Frommer Wunsch. Aber das komplette Scheitern der Mietpreisbremse zeigt, dass das Politik nicht bewältigt.
Und ich sehe das auch bei meiner Schwägerin. Sie ist im Frühjahr Witwe geworden und wohnt nun allein in einem 140 qm großen Haus mit Einliegerwohnung. Sie wird nicht vermieten, weil sie dann wieder steuerpflichtig wird. Die Miete würde komplett als Einnahmen gewertet und sie müsste wieder eine Steuererklärung abgeben. Das will sie nicht und auch keine fremde Person im Haus.
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14.08.2017, 09:50
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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14.08.2017, 10:44
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14.08.2017, 10:57Inaktiver User
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Okay, dann antworte ich auch auf die vier Fragen:
Ja, ich lebe im Umfeld einer der Städte, von denen jeder weiß, dass der Wohnungsmarkt sehr angespannt ist.
Vermieter zu sein ist nicht attraktiv genug. Früher hieß es immer, dass die Rendite zu schlecht wäre, aber ich denke, die Rechte und Pflichten sind einfach nicht gut verteilt. Noch nicht mal in der Billigzinsphase, die wir jetzt haben, und in der die Menschen händeringend nach Möglichkeiten suchen, ihr Kapital anzulegen, bauen die Menschen Eigentum, um es zu vermieten. Es rechnet sich nicht, dabei ist das Risiko sehr hoch, finanziell und menschlich gesehen auf die Nase zu fallen.Worin seht Ihr die Ursachen?
Ich denke mal, viele werden nach der Politik schreien. Aber mal ehrlich, kann die so viel bewirken? Klar, man kann finanzielle Anreize setzen, aber was nutzt die KfW, wenn die Zinsen sowieso historisch niedrig sind? Steuererleichterungen haben auf viele einen großen Reiz, aber als Politiker kann man mit solchen Vorschlägen keinen Blumentopf gewinnen, da diejenigen, die davon profitieren, eher die Vermögenden sind - wer wenig Steuern zahlt und das sind bei uns ziemlich viele, der hat auch keine Vorteile. Und da das Hauptproblem mMn woanders liegt (siehe oben) ist es fraglich, was das bringen soll.Was kann man tun?
Das ist laut Immobilienexperten regional sehr unterschiedlich zu bewerten. Es gibt sicher Orte, an denen es aufgrund von besonderen regionalen Effekten eine Blase gibt, andererseits werden Städte wie München aber nicht dazu gezählt.Haben wir eine Blase, die bald platzt, oder wird es so weiter gehen?
Wie seht ihr das Thema AirBnB? Ich seh das durchaus kritisch. Erstmal weniger bei denen, die ein einzelnes Zimmer an Touristen vermieten, beispielsweise das Zimmer des Kindes, das gerade ein Auslandssemester macht, aber da, wo ganze Wohnungen ständig auf diese Weise vermietet werden. Mal abgesehen davon, dass es oft die eingesessenen Mieter stört: eine solche Rendite kann keine normale Mietwohnung erbringen. Freunde wollen das gerade mit der Einliegerwohnung in ihrem EFH machen und rechnen mit mindestens 2000 Euro Nettoertrag pro Monat für das Appartement. Vermieten würde nur einen Bruchteil davon bringen. Ich kenne mich damit nicht wirklich aus, denke aber, hier könnte tatsächlich ein Gesetz gegen AirBnB helfen, wenn das überhaupt ginge.
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14.08.2017, 11:00
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14.08.2017, 11:06
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Über das Zweckentfremdungsverbot wird das versucht.
Zweckentfremdungsverbot Berlin
Das ist aber schwer durchzusetzen - kann/will man wirklich kontrollieren, wie jemand die Wohnung in seinem Häuschen vermietet?
Leerstehenlassen ist auch Zweckentfremdung - aber wollen wir die Witwe zwingen, die Einliegerwohnung zu vermieten?
Wenn es finanziell sooo viel attraktiver ist, aus einer Wohnung eine Ferienwohnung zu machen, stimmt mit den Preisen (den einen oder den anderen) auch etwas nicht.Mal abgesehen davon, dass es oft die eingesessenen Mieter stört: eine solche Rendite kann keine normale Mietwohnung erbringen.
Wobei man bei der Ferienwohnung natürlich die ganze Arbeit rechnen muss.
Über die "alteingesessenen Mieter", oder anders gesagt, dass man keinen Pensionsbetrieb in einem reinen Wohngebiet machen darf, kommt man da im Extremfall vielleicht auch dran - sofern es sich um ein reines Wohngebiet handelt, was in der Innenstadt natürlich meist nicht der Fall ist.
