Wenn ich mich geirrt haben sollte, dann freut mich das.
Da muss man unterscheiden.... Bei "den Ökos" war die Einlage auch ziemlich hoch, 50.000 Euro. Sonst wird häufig von "mehreren tausend bis 10.000 Euro" gesprochen.
Normalerweise kann man bei einer Genossenschaft zunächst mal eine verzinste Spareinlage machen. So sammeln die halt das Geld ein, um zu bauen. Das muss die Genossenschaft, denn die (zukünftigen) Mieter allein können das Geld ja nicht allein zusammenbringen. Könnten sie es, könnten sie sich ja auch in Eigenregie Wohnraum schaffen, "selbst bauen".
Will man dann aber wirklich eine Genossenschaftswohnung beziehen, muss man eine gewisse Anzahl Anteile erwerben (die m.W. dann nicht mehr verzinst wird). Letzteres ist für sozial Schwache meist unmöglich.
Richtig, ich wollte Genossenschaften auch nicht schlecht machen, sondern darauf hinweisen, dass sie die Lücke im sozialen Wohnungsbau nicht schliessen können.... Dein Argument, dass sich sozial schwache das nicht leisten können, ist zwar richtig, aber auch der untere und mittlere Mittelstand braucht ja für sie bezahlbare Wohnungen. ...
Schön für jeden, wo das so hinhaut.... Und auch da gibts eine Erbengeneration. Die mögen zwar nicht so viel erben wie Bessergestellte, aber ein paar tausend Euro sollte man doch mit Hilfe der Eltern und auch aus eigener Kraft zusammenbekommen können, wenn der Konsum nicht an erster Stelle steht. ...
Aber grundsätzlich ist Erbe genauso ungleich verteilt wie Vermögen.
Die Arbeit besteht darin, sich erst mal zu informieren, dann eine Genossenschaft zu gründen, sprich vor allem alle Mieter zu überzeigen, dass das eine gute und machbare Idee ist.... Was meinst du mit dem "Sack an Organisationsarbeit"? Für den Genossen (ich mag ja das Wort nicht...)
Eine Genossenschaft ist aufwendiger und komplizierter als ein Sportverein, da geht es ja auch um mehr.
Dann muss mit Hausbesitzern und Banken verhandelt werden. Später dann muss diese Genossenschaft das Haus verwalten. Das erfordert viel Zeit und Kraft, die neben dem normalen Leben investiert werden muss.
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17.08.2017, 15:08
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Geändert von Kistenkumpel (17.08.2017 um 16:56 Uhr)
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17.08.2017, 15:16
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Ja. Ich wohne zurzeit auch noch recht günstig, habe aber Angst vor dem Tag X, an dem meine Wohnung saniert wird. Irgendwann wird es soweit sein und dann kann ich die Miete nicht mehr zahlen. Spätestens dann, wenn ich in Rente gehe. Der Wohnungsmarkt ist hier bis aufs Letzte ausgeschöpft. Wohnraum gibt es nur sehr teuer. Die meisten Wohnungen sind mir auch viel zu groß. Ich brauche keine 150 m². Kleine Wohnungen sind rar. Da gibt es – schon durch den Zuzug in den letzten zwei Jahren – nichts mehr. Selbst im Speckgürtel der Stadt sind die Mieten inzwischen explodiert.
Ich habe auch keine Lösung und weiß nicht, wo das hinführen soll. Die Angst vor der Zukunft bleibt.









LG, BNH2009
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17.08.2017, 16:24Inaktiver User
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Ich habe mal bei einer gemeinnützigen WBG in meinem Bundesland geschaut, da kann man auch die Satzung als PDF lesen und die derzeitigen Mietangebote sind in meinen Augen akzeptabel. Natürlich mit MUC oder Potsdam nicht zu vergleichen.
Wer mag kann mal googeln, gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft der Eisenbahner e.G., ich halte das für eine gute Alternative und wenn ich was zu sagen hätte
würde ich das staatlich fördern.
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17.08.2017, 17:07
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Traditionell sind die Genossenschaften ein Kind der Arbeiterbewegung. Ziel war, Arbeiter mit menschenwürdigem und bezahlbarem Wohnraum zu versorgen. Mittel war, das Kapital von Kleinanlegern (also der eigenen Klientel) einzusammeln und zu deren Nutzen zweckgebunden einzusetzen.... Irgendwo muss ja auch der Vorteil herkommen, den man an seine Mitglieder / Genossen weitergibt. ...
