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16.12.2017, 10:32
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
flying is the art of falling to the ground without touching
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16.12.2017, 10:39Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
dem messe ich in diesem Fall keine Bedeutung bei: man weiß doch, dass man überstimmt wird (was ich generell auch gemessen an Jobs in der Wirtschaft nicht dramatisch finde, solange nicht AN Zurückhaltung gepredigt wird) - da kann das eigene Abstimmungsverhalten doch locker die Kosmetik bereichern
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16.12.2017, 10:44
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16.12.2017, 11:06Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Die Schere ging erst seit der Finanzkrise (2008, 2009) deutlicher auseinander.
Es gab bei uns in Ö (unter Kreisky) mal eine "Luxusmehrwertsteuer" von 30% - gebracht hat es nicht viel. So viele Bootsbesitzer gibt es nicht und andere Waren wurden im Ausland eingekauft und geschmuggelt.
Das würde ich mir auch wünschen, ebenso wie eine Finanztransaktionssteuer, um den Hochfrequenzhandel besser in den Griff zu bekommen. Das größte Problem sind mE. weniger nationale Parteien in den einzelnen Ländern, sondern der weltweite Finanz-Feudalismus.
Ich finde es skandalös, dass wegen der Nullzinsen ausgerechnet die Spargroschen der kleinen Leute schleichend enteignet werden, während Reiche die Möglichkeit haben, Anlagemöglichkeiten mit einer höheren Rendite zu nutzen.
Es sind diese Mechanismen, die die Ungleichheit zwischen Arm und Reich immer mehr verstärken.
Wie heisst es hierzulande so schön: Der Teufel scheixxxt immer auf den größten Haufen. Wer viel Geld hat, hat auch die besten Möglichkeiten, dieses Geld laufend zu vermehren, während Leute mit kleinem Einkommen, die jeden Tag arbeiten gehen, sich kein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung mehr leisten können.
Da müsste man ansetzen - aber das kann kein Nationalstaat alleine und auch keine Vereinigten Staaten von Europa.
Ich halte Themen wie Diätenerhöhungen von Abgeordneten für Peanuts. So viel verdienen diese Leute gar nicht, verglichen mit gut bezahlten Jobs in der freien Wirtschaft.
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16.12.2017, 11:14Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Ich stimme Dir bei fast allem, was Du hier schreibst, zu, aber den letzten Satz empfinde ich als zynisch.
Niemand arbeitet "freiwillig" für weniger Geld, als ihm zusteht, sondern die Löhne werden seit Jahren gedeckelt bzw. gedrückt.
Jobs werden weg verlagert oder digitalisiert, gerade letzteres wird auch qualifizierte AN treffen.
Zusätzlich lässt man Millionen Menschen ins Land, um auch für die miesesten und schlecht bezahltesten Jobs noch eine Konkurrenzsituation aufrecht zu erhalten.
Es fehlen angeblich Fachkräfte, aber ältere AN werden raus gedrängt, fallen in die Armut oder müssen sich unter Wert verkaufen, wenn sie überhaupt noch eine Chance haben wollen.
Mit Freiwilligkeit hat das nichts zu tun.
Und natürlich nützt das der besitzenden Oberschicht.
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16.12.2017, 11:34
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Hat sich da ein FDP ler vertippt?

Und mal im Ernst. natürlich dürfen Politiker mehr verdienen als ein Lackierer ( Beispiel )
Werden ihnen wohl die wenigsten neiden.
Wenn aber die Erhöhung in den letzten 4 Jahren wirklich 1300 Euronen betrug, dann sollte das schon auch bis zum nächsten Jahr reichen.Geändert von Lilith10 (16.12.2017 um 12:00 Uhr)
Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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16.12.2017, 16:52
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Die Bemerkung von Lilith zielte darauf ab, dass Herr Bernau konstatierte, "die Reichen" würden ihr Geld nicht für derlei ausgeben, aber eine Gruppe zum Beweis anführte, die das mangels Masse auch gar nicht könnte.
Und natürlich darf jeder Mensch sein Nettoeinkommen oder Vermögen ausgeben, für was er will.
Die Argumentation, dass erhöhte Mehrwertsteuersätze für Luxusgüter nichts bringen würden, weil die Reichen sie ja erfahrungsgemäß einfach illegal umgehen würden, finde ich armselig.
