Ja, ich dachte auch, der eine Sohn von Kohl, Walter, der haette Buecher ueber dieses Thema geschrieben, wie man sich einseitig mit den Eltern versoehnt. Da habe ich mich auch schon fuer interessiert und war sogar dankbar, dass ich einen Hinweis auf die Buecher wegen Kohl's Tod bekommen habe.
Aber, da ist da dann wohl etwas gegen das Buch, wenn man dann vor der Haustuer steht? Oder ist es ein menschliches Beduerfnis, sicher zu gehen, dass die Eltern auch wirklich tot sind und dass mit ihrem Koerper gut umgegangen wird?
Kann ja sein. Dass das dann ueber das hinaus geht, wo man sich selbst kontrollieren kann. Ich wuerde da auch niemand kritisieren.
Das ist fuer mich der einzige Sinn, wenn ueber Promis neben ihrer Besonderheit geredet wird. Man kann ein Thema besprechen, was einen vielleicht auch angeht. Wie ist es, wenn man mit den Eltern nicht mehr spricht oder nicht mehr sprechen darf? Wie wird das dann nach dem Tod der Eltern? Hat man sich dadurch etwas genommen, dass man nicht mehr auf eine Versoehnung hingearbeitet hat? Ist das dann ein schlimmerer Schmerz?
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22.06.2017, 20:15
AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit
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22.06.2017, 20:19Inaktiver User
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22.06.2017, 20:21
AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit
Das mit dem Loslassen, da hast du recht.
Walter Kohl hatte das Buch u.a. auch aus diesem Grund beschrieben. Um nun auch endgültig Loslassen zu können, hätte er die Möglichkeit eines letzten Abschieds gebraucht. Und wenn dieser ihm nicht mehr mit einem lebenden Vater vergönnt wird, dann ist ein Abschied beim toten Vater das Mindeste. Und erst recht für die Enkel.
Nicht mal denen wurde die gruselige Frau Richter-Kohl gerecht. Diese Frau ist unbarmherzig bis ins Mark.
Da Frau Richter-Kohl den Leichnam (denke mal, dass dieser bei den Temperaturen der vergangenen Tage schwerst mit einem Generator gekühlt werden musste) die vergangene Woche bei sich aufgebahrt gelassen hatte, blieb Walter Kohl und seinem Sohn, sowie der Nichte nichts anderes übrig, denn dort vor die Türe zu stehen und auf Einlaß zu warten, um Abschied zu nehmen.
Im Grunde genommen schließt sich der unsägliche Kreis des fremdbestimmten Lebens der Kohlfamilie, da sie noch nicht mal im Tod Privatheit hatten. Tragisch und irgendwie stimmig.
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22.06.2017, 20:27
AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit
Sie nutzte die Hilflosigkeit, Pflegebedürftigkeit und, damit auch Abhängigkeit, eines alten Mannes für ihre Pläne.
Dass ein Mann wie Helmut Kohl, in seinem Zustand, die Pflege und Fürsorglichkeit seiner Frau an die erste Stelle stellt, ist ihm zwar nicht zu verdenken, aber dass er seinen Söhnen und Enkeln keinerlei Chance mehr einräumte zu einem letzten und friedliebenden Abschiedsgespräch, das kann man ihm nicht verzeihen. Sowas hatten die Söhne nicht verdient, nach all den Jahren, in denen sie ihr Leben nach ihm gestalten mussten.
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22.06.2017, 20:32Inaktiver User
AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit
Dass Walter Kohl sich diese Abfuhr abgeholt hat, kann ich nicht nachvollziehen. Er kannte seinen Vater und kannte seine Frau. Er hätte damit rechnen müssen, dass es zu diesem Eklat kommt. Mir tun die Enkel unendlich leid; zwei Jugendliche, die mit gesenkten Köpfen wie zwei Verlierer vor dem Haus stehen. Unglaublich.
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22.06.2017, 20:37
AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit
Ich mochte Kohl auch nicht so sehr, trotzdem sehe ich gar nicht so viel Lobhudeleien, sondern eher ein unwürdiges Trauerspiel.
Gestaltet/Verantwortet vor allem durch Frau Richter-Kohl, nicht durch die Söhne.
Was heißt keine Kritik?
Ihm beispielsweise seinen durchaus vorhandenen Anteil an der gelungenen Wiedervereinigung abzusprechen, finde ich zwar nicht bigott, aber durchaus unangebracht, um nicht zu sagen fies.
So im Sinn von "nichts gönnen/anerkennen können". Typisch deutsch mMn.
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22.06.2017, 20:48
AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit
Wie alt sind die zwei denn? Ich vermute, etwas über Teenageralter? Ich hätte mich da allerdings auch nicht mehr instrumentalisieren lassen. Mal abgesehen davon, dass ich in dem Alter nicht mit schwarzem Kostüm und schwarzen Nylons vor der Kamera gestanden hätte. Dass der Sohn seinen Vater sehen will, zum Abschluss, dafür habe ich Verständnis, Lossagung hin oder her. Der tatsächliche Schlusspunkt ist noch einmal eine Sache für sich. Die Inszenierung mit den Kindern hätte er lassen sollen.
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22.06.2017, 21:00Inaktiver User
AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit
Ich finde ja immer wieder typisch Deutsch, dass irgendwer rumlamentiert, was alles typisch Deutsch ist. Vor allem wenn es um andere Meinungen geht.

Zum Thema vor der Tür stehen: Ich fand dieses Schauspiel mit anwesender Presse ziemlich armselig. Das hätte sich Kohl jun. sparen sollen. Es zeigt, wie viele Kränkungen da satt gefunden haben müssen und wie schlimm das für die Nachkommen Kohls gewesen sein muss, inkl. der Tod der Mutter.
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22.06.2017, 21:03
AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit
Ja, die sahen auch etwas verwirrt und unsicher aus (die Enkelkinder von Kohl). Wenn da schon seit 2011 kein Kontakt mehr besteht, dann haben sie ihn ja wohl in ihrem Leben auch nicht so oft davor gesehen. Sie taten mir so richtig leid. Das sollte man keinem Kind antun.
Sind ja wohl auch nicht alle dabei gewesen.
Kohl, was fuer ein seltsamer Mann!
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22.06.2017, 21:04
AW: Helmut Kohl, Kanzler der Einheit
Du willst ihm also seine durchaus vorhandenen Leistungen absprechen?
Alles nix wert wegen der Spendenaffaire?
Gut, dann ist das eben nicht typisch deutsch, sondern komplett unangebracht und daneben.
Wenn es eine Inszenierung war, ja.
Vielleicht wollten die Enkel aber dabei sein - aus welchen Gründen auch immer (Vater/Onkel beistehen z.B.)


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