Ein recht deftiger Artikel, welcher sich mit Perspektiven in D und auch der EU auseinandersetzt und zu dem
Schluß kommt:
Die sich abzeichnende künftige Regierung in Deutschland macht wenig Hoffnung auf ein besseres Ergebnis. Mit dem Ziel, kurzfristige Schmerzen zu verhindern und vordergründig Erfolge zu erzielen, wurden in den letzten Jahren kostspielige Fehlentscheidungen getroffen. Diese Tendenz dürfte sich in den kommenden Jahren fortsetzen, dient es doch dem Machterhalt.
ausgehend von der Feststellung:
Wie schlecht die Bilanz der letzten zwölf Jahre mit Blick auf Wohlstandssicherung in Deutschland ist, habe ich bereits vor der Wahl an dieser Stelle zusammengefasst.
Deutschland und Frankreich: Jetzt wird es teuer - manager magazin
Der Artikel befasst sich auch mit recht interessanten Aspekten zu den moeglichen Plaenen von F bzw Macron.
Kleiner Auszug:
In diesem Zusammenhang ist es noch bedenklicher, dass die deutschen Medien von einem wahren Hammer in der politischen Diskussion keine Notiz genommen haben. Das Handelsblatt berichtete über die Vorschläge des Macron-nahen Think Tanks France Strategie zur Lösung der Euroschuldenkrise.[...]
Geht es nach France Strategie soll es neben Umverteilung und gemeinsamen Schuldenmachen eine Sondersteuer auf Immobilien in der Eurozone geben, um so die Staatsschulden abzubauen. Dabei sind die Belastungen in einer Größenordnung, die schon fast enteignungsähnliche Züge tragen. Dies erinnert fatal an die Hauszinssteuer nach der Hyperinflation in der Weimarer Republik der 1920er Jahre.
Es ist nicht der erste Vorschlag, über eine Vermögensabgabe die Schuldenkrise zu lösen. Ich selbst habe eine solche Entwicklung bereits 2011 prophezeit und McKinsey hat sie in einer Studie im Jahre 2015 als eine der möglichen Optionen gesehen .
Nina
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23.10.2017, 14:42
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Geändert von Xarin (23.10.2017 um 14:49 Uhr)
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23.10.2017, 15:03
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Die Grünen haben gefordert, in einer Jamaika-Koalition mit der Union und der FDP zwei Vize-Kanzler zu benennen.
Der Geschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, sagte der „Bild“-Zeitung (Montag): „Grüne und FDP müssten gleichermaßen die Regierungsarbeit mitkoordinieren.
Die Koordination der Regierungsarbeit kann in so einer möglichen Koalition nicht nur im Kanzleramt und bei einem weiteren Partner, sondern muss bei allen drei liegen: Union, Grünen und FDP.“
Laut Grundgesetz-Artikel 69 ist allerdings nur ein Vizekanzler vorgesehen. Dort heißt es: „Der Bundeskanzler ernennt einen Bundesminister zu seinem Stellvertreter.“
Sondierungsgesprache: Grune fur zwei Vize-Kanzler in einer Jamaika-Koalition - Inland - FAZ
Tja, Animal Farm oder auf gut Deutsch der Posten bzw wie man ihn nennt ist wichtig, der Macht Politik. Nicht die Abgeordneten im Parlament, die werden ja mit ausserparlamentarischen Expertisen umgangen.
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23.10.2017, 16:08
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Naja- Animal Farm oder Postengeschachere- ist Vielerorts auch Politikimmanent- das ist nicht nur in (aktuell) D so ;-)
(oder an saemtlichen anderen Stellen mit Machtpositionen)
Es gab dazu jetzt schon andere Stellungsnahmen seitens der Grünen:
Katrin Goring-Eckardt: "Wir haben uberhaupt keine Posten gefordert" | ZEIT ONLINE
P.S.
Ich habe neulich Frau Peters bei Illner in ihrem "Politik- Talk" gesehen.Zu Jamaika.Mit so stets und staendig lachender Untermalung.Ich verstehe manche Grünen- Politikerinnen so gar nicht mehr.Meiomei- was ist da los ? Es gibt doch auch Grüne Politiker und gab mE Grüne PoltikerInnen- welche von solchen ...ich weiß gar nicht, wie ich sie nennen soll...Einlagen ohne Sinn und Verstand und so gaenzlich ohne profunde politische Kenntnisse - doch wirklich bewahrt sind/waren ?
