Ich sehe da auch einen Wandel. Es war früher nicht alles wunderbar, da gab es auch Schlägereien oder Gaffer. Aber da gab es doch einen Unterschied, wenn jemand am Boden lag, war die Schlägerei beendet. Jemand, der am Boden liegt, zu treten, war unehrenhaft, Tritte an den Kopf gingen gar nicht. Da waren die Gaffer für den am Boden liegenden sozusagen eine Art Kontrolle oder Schutz.
Dass Rettungsfahrzeuge behindert oder gar angegriffen worden wären, war undenkbar, man half lieber, wenn man konnte.
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Thema: G20 Gipfel in Hamburg
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12.07.2017, 10:45
AW: G20 Gipfel in Hamburg
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12.07.2017, 10:53
AW: G20 Gipfel in Hamburg
"Terror" finde ich nun doch ein allzu grosses Wort.
Ein Terrorist nimmt nicht lediglich in Kauf, dass jemand sterben könnte, sondern tut alles dafür, um so viele Leute wie möglich umzubringen. Da wären zB Äxte sinnvollere Waffen als Zwillen, wenn man ein Terrorist sein will. Oder Bomben.
So ein paar Differenzierungen und Abstufungen im Hinblick auf das Ausmass von Gewalt und das Ausmass der kriminiellen Energie müssen nach wie vor möglich bleiben.
gruss, barbara
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12.07.2017, 11:05
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12.07.2017, 11:06
AW: G20 Gipfel in Hamburg
Der Tagesanzeiger bezeichnet den typischen Randalierer als "jung, männlich, gebildet"
Jung, mannlich, gebildet - News International: Europa - tagesanzeiger.ch
und wie kommst du darauf, dass (intellektuelle) Bildung irgend jemanden daran hindern sollte, einen Kick in Prügeleien oder Randale zu suchen? Sie kriegen einen Kick daraus - was ja dann zumindest im Sinne der individuellen Selbstoptimierung (wo uns die Neoliberalen seit Jahren einbläuen, so sei das menschliche Wesen und das sei gut so) sehr wohl sinnvoll ist.
"Blind" ist die Gewalt ja keineswegs gewesen, sondern geplant, gezielt und gut vorbereitet.Ich tippe bei blinder Gewalt gegen Polisten oder REWE eher auf Adrenalin/Testosteron mit "Woha das blöde System!"
Aus dem linken bis linksextremen Dunstkreis gibt es durchaus hoch intellektuelle Abhandlungen, die zum Ergebnis kommen, dass Gewalt gerechtfertigt sei.Ich weiß nicht ob man das intellektuell ernst nehmen muss.
Doch, ich denke, die muss man ernst nehmen.
Aber denen womöglich nicht andere intellektuelle Kunststückchen entgegen stellen, aber vielleicht eher so etwas wie Herzensbildung, Anstand und Gemeinsinn, statt noch mehr Verkopftheit?
gruss, barbara
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12.07.2017, 11:09
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12.07.2017, 11:15
AW: G20 Gipfel in Hamburg
Natürlich funktionieren die Zerstörungskräfte des Kapitalismus! - bei jeder platzenden Blase wieder neu.
Dass das bedeutet, das jedes Mal Tausende - Millionen - von Menschen ihr Einkommen verlieren, oder ihr Heim, oder gar ihr Leben - wird halt als Randerscheinung dieser Zyklen in Kauf genommen.
ja das ist klar, wenn man erst mal wieder eine Menge verbrannte Erde hat, kann man wieder Aufbauarbeit leisten und "wachsen"...
gesund oder menschlich ist all das allerdings nicht.
Versteh ich auch nicht.Bei wirtschaftlichen Zusammenhängen in Verbindung mit den Handelsabkommen verstehe ich nicht, wieso zwanghaft die Handelsvolumina erweitert werden müssen, wenn andrerseits eine Marktsättigung vorhanden ist;
der Unterschied zwischen linearen und exponentiellen Funktionen (die Geldmenge, exponentiell via Zins, wächst immer schneller als die linear funktionierende Produktion), sowie der Unterschied zwischen unendlicher mathematischer Abstraktheit und realer Beschränktheit von Ressourcen, scheint all diesen super klugen Köpfen offenbar gründlich zu entgehen.
