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  1. User Info Menu

    AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Wiedervereinigung gab es, weil der größte Teil der DDR-Bevölkerung es wollte.
    Ich habe den Slogan "Kommt die D-Mark nicht zu uns dann kommen wir zu ihr" noch im Ohr. Und diese "Drohung" war durchaus ernst zu nehmen.
    Deine Sätze kann man nur unterstreichen.

    In der ganzen Debatte, was für ein Bild Helmut Kohl im Wiedervereinigungsprozess abgegeben hat, bzw. wie er das 'hingekriegt' hat, wird m.E. eines übersehen:
    Nachdem die Mauer gefallen war, drohte permanent ein potentielles Szenario, welches auf der ganzen übrigen Welt völlig undenkbar war - nämlich die Flucht quasi der gesamten Bevölkerung aus der DDR in die (alte) Bundesrepublik Deutschland, wo dann jeder DDR-Bürger sofortigen Anspruch auf die Staatsbürgerschaft der Bundesrepublik Deutschland hatte, bzw. schlicht und einfach von vornherein als Staatsbürger betrachtet wurde.

    VanDyck
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
    Daniel Kahneman

  2. Inaktiver User

    AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Deine Sätze kann man nur unterstreichen.

    In der ganzen Debatte, was für ein Bild Helmut Kohl im Wiedervereinigungsprozess abgegeben hat, bzw. wie er das 'hingekriegt' hat, wird m.E. eines übersehen:
    Nachdem die Mauer gefallen war, drohte permanent ein potentielles Szenario, welches auf der ganzen übrigen Welt völlig undenkbar war - nämlich die Flucht quasi der gesamten Bevölkerung aus der DDR in die (alte) Bundesrepublik Deutschland, wo dann jeder DDR-Bürger sofortigen Anspruch auf die Staatsbürgerschaft der Bundesrepublik Deutschland hatte, bzw. schlicht und einfach von vornherein als Staatsbürger betrachtet wurde.

    VanDyck
    Man kann auch sagen:
    Es hätte ein Masseninvasion von Wirtschaftsflüchtlingen gegeben. Und die hätte man nicht abschieben können.

  3. User Info Menu

    AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit

    Ja stimmt, so war das. Nachdem man jahrzehntelang die Wiedervereinigung propagiert hatte, hätte man es nicht geschafft, innerhalb weniger Wochen die DDR als Staat mit eigener Staatsbürgerschaft anzuerkennen, was es dann erst ermöglicht hätte, DDR-Bürger nicht wie Bundesdeutsche zu behandeln (die man eben nicht per se hätte unterstützen müssen).

    Was ich der Politikergeneration Kohls aber sehr übel nehme, ist, dass sie sich um die Vorschrift der Verfassung herumgedrückt haben, dass nach der Wiedervereinigung alle deutschen Bürger über ihre Verfassung abstimmen. Das wäre der Zeitpunkt gewesen, wo man einmal ordentliche Reformen hätte durchführen können, mindestens was die Gliederung in Bundesländer betrifft und zum anderen hätte man da das Beamtentum abschaffen können und das Renten- und Krankenkassensystem neu ordnen. Eben die Dinge, die uns jetzt x Milliarden kosten und die man quasi nicht umsteuern kann (welcher Saarländer würde schon für die Abschaffung seines Bundeslandes stimmen, zum Beispiel).

  4. Inaktiver User

    AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Um was geht es dir dann?
    Vielleicht darum was dieses Roosevelt Zitat meint:

    "Es ist nicht der Kritiker, der zählt, ncht derjenige, der aufzeigt, wie der Starke gestolpert ist oder wo der, der Taten vollbracht hat , sie hätte besser machen können. Die Anerkennung gebührt dem, der wirklich in der Arena ist; dessen Gesicht verschmiert ist von Staub und Schweiß und Blut, der tapfer strebt, der irrt und wieder und wieder scheitert, denn es gibt keine Anstrengung ohne Irrtum und Fehler, der jedoch wirklich danach strebt die Taten zu vollbringen, der die große Begeisterung kennt, die große Hingabe , und sich an einer würdigen Sache verausgabt, der, im besten Fall am Ende den Triumph der großen Leistung erfährt, und der, im schlechtesten Fall, wenn er scheitert, zumindest dabei scheitert dass er Großes gewagt hat, so dass sein Platz niemals bei den kalten und furchtsamen Seelen sein wird, die weder Sieg noch Niederlage kennen." Ende des Zitats.

    Mal ganz schlicht ausgedrückt: du reduzierst einen Menschen auf seine Fehler.

    Und nicht nur das, du unterstellst ihm sogar noch schlechte Absichten.
    Das tut eben manchen weh....

    In Deutschland ist Scheitern gleich mit Versagen gekoppelt. Dabei gehört es zum Leben.
    Wer alles vermeidet was jemals in einem Scheitern enden könnte - den kann ich nur bedauern.

  5. Inaktiver User

    AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mit Ausnahme eines einzigen Beispiels, welches zart besaitete Seelen vielleicht anstößig finden könnten, lese ich in all den von dir aufgezählten Worten bzw. Satzfetzen nichts anstößiges.
    Es geht gar nicht um anstößig. Aber mehr per PN, wenn Du noch weiter interessiert bist. Ich werde das oben im Beitrag auch wieder löschen. Das genügt, wenn es sonstwo im Strang steht.