2000 Euro netto ist aber schon sportlich - da muss das ja durchgehend belegt sein, und 70 Euro netto pro Tag bringen.Geändert von Marta-Agata (14.08.2017 um 11:12 Uhr)
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14.08.2017, 11:15Inaktiver User
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Tatsächlich denke ich - ja. Das ist reiner Luxus in Zeiten, wo andere gar keine Wohnung finden, und für mich ist das durchaus a-soziales Verhalten. Es sind ja nicht alle Mieter des Teufels, und vielleicht könnte man auch davon profitieren, dass noch jemand im Haus ist.
Im Sinne der Allgemeinheit wäre ich dafür, bei Leerstand eine fiktive Miete anzurechnen, die dann natürlich auch versteuert werden muss. Wobei ich Leerstand auf eine abgeschlossene Mieteinheit begrenzen würde, nicht auf eine große Wohnung die allein bewohnt wird. Schließlich ist diese Einliegerwohnung ja sicher auch irgendwann steuerlich begünstigt worden, und sicher nicht um irgendwann leer zu stehen.
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14.08.2017, 11:39Inaktiver User
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
In einer reinen Einfamilienhausgegend stelle ich mir eine Kontrolle auch schwer vor. In "Mietshäusern" in der Stadt kontrolliert sich schon leichter, und zwar quasi von selbst, da sorgen wahrscheinlich die anderen Mieter dann dafür. Schließlich haben sie oft handfeste Nachteile, die von diesen Kurzzeitmietern ausgehen. Gibts dann da erstmal ein paar handfeste Urteile, steigt die Hemmschwelle doch schon eher.
Zwingen sicher nicht, aber wie wäre es mit einer Gebühr dafür? Zumindest in Städten und Gemeinden, in denen Wohnungsknappheit herrscht? Bei einer abgeschlossenen Wohneinheit, und das ist eine Einliegerwohnung, könnte sie jemand aussuchen, der gründlich geprüft ist und von dem sie persönlich sogar Vorteile hat.Leerstehenlassen ist auch Zweckentfremdung - aber wollen wir die Witwe zwingen, die Einliegerwohnung zu vermieten?
Was meinst du damit, dass dann was nicht stimmt? In gefragten Gebieten lässt sich mit Modellen wie AirBnB immer mehr Geld machen als mit normaler Vermietung, das zeigt ja die rasende Verbreitung.Wenn es finanziell sooo viel attraktiver ist, aus einer Wohnung eine Ferienwohnung zu machen, stimmt mit den Preisen (den einen oder den anderen) auch etwas nicht.
Wobei man bei der Ferienwohnung natürlich die ganze Arbeit rechnen muss.
Halte ich nicht für unwahrscheinlich, aber selbst, wenn es nur 1500 Euro netto sind, ist das immer noch mehr als die normale langfristige Vermietung bringen würde. Aber ich bin auch kein Spezialist in dem Bereich, ich zitiere nur die Freunde, die eben neulich darüber sprachen, was sie jetzt mit ihrer ELW machen wollen.2000 Euro netto ist aber schon sportlich - da muss das ja durchgehend belegt sein, und 70 Euro netto pro Tag bringen.
Das sehe ich wirklich auch so, siehe oben. Das würde sicher keine spürbare Erleichterung bringen, aber als eine Maßnahme von mehreren hilft das eben auch.
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14.08.2017, 11:41
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Man schafft keine neuen Mietwohnungen, indem man Privatvermieter drangsaliert. Vermietung muss sich lohnen. Und die Gerichtsentscheide, was Privatvermieter alles hinnehmen müssen, ermutigen niemanden.
Politik hat versucht, Mieterrechte zu stärken, soweit in Ordnung. Wenn aber gleichzeitig Privatvermieter keine Einnahmen mehr haben, wozu sollen sie vermieten?
Ich sehe es bei bei unserer Nachbarin, sie hat in einem großen Mehrfamilienhaus eine Wohnung gekauft, damit ihre in den USA lebende Tochter eines Tages dort einziehen kann. Sie hat zwischenvermietet. Dreimal sind Mieter ausgezogen, die Wohnung musste zweimal renoviert und einmal saniert werden. Da die Dame alt ist, kann sie nichts selbst machen, sie muss Handwerker bemühen. Die erzielten Mieteinnahmen sind dabei drauf gegangen.
Sie hat ihrer Tochter eine Frist bis Weihnachten gesetzt, kommt sie nicht, wird die Wohnung verkauft.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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14.08.2017, 11:46Inaktiver User
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14.08.2017, 12:01



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