Ich möcht ja auch mal rauchen, was die rauchen, das muss echt krasser Stoff sein.
gruss, barbara
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12.07.2017, 11:23
AW: G20 Gipfel in Hamburg
ich glaube, in der Neuzeit gab es mehr Mobs als im Mittelalter.
Ansonsten hatten wir lange schlicht das Glück, in sehr guten Umständen zu leben, wir waren vom Schicksal verwöhnt. Das ändert sich jetzt, und entsprechend verhalten sich Menschen anders.
Es gibt auch immer mehr Druck, immer mehr Individualismus - bzw Vereinsamung - immer weniger Perspektiven für junge Leute (ein Leben lang mies bezahlter Praktikant sein? - pah) - unsichere Renten - die Möglichkeit, dass Staaten die Sparguthaben ihrer Bürger konfiszieren (she Zypern) - nun, da erstaunt es nicht, wenn immer mehr Leute austicken.Ich sehe schon einen besorgniserregenden - und fassungslos machenden - Wandel im Verhalten und der Gesellschaft. Damit meine ich nicht Gruppierungen, die schon immer auffallend waren. Sondern das Verhalten des ganz normalen Mitmenschen.
gruss, barbara
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12.07.2017, 11:25
AW: G20 Gipfel in Hamburg
Jedesmal??? Mir fällt gerade kein solcher Fall ein. Kannst du mal ein einziges Beispiel nennen, wo das in Mitteleuropa passiert ist, dass Tausende, Millionen derart betroffen waren?
In Mitteleuropa fallen mir nur Fälle ein, wo sozialistische Blasen geplatz sind (DDR, Polen, Ungarn ....).
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12.07.2017, 11:26
AW: G20 Gipfel in Hamburg
Genau dieselbe Klage führte schon Jeremias Gotthelf um 1850.
Und wenn ich Erich Kästners "fliegendes Klassenzimmer" lese - so scheint mir heutige Mentalität deutlich weniger tolerant gegen Gewaltausübung zu sein. Was dort beschrieben wird, was so in einer ganz normalen Schule abgeht, wäre heut völlig unmöglich.
Das scheint wirklich etwas Neues zu sein. Das zeigt womöglihc, dass gewisse Leute sich sehr komplett aus der Gesellschaft und dem Gemeinsinn verabschiedet hatten, wie das früher wohl gar nicht möglich war.Dass Rettungsfahrzeuge behindert oder gar angegriffen worden wären, war undenkbar,
gruss, barbara
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12.07.2017, 11:29Inaktiver User
AW: G20 Gipfel in Hamburg
So hat auch Jakob Augstein (den ich jetzt nicht unbedingt zu den Hochintellektuellen zählen möchte) bei Facebook noch mal nachgelegt und einen Beitrag geschrieben, den ich so verstehe, dass er Gewalt durchaus eventuell für gerechtfertigt hält. Zwar schreibt er eingangs:
Gewalt ist falsch aber später führt er aus:
Die Gewaltdemonstranten haben Autos angezündet. Auch dafür gilt: es handelt sich um eine Straftat und wer einer solchen überführt werden kann, muss belangt werden. Ist damit alles gesagt? Nein. Vorstellbar wäre noch der Hinweis, dass die Besitzer dieser Autos, die sich unschuldig und unbeteiligt wähnen, plötzlich daran erinnert werden, dass sie beides eben nicht sind – unschuldig und unbeteiligt. Denn das Auto, das eine Familie in Hamburg Ottensen gekauft und bezahlt hat und das da am Wochenende von solchen Straftätern angezündet wurde, ist selber kein wertneutraler Gegenstand, sondern ein politisches Objekt.
Es besteht aus Rohstoffen, die unter den Terms of Trade einer von den G20 beherrschten Welt gefördert und gehandelt wurden: Kupfer aus Chile, oder Bauxit aus Guinea oder Seltene Erdena aus China – geschürft, transportiert, verarbeitet unter Bedingungen, die man mit gutem Gewissen weder den Menschen noch dem Planeten zumuten kann.
Aber die Familie aus Ottensen hat kein schlechtes Gewissen. Wir alle haben kein schlechtes Gewissen.
Für mich liest sich das doch nach einer Rechtfertigung von Gewalt und meiner Meinung nach ein gutes Beispiel, welch verschwurbelte Vorstellungen in einigen Köpfen herumgeistern. Und ich finde, da gibt es eine Menge Diskussions- und Klärungsbedarf.
Quelle: *klick*
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