Antworten
Ergebnis 1.271 bis 1.280 von 5172
Thema: metoo - Ihr nicht?
-
07.11.2017, 19:11Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
-
07.11.2017, 19:15Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Vermutlich sagt der Kollege, männlichen Kollegen auch, dass sie sicher keine Kinder wollen. Bei den Arbeitszeiten, bekommen sie sie ohnehin nur wenig zu sehen. Nicht? Dann haben wir vielleicht den Sexismus gefunden.
-
07.11.2017, 19:35Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Wollte mich gar nicht hier beteiligen, aber als ehemals Betroffene habe ich gemerkt, dass nach jetzt ziemlich genau 30ig (!) Jahren, durch diese ganze #metoo Debatte, auch meine eigenen Geschichte(n), es blieb während meines Arbeitslebens nicht bei einem Vorfall, hochkommen.
Der schlimmste Vorfall war eine versuchte Vergewaltigung durch einen ehemaligen Chef, als wir alleine im Büro waren. "Du willst es doch auch, Du bist geil, ich sehe es in Deinen Augen"
, so in etwa seine Worte.
Er war verlobt (ich kannte seine damalige Verlobte persönlich, sie hat ihn nicht geheiratet...), ich in erster ernstzunehmender Beziehung, auch er kannte meinen Freund.
Ich war 21ig, Jahrespraktiantin, konnte ihm zwar entkommen, ließ mich sofort krankschreiben, hatte kurze Zeit später die Kündigung (plötzlich war ich keine gute Mitarbeiterin mehr) im Briefkasten und die gebrüllten Worte meines Chefs "falls Du das jemandem sagst, mache ich Dich fertig, es wird Dir eh keiner glauben." hallten noch lange nach...
Ich bin/war überzeugt, er hatte Recht. Es hätte Aussage gegen Aussage gestanden, es gab keine Zeugen und er war als erfolgreicher Produzent bekannt.
Für mich damals fatal; ich war kurz vor Festanstellung mit einem guten Vertrag, die Agentur lief sehr gut und alles war futsch. Mal abgesehen davon, was es bei mir hinterlassen hat.
Vor ein Arbeitsgericht bin ich dennoch gezogen. Eine kleine Abfindung bekam ich und die wohlwollenden Worte eines Richters, der mir glaubte (mein Chef erschien nicht, sein damaliger Partner eierte rum "sie hat da sicher etwas falsch verstanden.") und sich entsprechend entsetzt äußerte.
Die Debatte hat mir nach diesen langen Jahren tatsächlich ein paar ätzende Träume beschert und ich habe mit Betroffenheit hier nachgelesen, dass einige diese Erfahrungen machten (in meiner Generation ü/u 1966 kenne ich quasi keine, die nicht irgendeine Erfahrung der Art hat machen müssen). Meine Solidarität
den Betroffenen gegenüber.
Dass auch Männer betroffen sind, weiß ich. Aber allein das körperliche Ungleichgewicht (mein Chef war wesentlich größer/kräftiger als ich, ich hatte wirklich Glück, ein kleiner Moment führte dazu, dass ich weglaufen konnte) führt oft dazu, dass Frauen schlimmste Erfahrungen machen müssen.
Ich habe nun durch diesen Aufruf Sexismus am Arbeitsplatz: Was ist Ihnen passiert? | ZEIT Arbeit meine Erlebnisse anonymisiert erzählt, das Aufschreiben tut mir gut, von daher lasse ich diese Erfahrung/Link auch hier.
-
07.11.2017, 20:01Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Der Mann in der Schilderung formulierte nicht unter der Gürtellinie, (wie Du jetzt). Also nehmen wir doch einfach den gleichen Satz, an einen Mann addressiert: ".... willst Du bestimmt keine Kinder". Und dagegen ist nichts zu sagen, warum sollte jemand nicht so denken? Egal ob einer Frau oder einem Mann gegenüber.
