Wobei sich Frau von der Leyen für die Verallgemeinerung entschuldigt hat- das sollte reichen.
Und- es gab und gibt Vorfälle in Kasernen, in Einsätzen und an Standorten, die abgestellt gehören. Das ist auch etwas, was bekannt ist und war. Es gab auch immer Kameraden, die versucht haben, solche Vorfälle "nach oben" weiterzumelden. Und es scheint so zu sein, dass gerade "Spezialeinheiten", denen ja sowas wie "Elite"-Ruf anhaftet, dazu neigen, ein "uns kann keiner" Gefühl zu entwickeln.
Dass sich dort, wo Tradition, Patriotismus etc. groß geschrieben werden- was an sich nichts Negatives ist!- auch gerne mal die falschen Leute tummeln, ist auch ein bekanntes Phänomen- es gibt genügend andere Institutionen ( Burschenschaften z.B.) die das Problem auch haben.
Diejenigen, die solche Mißstände anprangern, auch intern, könnte der Fauxpas vdLs durchaus helfen- dass Schluß ist mit "unter dem Deckel halten" solcher Dinge. Und damit wäre dann allen geholfen.
Was mich bis heute ärgert- die Auslandseinsätze der Bw werden gerne nie als das benannt, was sie sind. Ein Kriegseinsatz. Es sind Soldaten in Afghanistan gestorben, das kommt bei rein humanitären Einsätzen eher nicht vor.
Warum benennt die Politik solche Einsätze nicht als das, was sie de facto sind?
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08.05.2017, 23:07
AW: Bundeswehr in der Kritik: Von der Leyen; Schuld sind immer die anderen; Fehler im
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08.05.2017, 23:39Inaktiver User
AW: Bundeswehr in der Kritik: Von der Leyen; Schuld sind immer die anderen; Fehler im
Kriege sind Raubzüge und eine klare Benennung käme schlecht an. Statt in ein Land zu marschieren, Leute zu töten und Öl zu plündern wie die USA, werden Erklärungen wie Terrorismusbekämpfung, Folter, Diktaturen, Giftgas usw. in den Vordergrund gestellt. Krieg ist immer ein Fehlen von Moral und das Vertreten von Interessen, nicht zuletzt finanzieller in Form von Macht, Einfluss und Geld in Rohstoffform.
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09.05.2017, 06:30
AW: Bundeswehr in der Kritik: Von der Leyen; Schuld sind immer die anderen; Fehler im
Es heisst erstens, mehr Daten kennen, und zweitens, diese Daten auch verknüpfen können; längere Zeiträume überblicken zu können. Das scheint mir ältere Geschichtsschreibung viel mehr zu tun als heutige Geschichtsschreibung, die nur noch einzelne Situationen extrem detailliert untersucht, aber ein Einordnen in grössere Kontexte geschieht kaum mehr.
Genau das ist die Frage, in der Tat.Es ist auch immer eine Frage, wie man die Ereignisse der Geschichte für sich interpretiert, auf wessen Seite man steht und was man verurteilt und welches Bewusstsein man daraus für sich entwickelt.
Die heutige Geschichtsbetrachtung oft sehr einseitig löst. So empfinde ich es zumindest.
gruss, barbara
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09.05.2017, 06:34
AW: Bundeswehr in der Kritik: Von der Leyen; Schuld sind immer die anderen; Fehler im
Wobei ich zweifle, dass sie versteht, wofür genau sie sich entschuldigt. aber gut.
müssen die ja wohl auch. Anders wären sie gar nicht in der Lage, ihre Aufgaben auszuführen. Und es ist wahr, Elitetruppen SIND eine Elilte - eine Elite durch Leistung.Und es scheint so zu sein, dass gerade "Spezialeinheiten", denen ja sowas wie "Elite"-Ruf anhaftet, dazu neigen, ein "uns kann keiner" Gefühl zu entwickeln.
Weil "Krieg" ein hässliches Wort ist und die nächste Wiederwahl gefährdet.Warum benennt die Politik solche Einsätze nicht als das, was sie de facto sind?
gruss, barbara
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09.05.2017, 07:21Inaktiver User
AW: Bundeswehr in der Kritik: Von der Leyen; Schuld sind immer die anderen; Fehler im
Wenn Dein Vater kein Nationalist war, warum beziehst Du die Diskussion über rechte Umtriebe bei der Bundeswehr dann auf ihn?
Mein Vater war früher in einer Führungsposition tätig und hat niemals mehr als ein Bier pro Tag konsumiert. Wenn von Managern die Rede ist, die Alkohol- und Drogenprobleme haben, dann geht es nicht um meinen Vater. Und schon gar nicht wird er in die Alkoholiker-Ecke gestellt.
Wäre ich ein "Patriot-nicht-Nationalist", dann würde ich mich im eigenen Interesse klar gegen nationalistische Positionen abgrenzen, statt die beleidigte Leberwurst zu geben und über den Überbringer der schlechten Nachricht zu schimpfen.Geändert von Inaktiver User (09.05.2017 um 07:53 Uhr) Grund: das verlorene Bier wieder hingestellt
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09.05.2017, 07:36
AW: Bundeswehr in der Kritik: Von der Leyen; Schuld sind immer die anderen; Fehler im
Und gleichzeitig muss die Frage gestellt werden, was denn dieser große Schaden ist, denn die von der Leyen nun angeblich anrichtet. Ist der aufgedeckte Schaden, und das ist sicher nur die sprichwörtliche Spitze, nicht der größere der jahrzehntelang hingenommen wurde?
