Mir tun die Kinder leid, die in solchen Verhältnissen aufwachsen zwischen dauerfernsehenden rauchenden biertrinkenden Eltern in einer verschmutzten Wohnung.
Wer soll ihr Vorbild sein, wie kommen sie da heraus?
Einige wenige schaffen es wohl, aber die große Mehrheit?
Hier stößt auch der Staat an seine Grenzen.
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Thema: Benz-Baracken und Asternweg
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01.06.2017, 12:32
AW: Benz-Baracken und Asternweg
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01.06.2017, 12:54
AW: Benz-Baracken und Asternweg
Naja, Rauchen, Alkohol trinken und die Wohnung nicht supersauber - das ist ja nun nicht nur in H4-Familien verbreitet... Und ist ja nun auch nicht so schlimm, wenn es im Rahmen bleibt.
Das Problem ist nur, dass die Kids vorgelebt bekommen, dass eben keiner arbeiten geht - WENN keiner arbeiten geht - H4 müssen ja auch viele beantragen, die einfach nur zu wenig verdienen.Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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01.06.2017, 13:09Inaktiver User
AW: Benz-Baracken und Asternweg
Wie viele Vollassis kennst du?
In solchen "Dokus" werden nur die krassen Beispiele aufgezeigt, es gibt genug Hartzer4-Empfänger, die nicht so leben.
Schon mal was über Aufstocker gesehen?
Das sind Menschen, die arbeiten gehen, aber deren Einkommen nicht zur Existenzsicherung reicht. Dazu gehören recht viele alleinerziehende Mütter, die keine Vollzeitstelle haben. Oder ältere Arbeitslose, die mit 60 auch keiner mehr Vollzeit einstellt, wenn sie einmal aus dem Karussel gefallen sind. Normalerweise muss man um die gestzliche Rente zu beziehen, mindestens 45 Jahre eingezahlt haben.
Die fallen aber irgendwie nicht weiter auf.
Um noch mal auf die zurückzukommen, die nicht so richtig arbeiten wollen, das sind oft Menschen, die schon vor Hartz4 in Sozialhilfe lebten, aufgewachsen sind. Diesen relativ geringen Prozentsatz gab es schon immer, jede Stadt, jedes Dorf hat solche Familie(n).
Übrigens Hartz4 ist nicht zum leben, sondern zum Überleben gedacht.
Und bitte nicht vergessen, Kindergeld wird bei Hartz4 angerechnet, das gibt es nicht dazu.
Das wissen viele nicht.
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01.06.2017, 13:21
AW: Benz-Baracken und Asternweg
Ich verstehe das so, dass hier über die krassen Fälle diskutiert wird.
Dass jemand durch SchicksalSchläge in Not gerät, vorübergehend Hilfe braucht, etc - geschenkt, solche Fälle gibt es und dafür ist das soziale Netz auch da.
Was Maria triggert und mich auch ist die Einstellung und die Anspruchshaltung.
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01.06.2017, 13:23
AW: Benz-Baracken und Asternweg
Nochmal zur Sendung an sich und der Intention des Senders: Bereits im Februar gab es eine ähnliche Dokumentation über die Eisenbahnsiedlung in Duisburg. Danach schrieb eine Interessengemeinschaft der Anwohner in einem offenen Brief an RTL2 unter anderem:
Sie haben Verein und Ort samt Bewohner in Ihrer Sendung für Ihre Quotenziele instrumentalisiert.
...
Mitarbeiter einer für Sie tätigen Produktionsfirma schlichen sich geschickt in unsere Gemeinschaft ein und täuschten uns hinsichtlich ihrer wahren Motive
...
Sie suchten offensichtlich gezielt nach Menschen am Rande unserer Gesellschaft und wurden fündig.
...
nach Ihrem Bericht, der alle gängigen Klischees bediente und auf Effekthascherei ausgerichtet war
...
Bei uns hat sich der Eindruck verfestigt, dass Sie mit Ihrem Sender ausschließlich eine Zielgruppe ansprechen wollen, bei der Sie nur mit Beiträgen auf niedrigstem Niveau eine Einschaltquote erreichen können.
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01.06.2017, 14:35
AW: Benz-Baracken und Asternweg
Das ist natürlich Doku-Fernsehen as it´s best. Es ist nicht schön, eine ganze Siedlung so in den Dreck zu ziehen, aber jeder noch selbständig denkende Mensch weiß ja, dass bei Sendungen wie "Bauer sucht Frau", "Teenie-Mütter" usw. beileibe nicht alles der Realität entspricht. Es soll ja auch polarisiert werden, was anscheinend ganz gut gelingt, siehe dieser Strang.