Der Vorteil der Genossenschaften rührt also zunächst mal daher, dass sie selbst keinen Profit machen will, bzw. dies als gemeinnützige Organisation gar nicht darf.
Anders also als eine Bank oder eine Fondgesellschaft, die Kapital gegen Zinsen einsammeln und gegen höhere Zinsen wieder verleihen bzw. investieren, um selbst einen Profit zu machen, der dann an die Eigentümer der Bank oder Fondgesellschaft ausgezahlt wird.
Genossenschaften bauen meist auch "normalere Wohnungen", einfacher ausgestattet und von den Größen und Raumaufteilung an normalen Wohnbedürfnissen orientiert.
Das führt zu niedrigeren Baukosten und entsprechend geringeren Mieten.
Im Gegensatz zu privaten Bauherren, die hier in Hamburg zumindestens gern und oft loftmässige 2-Zimmer-Wohnungen mit 95 qm bauen, Riesenbäder mit allem Luxus und gigantischen Küchen. Mag ja schön sein, aber eben teuer. Und leider trotz Fläche nicht geeignet für eine normale Familie. Raumaufteilungsmäßig familientauglich wird es dann ab 130 qm, die dann aber nur noch Wenige bezahlen können.
Ansonsten verbrennen Genossenschaften zumindestens der Idee nach weniger Geld in Verwaltung (Gehälter!), Werbung oder Selbstdarstellung. Müssen sie auch nicht, weil sie meist lokal oder regional agieren und für ihr Geschäftsmodell keine großartige Selbstdarstellung oder Werbung brauchen.
"Komplett immobiliengedeckte Geldanlage" (im Sinne von real existierenden und komplett vermieteten Immobilien
) bzw. "bezahlbarer, vernünftiger, gepflegter Wohnraum" sprechen ja für sich.
Ein letzter Vorteil kann darin bestehen, dass Grundeigentümer ihre Baugrundstücke vielleicht lieber, vielleicht sogar günstiger an solche Genossenschaften verkaufen als an private Investoren. Das kann beispielsweise eine Maßnahme der öffentlichen Hand sein, um genossenschaftliche, also nicht rein profitorientierte Schaffung von Wohnraum zu fördern (wie beschrieben in München). Der Vorteil ist dann, dass die Genossenschaft ggf. weniger dafür bezahlen muss als ein privater Investor (geringere Kosten pro Wohneinheit) oder im Extrem überhaupt erstmal an Bauland kommt.
Das war's dann aber auch schon, mehr Sparpotentiale hat eine Genossenschaft wohl nicht, die sich dann letztlich in niedrigeren Mieten niederschlagen könnten. Denn evtl. kostentreibende Bauvorschriften und Baukosten (Löhne und Material) sind ja für alle gleich.
Hängt natürlich davon, wie man signifikant definiert.... Ist ja nicht so, als wenn der Profit bei Vermietung so hoch wäre, dass da signifikante Unterschiede mit erzielt werden könnten. ...
Und bei Neubauten davon, was der lokale Mietmarkt hergibt:
Ich baue ein Haus mit 10 Wohnungen à 80 qm zu 3.000 Euro/qm Gesamtkosten, investiere also 2,4 Millionen, 240.000 Euro pro Wohnung.
Gehen wir von Vermietung aus. Da muss ich zur Rendite auch noch was für die Instandhaltung verlangen und zurücklegen, Faustformel 1% der Gesamtkosten pro Jahr. Macht ((24.000/800)/12=) 2,50/qm mtl.
Gäbe ich mich nun mit 2,5% Rendite zufrieden, muss ich 6,25 + 2,50 = € 8,75/qm verlangen (€ 700 Kaltmiete).
Wollte ich 3,5% Rendite, würde die Wohnung schon 8,75 + 2,50 = € 11,25/qm mtl kosten (€ 900 Kaltmiete).
Beides wären Mieten, die für einen Neubau hier in HH im marktüblichen Rahmen wären. Je nach Lage ist aber auch leicht mehr drin.
Wären das für den Vermieter wie auch den Mieter keine signifikanten Unterschiede?
Notabene: Die Renditeerwartung hängt natürlich auch davon ab, wie ich mein Kapital aufbringe. Muss ich selbst es ganz oder teilweise leihen, bildet der Zins dafür eben den Rahmen bzw. unteren Rand meiner Renditeerwartung.
