noch boomte mein "Auftragsbuch") bis hin zur Verleumdung meiner Person, Ausbildung etc. In Teilen auch hier in der Bri im Hintergrund, richtig übel.
Von daher bleiben meine Beiträge hier auf die Bri begrenzt und ein Erfahrungsbericht anonymisiert bei einer Zeitung.
Mehr "gebe" ich mir nicht.
Nachtrag.
Was sich bei mir - u.a. aufgrund der #metoo Debatte und der hier - allerdings verändert hat, hat aber auch ein bisschen Zeit gebraucht. Heute würde ich anzeigen.
Auch, wenn ich wenig Beweis"last" hätte, ich habe heute ein ganz anderes Standing als das, das ich mit 21 hatte.
Antworten
Ergebnis 1.611 bis 1.620 von 5172
Thema: metoo - Ihr nicht?
-
12.11.2017, 19:53Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Geändert von Inaktiver User (12.11.2017 um 20:15 Uhr) Grund: Nachtrag
-
12.11.2017, 20:13
AW: metoo - Ihr nicht?

Meine Missbrauchserfahrung als Teeenager war 22 Jahre "weg", wirklich komplett verdrängt.
So komplett, dass ich mit dem Täter noch lange danach freundschaftlichen Umgang hatte.
Die Erinnerung kam von einem Moment auf den anderen zurück, binnen vielleicht 2h in allen Details.
Wie ein Hai, der aus der Tiefe auftaucht.
Zum Glück war ich zu Hause und zu der Zeit aus anderen Gründen in psychotherapeutischer Behandlung.
Was dann der Einzelne mit der "Erfahrung" macht, was und wieviel er sich "gibt", muss jedem selbst überlassen bleiben. Allemal, wo es m.E. immer noch viel zu wenig niedrigschwellige Hilfsangebote oder die existenten werden nicht gut genug beworben.
-
12.11.2017, 20:29Inaktiver User
-
12.11.2017, 20:31Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Eben. Feige. Und erst jetzt, wo ihnen nichts Negatives mehr droht, äußern sie sich. Opportunistischer geht's nicht.
Eben, eben.Das Schweigen der Opfer mehrt immer die Macht der Täter.
Wir reden ja hier im Wesentlichen nicht über Verbrechen, sondern über Belästigungen. Da ist nichts so traumatisierend, dass man es über Jahrzehnte verdrängen muss. Bei Vergewaltigungen verstehe ich das Schweigen, aber nicht bei Hand auf Knie oder Po.
-
12.11.2017, 20:41Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Erstmal. Mein Mitgefühl.
Hammer, wie weit Verdrängung geht. Schwer, das zu lesen.
Bei mir war ja zack vorbei mit allem. Kündigung bzw. ich hätte dort nicht mehr arbeiten können. Habe ihn nie wieder gesehen. Ich konnte alles wieder sehen. Dieses Büro, den Ort, wo es passierte... in ganz klaren Bildern.
So in etwa habe ich das dieser Tage erlebt. Die #metoo Debatte lief schon einige Tage und ganz plötzlich war das Erlebte da. Erschreckend bildhaft und en detail.
Ich kann mich überhaupt nicht erinnern, dass das in den letzten Jahren /-zehnten irgendwann mal irgendwie Teil meiner Erinnerungen war.
Volle Zustimmung. Auch zu Deinen anderen Beiträgen zum Thema.
Merci und auch eine von mir für Dich
.
-
12.11.2017, 20:54
-
12.11.2017, 22:27
-
12.11.2017, 22:46Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
es gibt ja schon gar keine hilfe, wo sie wirklich nahe läge. ich bin ein paar mal übergriffen in aller öffentlichkeit ausgesetzt gewesen. nie hat mir jemand geholfen. die leute sind zurückgewichen, haben zu- oder weggeschaut.
das ganze gesellschaftliche klima ist feindselig und missachtend in diesen dingen. man bräuchte freunde und mitmenschen, die nicht abwehrend auf den tabubruch reagieren, sondern mitfühlend und beschützend. das wär schön.
-
13.11.2017, 00:35Inaktiver User
-
13.11.2017, 07:03Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Kenn ich. Da hilft nur, selber aktiv zu werden.
Es tut mir sehr leid, falls meine Worte jemanden verletzt haben. Ich lege trotzdem Wert darauf, meine Meinung zum Thema zu äußern. Ich war auch schon in so einer Situation (versuchte Vergewaltigung). Wo mich sogar die Polizei verhöhnt hat. Habe ich auch schon in der Bri beschrieben.
Ändert nichts an der Tatsache, dass ich diese Diskussion nicht zielführend finde, weil zu viele Dinge vermischt werden und zuviel Heuchelei im Spiel ist.



Zitieren