Denn wenn ein Staat ein Gesetz erlässt, weil das von der politischen Mehrheit für sinnvoll und geboten gehalten wird, dann muss dieser Staat natürlich auch die Mittel bereitstellen, dieses Gesetz durchzusetzen.
Tut er das nicht (und das passiert in D jeden Tag), kann man entweder Staatsversagen konstatieren und nach den Ursachen dafür fragen. Oder eine Absicht dahinter vermuten.
Nein, alles keine Scheinfirmen, ich kenne das von ganz normalen GmbHs oder Personengewerbebetriebe mit Sitz in D und einem realen Geschäftszweck und - betrieb.... Wahrscheinlich alles Scheinfirmen....
Das fängt ganz klein und wirklich harmlos an mit dem Einkaufsausweis für bestimmte Großhandelsgeschäfte, wo die Preise eben unter dem Niveau des normalen Einzelhandels liegen, in denen aber nur gewerbliche Kunden einkaufen dürfen.
Und wenn man da ein-, zweimal im Monat einkauft, na, dann nimmt man Toilettenpapier, Reinigungs- und Waschmittel, Lebensmittel und derlei eben auch für zu Hause mit. Und nutzt den Preisvorteil des Unternehmens dann auch privat.
Wenn dann aber der gesamte Bon in die Firmenbuchhaltung wandert (und das passiert jeden Tag x-tausned mal), dann ist das schon weniger harmlos. Denn da lassen sich diese Personen dann die Umsatzsteuer auf ihre Privateinkäufe zurückerstatten. Das kann ein abhängig Beschäftigter nicht. Hier verwischen Unternehmens- und Privatvermögen
So geht das weiter, z.B mit Taxifahrten, Essenseinladungen oder Urlaubsreisen der Gesellschafter-Geschäftsführer, die über die Geschäftskonten abgerechnet werden, auch wenn diese nichts mit Geschäftszwecken zu tun hatten. Das alles ist faktisch fast nicht kontrollierbar und fliegt nur dann auf, wenn beispielsweise ein und derselbe Gesellschafter binnen 8h je ein Geschäftsessen in Oslo und Auckland bezahlt zu haben behauptet.
Bis wir dann irgendwann bei den Firmen ankommen, die weit mehr Firmenfahrzeuge besitzen und unterhalten, als sie Mitarbeiter haben, obwohl sie weder Fahrzeugvermietungen sind noch diese Fahrzeuge für ihren Geschäftszweck brauchen oder nutzen (können, z.B. kleinere Dienstleistungs-, Handwerks- oder Bauunternehmen mit einem halbem Dutzend Motorräder und vier Sportwagen der absoluten Spitzenklasse im Bestand). Gefahren werden diese Fahrzeuge -oh Wunder- meist nur von dem oder den Gesellschafter/n und maximal noch den Geschäftsführer/n (was aber oft dieselben Personen sind).
Da finden sich dann in Anlagevermögen z.B. Fernseher, Laptops, Tablets, Smartphones (inkl. Verträgen), die tatsächlich von Gesellschafter-Ehefrauen, Kindern, Neffen und Nichten benutzt werden.
Da finden sich im Anlagevermögen Kunstgegenstände oder wunderbare, sehr kostspielige Designermöbel oder Antiquitäten, die nie auch nur eine Sekunde lang in einem Geschäftsraum standen, sondern die Privaträume der Gesellschafter zieren.
Jedes Mal werden die 19% Mehrwertsteuer aus eigentlich privaten Ausgaben in Umsatzststeuervorleistungen aus Geschäftsausgaben "uminterpretiert" und vom Fiskus zurückgeholt.
Jedes Mal zahlt die Firma Privatausgaben.
Und wenn so eine auf Firmenkostem beschaffte Privat-Sache erst mal auf Null abgeschrieben ist, also bilanziell wertlos, kann man sie für einen Euro an "irgendwen verkaufen", der sie dann entsprechend ihres tatsächlichen Wertes verkauft. Den daraus resultierendem Gewinn kann sich der Unterhehmenseigner mit dem "Irgendwen" teilen - steuerfrei.
Alles schon x- fach gesehen.
