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  1. Inaktiver User

    AW: unwort des Jahres

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Dieser Blick müsste sich ändern, so wie für manche der " Ausländer " oftmals der ungebildete arme, bemitleidenswerte Mensch aus Hinteranatolien ist. Das wird gerne auch im Zusammenhang der als drei As benutzt : Arme. Arbeitslose, Ausländer..
    Ich finde eine solche Gedankenlosigkeit ..auch durch SPRACHE ausgedrückt, durchaus bedenkenswert..
    Der Blick ändert sich ja, wir erleben gerade wie aus Arbeitslosen, arbeitsscheue Arbeitslose werden. Nun warum wohl?

  2. Inaktiver User

    AW: unwort des Jahres

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Der Blick ändert sich ja, wir erleben gerade wie aus Arbeitslosen, arbeitsscheue Arbeitslose werden. Nun warum wohl?
    ein arbeitscheuer Arbeitsloser ist ein arbeitsscheuer Arbeitsloser

    Mein Blick ist da ganz klar.

    Obwohl : ich MUSS unbedingt zum Optiker !

    und Sonnenbrillen schaue ich mir auch an..

    aber keine rosaroten..

  3. User Info Menu

    AW: unwort des Jahres

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich hätte mir ein besseres Unwort gewünscht, doch spontan fällt mir keines ein, vielleicht später.
    Abwrackprämie

    Ist für mich das absolute Unwort des Jahres. Wenn ich mich recht erinnere ist es eine Prämie gezahlt zur Absetzung älterer Mitarbeiter. Find ich ganz und gar unglaublich. Hört sich so an wie Subventionen zahlen für z. B. nicht benötigte Landwirtschaftsprodukte, die dann vernichtet werden. Leider muss aber noch dafür gezahlt werden, weil wir nicht wissen wohin damit.

    Allein dass es solche Prämien geben muss ist schon schlimm genug, aber dann auch noch ein solches Wort dafür...

    Ich habe es irgendwo gelesen, kann es aber leider nicht mehr wiederfinden. Meine Interpretation fußt also tatsächlich nur auf Bruchstücken. Aber so oder so ähnlich war es beschrieben, und ich reg mich immer noch auf, wenn ich dran denke.
    Mir tun die Haare weh!

  4. User Info Menu

    AW: unwort des Jahres

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Warum das Wort trotz häufiger Nennung NICHT nicht von der Jury genommen wurde, obwohl so oft eingesandt, erklärte der Juror Schlösser, den ich zitierte.
    Die Einschätzung teile ich auch.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Vieles läuft aber darauf hinaus, dass der Begriff abwertend benutzt wird. Negativ konnoniert, klingt natürlich eloquenter...ist aber genauso übel..
    Nein, entschuldigung, dass ich darauf herumreite, aber ich habe nicht "konnotiert" geschrieben, um besser oder unverständlich zu klingen. Eine Konnotation, die beim Hörer im Geiste mitschwingt, oder auch beim Sprecher, ist wirklich nicht das gleiche, wie einen Begriff als Schimpfwort zu verwenden.
    Die Intention ist auch ganz unterschiedlich. Sich abwertend auszudrücken ist absichtlich verletzend. Für Konnotationen, die ein Begriff "hat", kann der Begriff nichts, er ist nicht per se verletzend.
    Siehe auch oben der ironische Vorschlag, lieber Basisschicht zu sagen. Das ist ein witziges Beispiel für ein Grundproblem der political correctness. Man kann die Begriffe austauschen, weil sie zu Schimpfworten werden, und das nützt alles nichts, wenn die Konnotationen die gleichen bleiben.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    und den BLICK auf einen antik römischen Autor , der gar nicht bösartig von " Schamlosigkeit " der " niederen schicht " spricht, der er doch zugeneigt ist, finde ich auch interessant.
    Ich habe den antiken Autor nur gebracht, weil ich Verallgemeinerungen darüber, wie es "früher" war und "heute" ist, generell nicht glaube.
    Ich orientiere mich gerne an nachprüfbaren Beispielen, aber da ich keine Soziologin bin, muss ich mich auf Auskunft anderer und meine selektive Lektüre verlassen. Wenn jemand Beispiele aus dem Mittelalter weiß, her damit!
    Für ein geändertes Problembewußtsein ungefähr ab dem 19. Jh. würde ich zum Beispiel Literatur wie Charles Dickens ansehen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Den arbeitslosen Akademker, den pleitegegangen Dr. Fritz-Franz wird das sicher alles nicht trösten.. ;-) auch nicht, dass der Antikrömer das ganz lieb gemeint hat ;-))..
    Nein, hat er nicht, und zugeneigt war er auch nicht, das wäre verzerrend!

