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Thema: Iran

  1. Inaktiver User

    Beitrag Iran

    Ich werde heute den Iran Strang eröffnen, leider ist der Anlass besorgnisserregend, nichts desto trotz habe ich vor geneigte Leserschafft auch mit anderen Information rund um den Iran zu versorgen. Da ich selber wede Iranerin noch Perserin bin, möchte ich auch landeskundigere ermuntern einen Beitrag beizusteuern.


    Vorbereitungen eines Krieges?

    Auszug:
    Nach BBC-Angaben könnte aber auch ein folgenschweres Attentat auf US-Soldaten im Irak, hinter dem nachweislich Iran steckt, einen Angriff auslösen. Arabische Staaten befürchten katastrophale Folgen für die Region im Fall eines solchen Angriffs.

    BBC

    Was der Spiegel Artikel verschweigt sind die "Häufungen" von Informationen über eine angebliche Verwendung iranischer Kampfmittel. Wer die Nachrichten verfolgt hat, hat vielleicht mitbekommen das Bush, zwar noch vorsichtig ("wir wissen nicht ob die iranische Regierung den Befehl zur Weitergabe gab...), aber doch deutlich den Weg eines "Angriffes" vorbereitet.
    Dies wäre für Bush die beste Möglichkeit einen Luftangriff, denn mehr wird es nicht sein, zu rechtfertigen. Es wäre darüberhinaus auch nicht das erste mal, dass so etwas inszeniert würde.

    Das Millitär ist auf alle Fälle vorbreitet, was die Politik macht ist unklar, ob man (Bush) sich möglicher Folgen bewußt ist, ist mehr als fraglich.

    Edit

    http://www.dw-world.de/dw/article/0,...358267,00.html

    Auszug
    Offene Kritik ist zu hören. Und zu lesen ist, dass der Präsident das Land unnötig in die Isolation manövriert habe und dass Ahmadinedschad vor lauter Konfrontationsdenken gegenüber dem Ausland vergessen habe, weswegen er vor fast zwei Jahren gewählt worden war: um den Armen zu helfen. Die aber leiden unter rapide steigenden Preisen heute noch mehr und auch die besser Situierten, die sich von diesem Präsidenten weiteres Wachstum versprochen hatten, haben sich längst enttäuscht abgewendet, ihr Geld ins Ausland gebracht oder aber sich in die innere Emigration geflüchtet. Selbst aus politischen Kreisen ist Kritik an Ahmadineschad immer öfter zu hören, so dass schon gemunkelt wird, er werde die volle Amtszeit von vier Jahren wohl nicht überstehen. ...

    Die Europäer halten sich in diesem Punkt bedeckt, obwohl sie doch eigentlich wissen sollten, dass Moskau Recht hat: Nach den von Teheran unterzeichneten Nichtverbreitungsabkommen hat der Iran das Recht, Uran anzureichern und Atomforschung zu friedlichen Zwecken zu betreiben. Genau das behauptet Teheran zu tun. Beweise für das Gegenteil gibt es nicht. Und auch die Bemerkung von IAEA-Chef Muhamed el Baradei, der Iran könne innerhalb weniger Monate in der Lage sein, Uran industriell anzureichern, ändert nichts daran: El Baradei räumt selbst ein, dass der Weg von da bis zur Herstellung von Atombomben noch weit sei.
    Geändert von Inaktiver User (21.02.2007 um 00:26 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Iran

    http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-...dc7721d40.aspx


    Freizeit im Gottesstaat

    Gin Tonic zum Gabelfrühstück, Skifahren in den nahen Bergen, Bleistiftabsätze und knalliges Make-up – auch unter Präsident Ahmadinejad gibt es in Teheran Nischen der Toleranz. Wie man sich in der Islamischen Republik vergnügt.

    Stau in Teheran. So weit das Auge reicht, ein Meer von Wagen, die sich langsam vorwärtsquälen. «Tärafik» heisst das im Volksmund, auch eines dieser leichtfüssigen französischen Lehnwörter, und das kann hier alles bedeuten: von einigen Minuten Wartezeit vor einer Ampel bis zum stundenverschlingenden Blech-GAU. Gerade schiebt sich ein Peugeot 206 vorbei, aus den offenen Fenstern dröhnt ohrenbetäubende iranische Popmusik. Ein junger Fahrer schafft sich ein wenig Freiraum.

    Die iranische Hauptstadt hat rund 7 Millionen Einwohner, aber für das tägliche Verkehrsaufkommen sorgen die gut 12 Millionen Bewohner des ganzen Einzugsgebiets. In der Stadtverwaltung gibt es tapfere Menschen, die für das Flottmachen des Tärafik kämpfen, unermüdlich Stadtautobahnen, Fly-overs, Tunnels und sogar eine U-Bahn bauen und mit abschreckend hohen Sondertaxen möglichst viele Wagen vom Stadtzentrum fernhalten. Dank ihnen geht es alle paar Minuten wieder ein paar Dutzend Meter weiter, bis endlich die kritische Kreuzung zweier Blechströme überwunden ist.

    Auf Teherans Strassen fährt ein guter Teil der etwa 3,5 Millionen iranischen Autos, und jedes Jahr wird eine zusätzliche Million produziert. Die Verbilligung von Energie und Treibstoffen kostet das Land heuer gut 10 Milliarden Dollar. Seit Jahren redet die Regierung von der Rationierung von Benzin und Diesel, die 36 Prozent aller Beihilfen verschlingen, doch sie hat den Mut nicht dazu. Denn das Fahren, sehr oft einfach Spazierenfahren mit dem eigenen Wagen, gehört zu den beliebtesten Tätigkeiten der Teheraner. «Im Stau zu stehen, ist nicht ein Ärgernis», sagt einer, «sondern ein integraler Teil der Freizeitunterhaltung.»

