Den noch:
Der Solidarpakt II läuft zwar 2019 aus, aber das bedeutet nicht, dass der Soli 2019 abgeschafft werden muss. Das schreibt der Solidarpakt II meines Wissens nicht vor, das ist nicht Teil des Gesetzes.
Ich kann mir vorstellen, dass das oft und gern anders erzählt wird - wie damals auch erzählt wurde, dass der Soli nur für ein oder ein paar wenige Jahre erhoben werden würde ...
Der Soli könnte abgeschafft werden, das könnte er auch jetzt schon – nur dass das eben nur für wenige Menschen wirklich spürbare Steuerentlastung schafft.
Davon, ob das insgesamt wirtschaftlich sinnvoll wäre (siehe #3133), mal ganz abgesehen,
Was mich jetzt aber wirklich interessiert, Marat:
Siehst Du nach alldem, was hier in den letzten 48h so geschreiben wurde, wirklich keine Umverteilung von unten nach oben in Deutschland?
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Ergebnis 3.211 bis 3.220 von 5203
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16.12.2017, 02:09
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
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16.12.2017, 07:04Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Da bin ich nach wie vor der Meinung, dass die Niedrigverdiener von nicht den Reichtum der oberen Schicht finanzieren.
Doch vorher müssen die Begriffe „unten“ und „oben“ definiert werden. Die beste Definition liefert das statistische Bundesamt Destatis, eine Quellenangabe nützt hier aber nichts, weil diese nicht alle kostenfrei sind.
Staat & Gesellschaft - Einkommen, Einnahmen & Ausgaben - Statistisches Bundesamt (Destatis)
Die Aufgliederung der Einkommensschichten nach dem Median der Äquivalenzeinkommen zeigt sehr deutlich, wie die Mittelschicht eingeordnet ist und auch stellt auch die niedrigen (unten) und die oberen Einkommen (oben) dar.
Der Median ist der mittlere Wert in einer Folge von nach aufsteigender Größe sortierten Werten (hier: Einkommens*werte). Ober- bzw. unterhalb des Median liegt jeweils die Hälfte der Werte. Gegenüber dem ebenfalls häufig verwendeten arithmetischen Mittelwert ist der Median robuster gegenüber Ausreißern in den Variablen*werten.
„Unten“ sind für den / die Betrachter(in) die Rentner mit unterdurchschnittlichen Renten, Kinder, Arbeitslose, Hartz 4- Empfänger und Niedrigverdiener mit prekären 450,- € Arbeitsverhältnissen.
„Oben“ sind meist Personen, die ihr Einkommen aus Vermögen generieren, Empfänger von Dividenden, Einkommen aus Vermietung und Verpachtung, den Handel mit Aktien und anderen materiellen und immateriellen Vermögen und natürlich die Genießer von ererbten Vermögen, die meist nicht arbeiten oder unangemessen hoch bezahlt werden für die Verwaltung und Generierung von Vermögen.
Die Menschen aus den unteren Schichten werden durch die Gesellschaft alimentiert, sie beziehen Unterhalt oder Rente von der Gesellschaft zahlen nichts oder wenig an Steuern und Sozialabgaben und nutzen die gesamte Bandbreite der staatlichen Dienstleistungen wie Infrastruktur, Sicherheit usw,
Die unteren Schichten haben durch ihre persönliche Eignung (bitte nicht falsch verstehen, dazu zählt auch Intellekt, Krankheit, Herkunft und Sozialisation) schlechte Voraussetzungen, sich am Wertschöpfungsprozess der Gesellschaft zu beteiligen. Aber deswegen geben sie doch nichts an die Oberschicht ab, sie sind Empfänger, schon deshalb, weil sie die staatliche Infrastruktur nutzen und wenig Anteil am Steueraufkommen haben (meist nur den Umsatzsteueranteil beim Kauf von Waren und Dienstleistungen).
