Ich habe den Eindruck, dass heute überhaupt sehr viel weniger Denkmäler von Personen aufgestellt werden, kann das sein?
Ich wüsste nicht, wo es im öffentlichen Raum Denkmäler von Politikern gibt.
Ok, in der SPD- Zentrale steht glaub Willy Brandt, bei der CDU wird sicher irgendwo Adenauer stehen, im BuKa-Amt ein Porträt jedes Bundeskanzlers.
Aber so eine Helmut-Kohl-Statue am Pariser Platz oder ein Franz-Josef-Strauß- Denkmal am Marienplatz - das ist doch eigentlich kaum mehr vorstellbar, oder?
Auch aus anderen Bereichen - Wissenschaft, Religion, Sport etc - wüßte ich jetzt wenig Denkmäler die Personen zeigen in Deutschland. Ich vermute dafür ist Deutschland inzwischen zu "divers" als das man noch so einfach eine Person irgendwo hinstellen würde. Oder kennt ihr andere Beispiele?
Antworten
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19.06.2020, 09:11Inaktiver User
AW: Der Umgang mit Denkmälern - wo fängt man an, wo hört man auf und ...
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19.06.2020, 10:13Inaktiver User
AW: Der Umgang mit Denkmälern - wo fängt man an, wo hört man auf und ...
da habe ich gerade neulich mal etwas dazu gelesen...
"In Gelsenkirchen wird am Samstag (20.06.2020) eine Lenin-Statue vor der Zentrale der linksextremistischen Partei MLPD enthüllt..." (Quelle-WDR)
ist vermutlich nicht das was du meintest... ist aber eine Person.
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19.06.2020, 11:22Inaktiver User
AW: Der Umgang mit Denkmälern - wo fängt man an, wo hört man auf und ...
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19.06.2020, 11:29Inaktiver User
AW: Der Umgang mit Denkmälern - wo fängt man an, wo hört man auf und ...
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19.06.2020, 12:06Inaktiver User
AW: Der Umgang mit Denkmälern - wo fängt man an, wo hört man auf und ...
Nein, das spezielle Beispiel kannte ich nicht.

Aber wie kann das sein, dass eine Partei ein Denkmal für eine Person im öffentlichen Raum gegen den Willen der Stadt errichtet?
Steht die Skulptur auf einem privaten Grundstück? (Ich hab den Text gelesen, das Video nicht gesehen).
Sonst fände ich es sehr schräg, wenn Privatleute sowas machen könnten.
(Wobei, meine Oma hätte ein Denkmal verdient.
)
Google hat mir auch verraten, dass es einzelne kleine Büsten oder Skulpturen von Nachkriegspolitikern gibt, zum Beispiel Adenauer, aber das sind doch ganz andere Dimensionen als beispielsweise der güldene August der Starke in Dresden.....
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19.06.2020, 12:19Inaktiver User
AW: Der Umgang mit Denkmälern - wo fängt man an, wo hört man auf und ...
das Video habe ich auch nicht gesehen, in den diversen Texten die ich dazu gelesen hatte war immer nur die Rede davon, dass die Statue vor die Parteizentrale soll, die Stadt aber Einwände wegen eines bestehenden Denkmalschutzes (des Gebäudes?) hätte... ob das Grundstück der Partei gehört weiß ich nicht.
Ich fand es einfach nur interessant, dass diese Statue zu einer Zeit in der Statuen abgerissen werden, aufgestellt werden soll...
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19.06.2020, 12:28Inaktiver User
AW: Der Umgang mit Denkmälern - wo fängt man an, wo hört man auf und ...
Ja, aber privat von einer linksextremen Partei.
Die anderen Statuen wurden ja von den jeweils herrschenden offiziellen einer Stadt oder eines Landes aufgestellt.
Soweit ich weiss wird doch jeder Strassenname, jedes Minidenkmal vor dem Aufstellen von allen Gremien abgesegnet....
Ich habe es jetzt nachrecherchiert, und zahlreiche Artikel gefunden, dass es sich um ein Privatgrundstück handelt. Hier einer davon
Lenin-Statue auf Privatgrundstuck verstosst nicht gegen Denkmalschutz | evangelisch.de
Beruhigt mich ein bisschen.Geändert von Inaktiver User (19.06.2020 um 23:53 Uhr)
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30.06.2020, 21:02Inaktiver User
AW: Der Umgang mit Denkmälern - wo fängt man an, wo hört man auf und ...
Ich habe heute einen Beitrag gesehen über zerstörte Denkmäler in Belgien:
"Kulturzeit" vom 30.06.2020 - 3sat-Mediathek
Der Beitrag kommt gleich als erstes (0:28)
Es lohnt sich, die Hintergründe zu sehen.
Ich denke, das Problem entsteht wenn ein durch Denkmäler repräsentiertes Weltbild oder ein Personenkult nicht mehr mit den heutigen Bewertungen übereinstimmt.
Hier geht es um Leopold II, König von Belgien bis 1909.
Er ist verantwortlich dafür, dass der Kongo kolonialisiert wurde. In diesem Zusammenhang grausame Gewaltverbrechen an den Kongolesen. Z.B. wer nicht auf den Kautschukfeldern der Kolonialherren arbeiten wollte, dem wurden die Hände abgehackt.
Erst jetzt hat sich der amtierende König Philippe die Schuld für diese Verbrechen eingeräumte durch seine Vorfahren.
Das war überfällig - als Würdigung des Leids, dass über diese Menschen gebracht wurde.
Ich halte im Grunde auch nichts davon, Denkmäler zu zerstören.
Aber verstehen kann ich es, wenn die Urenkel gegen diese Denkmäler rebellieren.
Weil sie die Welt repräsentieren, wie sie die Kolonialherren sehen - und wer weiß, wie viele das heute noch für glorreich halten.
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01.07.2020, 06:59
AW: Der Umgang mit Denkmälern - wo fängt man an, wo hört man auf und ...
Aus einem - wie ich finde - ausgewogenen Artikel dazu:
Es geht um unseren Umgang mit einem kulturellen Erbe: ein Erbe, in dem die Erklärung der Menschenrechte eben nicht für alle Menschen galt. Die Versuchung scheint groß, die gegenwärtigen Ereignisse umstandslos in die Rhetorik eines Kulturkampfes einzusortieren und die Form des Protests dafür als Ausrede zu benutzen. Eine konstruktivere Sichtweise wäre, zu fragen, ob es nicht genau diese Form brauchte, um eine neue Dringlichkeit für bekannte, aber eben unerledigte Aushandlungsprozesse herzustellen. Tatsächlich geht es um ein Anliegen, dem man sich gar nicht verweigern kann. Wir haben es mit einem nicht eingelösten Versprechen zu tun, wer dieses "wir" ist, wenn von "unserer" Gesellschaft und ihrer Erinnerungskultur gesprochen wird
...
Diskutiert wurde außerdem darüber, welche Bedeutung die unzureichende Aufarbeitung der nationalen und europäischen Kolonialgeschichte für den Rassismus der Gegenwart hat.
https://www.derstandard.at/story/200...un?ref=articleImmer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte


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