    Hier zum Stadtplan von Teheran

    Die Autopionierin Teherans war Fakhr-ed-Douleh, die unter dem Schah zwischen den beiden Weltkriegen zehn Wagen als erste Taxis in Betrieb nahm. Von da an setzten sich die Ausflüge in der Benzinkutsche gnadenlos gegen die beliebten Droschkenfahrten durch. Ob Frau Fakhr-ed-Douleh sich die heutige Blechlawine hätte vorstellen können? Teheraner haben längst ihre besondere Kultur des Autofahrens entwickelt, mit Hupe und Scheinwerfern kommunizieren sie fast ebenso subtil wie in ihrer floskelreichen Sprache. Ein echter Sohn der Stadt erkennt aus der Zusammensetzung des Tärafik auch sofort, wo er sich befindet: Im ärmeren Süden Teherans dominiert das sparsame iranische Nationalvehikel, ein Wesensbruder des ostdeutschen Trabi namens Peykan (Pfeil); im gehobenen Norden hingegen drängen sich japanische Geländewagen neben deutschen und französischen Limousinen, die meisten unter Lizenz in Iran montiert.

    Heute ist ein gewöhnlicher Freitag. Teheraner aus allen Ecken streben im Auto dem ersten Schnee entgegen, der unmittelbar nach den nördlichen, höher gelegenen Stadtvierteln beginnt. Schon bald drängen sich Wagen auch am Strassenrand. Kinder rutschen auf aufgepumpten Autoschläuchen oder Plastictüten den Hügel hinunter. Jüngere Vettern und Tanten werfen mit Schneebällen, Mütter und Väter bereiten Sandwiches und den allgegenwärtigen Tee im Samowar.

    Unmittelbar daneben ziehen auf der Fahrbahn dicht hintereinander jene vorbei, die weiter hinauswollen, zum Kurort Lavasan, oder die Jajrud-Schlucht empor nach Ushan, Meygun oder Shemshak. Dort, wo Glückliche in einem lauschigen Wochenendhaus, ungestört von dem ganzen «Mullah-Business», schon zum Gabelfrühstück Gin Tonic schlürfen, werden für Stadtmüde ganze Appartementblocks mit Blick auf bizarre Felslandschaften hochgezogen.

    Bald jedes dritte Haus an der Strasse ist ein Speiselokal. Jetzt, im Winter, tafelt man rund um den Ofen, in der Sommerhitze dann draussen im Garten am erfrischenden Wildbach. Oben in Shemshak oder auf der anderen Gebirgsflanke, in Dizin, locken Skigebiete mit herrlichen Pisten; längst haben die gewöhnlichen jungen Leute den Snobs aus den Zeiten des Schahs die Hänge abgerungen. Der aus Europa importierte Wintersport, in dem der Schah eines von vielen Vehikeln zur Modernisierung Irans erblickte, hat sich am Elbursgebirge festgesetzt. Unterhalb von Shemshak gibt es auf einer Garbe von Mega-Eiszapfen sogar eine Schule für Eisfallklettern. Auf den Pisten, fernab von den Sittenwächtern des Regimes, macht man Bekanntschaften und feiert die Freundschaft, allenfalls auch mit einem tüchtigen Schluck aus der Wodkaflasche.

    Wer die lange Autofahrt umgehen will, wandert direkt von Nordteheran aus ins darüberliegende Gebirge. Auch dort oben beginnt eine andere Welt mit anderen, lockeren Umgangsformen. Vor allem die jungen Leute fliehen nicht nur aus dem Lärm und der dicken Luft der Megalopolis, sie wollen auch für ein paar kostbare Stunden die sozialen Zwänge der islamisierten Gesellschaft abschütteln.

    Iranische Gesellschaftsforscher haben längst erkannt, dass die Einführung islamischer Sitten seit der Revolution von 1979 nicht eine Gesellschaft nach dem Vorbild des Propheten und der Imame geschaffen hat, sondern die Iraner in ein Doppelleben zwingt. Mittlerweile haben es auch die Fundamentalisten eingesehen. Obwohl im Sommer 2005 der radikalkonservative Präsident Ahmadinejad gewählt wurde, sind die brutalen Komitees der Sittenwächter nicht ausgeschwärmt, um junge Frauen wieder in den strengen Tschador zu zwingen. Die Nischen der Toleranz blieben erhalten. Bleistiftabsätze, knalliges Make-up, ein locker geschlungenes Designer-Foulard auf dem Hinterkopf und ein eng anliegender Mantel sind mehr denn je die Zier weltoffener Teheranerinnen; Teenager beider Geschlechter treffen sich zum geselligen Schaufensterbummel in den modernen Einkaufspassagen der Vali-e-Asr-Avenue, und in den Parks können junge Verliebte erste Zärtlichkeiten austauschen, während die Kids im Look von Los Angeles inlineskaten oder Skateboard fahren. Natürlich mahnen die Behörden weiterhin zum «Hijab», zu Verhüllung und Zurückhaltung, doch dank Ahmadinejad ist Überzeugungskraft statt Zwang angesagt. Auch im schlimmsten Stau, heisst es, empfiehlt der Präsident Freundlichkeit und Zuneigung.

