Mich würde ja brennend interessieren, welche steuerliche Begünstigungen es für Einliegerwohnungen geben soll.
Ich besitze ein Mehrfamilienhaus, dies haben wir mit Hilfe meiner Familie selbst gebaut (Stein auf Stein, mit den eigenen Händen). Dort ist zurzeit auch eine Wohnung frei und ich denke nicht im Traum daran, diese Wohnung an Fremde zu vermieten.
Ich habe keine Kredite laufen und zahle bereits durch meine Arbeit den Spitzensteuersatz. Warum soll ich mir Fremde ins Haus holen, jede Menge Arbeit dadurch zusätzlich haben und noch mehr Steuern zahlen? Das zusätzliche Geld brauche ich nicht, ich genieße den Luxus gerade im Sommer Freunden und Familieangehörigen eine kostenlose Ferienunterkunft in Ostseenähe zu ermöglichen.
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14.08.2017, 12:04Inaktiver User
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
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14.08.2017, 12:12Inaktiver User
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
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14.08.2017, 12:13
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Wenn das in Ostseenähe und weder in München noch in Stuttgart noch in Berlin ist, gilt bei dir vermutlich kein Zweckentfremdungsverbot. Das wird regional eingeführt.
Einliegerwohnungen wurden "früher" steuerlich gefördert. Wenn das Haus mehrere Wohnungen hatte, konnten die Kosten für das gesamte Haus steuerlich abgesetzt werden, während für den selbstgenutzten Teil nur eine niedrige, fiktive Miete als Einnahmen angesetzt wurden. Das galt sogar, wenn die Einliegerwohnung gar nicht vermietet war, sondern dort z.B. die Kinder wohnten. Deshalb hatten eine Weile lang alle Einfamilienhäuser eine Einliegerwohnung.
Das wurde dann dahingehend geändert, dass Kosten jetzt anteilig abgesetzt werden - je nachdem, welcher Anteil des Hauses vermietet oder selbstgenutzt ist.
Deshalb haben neue Einfamilienhäuser auch nur noch im Ausnahmefall eine Einliegerwohnung.
Ich weiß nicht genau, wann das geändert wurde - aber wenn eine alte Witwe in einem Häuschen mit Einliegerwohnung wohnt, kann man davon ausgehen, dass das Haus aus der Zeit stammt, wo sich das steuerlich gelohnt hat.
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14.08.2017, 12:29Inaktiver User
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Ich möchte noch einen anderen Punkt erwähnen: Bauen ist einfach wahnsinnig teuer in D. Es gibt praktisch keinen Billigbau, einmal aus Tradition und zum anderen aufgrund hoher Standards (Brandschutz, Stadtbild, Bebauungsordnung usw.). Dazu kommen die hohen Lohnkosten. Ich vermiete eine Wohnung und musste dort vor einiger Zeit ein neues Bad einbauen. Damit sind zweieinhalb Jahre Mieteinnahmen weg (wenn man ein Dussel wie ich ist und keine Schwarzarbeit möchte).
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14.08.2017, 12:36Inaktiver User
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14.08.2017, 13:46
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Stimmt, aber die Häuschen, die das heute noch haben, sind von den Besitzern auch unter Verzicht von Urlauben und Vergnügen jahrzehntelang finanziert worden. Wenn sie Mittel der KfW-Bank bekommen haben, waren ihre Mieten 40 Jahre lang vorgeschrieben. Ich sehe da heute keine Verpflichtungen mehr.
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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14.08.2017, 13:58Inaktiver User
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14.08.2017, 14:11
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Ich denke nicht, dass ein solches Vorhaben Bautätigkeiten fördern würde. Zumal man bei dem hier erwähnten Beispiel mal wieder die Kleinsten trifft, nicht den großen Bauherrn, der aus Spekulation Leerstand feiert.
Gefördert klingt für viele wieder wie ein Geschenk. Das ist es nicht. Die Kosten hat die Familie irgendwann getragen, um die Wohnung zu bauen, zu erhalten und der Vermietung zur Verfügung zu stellen. Die Kosten mindern die Einkommenssteuerlast, geschenkt wird da nichts.
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14.08.2017, 14:14
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Stimmt, die alte Regel. Die aber an Auflagen gebunden war, es ging um mangelnden Wohnraum nach dem Krieg. Soweit ich weiß war ein Absatz in den AGB, dass man sich ggf. einer Zwangsbelegung unterwarf. Deswegen kenne ich auch viele, die in der Zeit kein Eigentum mit Einliegerwohnung gebaut haben.
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14.08.2017, 15:06
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Jetzt ist mir auch klar, wieso es hier im Südwesten (schaffe, schaffe, Häusle baue) soviele ältere Häuser mit Einliegerwohnung gibt. Diese Häuser stehen jetzt durch den Generationenwechsel viel zum Verkauf zu teilweise absurden Preisen und entwickeln sich deswegen zu Ladenhütern, wenn sie noch "Original" sind, also Renovierungsstau.



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