Davon spreche ich, wenn ich sage, dass Firmen- und Privatvermögen de facto oft gar nicht mehr klar gegeneinander abgrenzbar sind.
Ist das alles legal? Nein.
Wird das wenigstens im Groben effektiv kontrolliert und verfolgt? Nein, die Finanzämter und Steuerfahndungen verfügen nicht über genug Personal dafür.
Es kann ja jeder mal recherchieren, wie oft mit welcher Wahrscheinlichkeit in der eigenen Gemeinde eine Betriebsprüfung stattfindet. Bei mir hier sind es durchschnittlich 10,5 Jahre ab Gründung, gerade geprüfte Firmen werden ca. alle 8,5 Jahre kontrolliert. Genug Zeit, so allerhand anzuschaffen, abzuschreiben, zu vernutzen oder aber mit Buchwert Null im freien Markt zu platzieren.
Teilweise besteht ein (natürlich inoffizieller) Wettbewerb zwischen Gemeinden, wer die wenigsten Betriebsprüfer beschäftigt, diese am seltensten prüfen und im Extrem am schlampigsten arbeiten lässt. Denn das ist ein Standortvorteil - solche Gemeinden sind für Unternehmensansiedler jedweder Coleur selbstverständlich sehr interessant.
Und so haben Unternehmenseigner eben eine steuerlichem Vorteil, der teilweise unkontrollierbar auch illegal ausgenutzt wird, den aber ein normaler Lohn- oder Gehaltsempfänger nicht hat.
Da kannst Du weiter Billigpolemik vom Stapel lassen, bis Du blau anläufst, das ist so, tägliche Bevorzugung von Kapital- und Unternehmenseignern gegen über Lohnabhängigen, die ganz normal Umverteilungspraxis in Deutschland.
... Aber die LINKEN würden alle diese Probleme natürlich schnell und nachhaltig lösen....
Du wieder mit Deiner LINKEN-Phobie ...
Ich stelle hier erst mal fest, wer diese Probleme jetzt nicht löst, seit Jahrzehnten nicht gelöst hat und auch in Zukunft nicht lösen zu wollen scheint.
Das Steuerkonzept der Linken stelle ich später ein, dann kann sich jeder sein eigenes Bild machen. Ich habe es mir selbst noch nicht im Detail zu Gemüte geführt.
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16.12.2017, 16:54
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Schön, dass Du endlich anerkennst, das meine Argumentation nicht falsch, sondern mindestens plausibel die große Gesamtsauerei beschreibt - aber noch nicht vollständig. Denn was da passsiert, ist m.E. definitiv schlimm, aber bitte:
Zitat von Inaktiver User
Seit wann ist denn Draghi im Amt, seit wann gibt es dieses Aufkaufprogramm der EZB?
Das kann also rein zeitlich nicht das ursächlich wichtigste Element der Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen in D sein. Das ist "lediglich" der letzte Schrei, der neue "krasse Shice" in Sachen Umverteilung von unten nach oben. In seiner Größenordnung ein ebenso dicker Hund wie die Bankenrettung.
Diesem Link habe ich zu dem Thema aus dem "Wohin steuert Europa?"-Thread entnommen:
Altersarmut: Wie Euro, EZB und Politik Deutschland ruinieren - manager magazin
Dort kommentierte eine Userin dies durchaus treffend so:
(Welche Userin war das bloß?... Und Deutschland zahlt nicht zuletzt, um seine eigene Wirtschaft am Laufen zu halten.
Es gibt anderen EU-Ländern Kredit, damit sie deutsche Waren kaufen oder ihre Banken nicht pleite gehen (Target2). ...
)
Denn eben, warum macht Deutschland das, wer profitiert denn schon jetzt davon, ohne die Spätfolgen fürchten zu müssen?
Die, die deutsche Waren produzieren und im EU-Ausland verkaufen - begünstigt durch Zollunion, die gemeinsame Währung Euro, EU-Standards für Produkte und Dienstleistungen, und durch die Freizügigkeit von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräften.
Die, die von dem Deal schon jetzt über ihre Unternehmesbeteiligung (und ggf. hohe Einkommen in ihren eigenen Unternehmen) profitieren.