    Die Bilanz der eisernen Jahre ist bitter genug: Die verordnete Islamisierung aller Lebensaspekte trieb die Iraner in die Flucht nach innen, warf sie auf den privaten Raum und die Familie zurück. Das bedeutete auch die Abkehr vom öffentlichen Raum und vom Staat: den Auszug in die Freizeit. Nach der Revolution wurden die Markenzeichen einer modernisierten Gesellschaft – und das hiess nach den simplen Vorstellungen von Schah Mohammed Reza: einer verwestlichten Gesellschaft – ausgemerzt.

    Khomeinys Rollkommandos schlossen nicht nur die Bars, Cabarets und Bordelle an der berüchtigten Lalezar-Strasse und machten daraus Elektrogeschäfte. Sie schafften auch das ganze Kulturangebot ab: Kinos, Theater, Konzerthallen und Clubs wurden geschlossen, Musiker mussten fliehen, die Nationalsängerin Gugush kam ins Gefängnis, weil öffentliche Auftritte von Sängerinnen nun als unzüchtig galten. Selbst für Ausflüge und Reisen galten neue Regeln, und an unzähligen Strassensperren wurde überprüft, ob die Insassen der Autos auch wirklich Verwandte waren und sich nicht etwa für unsittliche Zwecke zusammengefunden hatten.

    Doch die geplante offizielle Neuformulierung eines islamischen Kulturlebens und Freizeittreibens fiel dem Irakkrieg zum Opfer: Ein wachsender Märtyrerkult und die erdrückende Last der Kriegswirtschaft beherrschten das öffentliche Leben. Die erzwungene Umstellung führte die Teheraner nicht ins Reich der frommen Betrachtungen, sondern immer mehr ins Laster. An Wochenenden traf man sich im Familien- und Freundeskreis, und mangels der gewohnten öffentlichen Unterhaltungen widmete man sich nach dem Essen der Rezitation von säkularer Poesie, dem verbotenen Kartenspiel, dem Alkohol und zunehmend wieder dem traditionellen Opium.

    Die Jugend von Teheran schuf sich ihre eigene Welt, nach den nächtlichen Autoparaden auf den Boulevards von Afrika, Mirdamad und Vanak stieg irgendwo eine wilde Party, wo kein Hijab und keine Ermahnung die ausgelassenen Mädchen und Burschen trennte. Der Genuss von Whisky und Designerdrogen hielt dort mit westlichen Gepflogenheiten bestens Schritt. Das islamische Regime antwortete darauf zunächst mit Propaganda und schliesslich immer mehr mit Gewährenlassen.

    Iraner sind Familienmenschen, ihre Familie ist das Ehrwürdigste, was ihnen ausser Gott und den Heiligen bleibt. Religion und Tradition bestimmten ihren Alltag, lange bevor der Schah oder das islamische Regime sich des öffentlichen Lebens bemächtigen wollten. Feste, ob aus traurigem oder fröhlichem Anlass, bestimmen das Familienleben. «Eine Hochzeit magst du ausschlagen, aber gehe immer zu einer Beerdigung», heisst eine goldene Regel.

    Hochzeiten finden seit der Revolution in getrennten Sälen für Männer und Frauen statt; auch das Brautpaar wird getrennt. Unterhaltung ist ebenfalls separat. An Speisen, Obst und Süssigkeiten wird nicht gespart. Nur will oft keine richtige Stimmung aufkommen. Per Handy machen Herr und Frau Teherani ab, wann sie sich vor dem Eingang zum Aufbruch treffen. Trauerfeiern finden entweder zu Hause oder in einer Moschee statt. Es wird der Koran rezitiert, die Trauergäste werden mit Tee und Datteln bedient. Viele, nicht alle, tragen Schwarz, es wird leise gesprochen und manchmal auch gelacht. Nach schiitischem Brauch trauert die Familie die ersten drei Tage nach dem Tod, anschliessend wird am 7., am 40. und am Jahrestag der Seele gedacht.

    In Iran war von jeher auch an Festtagen kein Mangel. Seit die islamische Revolution die ihrigen hinzugefügt hat, rühmen sich die Teheraner als Feiertagsweltmeister. Das iranische Neujahr, ein vorislamischer Brauch zur Frühlingssonnenwende am 21. März, zählt zu den grössten Festen. Zum feierlich geschmückten Altar gehören sieben Opfergaben auf dem Tisch, die auf persisch mit «s» beginnen: Hyazinthe (sonbol), Apfel (sib), Brot (sangak), Mehlbeere (senjed), Knoblauch (sir), Münze (sekke) und grüne Weizentriebe (sabzi). Nach der Islamisierung Persiens im 7. Jahrhundert kamen noch der Koran, ein Spiegel und andere religiöse Objekte hinzu. Die Iraner beschenken sich an diesem Tag und legen wie die Natur ein neues Kleid an. Das Fest dauert 13 Tage; der 13. selbst ist ein Unglückstag. Weil er nicht zu Hause verbracht werden darf, fahren ganze Karawanen aus der Stadt zum Picknick ins Grüne, wo die Weizentriebe der Natur zurückgegeben werden. Teheran ist in diesen Tagen die ruhigste und schönste Stadt der Welt.