Was man nicht erkennen kann, in welchem Ton/mit welcher Gestik/Mimik es gesagt wurde. Und je nachdem, kann es dann auch sexistisch gemeint gewesen sein. Vom Inhalt her aber kann ich da nichts erkennen.
-
07.11.2017, 20:53Inaktiver User
-
07.11.2017, 20:55Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Wie entsetzlich! Du Arme!
Wobei dies:
völlig egal ist. Und wenn ihr beide Single gewesen wäret, das Verhalten von demjenigen war trotzdem entsetzlich.Er war verlobt (ich kannte seine damalige Verlobte persönlich, sie hat ihn nicht geheiratet...), ich in erster ernstzunehmender Beziehung, auch er kannte meinen Freund.
-
07.11.2017, 21:03Inaktiver User
-
07.11.2017, 21:15Inaktiver User
-
07.11.2017, 21:43Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Danke, das weiß ich zu schätzen!!

Ich hab das aus einem anderen Grund herausgepickt - kein Mensch würde doch bestreiten dass es sexuelle Belästigung gibt. Was solche Beispiele aber illustrieren ist eben meine Grundbotschaft - es ist nicht immer und in jedem Fall eindeutig. In vielen leider, ja, keine Frage - aber ebenso oft ist es so, dass das eine Frau vielleicht so empfindet, das ist ihr gutes Recht!! Aber der andere hatte das nicht so beabsichtigt, sich nix und schon gar nix Böses dabei gedacht und vielleicht nur blöd dahergeredet, wie das jedem mal passiert.
Und in den (!) Fällen finde ich, macht es schon Sinn von der eigenen Empörung auch mal Abstand zu nehmen und sich zu sagen, hat mich geärgert, war doof, aber Schwamm drüber. Ich glaub einfach, man lebt sich leichter wenn man das nicht sofort auf sich bezieht und als extra gegen einen gerichtet.
Ich mag einfach grundsätzlich so eine Strenge nicht, die meiner Meinung nach zunimmt, was andere sagen dürfen, und was nicht, egal ob es um die Schwiegermutter geht oder einen Mann. Das hat für mich schon oft was arg Gnadenloses, und ich frag mich, ob diejenigen selbst noch nie unüberlegt was rausgehauen haben, was andere dann vielleicht auch nicht so prickelnd fanden.
Im Endeffekt werden damit Fronten aufgebaut, die mit etwas mehr Gelassenheit und Humor nicht sein müssten. Und das finde ich schade. Ich möchte meine Mitmenschen nicht als Gegner betrachten.
-
07.11.2017, 21:45Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Wie gesagt. Ich wollte das erst "liegen lassen", mir ging es auch nicht um Vergleiche.
Mich hat tatsächlich irritiert, dass das nochmals so hoch kam, nach dieser langen Zeit, durch die Debatte. Mir tut es gerade gut, das Geschehen zu erzählen. Danke fürs Zuhören.
Was mir übrigens jetzt noch einfällt. Ich war damals und heute alles andere als ein Duckmäuserchen (damals noch ziemlich aufsässig dazu, Hang zur Punk-Szene etc.). Gerade das schien meinen Chef zusätzlich angestachelt zu haben. Dieses "Brechen" wollen.
Das habe ich im weiteren Berufsleben öfter bei Männern festgestellt.
Ich habe kein Problem mit Autoritäten, aber aufgrund einer höheren Stellung ist für mich ein Mensch (auch ein Mann) nicht automatisch auch eine Respektsperson, das wurde mir immer wieder übel genommen und entsprechend auch gegen mich agiert. Gerne mit sexuellen "Nettigkeiten".
Es gab und gibt auch Menschen, auch Männer
, die mich dafür achten und respektieren. Das möchte ich der Vollständigkeit halber erwähnt wissen
.



Zitieren
Dass der Vater ebenfalls für den Nachwuchs zuständig sein könnte, taucht bei dir nicht einmal als Denkmöglichkeit auf. Entweder die Mutter kümmert sich, oder sie engagiert ein Kindermädchen.