Die, die in 20 Jahren, wenn das System vielleicht kollabiert, nicht auf die gesetzliche Rente plus ein bisschen Riester angewiesen sein, sondern als Unternehmenseigner und Spitzenverdiener sehr gut und reichlich für ihren eigenes letztes Lebensviertel vorgesorgt haben werden.
Letztlich landet dieses Geld aus deutschen Steuerkassen über die EZB und ausländische Banken bei EU-ausländischen Unternehmen und Konsumenten. Und die kaufen damit auch, teilweise vorrangig deutsche Produkte.
Also landen diese Steuergelder letztlich zu einem Großteil wieder bei denen, denen die jeweiligen deutschen Unternehmen gehören, die in diesen Jnternhmen gehobene bis Spitzenpositionen innehaben.
Das weisst Du doch selbst.
Yep. Und wer sind die, "die schon reich sind"?... Während die Banken sehr vorsichtig damit geworden sind, Leuten ohne oder mit geringen Sicherheiten Kredite zu geben, können sich die, die schon reich sind, Geld ohne Ende leihen. Sie zocken mit diesem Geld auf den Aktienmärkten, kaufen Immobilien, treiben damit die Preise in die Höhe und sorgen dafür, dass sich die Vermögen immer mehr bei einigen wenigen konzentrieren.
Gut formuliert! Und wer hat da "Pech gehabt"?... Gleichzeitig werden durch die Nullzinspolitik Sparguthaben schleichend enteignet, Lebensversicherungen und Riesterrenten bringen kaum noch was. Wer kein Vermögen hat, das sich vermehren lässt, hat Pech gehabt. ...
Man muss in Berlin regeln, was sich in Berlin regeln lässt. Und das ist weit mehr, als man uns gern glauben machen möchte. Die Macht, vieles für D und so manche in der EU besser (sinnvoller, nachhaltig stabiler und gerechter zu gestalten), hat D, diese Macht liegt bei der Bundesregierung in Berlin. Der Wille dazu bei den AmtsinhaberInnen der letzte 30 Jahre aber anscheinend nicht.... Man kann versuchen, mit nationalen Steuerreformen und dem Sozialstaat gegen zu steuern, aber so lange die EZB so weiter macht, ist das eine direkte Förderung der Vermögenden. ...
Und man muss in Brüssel regeln, was nur europäisch oder supranational lösbar ist. Damit Brüssel das könnte, müsste Brüssel aber erst mal das Mandat dazu und die Kompetemzen bzw. Machtmittel bekommen. Da sind wir dann wieder bei der bereits geführten Diskussion "Pros und Contras der Vereinigte Staaten von Europa".
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16.12.2017, 17:07Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Richtig.. da sind wir wieder bei der Diskussion welche Macht und Aufgaben Europa bekommen sollte.
(Danke fürs Zusammentragen... gerade die Autos sind immer wieder erstaunlich. )
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16.12.2017, 17:24Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Es geht mir nicht um das Politikersalär an sich, ich kenne die Arbeit eines Landtagsabgeordneten, da ist die eines Bundestagsabgeordneten ja sicher nicht geringer. Ich will auch kein Abgeordnetenbashing betreiben, noch will ich mit einem von ihnen tauschen.
Schließlich habe ich in diesem Jahr, dank der alten Bundesregierung, 4% Lohnerhöhung bekommen ohne mehr dafür zu tun.
Es kommt aber der Automatismus der Erhöhung in solchen Zeiten wie den derzeitigen immer ein wenig bitter. Und ich fand die Abstimmung dennoch interessant. Grade weil links und rechts hier ein gleiches Votum gaben. Ob es das nochmal gibt?
Wenn Politiker gute Arbeit leisten, dann haben sie auch gutes Geld verdient, sie bekommen ja eigentlich auch gutes Geld um nicht anfällig für Lobbyismus zu sein.
Politiker haben in der Regel keinen 8 Stundentag, da kann man gut und gerne vom 12 Stundentag ausgehen. Mit dem Verdienst von Abgeordneten in der freien Wirtschaft, bevor sie Abgeordneter wurden, da schweigt des Sängers Höflichkeit.
Übrigens werden die Diäten auch versteuert und da die sich im oberen Rahmen bewegen, geht da auch ordentlich Steuer ab.
Der Bund der Steuerzahler hat einmal aufgestellt, was alles anfällt, wenn man Bundestagsabgeordneter ist... Klick



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