    Radio und Fernsehen traten schon unter dem Schah an die Stelle des Geschichtenerzählers, des Naqqal. Nach dem islamischen Umsturz übernahm der Revolutionsführer persönlich die Aufsicht über die elektronischen Medien, weil er in ihnen die wichtigste Stimme zum Volk erkannte. Nur ganz langsam entwickelte sich das Fernsehen von einer «Bartvision», einer langweiligen Vorzugstribüne für die Ayatollahs, zu einem einigermassen erträglichen Informations- und Unterhaltungsmedium mit Kanälen für Politik, Religion, Sport und Wissenschaft. Moderne Filmserien, den Soap-Operas sehr ähnlich, animieren viele dazu, sich zu Hause vor dem Fernseher zu treffen. So wird die Serie ein Gemeinschaftserlebnis. Bei Besuchen lässt man den Fernseher auf Volllautstärke laufen – ein zusätzlicher Teil der Unterhaltung für den Gast. Das Gleiche gilt in Restaurants und Kaffeehäusern.

    Im letzten Herbst ist freilich unverhofft der Funke aus der virtuellen Welt der iranischen Fernseh-Soaps ins reale Teheran übergesprungen. Wie eine Flutwelle verbreiteten sich DVD-Raubkopien und Internet-Clips mit einem intimen Andenken einer der populärsten Schauspielerinnen aus der letzten Familienserie des Fastenmonats Ramadan. «Dokhtar-e Shokat, dokhtar-e Shokat!» priesen die fliegenden Strassenhändler die Darstellerin mit ihrem Namen als tugendhafte Tochter aus der Filmserie – doch auf der DVD fanden die Teheraner einen saftigen Liebesakt, den die junge Frau, Zahra Ebrahimi, und ihr damaliger Lebenspartner gefilmt hatten.

    Die Betretenheit des islamischen Führungsministeriums, dessen Hauptaufgabe die Bereitstellung tugendhafter Vorbilder für die islamische Gesellschaft ist, war gross, und die Staatsanwaltschaft eröffnete eine Untersuchung. Doch die unglaubliche Verbreitung dieses Pornofilms, den sich auch biedere Familien gewissermassen als Kontrastprogramm zum offiziellen Fernsehen zu Gemüte führen, spricht Bände. Die bald dreissigjährige aggressive Zensurierung der Bildungs-, Unterhaltungs- und Informationsprogramme hat die Islamische Republik überhaupt nicht vor jener brutalen Zerstörung der Privat- und Intimsphäre bewahrt, welche die iranische Propaganda so gern als soziale Krankheit des säkularen Westens darstellt.

    Bei der Rückkehr vom Wochenendausflug schwärmen wir mit dem Fahrer von der Schönheit persischer Frauen. Er will uns an den einschlägigen Strassenrändern die leichten Mädchen Teherans vorführen, die unter dem züchtigen Tschador ihre Reize feilbieten. Obwohl das Regime die Prostitution scharf ächtet, haben die Behörden nach gut informierten Quellen allein in der Hauptstadt 55000 Dirnen registriert. Die Teheraner sind ein eigenwilliger Menschenschlag: Wenn immer volksfremde Mächte das Land beherrschen wollten, gingen die Perser ins innere Exil. Sie opfern ihre Freiheit auf dem Altar islamischer (und auch vorislamischer) Traditionen, und Autoritäten und Hierarchien geniessen grossen Respekt. Doch bleibt deren Einfluss auf das Volk nur so lange erhalten, als ihre Regeln sich so grosszügig auslegen lassen, dass sie den breiten Bedürfnissen einigermassen Raum geben.