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    In manchen Kulturen wird nicht einmal die unterste Unterschicht negativ gewertet.
    Da bin ich verblüfft. Welche?

    Grüße, Neko

  5. Inaktiver User

    AW: unwort des Jahres

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ein arbeitscheuer Arbeitsloser ist ein arbeitsscheuer Arbeitsloser

    Mein Blick ist da ganz klar.

    Obwohl : ich MUSS unbedingt zum Optiker !

    und Sonnenbrillen schaue ich mir auch an..

    aber keine rosaroten..
    hm.... und wer stellt fest, wer "arbeitsscheu" ist? Unsere Privatsender?

  6. Inaktiver User

    AW: unwort des Jahres

    @ Neko
    Du teilst welche Einschätzung ?
    dass ich Schlösser zitierte, weil ich die Begründung interessant und erklärend fand ? ;-)
    Wer würde dem Jurymitglied widersprechen wollen ? Darum ging es mir überhaupt nicht.

    Das Wort " Schatten " ist negativ konnotiert. Wenn ich sage : " Ich glaube Du hast einen Schatten " ist das etwas anderes als :" " Ich gehe in den Schatten.." "Ein Schatten auf meiner Seele ? " Der Schatten an sich ist neutral..

    Ja, und Unterschicht auch und warum ist sie negativ konnotiert ?
    In Spanien ist "Schatten" positiv konnotiert..

    Aber sollte man sich nicht einmal anschauen, was SPRACHE in den Köpfen bewirkt..

    Ich glaube aber nicht, dass eine Beschäftigung und ein Ab-lenken in die Richtung von übertriebenen political correctness gut ist.
    Das habe ich über..

    dieses Gegen-pc-Keule schwingen, obwohl das ja gestrig ist..

    Mich erschreckt, wenn ich lese wie wild ständig sprachlich alles mögliche wirr durcheinander geschmissen wird , was zu Wirrnis in den Köpfen führt. Das spürt man bei Stammtischgesprächen oder Kaminplaudereien..

    Warum Neko hast Du nun die Intention das nicht wahrhaben zu wollen, was so offfensichtlich ist ?

    Hörst und liest Du nicht, was sich Leute unter " Unterschicht " vorstellen ?

    Was interessiert mich " Charles Dickens und ein antik römischer Autor, wenn heute Studenten, Schreiberlinge in Zeitungen so schlampig oder manipulativ mit Sprache umgehen, was zu kritisieren NICHTS mit übertriebener politcal correctness zu tun hat..

    Was ist denn schon geschehen in den Köpfen ?

    Warum scheint man lieber schnell alles mögliche an den Haaren herbeizuzerren , anstatt zu überlegen, ob nicht doch etwas dran ist an dem was zig Leute zwickt ( Linguisten, Politiker, Journalisten ..)

    Ich brachte dieses Wort in diesen Strang, weil " Freiwillige Ausreise " schnell dazu dient Orwell zu bemühen und auf " oben " zu schimpfen. Hier sprach " das Volk " deutlich : und schickte vielfach das Wort als " Unwort " ein..
    Dass wir nun sagen : Blödsinn, das passt ja gar nicht, reicht mir nicht..