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09.05.2017, 08:06
AW: Bundeswehr in der Kritik: Von der Leyen; Schuld sind immer die anderen; Fehler im
Zitat von Opelius
Sie hatte eigentlich die Chance eine echte Bürgerarmee zu werden.
Nein, die Bundeswehr ist keine Bürgerarmee.
Wer ist dabei "man"?
War es politisch so gewollt oder hat sich die Bevölkerung so verhalten?
Etwa die Hälfte der männlichen Bevölkerung über 25 hat seinen Wehrdienst abgeleistet, sie haben die Armee mitgestaltet.
Von Anfang an gab es eine starke Friedensbewegung, die die Militarisierung Westdeutschland ablehnte. Es gab jahrzehntelang Ostermärsche. Wo sind die?
Die letzte großen Märsche habe ich 1983 gegen die Stationierung der Pershingraketen erlebt und zu Beginn des Irakkrieges 1991.
Seither - nichts oder fast nichts.
Wurde irgendetwas in der (west-)deutschen Bevölkerung diskutiert, als die Bundeswehr 1990 fast die komplette NVA übernahm und irgendwie integrierte?
Ich habe zumindest den Eindruck, dass wir uns aufführen als seien wir Pazifisten, aber sind es nicht. Dass wir eine Armee haben, aber nichts damit zu tun haben wollen. Dass wir junge Leute in Kriegseinsätze schicken, sie aber beschimpfen, wenn sie ihren Auftrag erfüllen.
Ich halte das für irre!Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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09.05.2017, 10:02Inaktiver User
AW: Bundeswehr in der Kritik: Von der Leyen; Schuld sind immer die anderen; Fehler im
Wenn Dein Vater früher ähnlich wie meiner war, hätte er noch Werbung gegen Alkoholismus im Management gemacht und andere, die Probleme damit hätten, entweder abgemahnt und ihnen bei dem Problem geholfen. Das rechne ich ihm hoch an und wenn er nun pauschal in eine Ecke mit Alkoholikern gedrägt würde, wie es Leyen mit der Rechten Keule gemacht hat, würde das bei Dir auch Protest hervor rufen. Für mich wird da eine positive Grundüberzeugung in ein schlechtes Licht gerückt, was der überwiegenden Mehrheit nicht gut tut. Die Bundeswehr ist nicht ohne Grund so auer über sie. Ob sie sich entschuldigt oder nicht, die bereits schlechte Moral dort hat sie nun noch weiter gesenkt, genau wie das Ansehen und Ehrgefühl verletzt. Es besteht die Gefahr von Protestreaktionen. Bei der akutellen Führungsschwäche der Bundeswehr, wozu ich sie zähle, ist das mehr als gefährlich.
Aus meiner Sicht kommen die meisten Probleme mit ignorierten Beschwerden aus der Zeit der von der Leyen. Davor gab es auch Defizite, aber längst nicht so massive wie derzeit. Durch sie ist die Bundeswehr handlungsunfähig, schlecht organisiert und ausgerüstet, kaum ein Flugzeug fliegt, Waffen schießen nicht, Ausrüstung kommt nicht an usw. Zu Guttenberg musste gehen und bei dem hat das weit besser funktioniert.
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09.05.2017, 10:15
AW: Bundeswehr in der Kritik: Von der Leyen; Schuld sind immer die anderen; Fehler im
Tatsächlich?Zu Guttenberg musste gehen und bei dem hat das weit besser funktioniert.
Wer hat einen Kommandeur des Amtes enthoben, obwohl der Tod einer Kadettin überhaupt nicht geklärt war?
Das Kommando in Afghanistan hat schon damals geklagt, dass ihre Fahrzeuge marode waren (kein Wunder bei dem intensiven Einsatz im miserablen Gelände). Hat er dem abgeholfen?
Der Nachschub erfolgte mit den allerdings zuverlässigen 40 Jahre alten Transall, nur die Transportleistung reichte nicht aus.
Und er hat die Aussetzung der Wehrpflicht entscheidend voran getrieben, vorher schon einmal den Grundwehrdienst auf 6 Monate verkürzt, die Märzeinziehung so einfach mal ausgesetzt.
Das war Gutsherrenart.Geändert von Opelius (09.05.2017 um 10:28 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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09.05.2017, 10:20Inaktiver User
AW: Bundeswehr in der Kritik: Von der Leyen; Schuld sind immer die anderen; Fehler im
Mein Sohn hat seinen Grundwehrdienst unter Minister Struck geleistet, da lag auch schon einiges im argen.
Ich persönlich empfinde Frau von der Leyen zwar als eine weitere Fehlbesetzung auf diesem Posten, aber tut doch mal nicht so, als hätte das alles erst mit ihr angefangen.
Das sie nichts dagegen unternommen hat, das laste ich ihr an. Aber ich vermute mal ihre Akzeptanz unter den Verantwortlichen ist nicht so hoch, dass man hinter ihr steht.
Die Bundeswehr hat übrigens die NVA nicht 1 zu 1 übernommen, ich kenne reichlich Offiziere, die den Dienst quittiert haben.
Ich kan mich auch nicht erinnern, dass die NVA innerhalb der Bevölkerung als Lachnummer oder Bösewichte galt. Die wenigsten gingen gerne hin, das stimmt.


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