  3. Inaktiver User

    AW: Iran

    http://news.de.msn.com/Article.aspx?...mentid=3433407

    Washingtons neue Strategie gegen den Iran

    DPA

    Das Weiße Haus hat eine neue Gesamtstrategie für den Nahen Osten in Kraft gesetzt, deren Ziel darin besteht, den Einfluss des Iran zu kontern – wenn nötig auch mit Hilfe sunnitischer Extremisten, deren Tun die Grenze zum Terrorismus verschwimmen lässt.
    Der Enthüllungsjournalist Seymour Hersh schreibt in der am Dienstag erscheinenden Ausgabe des Magazins „New Yorker“, die USA arbeiteten dabei verdeckt mit Saudi-Arabien zusammen. Um den Kongress nicht informieren zu müssen, übernimmt Riad einen Teil der Finanzierung solcher Gruppen. Gesteuert wird die Politik aus dem Büro Vizepräsident Dick Cheneys in enger Abstimmung mit Prinz Bandar, dem früheren saudischen Botschafter in Washington. Bandar ist heute Nationaler Sicherheitsberater des saudischen Hofes. Ziele der verdeckten Einflussnahme sind die Hisbollah im Libanon, ferner Syrien, und der Iran selber.
    Die neue Politik wird von einem namentlich nicht genannten Gespächspartner Hershs mit engen Verbindungen zum Pentagon als „Markscheide“ der amerikanischen Nahostpolitik gewertet. Sie bestehe aus vier Punkten. Erstens, Washington und Riad hätten Israel versichert, sie betrachteten die iranische Bedrohung mit derselben Sorge wie Jerusalem. Zweitens, Riad bewegt die sunnitische Hamas zum Friedensschluss mit der Fatah. Drittens, die USA leisten sunnitischen Staaten gegen Iran Hilfe. Viertens, Saudi-Arabien finanziert Aktionen zur Schwächung Syriens, und leisten bei verdeckten Aktionen logistische Hilfe.
    Im Rahmen dieser Politik stellten die USA der Regierung Siniora im Libanon erhebliche Summen zur Vefügung, die teilweise bei extremistischen Sunni-Gruppen landen. Eine von ihnen sei eine neue Splittergruppe namens Fatah al-Islam, die sich von einer prosyrischen Gruppe losgesagt habe. Eine andere heiße Asbat al-Ansar. Die Mitglieder solcher Gruppen hätten zum Teil einst in Al-Qaida-Lagern trainiert. Das Geld fließe teilweise über den Sohn des ermordeten Premiers Rafik Hariri. Hersh deutet an, die USA nutzten auch das Buchhaltungschaos im Irak, um dort Gelder abzuzweigen. Solches Geld gehe, zusammen mit saudischen Summen, auch an die „Syrische Nationale Rettungsfront“ des einstigen Vizepräsidenten Abdul Khaddam in Paris. In der Front ist auch die syrische Moslembruderschaft vertreten, die so indirekt von Washington mitfinanziert wird.
    Riad habe Washington davon überzeugen können, die Saudis hätten auf sunnitische Extremisten genug Einfluss, um sie von Attacken auf US-Objekte abzuhalten. Stattdessen sollen sie die Hisbollah oder die Mahdi-Armee Muktada al-Sadrs angreifen. Die USA wiederum sähen es als großen Gewinn an, dass zum ersten Mal die Saudis und Israel auf derselben Seite der Barrikade stünden. Israel hat, so schreibt Hersh, den USA gerade neue Informationen aus dem Iran zukommen lassen. Sie stammen von einem oder mehreren Quellen des Mossad und besagen, Iran habe eine neue Dreistufenrakete mit unabhängig lenkbaren Sprengköpfen in der fortgeschrittenen Entwicklung. Die Rakete soll bis nach Europa fliegen können. Die Angaben werden, so Hersh, in Washington skeptisch betrachtet, aber eingehend geprüft.
    Zur neuen Politik gehöre die angekündigte Festnahme oder Tötung iranischer „Agenten“ im Irak. Hersh schreibt, diese Weisung sei bereits im August ergangen. Zeitweilig hätten die USA bis zu fünfhundert Iraner in ihrer Gewalt gehabt. US-Kommandos hätten entgegen der Darstellung Condoleezza Rices im Kongress solche Iraner auch bis in den Iran hinein verfolgt. Die Anweisung sei ergänzt worden durch die Erweiterung der Aufgabenstellung einer Iran-Sonderabteilung im Generalstab. Diese Abteilung war bislang für Eventualpläne eines etwaigen Luftschlags gegen iranische Atomanlagen zuständig. Sie sei nun auch damit befasst, Orte und Institutionen im Iran zu identifizieren, die der Guerilla im Irak Hilfe leisteten.
    Hersh zitiert Quellen, die sagen, bei der Konzeption der neuen Politik habe die verdeckte Unterstützung der Anti-Sandinistas in Nicaragua in den achtziger Jahren Pate gestanden. Sie wurde damals ohne schriftliche Autorisierung des Präsidenten, aber mit dessen Wissen im Nationalen Sicherheitsrat entworfen und umgesetzt. Man verkaufte dem Iran Waffen und nutzte die Erlöse, wiederum ohne schriftliche Ermächtigung, für Waffen an die Anti-Sandinistas. Eine schriftliche Ermächtigung für verdeckte Aktionen ist Gesetzespflicht. Die Aufdeckung der Operation durch eine libanesische Zeitung führte zur „Iran-Contra-Affäre“, die Ronald Reagans Präsidentschaft an den Rand der Staatskrise brachte.
    Im Prinzip, so heiße es im Umfeld der Verantwortlichen, habe die Sache aber funktioniert; Geheimoperationen knapp unterhalb des Präsidenten im Weißen Haus anzusiedeln sei der einzige Weg, sie vor dem Kongress geheimzuhalten.

  4. Inaktiver User

    AW: Iran

    http://www.taz.de/pt/2007/01/23/a0106.1/text


    Iranerinnen fordern gleiche Rechte

    Aktivistinnen im ganzen Land wollen eine Million Unterschriften gegen Gesetze sammeln, die Frauen benachteiligen. Streng Religiöse sind ebenso dabei wie Linke. Ihre Forderungen stehen für sie keineswegs im Widerspruch zum islamischen Glauben

    VON BAHMAN NIRUMAND
    "Es ist ein wunderbares Erlebnis. Ich stoße meistens auf offene Ohren und werde mit Begeisterung empfangen", sagte eine Frauenrechtlerin, die ihren Namen nicht nennen möchte. Seit Monaten sind hunderte Frauen im Iran im ganzen Land unterwegs. Sie gehen von Haus zu Haus, sprechen die Leute auf den Straßen, in den Bussen und Sammeltaxis an, gehen zu Zeitungsredaktionen, in die Moscheen, zu Hochzeits- und Trauerfeiern, kurz überall dorthin, wo sie andere Frauen treffen können. Ihre Aktion trägt den Namen "Kampagne eine Million Unterschriften für Gleichberechtigung".