  6. Inaktiver User

    AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und nicht nur das, du unterstellst ihm sogar noch schlechte Absichten.
    Das tut eben manchen weh....
    Also da ich ja oben auch angesprochen war, und ja auch einer derjenigen bin, denen so manche "Tirade" hier mißfällt: Es geht nicht darum, ob das jetzt einem Dritten wehtäte. Ich finde es nur ausgesprochen schlechtes Benehmen, so halb oder auch ganz unter der Gürtellinie zu "argumentieren" (was ich oben mal mit "Tiraden" benannte, z.B. die Dinge, die ich nun wieder gelöscht habe, stehen ja aber noch im Strang, sind ja eigentlich keine Argumente, sondern bloße Emotionalitäten). Man nennt das pietätlos. Das macht man zu Lebzeiten, wenn einem denn danach ist, dann kann derjenige sich dazu äußern, dagegenhalten, was auch immer.
    Kritisieren und Beurteilen, das kann man immer. KClO4 hat sich, (glaube ich, ich lese ja nicht unbedingt jeden einzelnen Beitrag) immer völlig korrekt geäußert. Es geht um die völlig inhaltslosen "Unflätigkeiten".

    Ich weiß ja, daß von Vielen der Euro gehaßt wird, etc.etc., aber der Mann ist jetzt unter der Erde, (glaube ich wenigstens, oder jedenfalls bald), und man kann sich auch mal zusammenreißen und wenigstens ein bißchen sachlich bleiben unter diesen Umständen. Kritik äußern kann man immer. Übrigens binden diese rückwärtsgewandten Emotionen sowieso nur Energie. Man betrachtet rückwärts, Veränderungen finden aber nach vorne statt. Und verändern kann man nur vom Status Quo. Wer seine Energie nach rückwärts wendet, tritt auf der Stelle.
    Geändert von Inaktiver User (26.06.2017 um 10:09 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich werde das oben im Beitrag auch wieder löschen.
    pompös = in auffallender Weise prächtig.
    Ich lösche das wiederum nicht. So steht es geschrieben, und so war es gedacht.

    Im Zuge meiner Ermittlungen bin ich wieder über Kirch gestolpert. Der aktualisierte Eindruck ist jetzt, daß mit Kohl der Lobbyismus als Nachfolger des "Bimbes" Einzug hielt und sich seither dem Bürger als "normal" und "notwendig" verkauft. Dessen Notwendigkeit wird gar nicht mehr angezweifelt. Schönen Dank.

    Kohl verwendete m.E. mit fortgeschrittener Amtszeit auch eine Manipulationstechnik. Stete Wiederholungen erhöhen den gefühlten Wahrheitsgehalt, das meine ich nicht nur in Bezug auf die tatsächlich erfolgten Skandale (Beraterhonorare, schwarze Kassen, Unterstützen von "Freunden" etc.), sondern Kohl war ein Meister im Wiederholen von Dingen, so wie er sie gesehen haben wollte. Er hat in den zunehmend seltener werdenden Interviews seine Peiniger unterbrochen und immer wieder typische "Merksätze", vielleicht besser "Glaubenssätze" gesagt. Gerade in der Phase zwischen Leugnen und Zugestehen der Spendenaffäre. So gewann man evtl. den Eindruck, man könne eh nichts ändern und es normalisierte sich mit der Zeit.
    Das Aussitzen wiederum ist für einen konservativen Kanzler/in geradezu Pflicht. Konservative Wähler wollen, daß sich nichts ändert, weil sie von der gegebenen Situation profitieren.

    Nicht pompös, aber unangemessen fände ich, wenn bei seiner letzten Ruhestätte ein Birnbaum gepflanzt würde, ohne die herausragende Beobachtungsgabe Hans Traxlers schmälern zu wollen.

    Helmut Schmidt hat Kohls Wirken bei der Einheit mal so beschrieben, daß unterm Strich ein positives Resultat übrigblieb; sehr diplomatisch. Wenn ich so drüber nachdenke, ist Helmut Schmidt der letzte Kanzler, dem ich tatsächlich vertraut habe, trotz NATO-Doppelbeschluß und Atomkraft.

  8. Inaktiver User

    AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    pompös = in auffallender Weise prächtig.
    Ich lösche das wiederum nicht. So steht es geschrieben, und so war es gedacht.
    Das Wort allein war es nicht, da hast Du völlig recht.

    Jedenfalls schön, wenn es jetzt inhaltlich wird. .

  9. Inaktiver User

    AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Im Zuge meiner Ermittlungen


    Manipulationstechnik. Stete Wiederholungen erhöhen den gefühlten Wahrheitsgehalt, (...) und immer wieder typische "Merksätze", vielleicht besser "Glaubenssätze" gesagt. (...) So gewann man evtl. den Eindruck, man könne eh nichts ändern und es normalisierte sich mit der Zeit.
    Interessant.

  10. Inaktiver User

    AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Interessant.
    Du löscht ja schneller, als man schreiben kann

    Wichtiger Punkt, das ist tatsächlich politisches Tagesgeschäft.
    Man kann es so sehen: Wenn es wirklich wahr sein könnte, was wiederholt wird, ist es keine Manipulation.
    Wenn es aber gelogen oder beugend, beschwichtigend ist, ist es Manipulation.

    Es ist für mich ganz offensichtlich, daß man bei der Spendenaffäre hinter die Fichte geführt werden sollte.
    Das zu leugnen, wäre jetzt im Nachhinein, hm, politisch eher ungeschickt

    Würde aber natürlich seinen Stil fortsetzen. Wer's mag.

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