Mich macht manchmal allein das Zuschauen/-hoeren oft betroffen.
Und was soll und will man zu Jamaika schon schreiben ?
Jetzt ist es erst mal, wie es so ist.Ob und wenn wie lange sich diese ganze Regierung auch mit einer Kanzlerin Merkel in D halten wird steht sicher in den Sternen.
Grundlegend glaube ich, das sich einige in D auf politischer Ebene schwer verzockt haben.Ich schrieb es schon an anderer Stelle heute, ich denke - auch in Bezug auf die EU- D wird eher absehbar in eine politische Zukuft sehen, wo innenpolitische Themen und Probleme mehr Raum einnehmen werden.
Das kann gar nicht ausbleiben.
Frau Merkels Stern ist auch mehr als in trouble oder schlicht: am sinken.
Merkel muss ihre Nachfolge regeln | NZZ
NinaGeändert von Xarin (23.10.2017 um 16:21 Uhr) Grund: erg P.S.
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23.10.2017, 16:45Inaktiver User
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Und dann das noch:
Weit über 100 Milliarden Euro kosten die Pläne der Parteien
Die 30 Milliarden Euro an zusätzlichem Verteilungsspielraum klingen zunächst einmal nach viel Geld, sind allerdings rasend schnell ausgegeben, wenn man die politischen Pläne der einzelnen Parteien unter die Lupe nimmt. Das zeigen Berechnungen der CDU im Vorfeld der Verhandlungen, die der WELT vorliegen. Auf weit über 100 Milliarden Euro beziffern die Autoren dieser Kalkulation „allein die bezifferbaren Forderungen“.
Vor allem jene Pläne der Parteien, die den Haushalt dauerhaft in jedem Jahr belasten würden, gelten als Problem: Die Autoren listen auf: Vier mal sieben Milliarden Euro für die Mütterrente der CSU machen 28 Milliarden Euro. Die Abschaffung des Solidaritätsbeitrags, von der FDP gefordert? Addiert sich allein in den Jahren 2020 und 2021 auf rund 41 Milliarden Euro. Das Familienbudget der Grünen? Kostet voraussichtlich 48 Milliarden Euro.
https://www.welt.de/wirtschaft/article169934803/Was-die-Plaene-der-Jamaika-Parteien-kosten.html
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23.10.2017, 17:35
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Vielen Dank für diesen Link auf diesen interessanten Artikel!
Der Autor ist Daniel Stelter, Gründer des auf Strategie und Makroökonomie spezialisierten Diskussionsforums "Beyond the Obvious" und Unternehmensberater.
Droht doch erneut erheblicher wirtschaftlicher Schaden als Preis für den Kampf um den Machterhalt. Bei Merkel schon Routine. Erinnert sei an diese Ereignisse:
· Die überstürzte Energiewende nach dem Atomunfall in Japan im verzweifelten Versuch, die Stimmung vor den Wahlen in Baden-Württemberg noch zugunsten der CDU zu drehen, ...
· Das Verweigern einer Lösung für die griechische Staatsschuldenkrise vor der Wahl in Nordrhein-Westphalen (die dennoch für die CDU verloren ging), ..
· 2015 war es die Angst vor schlechten Bildern im Fernsehen und die Furcht als "gefühllos" gebrandmarkt zu werden, die zu der Entscheidung führte, ..
Rente mit 63 über den Mindestlohn bis zum politisch beförderten Verfall von Bildungswesen und Infrastruktur. ..
Nachdem die deutsche Regierung sich seit acht Jahren weigert, die Krise der Eurozone an der Wurzel zu packen, bietet sich in den kommenden Monaten eine einmalige Chance für Frankreich, die Eurozone nach eigenem Gusto umzugestalten und die Kosten dabei elegant auf uns zu verschieben. Es treffen:
französische Strategie und ein machtvoller Präsident, der anscheinend weiß, was er will
auf
deutschen Opportunismus, vertreten durch Politiker, denen es nur darum geht, die Macht zu erhalten (Merkel) oder an die Macht zu kommen (Grüne, FDP). (Wer an Letzterem zweifelt, der möge die erstaunliche Flexibilität von Wolfgang Kubicki im aktuellen SPIEGEL studieren: "Wir würden Investitionen vergemeinschaften - und nicht die Schulden".)
Der Artikel umfasst 5 kleinere Artikel, die sich alle lohnen zu lesen.