    Geboren wurde die Idee nach einer gewaltsam aufgelösten Kundgebung gegen Benachteiligung von Frauen in Teheran im vergangenen Mai. Doch die Umsetzung des Vorhabens erwies sich zunächst als schwieriger, als die Initiatorinnen es sich vorgestellt hatten. Im Iran gibt es zahlreiche Frauenorganisationen und namhafte Frauenrechtlerinnen, deren Ziele und Vorstellungen von Emanzipation weit auseinanderliegen. Da gibt es zum Beispiel Frauengruppen im islamischen Lager, darunter eine Gruppe, die sich "Islamische Feministinnen" nennt. Ihr Bestreben ist, die Gleichberechtigung zu erreichen, ohne bestimmte Glaubensgrundsätze in Frage zu stellen. Demgegenüber gibt es eine ganze Reihe laizistischer oder linker Frauenorganisationen, die vorbei an der Religion oder auch gegen sie mit allen Tabus aufräumen und die Probleme einer männerdominierenden Gesellschaft an den Wurzeln packen wollen. Es bedurfte wochenlanger Diskussionen, bis man sich einigen konnte. Die Aktivistinnen konzentrieren sich nun auf jene Gesetze, die Frauen benachteiligen, und fordern deren Abschaffung.
    Dabei stehen nicht etwa die islamischen Kleidungsvorschriften im Vordergrund, sondern weit wichtigere Fragen wie das Scheidungsrecht, das Sorgerecht, die Abschaffung der Polygamie oder das unterschiedliche Mindestalter der Strafbarkeit für Mädchen und Jungen. Nach geltendem Recht sind Mädchen bereits mit 9 Jahren straffähig, die Jungen mit 15 Jahren. Im Falle einer Todesstrafe werden die Verurteilten bis zum Erreichen des 18. Lebensjahrs in Gewahrsam genommen. Erst danach wird das Urteil vollstreckt.
    In einer eigens für die Kampagne erstellten Informationsbroschüre werden diese ungleichen Rechte verständlich erklärt. Die Frauen fordern auch eine Änderung des Staatsangehörigkeitsrechts für Kinder, das sich bislang an der Staatsangehörigkeit der Väter orientiert. Bei der Kampagne geht es zudem um das Erbrecht, wonach die Töchter halb so viel erben wie die Söhne.
    Kein Gesetz sei für die Ewigkeit bestimmt, steht in der Broschüre. Gesetze seien wie Kleider, die nicht mehr passen, wenn man zu- oder abnimmt. Die Gesetze in Iran seien im Bezug auf die kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung des Landes, insbesondere hinsichtlich der Frauen, gravierend rückständig, sie müssten der Zeit angepasst werden. Im Beruf und noch mehr in der Familie leisteten sie ihre Aufgaben mindestens so gut wie Männer. Es sei nicht einsichtig, weshalb sie nicht die gleichen Rechte und Chancen bekommen sollten.
    Mit der Kampagne soll den Verantwortlichen gezeigt werden, dass nicht nur zahlreiche Frauen, sondern auch Männer die Beseitigung von Ungleichheiten fordern und dass sie diese Forderung "ganz ernst" meinen, Forderungen, die zudem mit den entsprechenden Konventionen der UNO übereinstimmen. Schließlich habe Iran diese Konventionen unterzeichnet.
    Die Autorinnen der Broschüre betonen, dass ihre Forderungen nach Gleichberechtigung keineswegs im Widerspruch zu den Grundsätzen des islamischen Glaubens stehen. Sie weisen auf die Äußerungen einiger Großajatollahs hin, die sich gegen die ungleiche Behandlung von Frauen ausgesprochen hätten. Nach deren Meinung könnten selbst Anweisungen und Gesetze, die im Koran stehen, geändert und durch neue, die der Entwicklung der Gesellschaft entsprechen, ersetzt werden. Sie zitieren Ajatollah Mussawi Bodjnurdi, der ausdrücklich betont habe: "Der Islam macht zwischen Menschen keinen Unterschied. Man kann nicht sagen, das eine Geschlecht genießt Vorzüge, die dem anderen Geschlecht verweigert werden."
    Die Kampagne sei völlig ideologiefrei, sagen die Frauenrechtlerinnen, sie sei weder islamisch oder laizistisch noch sozialistisch oder kommunistisch. Es gehe einzig um die Menschenrechte. Auf die Frage, was geschehen werde, wenn eine Million Unterschriften gesammelt seien, antwortet die Aktivistin Nuschin Ahmadi Chorasani, wichtig sei erst einmal der Weg dahin. Dieser Weg werde die Frauen zusammenschmieden und, was nicht minder wichtig sei, Millionen Frauen und Männer über ihre Rechte aufklären. "Natürlich hat jede Frau die Ungleichheiten zu spüren bekommen, aber unsere Kampagne wird dazu führen, dass Frauen das Unrecht als gesellschaftliches Phänomen begreifen", schreibt Chorasani auf der für die Kampagne eingerichtete Homepage we-change.org. "Wir müssen endlich aus der Opferrolle, die vor allem im westlichen Ausland Gefallen findet, herauskommen. Statt Tränen zu rühren und Mitleid zu erwecken, müssen wir uns zu einer großen gesellschaftlichen Bewegung entwickeln, die selbstbewusst klare Forderungen stellt und sie auch durchsetzt."
    taz vom 23.1.2007, S. 11, 181 Z. (TAZ-Bericht), BAHMAN NIRUMAND