Bei der Mittelschicht ist das schon differenzierter. Auch sie geben nichts an die Oberschicht ab, es sei denn, sie arbeiten (freiwillig) für weniger Geld, als ihnen nach ihre Kenntnissen und Fertigkeiten zusteht. Das ist aber dann ihr ureigenstes Problem und kann der Gesellschaft nicht angelastet werden. Sich selbständig machen und ein Unternehmen gründen, darf jede(r), wenn er oder sie die Voraussetzungen mitbringt.
Jede(r) ist für sich selbst verantwortlich oder anders, jede(r) kann in diesem Land oder woanders Millionär werden, es gibt kein Gesetz, was das verhindert.
Was kritisiert werden muss, ist, dass der Anteil der Mittelschicht an der Staatsfinanzierung gegenüber der Ober- und der Unterschicht ungerecht verteilt erscheint, obwohl die Mittelschicht die Infrastruktur des Staates am intensivsten nutzt.
Aber was ist schon Gerechtigkeit?Geändert von Inaktiver User (16.12.2017 um 07:26 Uhr) Grund: Text etwas genderisiert
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16.12.2017, 08:42Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Wenn sie ihr Geld für Luxusartikel wie Boote, Flugzeuge ausgeben, ist das doch in Ordnung. Damit kurbeln sie die Wirtschaft an und schaffen Arbeitsplätze.
Wirklich schlimm wird es dort, wo sie mit ihrem Geld zocken - mit Währungen, auf Lebensmittelbörsen - und damit den Ärmeren schaden.
Natürlich. Nennt sich Sozialstaat.
Wahrscheinlich alles Scheinfirmen....
Aber die LINKEN würden alle diese Probleme natürlich schnell und nachhaltig lösen....
Du vergisst in deiner Argumentation das Wichtigste: Dass die Reichen immer reicher werden, liegt weniger an der nationalen Politik irgend eines Landes, sondern an Draghis Geldschwemme, verbunden mit der Nullzinspolitik.
Dieses Vorgehen der EZB, das in keiner Weise demokratisch legitimiert ist, stellt ein gigantisches Umverteilungsprojekt dar: Von Nord nach Süd und - als Kollateralschaden - von Arm zu Reich.
Während die Banken sehr vorsichtig damit geworden sind, Leuten ohne oder mit geringen Sicherheiten Kredite zu geben, können sich die, die schon reich sind, Geld ohne Ende leihen. Sie zocken mit diesem Geld auf den Aktienmärkten, kaufen Immobilien, treiben damit die Preise in die Höhe und sorgen dafür, dass sich die Vermögen immer mehr bei einigen wenigen konzentrieren.
Gleichzeitig werden durch die Nullzinspolitik Sparguthaben schleichend enteignet, Lebensversicherungen und Riesterrenten bringen kaum noch was. Wer kein Vermögen hat, das sich vermehren lässt, hat Pech gehabt.
Man kann versuchen, mit nationalen Steuerreformen und dem Sozialstaat gegen zu steuern, aber so lange die EZB so weiter macht, ist das eine direkte Förderung der Vermögenden. Verbockt wurde das alles über die Einführung des Euro in Ländern, die wirtschaftlich nicht dazu geeignet waren.
Der wirkliche Treiber der Ungleichheit sind die Finanzmärkte, und die kriegt man national nicht so leicht in den Griff.
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16.12.2017, 08:57Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
nur mal am Rande,
automatische Diätenerhöhung und Abstimmungsergebnisse
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16.12.2017, 08:58Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Deswegen erwähnte ich vorhin das Grundeinkommen von Götz Werner. Das Grundeinkommen ist ein Lieblingsthema vor allem linker Kreise. Dass das Modell von Werner mit seiner Finanzierung rein über Konsumsteuern die Ungleichheit zwischen Arm und Reich noch einmal massiv verstärken würde, wird so gut wie nie thematisiert.
Die Mittelschicht profitiert tatsächlich am wenigsten von der staatlichen Umverteilung.
