Wenn wir hier diskutieren, dann lässt uns im Heute und nichtbon 2009 diskutieren.
Die Materie ist kompliziert genug.
Scheinselbständigkeit und Werkverträge... möchte ich auch nicht. So wie geteilte Dienste und "auf Abruf".
Dennoch bleibe ich dabei, dass sich nur etwas ändern kann, wenn man klagt etc. Wie soll sich denn sonst etwas ändern?
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Thema: Benz-Baracken und Asternweg
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02.06.2017, 06:11Inaktiver User
AW: Benz-Baracken und Asternweg
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02.06.2017, 08:07
AW: Benz-Baracken und Asternweg
... oder indem es einfach keiner mehr macht/machen muss... Das würde aber auch voraussetzen, dass man den Menschen, die nicht jede Arbeit annehmen, um "der Gesellschaft nicht auf der Tasche zu liegen", nicht ständig unterstellt, sie WOLLEN ja gar nicht... und sie "leben auf unsere Kosten". Dass sich die Arbeitnehmerschaft selbst ans Bein pieselt, wenn sich diese Meinung nicht ändert, ist ja offensichtlich. Soalnge der soziale Druck da ist, egal was zu arbeiten, Hauptsache keine Leistung vom Staat - da werden wohl weiterhin Jobs mit miesen Arbeitsbedingungen und schlechtem Lohn besetzt werden können.
Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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02.06.2017, 08:23Inaktiver User
AW: Benz-Baracken und Asternweg
Das sehe ich ein wenig anders.
Menschen müssen unterstützt werden, sich gegen gesetzwidriges Verhalten zu wehren. Denn Gesetze müssen umgesetzt werden. Wo kein Kläger, da kein Richter. Hier muss es nicht nur Unterstützung geben, sondern sie muss auch genutzt werden.
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02.06.2017, 08:39Inaktiver User
AW: Benz-Baracken und Asternweg
Menschen, die ALGII (Hartz4) beziehen, leben aber rein sachlich gesehen auf Kosten der Allgemeinheit. Meistens vollkommen zu recht, dafür ist die Solidargemeinschaft ja da. Der geltende Konsens der Solidargemeinschaft ist derzeit, dass man nur ALGII bekommt, wenn man dessen bedarf, also arbeitsfähig ist, aber gerade (oder mehr als 12 Monate) keine Arbeit und kein eigenes Vermögen hat.
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Eines der Argumente für die Einführung des Mindestlohns war ja eben, dass es ohne Mindestlohn so schlechte Bezahlung gäbe, dass es für Langzeit-Hartz4ler keinen Anreiz gäbe, da es sich nicht lohne, dafür arbeiten zu gehen. Nun gibt es ihn, das heißt jeder bekommt mindestens 1400/1500 Euro brutto. In einzelnen Branchen gibts höhere Mindestlöhne, beispielsweise die erwähnten 11,30 beim Bau, das macht dann schon 1800 Euro Mindestlohn. Wie hoch sollte denn deiner Meinung nach ein Lohn sein, damit er nicht als schlecht bezeichnet wird?
(Diese Diskussion macht übrigens wie viele andere nur Sinn, wenn man nicht immer davon ausgeht, dass die Ausnahmen die Regel sind. Konkret: wer jetzt ständig damit kommt, dass es irgendwo einen Arbeitgeber gibt, der gegen die Gesetze verstößt, sondern durch irgendwelche Tricks weniger bezahlt, der kriegt dann von der Gegenseite vorgehalten, dass es sehr wohl auch Arbeitnehmer geben soll, die mit Tricks arbeiten, beispielsweise sich krank schreiben lassen, obwohl sie gar nicht krank sind oder sogar im großen Stil die Solidargemeinschaft betrügen. Das sind Ausnahmen, nicht die Regel und eine Diskussion, die sich ausschließlich auf die Ausnahmen bezieht, bringt gar nichts.)Geändert von Inaktiver User (02.06.2017 um 08:46 Uhr) Grund: Zitat repariert
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02.06.2017, 08:53Inaktiver User
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02.06.2017, 09:56
AW: Benz-Baracken und Asternweg
Ich arbeite jetzt seit über 12 Jahren im ÖD - ich habe noch nie auf mein Geld warten müssen.
Wenn mein AG mich nicht fristgerecht bezahlen würde - ich rede nicht von + 3-7 Tagen, sondern ab 2 Wochen Verzögerung +, dann würde ich da nicht mehr hingehen - solange, bis der Lohn kommt. Aber wäre das rein theoretisch überhaupt ok?
Naja, wahrscheinlich würde ich auch recht schnell mal das böse Wort "KONTENPFÄNDUNG" in den Raum werfen, wenn mein AG ewig nicht zahlt, werden sie dann ganz schnell hellwach. Gut, wenn der AG nicht zahlen kann, dann nützt das auch nix... Aber dann doch ehrlicherweise die Insolvenz beantragen, als ständig die AN nicht/nicht vollständig zu bezahlen.Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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02.06.2017, 10:02Inaktiver User
AW: Benz-Baracken und Asternweg
Danke bluevelvet!
Die Frage, die sich stellt, wie man es schafft, dass sich nicht ganze Dynastien entwickeln.
Der Mindestlohn ist EIN Baustein dazu.
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02.06.2017, 10:06Inaktiver User
AW: Benz-Baracken und Asternweg
Ich kenne das aus dem Job meiner Mutter und von einigen Bekannten beim Einstieg nach dem Studium. Das hat monatelang gedauert, bis der Personalbereich neue Leute korrekt eingepflegt hat, so dass Gehalt gezahlt werden konnte. Ist aber in allen Fällen schon an die 20 Jahre her, vermutlich ist es tatsächlich besser geworden.
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02.06.2017, 10:11Inaktiver User
AW: Benz-Baracken und Asternweg
Solche Leute wird es immer geben, selbst in einem (hypothetischen) Staat mit Vollbeschäftigung und ausschließlich luxuriösen, tarifgebundenen Arbeitsverträgen.
Man kann nur versuchen, die familiäre Kette zu unterbrechen, damit die Kinder bessere Chancen haben. Da fehlt mir allerdings auch eine schlüssige Idee. Im Extremfall würde es darauf hinauslaufen, Kinder grundsätzlich aus solchen Familien herauszunehmen.
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02.06.2017, 10:38Inaktiver User
AW: Benz-Baracken und Asternweg
In manchen Kommunen wird gerade ein Projekt erprobt, um einen aus der BG in Arbeit zu bringen. Manchem fehkt ein Kümmerer, Mitmachen und Wege aufzeiger. Mal sehen, ob es erfolgreich ist.


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