    http://en.we4change.com/spip.php?article39

    http://en.we4change.com/spip.php?article40

    Aufruf
    Alle Gesetze im Iran betrachten die Frauen als ein zweitrangiges Geschlecht und diskriminieren sie. Dies geschieht in einer Gesellschaft, in der mehr als 60 Prozent der immatrikulierten Studenten weiblich sind. In vielen Gesellschaften glaubt man, dass das Gesetz immer ein Schritt weiter sein müsse als die Kultur, damit die gesellschaftliche Kultur wachsen könne. Im Iran hinken die Gesetze jedoch hinter der Kultur und der Lage der Frauen hinterher.
    Gemäß des Gesetzes ist ein neunjähriges Mädchen vollständig strafmündig. Wenn das Mädchen eine Strafe begeht, die mit der Todesstrafe geahndet wird, kann das Gericht die Todesstrafe verhängen. Wenn eine Frau und ein Mann auf der Straße einen Unfall verursachen und beide gelähmt werden, bekommt die Frau nach dem geltenden Gesetz nur die Hälfte des Schmerzensgeldes wie der Mann. Wenn sich etwas vor den Augen einer Frau und eines Mannes ereignet, wird die Zeugenaussage einer Frau, die alleine ist, nicht akzeptiert, aber die Zeugenaussage eines Mannes wird akzeptiert. Nach dem Gesetz kann der Vater, mit Erlaubnis des Gerichtes, seine 13jährige Tochter sogar an einen 70 jährigen Mann verheiraten. Gemäß des Gesetzes darf die Mutter nicht die finanzielle Verantwortung für ihre Kinder übernehmen. Die Mutter darf nicht über den Wohnort, über die Ausreiseerlaubnis und noch nicht einmal über die Heilungsmaßnahmen ihrer Kinder Entscheidungen treffen. Gemäß des Gesetzes dürfen die Männer mehrere Frauen haben und ihre Frauen verstoßen, wann sie es wollen.
    Diese Fälle sind nur ein kleiner Ausschnitt der gesetzlichen Ungleichheiten und Diskriminierungen gegenüber Frauen. Und ohne Zweifel sind Frauen, die unteren Schichten angehören oder Mitglieder von ethnischen und religiösen Minderheiten sind, noch stärker von den Gesetzen diskriminiert und leiden noch mehr unter diesen. Einerseits haben die ungerechten Gesetze dazu geführt, dass die Beziehungen zwischen den Frauen und Männern sehr ungleichgewichtig sind, so dass auch die Männer deswegen mit vielen Problemen konfrontiert sind. Beispielsweise ist es inzwischen üblich geworden, dass die Männer ein sehr hohes Brautgeld zahlen müssen. Die Frauen fordern diese hohe Summen, da sie damit ihre Nachteile aufgrund rechtlicher Ungleichheit aufzuwiegen versuchen. Andererseits hat die iranische Regierung internationale Abkommen, wie die Erklärung der Menschenrechte unterzeichnet und ist daher verpflichtet ihnen Folge zu leisten. Die wichtigste Garantie, die nach der Menschenrechtserklärung gewährleistet werden muss, ist die Vermeidung von Diskriminierungen, die auf das Geschlecht, die Rasse oder die Religion zurückzuführen sind. Entsprechend der genanten Probleme fordern wir, die Unterzeichner dieser Erklärung, die Abschaffung der Diskriminierung von Frauen auf allen Ebenen des Gesetzes und fordern von den Gesetzgebern die herrschenden Gesetze zu überdenken und diese gemäß der internationalen Verpflichtungen der Regierung zu revidieren.

  5. User Info Menu

    AW: Iran

    @Eusebia, danke für die umfassende Information.

    Das Schurkenstaat-Konstrukt trägt ganz sicher nicht zur Aufweichung der rückständigen und frauenverachtenden Gesetze im Iran bei. Im Gegenteil. Das Bild das gezeichnet wird - der Iran als Bedrohung - sorgt m. E. eher für eine zunehmende Theokratisierung.

    Die iranische Gesellschaft ist eine sehr junge Gesellschaft und die meisten haben das Mullah-Regime gründlich satt. Aber anstatt das wir die Bewegung in diese Richtung unterstützen, sorgen wir (insbesondere die US-Regierung) dafür, dass die alten Zöpfe plötzlich wieder an Substanz gewinnen. Wer sich bedroht und unfair behandelt fühlt rückt erfahrungsgemäß enger zusammen und viele werden auch sich auch von Predigern wieder mobilisieren lassen, wenn sie die gefühlte Ungerechtigkeit anprangern - selbst wenn sie noch so rückständig daher kommen.

    Durch diese Schurkenstaat-Politik werden nur Fronten verhärtet.

    Anjuna
    "Jede Frau erwartet von einem Mann, dass er hält, was sie sich von ihm verspricht."
    -Chariklia Baxevanos-

    "Bestien sind in den Augen des Menschen Tiere, die sich verteidigen, wenn man sie angreift."
    - Jean de La Fontaine -

  6. User Info Menu

    AW: Iran

    @ Anjuna

    Das Schurkenstaat-Konstrukt trägt ganz sicher nicht zur Aufweichung der rückständigen und frauenverachtenden Gesetze im Iran bei. Im Gegenteil. Das Bild das gezeichnet wird - der Iran als Bedrohung - sorgt m. E. eher für eine zunehmende Theokratisierung. Die iranische Gesellschaft ist eine sehr junge Gesellschaft und die meisten haben das Mullah-Regime gründlich satt. Aber anstatt das wir die Bewegung in diese Richtung unterstützen, sorgen wir (insbesondere die US-Regierung) dafür, dass die alten Zöpfe plötzlich wieder an Substanz gewinnen.
    Durch diese Schurkenstaat-Politik werden nur Fronten verhärtet.
    Wie wahr, wie wahr!
    Anstatt immer auf die andern zu zeigen und sie anzuprangern, sollte sich die USA mal an die eigene Nase fassen. Bis an die Zähne bewaffnet und aggressiv und gierig bis zum Abwinken.