Das erklärt auch, warum unter primären Profitgesichtspunkten lieber für den Verkauf von Wohnungen als für Vermietung gebaut wird.Geändert von Kistenkumpel (17.08.2017 um 17:14 Uhr)
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17.08.2017, 17:33
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Für normal Berufstätige allemal gut, aber Kleinrentner oder Harzer könnten auch das nicht bezahlen (bei Hartz4 maximal übernommene Kaltmiete im Landkreis Gotha zwischen 4,04 und 4,57/qm, je nach Region).
Wie gesagt, für das untere Ende des Mietmarktes sind Genossenschaften eben auch keine Lösung. Das geht nur mit staatlichem Sozialwohnungsbau.
Wird es ja, wenn es sich um gemeinnützige Organisationen handelt. Man könnten denen aber noch ein bevorzugtes und vielleicht verbilligtes Kaufrecht auf öffentliches Bauland einräumen.... ich halte das für eine gute Alternative und wenn ich was zu sagen hätte
würde ich das staatlich fördern.
Oder die Flächen per Pacht bereitstellen.
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18.08.2017, 01:17Inaktiver User
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Ich frage mich auch schon lange, wie man als Verkäuferin in München oder auf Sylt noch über die Runden kommen kann...
Ich habe da meine Zweifel. Im Vergleich zu den Wohnkosten halten die Löhne doch schon lange nicht mehr mit. Und es gilt auch bestimmt nicht für alle Branchen. Da gab es doch dieses Gerichtsurteil zu dem Münchner Polizeibeamten, der genau so viel verdiente wie seine Kollegen im niedrigpreisigen Bayrischen Wald, und einen Zuschlag einklagen wollte. Pech gehabt. Der Richter begründete das mit der höheren Lebensqualität in München. Hatte schon was sehr elfenbeintürmiges.
Ich finde auch, dass mehr in die Höhe gebaut werden sollte. Hier sind sie eher dabei, zu verdichten und jede kleine Lücle zuzumachen. In manchen teuren Neubauten guckt man aus dem Fenster gegen die Wand des nächsten Neubaus, kein Himmel, kein Grün. Da ist es doch deutlich angenehmer, ein paar weitere Stockwerke darüber oder darunter zu haben, und rundherum mehr Platz.
UND Deutschland hat es versämt, seinen Wohnungsmarkt zu schützen, wie es die klugen Dänen getan haben.Jetzt es gibt weniger Quadratmeter fürs Geld und es regelt der Markt. Wenn die Politik dumm genug ist, gleichzeitig über Migration und EU-Freizügigkeit Millionen neue Einwohner ins Land zu holen, über die Zinspolitik die Sparer ins Betongold zu treiben und über ein restriktives Mietrecht das Vermieten dieser Immobilien auch noch unattraktiv zu machen, dann kriegt sie genau das, was das Zusammenspiel dieser Faktoren bewirkt.
Ein BGE könnte diesen Effekt aber auch haben. Denn wenn ich nur BGE bezöge und das überall in D gleich hoch wäre, dann würde ich doch dahin ziehen, wo ich für das Geld am besten leben könnte.
Fände ich auch gut, aber es müsste zunächst mal der Breitbandausbau auf dem Lande voran getrieben werden. Da sieht es in Deutschland mau aus. Abgesehen von Frau Merkels Wahlkreis natürlich.
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18.08.2017, 14:19Inaktiver User
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Wären durchaus Optionen.
Wohnen zum Nulltarif wird es nicht geben, das hat auch im Sozialismus nicht funktioniert, trotz schnell hochgezogener Billigplattenbauten. Da habe ich für 74 qm warm 145 DDR-Mark bezahlt. Monatliches Famileneinkommen damals ca 1600 DDR Mark.
In die Platte, davon abgesehen das 2/3 abgerissen worden sind, will aber auch keiner mehr ziehen.
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18.08.2017, 14:26
AW: Wohnen in Deutschland: Wer jetzt kein Haus hat...
Wenn man mal tatsächlich einen freien Telekommunikationsmarkt in D. hätte...würde das Land vielleicht enddecken, dass sie ihre alte Kabelbuchse als Breitbandanschluss nutzen können. Das will die Telekom aber nicht, da sie darauf keinen Zugriff haben.
Portugal ist eins der bestverbundenden Länder Europas, im kleinsten Käffle ist Breitband. Warum?
Sie haben nie auf Glasfaser gesetzt.
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18.08.2017, 14:38Inaktiver User
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19.08.2017, 13:11Inaktiver User



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