Unbestritten ist es aber, dass es solche Menschen und im Ansatz auch solche Siedlungen gibt, fast jeder kennt in seiner Stadt so etwas. Die Frage wäre grundsätzlich, ob die Städte nicht versuchen sollten, solche Ghettobildungen zu verhindern oder zu verringern. In einer Stadt hier in der Nähe gibt es auch solche Straßenzüge, da sagt meine Freundin, die im Arbeitsamt arbeitet, es ist schwierig, sich mit dieser Adresse zu bewerben.
Es gibt aber auch gute Ansätze. Gerade meine Freundin ist z. B. bei einem Projekt eingesetzt, da hat sie ziemlich freie Hand, was Zeitaufwand und Beratungstätigkeit von Schwervermittelbaren angeht. Da hatte sie schon einige Erfolge, auch solche Menschen wieder in Lohn und Brot zu bringen.
Vor kurzem hatte sie eine junge Mutter aus eben dem oben beschriebenen Milieu, die keine Ausbildung dafür aber mit 19 schon ein Kind hatte. Also meine Freundin sich dahinter, vermittelte einen Kita-Platz und versuchte mit der jungen Frau einen für sie auch von den Zeiten passenden Arbeitsplatz zu finden.
In einem Hotel in der nächsten, gut erreichbaren Stadt, suchte der Chef einen Service-Mitarbeiter, Arbeitszeit überwiegend unter der Woche (da Tagungshotel), meist morgens bis maximal nachmittags um 16 Uhr. Hätte alles gepasst, die junge Frau war nur noch skeptisch ob des Hinkommens. Es wurde ihr ein Busticket bezahlt mit der Aussicht, wenn der Chef sie nach dem Hospitieren von einigen Tagen einstellt, bekäme sie eine Monatskarte für die ersten Monate gestellt.
Alles gut, die junge Frau war begeistert. An besagten Tag, als sie morgens anrücken sollte, rief kurze Zeit später der Chef des Hotels an und fragte nach, warum denn die versprochene Dame nicht auftauchen würde. Meiner Freundin fiel erstmal die Kinnlade runter, zumal sie am Tag zuvor noch alles genau mit ihr abgesprochen hatte. Sie rief sie natürlich sofort an. Ihre Antwort war, sie hätte nachts plötzlich Bedenken bekommen und sich die Stelle nun doch nicht zugetraut.
So ist das halt, manchmal hilft auch die intensivste Betreuung nichts, etwas Einsicht und Eigeninitiative ist halt dann doch vonnöten. Ich frage mich auch oft, wie solchen Menschen zu helfen ist. Auch bei meiner vorher schonmal erwähnten Bekannten ist alles an Hilfe aufgefahren worden, was möglich ist: Hartz4, Zuschuss zu den Heizkosten, ehrenamtliche Hausaufgabenbetreuung für 2 ihrer Kinder, psychologische Familienhilfe, eine Helferin, die 1 mal in der Woche in die Familie kam und mit den älteren Kindern etwas unternahm. Eines der Kinder war auch mal einige Zeit in einem pädagogischen Kinderheim, da sie als Alleinerziehende mit 4 Kindern überlastet war und dieses Kind Verhaltensauffälligkeiten zeigte.
Ergebnis: sie lebt immer noch von Hartz4, keiner der erwachsenen Kinder geht einer regelmäßigen Arbeit nach usw.
Manchmal bin ich einfach nur verärgert. Es heißt immer wieder, es würde zu wenig für sozial Schwache gemacht, das kann ich aus meiner Erfahrung zumindest bei uns nicht bestätigen. Hier wird ausgesprochen viel gemacht, es gibt Tafelläden, Mutter-Kind-Heime, Gutscheine für Vereinsmitgliedschaften und bei Familien mit 3 oder mehr Kindern bekommt man den Ausweis für die Stadtbücherei und eine Jahreskarte für das Freibad umsonst.
Man kann diese Menschen aber auch nicht überall hin tragen. Manchmal wäre es schon gut, mal zu schauen, was in anderen Ländern geboten wird, da würde sich die Anspruchshaltung bestimmt etwas verringern.
Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg (Mahatma Gandhi)
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01.06.2017, 14:55
AW: Benz-Baracken und Asternweg
Geändert von Analuisa (01.06.2017 um 19:54 Uhr) Grund: Link repariert
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01.06.2017, 14:58
AW: Benz-Baracken und Asternweg
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01.06.2017, 15:13Inaktiver User
AW: Benz-Baracken und Asternweg
Das ist kein Einzelfall. Leider.
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01.06.2017, 20:16Inaktiver User


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