  7. Inaktiver User

    AW: Iran

    Hier ist ein informativer Blog (mit Fotos) des momentan in Teheran weilenden dt./lux. Schriftstellers Guy Helminger... nah an den Menschen, keine große Politik.

  8. Inaktiver User

    AW: Iran

    http://www.taz.de/pt/2007/03/09/a0162.1/text

    30 inhaftierte Frauen im Iran wieder frei
    Drei bekannte Frauenrechtlerinnen, die am Sonntag in Teheran festgenommen worden waren, sind noch im Gefängnis. Sie hatten auch zu einer Kundgebung am Frauentag aufgerufen. Weitere Aktivistinnen werden vom Geheimdienst einbestellt
    VON BAHMAN NIRUMAND

    Von den 33 Iranerinnen, die bei einer Protestkundgebung vor dem Revolutionsgericht am vergangen Sonntag in Teheran verhaftet worden waren, sind alle bis auf drei gegen hohe Kautionen aus der Haft entlassen worden. Wie Nasrin Afzali in einem Interview mit dem Online-Magazin "Adwar News" nach ihrer Freilassung berichtete, handelt es sich bei den dreien um Schadi Sadr, Mahbubeh Abbasgholi und Jila Baniyaghub. Sie sind prominente Aktivistinnen, die die Verantwortung für die Kundgebung und einen Aufruf zu einer weiteren Kundgebung am internationalen Frauentag übernommen haben.

    Die Protestkundgebung, an der rund hundert Frauen und Männer teilgenommen hatten, richtete sich gegen die Einbestellung von fünf Frauenrechtlerinnen beim Revolutionsgericht. Den Frauen wird vorgeworfen, Aufruhr gestiftet, die nationale Sicherheit gefährdet und Grundsätze der islamischen Moral und Ethik missachtet zu haben.

    Die Aktivitäten der Frauen im Iran ziehen immer weitere Kreise. Vor allem die "Kampagne eine Million Unterschriften für Gleichberechtigung", die vor einigen Monaten gestartet wurde, hat landesweit Frauen zum Kampf für ihre Rechte mobilisiert. Im Gegensatz zu vielen islamischen Staaten ist es im Iran Frauen gelungen, ihre Position in der Gesellschaft immer weiter auszubauen. Heute stellen Frauen sechzig Prozent der Studierenden. Es gibt bereits mehr Akademikerinnen als Akademiker, was einige Abgeordnete im Parlament dazu veranlasst hat, eine Quotenregelung zu beantragen, die den Anteil der Frauen an den Universitäten auf höchstens fünfzig Prozent einschränken soll. Dennoch sind Frauen rechtlich benachteiligt. Die "Kampagne eine Million Unterschriften" will diesen Zustand ändern.

    Aus der Sicht der Islamisten ist die Frauenbewegung, an der auch religiöse Frauen stark beteiligt sind, eine große Gefahr. Denn sie richtet sich gegen die verkrusteten Moralvorstellungen der Islamisten, verbreitet den Ruf nach Freiheit und Menschenrechte und stärkt die Zivilgesellschaft.

    Am Montag versammelten sich einige hundert Studenten in Teheran aus Solidarität mit dem Protest der Frauen und forderten die sofortige Freilassung der Festgenommenen gefordert. Am gleichen Tag veröffentlichten 620 Kulturschaffende, Politiker, Journalisten und Rechtsanwälte einen offenen Brief an Justizchef Haschemi Schahrudi, indem sie mit Hinweis auf das in der Verfassung verankerte Versammlungsrecht gegen die unrechtmäßige Festnahme der Frauen protestierten.
    Offenbar haben die massiven Proteste im In- und Ausland zur Entlassung der meisten Frauen geführt. Doch zugleich wurde bekannt, dass gestern sieben Frauen, die zwar nicht an der Kundgebung teilgenommen hatten, aber zu den Initiatorinnen der "Kampagne" gehören, telefonisch zu einem "freundlichen Gespräch" zum Geheimdienst bestellt wurden.

  9. Inaktiver User

    Warum keine Ostermärsche zur iranischen Botschaft??

    Hallo,
    ich weiß, dass ich mir hier keine Freunde mache.

    Aber die Äußerungen des iranischen Präsidenten sprechen eine deutliche Sprache - Leugnung des Holocaust, Äußerungen zu Israel usw. . Vor diesem Hintergrund glaube ich kaum, dass der Iran mit seinem Nuklear-Projekt eine ausschließlich friedliche Nutzung anstrebt. Warum gibt es eigentlich keinen Ostermarsch zur iranischen Botschaft ? Was hat der deutsche Ex-Aussenminister , Herr Fischer, mit seinen jahrelangen Verhandlungen im Iran erreicht ?



    MfG
    Midi ("ein Ketzer")
    Geändert von Inaktiver User (20.03.2007 um 19:32 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Warum keine Ostermärsche zur iranischen Botschaft??

    Iran hat den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben und ratifiziert. Genau wie Deutschland. Und nach Schätzung der IAEO brauchen wir Deutschen ca. 1 Jahr für ne Bombe.

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