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  1. Inaktiver User

    AW: G20 Gipfel in Hamburg

    Zitat Zitat von knirrsch Beitrag anzeigen
    Ein Verein, der sich "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" nennt, dessen Mitbegründer Däbritz für die Teilnahme an den Demonstrationen mit Begriffen wie "bärtige Ziegenwämser" warb, und die von Anfang an mit Hooligans und Neonazis kooperierte, stand schon bei den ersten Kundgebungen in der braunen Ecke und musste da bestimmt nicht mehr hin "getrieben" werden.
    Wikipedia:
    Die allgegenwärtige Redewendung von den armen Menschen, die in eine Ecke "gestellt" oder "getrieben" werden, geht mir ohnehin auf die Nerven.

    Wenn jemand beispielsweise an einer Kundgebung unter dem Motto "Welcome to Hell" teilnimmt, dann unterstelle ich ihm eine gewisser gedankliche Nähe zu radikalen Positionen. Oder glaubt jemand im Ernst, die Leute seien latente CDU-Anhänger, die von der Gesellschaft in die "linke Ecke getrieben" worden sind?

    Ob links oder rechts oder wirtschaftsliberal oder christlich-konservativ: Man sucht sich seine Positionen schon aktiv aus und kann sich nicht ständig zu einem Opfer stilisieren, dass völlig hilflos "getrieben" worden ist.

  2. Inaktiver User

    AW: G20 Gipfel in Hamburg

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich verstehe diesen Einwand nicht. Ich gehe davon aus, dass ein Großteil der Pegida-Teilnehmer politisch rechts und ein Großteil der G20-Gegner politisch links verortet ist.
    Danke für diesen Einwand. Er demonstriert genau, worauf ich hinaus will: Das Schubladendenken.
    Leute werden als "links" oder "rechts" einsortiert, was den jeweils anderen die Mühe erspart, sich mit ihren Anliegen auseinandersetzen zu müssen.

    Mich erinnert das an Anhänger von Fußballvereinen: Man ist Fan des einen oder anderen Vereins, und der andere ist ein Gegner. Er kann niemals recht haben oder gut spielen, weil er der falschen Mannschaft angehört. Punktum.

    Ich denke, dass wir heute politisch an einem Punkt angekommen sind, in dem die alten Lager sich aufzulösen beginnen. Sehr deutlich wird das gerade in Frankreich.

    Diese Auflösungserscheinungen haben auch viel damit zu tun, dass die politischen Ideen der einzelnen Lager aufgrund ganz neuer Umstände nicht mehr greifen: Der alte Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit ist hinfällig, wenn immer mehr Leute prekär beschäftigt und Kapitalist und Arbeitnehmer in Personalunion sind. Das wird mit der stärkeren Digitalisierung noch zunehmen.
    Das zweite große Thema, auf das die Linken keine brauchbare Antwort finden, ist die Massenmigration, die so schnell nicht wieder aufhören wird. No Border ist keine Option, es sei denn, man möchte die eigenen Sozialsysteme ruinieren.

    Ich denke, man muss heute mit dem Denken wieder bei Null anfangen. Insofern finde ich eine Entwicklung wie in Frankreich ganz sinnvoll. Natürlich haben auch diese Bewegungen um charismatische Politiker ihre Tücken und Fallstricke, aber sie erlauben etwas, was innerhalb der bestehenden Schubladen nicht mehr möglich ist: Probleme nicht anhand politischer "Fußballvereine", sondern anhand von sachlichen Erwägungen anzugehen.

    Die Politik wird in den nächsten Jahren sehr viel im "Trial und Error"-Modus laufen müssen. Wechselnde Allianzen können dabei wesentlich hilfreicher sein als politische Schubladen, deren Anhänger eine Idee oder ein Konzept allein deswegen falsch finden, weil es vom "gegnerischen Verein" kommt.
    Starrköpfige "Vereinsanhänger" haben damit naturgemäß ihre Schwierigkeiten.

  3. gesperrt

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    AW: G20 Gipfel in Hamburg

    Zitat Zitat von knirrsch Beitrag anzeigen
    Knirrsch

    Zur weiteren Vorgeschichte Pegidas zählen einige Berichte über Gruppen und Ereignisse von 2014, die eine allgemeine Distanz zu Politikern, etablierten Parteien und Medien kennzeichne und verbinde: die „Montagsmahnwachen“ gegen „Kriegsrhetorik“ gegenüber Russland im aktuellen Ukraine-Konflikt (seit März 2014), den mit Wahlkampfthemen wie Asylmissbrauch und Ausländerkriminalität erzielten Einzug der Alternative für Deutschland (AfD) in die Landtage von Sachsen, Brandenburg und Thüringen (August 2014)

    über den Teil wurde gesprochen, 30 bis 50 Leute marschierten am Anfang mit Kerzen, ohne Parolen, nicht erst ab Nov/Dez 2014 hat noch 10 weitere Monate, und gegen Ausländer zu sein (auch berechtigt) kommt in D nicht gut. Werden die grünen als eigentl. Überparteilich gegründet, durch 1-2 Linke Mitglieder damals, heute als Links bezeichnet oder weil man sie wegen dieser 2, dadurch linker da sich weitere den Grünen angeschlossen haben. Henne - Ei Prinzip.