    Was wir aber TÄGLICH zu " Unterschicht " denken, sagen und fühlen, betrifft uns täglich und ich mache es mir nicht so einfach und suche mir wieder einen Schuldigen " oben ". Gerne auch die Medien, Privatsender etc. Jeder einzelne sollte mal reflektieren, wie sehr er schon beeinflusst ist.. aber das ist unbequemer als nur andere für Manipulateure entlarven, die man ja durchschaut habe..

    Ich will doch gar niemanden überzeugen ( wovon auch ? ) : ich bemerkte manches, dachte darüber nach.. andere auch : wer nicht : auch gut..

  7. Inaktiver User

    AW: unwort des Jahres

    Zitat Zitat von Yassia
    Abwrackprämie

    Ist für mich das absolute Unwort des Jahres. Wenn ich mich recht erinnere ist es eine Prämie gezahlt zur Absetzung älterer Mitarbeiter. Find ich ganz und gar unglaublich. Hört sich so an wie Subventionen zahlen für z. B. nicht benötigte Landwirtschaftsprodukte, die dann vernichtet werden. Leider muss aber noch dafür gezahlt werden, weil wir nicht wissen wohin damit.

    Allein dass es solche Prämien geben muss ist schon schlimm genug, aber dann auch noch ein solches Wort dafür...

    Ich habe es irgendwo gelesen, kann es aber leider nicht mehr wiederfinden. Meine Interpretation fußt also tatsächlich nur auf Bruchstücken. Aber so oder so ähnlich war es beschrieben, und ich reg mich immer noch auf, wenn ich dran denke.
    Wenn es dieses Wort wirklich gibt, dann muss ich dir völlig zustimmen!

  8. User Info Menu

    AW: unwort des Jahres

    Political correctness kennen die meisten leider nur aus der Parodie und als Schimpfwort. Leider.
    Ich fand die Bewegung von der Intention her und auch in vielen Ergebnissen gut. In Deutschland gab es leider schon das Schimpfwort "PC-Keule", bevor hier überhaupt einer wusse, was pc sein soll.

    Ich habe das mit dem "witzigen Beispiel für ein Problem der pc" durchaus sympathisierend gemeint. Gut, wenn man nicht meine Gedanken lesen kann, weiß man das nicht. Aber ich glaube nicht, dass ich mich so ausdrücke, dass man mich für einen verbalen Keulenschwinger hält. Diese Diffamierung ("pc-Keule") kam doch eh aus dem rechtsextremen Lager, wenn ich mich richtig erinnere.

  9. Inaktiver User

    AW: unwort des Jahres

    Zitat Zitat von meta1
    ... heißt:

    Freiwillige Ausreise

    Ist, wer dieses "Unwort" verwendet, automatisch dann ein "Unmensch"??


    Als Unwort für das Jahr 2007 schlag ich vor: Unwort.

  10. Inaktiver User

    AW: unwort des Jahres

    Zitat Zitat von neko
    Political correctness kennen die meisten leider nur aus der Parodie und als Schimpfwort.
    Vielleicht verstehen hier alle unter "PC" völlig verschiedene Dinge?

    Soweit ich mich erinnere, begann man die Idee der "Political Correctness" Ende der 80er in der US-Presse zu thematisieren.

    Ich denke, bei "PC" geht es nicht um Grundregeln der Höflichkeit oder sowas... sondern um Kontrolle und Herrschaft, um semantische Vorzensur; nämlich um die Ausübung von Herrschaft durch bestimmte ideologisch orientierte Kreise mit dem Mittel der semantischen Zwangskontrolle. Im Kern ist "PC" nichts anderes als die "LTI", die Lingua Tertii Imperii.
    "PC" bedeutet, daß gewisse Worte/Zusammenhänge – unabhängig von ihrer Stichhaltigkeit - nicht mehr ausgedrückt werden sollen/dürfen, weil alle diesbezüglichen Ausdrucksmittel von irgendwem als "politisch inkorrekt" gebrandmarkt/verboten werden/wurden.

    Die Alternative zu "Political Correctness" ist auch nicht das sprichwörtliche "Stammtischgebrüll"... sondern die freie Rede freier Menschen!

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