Nein, es war nicht ironisch gemeint, sondern sachlich und etwas sarkastisch.
Es ist in der Tat so, dass es jetzt, wo die Babyboomer in das Alter eintreten, wo sie ihre Rechnung für die Kinderfeindlichkeit einer ganzen Generation präsentiert bekommen, selbst auf eine Alimentierung durch die jüngere Generation angewiesen ist. Diesem Land fehlt der gut ausgebildete und leistungsmotivierte Nachwuchs, der bereit ist über die eigenen Ansprüche hinaus zu denken.
Es ist gut, dass in Deutschland das Rentensystem noch funktioniert, aber nach 2024 wird es eng für die Rentner und auch die Rentenzahler.
Keiner will die Lebensleistungen der Babyboomer schmälern, aber sie ist nicht in Form von Ansprüchen einklagbar, wenn es zuwenig junge Leute da sind, die freiwillig in einer Rentenversicherung einzahlen.
Jetzt mal schnell das Sozialsystem zu ändern, würde in Deutschland ein Chaos verursachen und zu einem Exodus der gut betuchten Privatversicherten und Pensionäre führen.
Zum Schaden für alle.
Erst wenn die Bevölkerungspyramide wieder eine normale Form entwickelt, dann kann eine Bürgerversicherung ein gutes Modell für die soziale Absicherung aller werden.
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02.03.2018, 22:26Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
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02.03.2018, 22:28
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02.03.2018, 23:12Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Dagegen muss ich mich ganz strikt verwahren! Ich bin nicht kinderfeindlich, sondern der Staat war (und ist) familienfeindlich. Für Normalverdiener fehlt es an qualifizierter Betreuung, zudem sind Kinder ein Armutsrisiko. Wer hingegen arm ist und nicht arbeiten geht, wird mit jedem Kind reicher. Dabei hätte man Kinder kostenneutral für alle (oder zumindest alle Nichtreichen gestalten können) machen können und für eine vernünftige Betreuung sorgen.
Als mein Kind klein war und ich wieder arbeiten wollte, bekam ich keinen Betreuungsplatz mit dem Argument, dass ich ja einen Mann habe, der mich unterhalten könne. Dass ich aber die Hauptverdienerin war, spielte ebensowenig eine Rolle wie die Tatsache, dass der Staat, der erhebliches Geld in meine berufliche Qualifizierung gesteckt hatte, nun alles tat, um mich vom Arbeiten abzuhalten. Als ich schließlich einen Betreuungsplatz hatte, war der so teuer, dass ich von meinem Gehalt einzig die Kita und das Benzin zahlten konnte. Jahrelang. Ich habe mich jeden Morgen gefragt, ob ich sie noch alle habe.
Welche teuer qualifizierte Frau kriegt unter solchen Umständen Kinder? Es ist vernünftig, keins zu bekommen. Wenn einen die Kinderliebe übermannt, kriegt man eins. Und bei der Konfrontation mit der Realität lässt man es allzuoft bleiben. Das ist einfach rationales Verhalten und in den meisten Fällen kein Egoismus.
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02.03.2018, 23:25Inaktiver User
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03.03.2018, 00:10
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Ich habe keins bekommen, obwohl ich mich lange sehr darum bemüht habe.
Hätte ich eins bekommen und hätte ich beruflich ausgesetzt, hätte ich heute (geschieden von einem nicht reichen Ehemann und ab nächstes Jahr allein auf meine Rente angewiesen) ein echtes finanzielles Problem und müsste mich dann wohl auch an einer Tafel herumkloppen.
(Ob das Kind mir hätte helfen können oder wollen, steht in den Sternen.
)
So werde ich als Rentnerin sicher keine Kreuzfahrten machen, aber (hoffentlich) ohne Tafel über die Runden kommen.Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)
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03.03.2018, 09:19Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
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03.03.2018, 15:10Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Nicht nur das. Im Westen (und auch in anderen katholischen Ländern) galten arbeitende Frauen als "Rabenmütter", die scheel angesehen wurden. Sie mussten sich im Gegensatz zu den Frauen in der DDR stets rechtfertigen, wenn sie arbeiten gingen und es gab eine Menge Literatur, die angeblich nachwies, welche Nachteile eine frühe Krippenbetreuung habe.
Es existierte ein tiefer ideologischen Graben zwischen Ost und West, den die Rentnerinnen jetzt ausbaden.
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03.03.2018, 19:13Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Ja und ich finde das überhaupt nicht schön.
mal zur Info
Rentenpunkte
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03.03.2018, 19:23Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Natürlich ist das nicht schön.
Aber nach westlich-bürgerlichem Selbstverständnis galt früher: Ein guter Mann sollte imstande sein, eine Familie zu "ernähren", während seine Frau "es nicht nötig hat", arbeiten zu gehen. Frauen, die ihre kleinen Kinder in die Krippe gaben, wurden bemitleidet, offensichtlich war der Gatte ein Flop und verdiente zu wenig.
Heute ist das anders, nicht zuletzt, weil geschiedene Frauen nicht wie früher lebenslangen Unterhalt vom Gatten einfordern können.
Trotzdem findet teilweise wieder einen Backlash statt: In zwei österreichischen Bundesländern gibt es seit neuestem eine "Herdprämie".
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03.03.2018, 19:29Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Dazu müssen die jungen Leute aber Arbeit haben, und zwar eine, die über dem Steuerfreibetrag liegt und für die sie Sozialabgaben zahlen. Junge Leute, die arbeitslos sind, verschlechtern die Situation, weil sie die Zahl der Transferempfänger erhöhen.
Nicht nur unter den jungen Zuwanderern ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch, auch in anderen europäischen Staaten wie Italien und Spanien gibt es bis zu 30% arbeitslose junge Menschen, obwohl diese jungen Leute oft bestens ausgebildet sind.
Durch die Digitalisierung und Automatisierung könnte die Arbeitslosigkeit steigen, gleichzeitig steigt auch die Produktivität. Die Finanzierung der Sozialtransfers und der Renten muss ganz neu überdacht werden.



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