    Es gibt einige die sagen, die Piraten als liberal und freie Partei, die neuen techn. Möglichkeiten für alle fördern will, wurden durch Unterwanderung von Linken und Ausnutzung der Rechten, politisch in ihren Zielen aus der Gründungszeit entkernt, also zerstört.

    Hast du dich einmal gefragt, ob die AfD wegen dem Ausländerthema staatsfeindlich ist, wegen der EU und Euro Kritik oder als neue Macht die ins Parlament einziehen kann und dadurch noch besser die Themen beeinflussen bzw die anderen Parteien kontrollieren kann.

    OT Ende.

  4. Inaktiver User

    AW: G20 Gipfel in Hamburg

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Ob links oder rechts oder wirtschaftsliberal oder christlich-konservativ: Man sucht sich seine Positionen schon aktiv aus und kann sich nicht ständig zu einem Opfer stilisieren, dass völlig hilflos "getrieben" worden ist.
    Ich glaube, es ist eher so, da ruft z.B. eine zu einer Schülerdemo auf (wegen G20), die Schüler laufen arglos mit, dabei hat die Organisatorin die Meinung, daß Gewalt "seine Berechtigung" habe, auch wenn diejenige Demo friedlich ist. Und darunter laufen die Schüler dann und tragen das mit. So ähnlich war es für manche auch bei Pegida, glaube ich. Wobei es da nun jeder weiß. Pegida wächst ja auch nicht an.

  5. gesperrt

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    AW: G20 Gipfel in Hamburg

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Mich erinnert das an Anhänger von Fußballvereinen: Man ist Fan des einen oder anderen Vereins, und der andere ist ein Gegner. Er kann niemals recht haben oder gut spielen, weil er der falschen Mannschaft angehört. Punktum.
    Der Gegner hat sich an die Regeln des anderen Vereins zu halten, der "eigene Verein" darf dabei sogar ein Foul begehen, er ist ja sowieso besser.

  6. Inaktiver User

    AW: G20 Gipfel in Hamburg

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die allgegenwärtige Redewendung von den armen Menschen, die in eine Ecke "gestellt" oder "getrieben" werden, geht mir ohnehin auf die Nerven.
    Ich wollte dir vorhin noch etwas diesbezüglich schreiben ,allerdings warf mich mein Laptop aus dem Online Modus und das ganze stürzte ab.
    Ich habe ein paar Jahre nach der Wende im Ostteil von Berlin gelebt ,einfach weil ich auch Kontakt und verstehen wollte ,was diese Trennung der Stadt an Unterschieden bewirkt hat .

    Etwas ,was mir sehr fremd war ,dass jeder Ausländer ein Fidschi war ,vornehmlich die Vietnamesen ,die schon zu DDR Zeiten dort lebten.
    Man erhob sich zwar latent aber ich hatte nicht den Eindruck ,dass da jetzt ausgesprochene Ausländerfeindlichkeit dahinter stand. Übrigens habe ich dieses "Fidschi "sogar noch bei einer Frau aus Görlitz gehört ,die mit mir letztes Jahr auf einer organisierten Reise in Asien war und zwar weil sie sich dafür interessiert hat.Eine sehr Nette und gewiss nicht ausländerfeindlich.
    Ich kann mich tatsächlich ein bißchen in die Perspektive von Ostdeutsche versetzen und nicht alles ,was bei Westdeutschen rechts ankommt ,ist tatsächlich so gemeint.
    Es ist auch nach knapp 28 Jahren nicht so ,dass jeder cosmopolitisch open minded ist (gibt es im Westen durchaus auch )und besonders die Verlierer der Wende halten sich an dem fest ,was Sie kennen und möchten nichts ,was Ihnen Angst macht.
    Ich kann solche Menschen ein Stück weit nachvollziehen ohne Ihnen gleich den Stempel rechts aufdrücken zu müssen ,was für diese Art von Ostdeutschen auch gar nicht so stimmig ist ,wenn man deren Geschichte betrachtet.
    Meist kamen die eher aus dem politisch strammen Regime ,was nun nicht rechts war .
    Geändert von Inaktiver User (09.07.2017 um 13:02 Uhr)

  7. gesperrt

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    AW: G20 Gipfel in Hamburg

    Arglos und Naiv, da sie gar nicht Wissen welche Position, sie eigentlich, unterstützen.