Dazu ein Artikel - er bezieht sich zwar auf Ö, aber es dürfte in D ähnlich aussehen.
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16.12.2017, 09:58Inaktiver User
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16.12.2017, 10:04
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16.12.2017, 10:08Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Ups! Das ist aber ein Kurswechsel! Ich finde es zwar gut, wenn solche Themen offen besprochen werden, aber ich staune trotzdem.
SPD: Sigmar Gabriel regt Debatte uber "Heimat" und "Leitkultur" an - SPIEGEL ONLINE
Gabriel regt Debatte über "Heimat" und "Leitkultur" an
Sind "Heimat" und "Leitkultur" Begriffe, die nur Konservative bewegen? Im SPIEGEL ermuntert Sigmar Gabriel seine Partei zu hinterfragen, ob sich auch die sozialdemokratische Klientel nach mehr Orientierung sehnt.
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16.12.2017, 10:19Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
vidrei, deine Einwände verstehe ich zum Teil nicht ganz, vllt. weil ich mich bislang eher um meine überschaubare Finanzwelt gekümmert habe als um die große - das nur kurz vorab, bevor ich es wage, ein paar Gedanken in den Raum zu stellen:
- nicht erst seit Draghi wird die Schere breiter, denke ich .
- meine Lebensversicherung habe ich nie als lohnende Investition (im Hinblick auf Rendite) gesehen, sondern nur so kurz wie möglich genutzt, um einen Immobilienerwerb abzusichern und Riester war im Hinblick auf mein Alter bei der Einführung für mich auch kein Thema, worin siehst du deren Nutzen ?
- warum ist es in Ordnung, wenn für Luxusartikel wie Boote - um bei dem Beispiel zu bleiben - kein erhöhter Mehrwertsteuersatz erhoben wird und gleichzeitig noch Abschreibungsmöglichkeiten existieren, die das private Vergnügen absurd unterstützen? (solche Schlupflöcher gibt es schon im kleineren Bereich, aber auch um die zu nutzen, muss man erst einmal genug übrig haben, um vorzufinanzieren - danach kann man sein Hobby von der Allgemeinheit mittragen zu lassen)
Die Zockerei der Banken, die nach Verlusten dann großzügig "gerettet" werden, andererseits Gewinne natürlich nicht umverteilen oder die durch die Vergabe von nicht nachvollziehbaren Darlehen (z.B. in Spanien und Amerika) Immobilienblasen erzeugt haben, hat mich als Alleinverdienerin schon verständnislos den Kopf schütteln lassen .... dass Profis dermaßen verantwortungslos agieren......
Aber wenn da scheinbar eher Spielsüchtige große Summmen verschieben, dann gehört denen "ordentlich auf die Finger geklopft" (etwas läppisch formuliert) - und das ginge meiner Meinung nach doch eher, wenn nicht Nationalstaaten z.B. ihren Status als Steueroasen schützen würden, sondern gemeinsame Gesetze erließen ....
ist schon klar, dass der Widerstand dagegen das derzeit nicht hergibt, wäre einfach mein Wunschdenken nach mehr Ethik auch in Finanzfragen
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16.12.2017, 10:21
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Wenn ich richtig lese, handelt es sich dabei darum, dass die Anpassung der Abgeordneten Diäten, welche sich nach dem vom statistischen Bundesamt jährlich ermittelten Nominallohnindex richtet (dieser kann sich je nach Wirtschaftslage erhöhen oder senken), automatisiert wird. Der Bundestag muss innerhalb von 3 Monaten die Anpassung der Abgeordnetenentschädigung beschließen. Verpasst der Bundestag diese Frist, bleibt die zuletzt festgelegte Entschädigung
bis zur nächsten Regulierung zum 1. 07. des Folgejahres bestehen.
Das erregt nicht mein Gemüt. Auch nicht, dass ein Politiker ordentlich verdient, wenn er oder sie ihre Arbeit gut macht. In der Industrie würden sie wahrscheinlich besser verdienen.




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