Nach der sehr informativen Analyse frage ich mich am Rande, wen Daniel Stelter 2017 gewählt hat. Merkel und die CDU waren es bestimmt nicht.Körperlich Distanz
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Kari Bremnes
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23.10.2017, 18:00
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Zwei Vizekanzler hab ich heute auch gehört. Ich glaub es ja nicht, und das von den Grünen, die immer so pikiert beim Generieren von Posten tun. Vielleicht könnte man sich erst mal an Inhalte herantasten!
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23.10.2017, 18:02Inaktiver User
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23.10.2017, 18:02
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
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23.10.2017, 18:12
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Hoffentlich- nicht ;-)
Ja, eine interessante Analyse.Mir war keines der Themen fremd.
Ich habe mir allerdings- nicht nur aufgrund des Artikels, sondern schon seit geraumer Zeit, auch da ich mich ein wenig mit der Politik Macron s beschaeftigt habe-
gefragt, was mit der EU eigentlich noch so passieren soll.
Wenn D und F ( zBsp) uU gar keine wahrhaft gemeinsame Politikstrategie verfolgen- außer uU in Bezug auf Brüssel.
Genannte Risiken in dem Artikel.
Das ist schon schwerer Tobak.Noch lange sind die Nationalstaaten eben NICHT in der EU aufgeloest.
Und so sehr ich auch hier und da dachte, Macron ist mit seiner Linie für die EU natürlich mehr als eine Diskussion wert- er hat nie einen Hehl aus seiner politischen Auffassung dazu gemacht, gab schon vor seiner Wahl zig Artikel dazu-
ist F mal derzeit primaer sein Krisengebiet.Was Aufnahmen von "Flüchtlingen" anbelangt ( laecherlich),
was Strukturreformen in seinem eigenem Land anbelangt.Die soll er bitte erstmal durchführen-
bevor der Griff auf die EU stattfindet.
Und wenn ich in der frz Presse lese, man wisse sehr wohl in F würde es vielen Bürgen dennoch viel besser gehen, als jenen in D ( gibt zahlreiche solcher Artikel)- dann bekomme ich einen Hals.
Ich glaube auch nicht mehr, das es hier in D noch lange gut gehen wird- wenn ein Großteil der Bürger des Landes womoeglich noch mehr Kosten , respektive Sparmaßnahmen und oder Steuern und/ oder andere eher verdeckte Kosten , tragen sollte.
Ob für eine EU in teilweise marodem Gewand- oder sonstwie.
D ist mE nicht das Land der großen Bürgerproteste oder gar Rebellion.Hier laeuft das anders.
Viel Blendwerk mE auch bezüglich der dt Regierung in den letzten Jahren vorhanden gewesen.
Nina
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23.10.2017, 18:24
AW: Bundestagswahl 2017 und Regierungsbildung
Auch hier danke die Meinung aus der Schweiz.
Merkel will nicht zugeben, im Herbst 2015 einen fundamentalen Fehler gemacht zu haben, obwohl dies inzwischen alle sehen.
...
Mit der abrupten Öffnung der Ostgrenze gab die CDU zugleich die Idee des Staatsvolkes auf, das sich von anderen Völkern unterscheidet und aus dieser Distinktion seine Existenzberechtigung ableitet.
...
Mit ihrem Spruch «Wir halten, was die CSU verspricht» vermochte die AfD in Bayern zu punkten und die nach Ostdeutschland höchsten Stimmengewinne zu verbuchen. Und Seehofer, der sonst so wendige Stratege, machte denselben Fehler ein zweites Mal. Nach der Wahl polterte er, nun sei seine Geduld erschöpft, doch dann traf er sich mit Merkel, und die beiden präsentierten den Formelkompromiss einer wachsweichen «Obergrenze». Die CSU ist angezählt
...
Sie hat der AfD mit der unkontrollierten Einwanderung eine Adrenalinspritze verpasst, als diese nach dem Abgang ihres Gründers Bernd Lucke vor sich her dümpelte. Die AfD hat gute Chancen, sich dauerhaft am rechten Rand der Union zu etablieren. Das Odium, die Populisten stark gemacht zu haben, wird Merkel nicht mehr los.
PS: es gibt ein Abo für Deutsche. Deutschland-Abo der «Neuen Zürcher Zeitung. Zugang zu den in Deutschland beliebtesten Artikeln auf NZZ.ch ... Man bemerkt offenbar, dass viele aus D auf das Angebot der NZZ zu greifen und sich für deren Perspektive auf D interessieren.Körperlich Distanz
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