    Die besser informierten und friedlichen gingen gestern zur Demo, nicht zb am Donnerstag.

  8. Inaktiver User

    AW: G20 Gipfel in Hamburg

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich glaube, es ist eher so, da ruft z.B. eine zu einer Schülerdemo auf (wegen G20), die Schüler laufen arglos mit, dabei hat die Organisatorin die Meinung, daß Gewalt "seine Berechtigung" habe, auch wenn diejenige Demo friedlich ist. Und darunter laufen die Schüler dann und tragen das mit. So ähnlich war es für manche auch bei Pegida, glaube ich.
    Ich vermute, dass es in ganz vielen Fällen so läuft. Es bildet sich eine Interessengruppe oder jemand wird von seiner Peer Group zu etwas eingeladen - und sobald diese Interessengruppe mehr Aufmerksamkeit bekommt, droht sie unterwandert zu werden.

    Eine große Rolle spielen mE auch die Medien. Wenn diese zB. nicht mehr unterschiedliche Positionen vertreten, so dass ein guter Mix aller möglichen Ansichten zu einem Thema gegeben ist, sondern nur noch in die selbe Kerbe gehauen wird, verletzen sie ihren Informationsauftrag aufs Gröbste.

    Das war 2015 der Fall. Da wurden selbst gestandene Intellektuelle wie Sloterdijk oder Safranski in der Luft zerrissen, wenn sie es wagten, eine andere Meinung als die der "Qualitätsmedien" zu haben. Von den Reaktionen auf Sarrazin ganz zu schweigen.
    Mittlerweile ist klar, dass die "Qualitätsmedien" sich irrten.

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    AW: G20 Gipfel in Hamburg

    An den Krawallen der vergangenen Nacht waren u.a. auch Anwohner beteiligt- unter anderem eine Gruppe von 16-18jährigen Mädchen in kompletter Vermummung.
    Also...naiv und arglos sieht anders aus.

  10. Inaktiver User

    AW: G20 Gipfel in Hamburg

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Danke für diesen Einwand. Er demonstriert genau, worauf ich hinaus will: Das Schubladendenken.
    Leute werden als "links" oder "rechts" einsortiert, was den jeweils anderen die Mühe erspart, sich mit ihren Anliegen auseinandersetzen zu müssen.
    Ich will den Strang jetzt nicht in persönliche Auseinandersetzungen abgleiten lassen. Das wäre schade, weil der Tonfall doch ziemlich zivilisiert ist.

    Aber dass ausgerechnet Du einen solchen Beitrag formulierst finde ich denn doch - gelinde gesagt - ziemlich irritierend. Du gehörst definitiv zu den Foristen, die im Laufe der letzten Monaten mit Rechts-Links-Zuschreibungen alles andere als sparsam umgegangen sind.

    Ich selber bin SPD-Wählerin, bin aber in Bezug auf manche Themen (Bildungspolitik) eher konservativer als die meisten SPD-Anhänger. In Bezug auf andere Themen stehe ich vielleicht weiter links als der Durchschnitt.

    Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich in den vergangenen Monaten in der Bri-Com als "Linksextremistin" oder dergleichen mehr bezeichnet worden bin. Dass ich "linksrotgrün" bin, obwohl ich seit Jahren keine Anhängerin der Grünen mehr bin, muss ich auch immer wieder staunend zur Kenntnis nehmen.

    Ich kann nicht rekonstruieren, ob Du diese Formulierungen selber gebraucht hast, zumindest hast Du Dich aber nicht dagegen positioniert.

    Ich denke, dass wir heute politisch an einem Punkt angekommen sind, in dem die alten Lager sich aufzulösen beginnen. Sehr deutlich wird das gerade in Frankreich.
    Die Begriffe "links" und "rechts" waren noch nie trennscharf. Dass man nicht alle politischen Positionen mit diesen Wörtern kategorisieren kann - geschenkt.

    Ich halte aber nichts davon, politische Gegensätze wegdiskutieren zu wollen. Eine Demokratie lebt schließlich von kontroversen Positionen und nicht von einer allgemeinen wohligen Unbestimmtheit.

    A propos Frankreich: In absehbarer Zeit wird Macron ganz heftig mit den Gewerkschaften zusammenrasseln, die in Frankreich noch immer sehr stark sind. Da ist so schnell keine Auflösung der Lager zu erwarten. Ganz im Gegenteil, ich kann mir gut vorstellen, dass die Gesellschaft sich in Kürze wieder heftig polarisieren wird.

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