Eben!Zitat von Inaktiver User
Wenn ich mal auf Deine Äusserung:
... eingehe, muss man ja feststellen, dass kulturelle Verwarlosung nicht automatisch mit dem verfügbaren Einkommen zusammen hängen muss (in Zeiten der boomenden "New Economie" gabs reichlich Beispiele kultureller Verwarlosung im Kreise der Jung-Millionäre)Zitat von Inaktiver User
Insofern zählt ein Mensch mit einem Einkommen von z.B. >200.000 € p.a. (für mich) durchaus zur Unterschicht, sollte dieser soziale und kulturelle Kompetenz vermissen lassen.
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Thema: unwort des Jahres
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22.01.2007, 22:25Inaktiver User
AW: unwort des Jahres
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22.01.2007, 23:14Inaktiver User
AW: unwort des Jahres
Ich steh auf Unterschicht, denn bekanntlich schwimmt ja der Abschaum oben.
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23.01.2007, 00:02Inaktiver User
AW: unwort des Jahres
Unterschicht als soziologischer Begriff, ist ein Begriff, der keine Abwertung enthält. Er bezeichnet den einfachsten Rang in einer gesellschaftlichen Hierarchie
Zitat von Inaktiver User
Die " neue Unterschicht " besteht aus gescheiterten Anwälten, Achitekten, Niedrigverdienern oder Sozialhilfeempfänger. Ein ziemlich gemischtes Völkchen also, anders als das frühere Proletariat.. Und sicher nicht automatisch Konsumenten von " Unterschichtsfernsehen " ;-)..
Und es ist verwirrend und oft falsch benutzt , wenn die Rede ist oder von " Unterschichtsdebatte " oder Debatten um " Unterschichtsstudien ", in denen das Wort " Unterschicht überhaupt nicht vor kommt..
Diese Wort bedarf einfach einer neuen Betrachtung.. es wird sehr seltsam verwendet..
Dass nun auch noch ein sich "prollig" verhaltender Gutverdiener " Unterschicht " sein soll, wenn ich Dich Baselitz richtig verstanden habe, bestätigt mich in meiner Meinung.
Aus einem Begriff, der keine Abwertung enthält, wurde oftmals ein ab-wertender : einer für gefühls- und kulturverwahrloste Menschen..
eben, die Konsumenten des " Unterschichtsfernsehens " und eben die, die in der Debatte um die " Unterschichtsstudie " wie sie in Gazetten genannt wurde, behandelt werden sollen, in der das Wort " Unterschicht " überhaupt nicht vorkommt.
Das meinte ich mit verquer und wild durcheinander..
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23.01.2007, 00:45Inaktiver User
AW: unwort des Jahres
Ok, vielleicht soll das Unwort des Jahres nicht unbedingt eine sprachliche Stilblüte sein, sondern ein vor allem in den Medien häufig falsch interpretiertes Wort oder besser noch eine Wortschöpfung.
Das diesjährige hat für mich aber keine besondere Brisanz. Es ist kein Geheimnis, dass viele Menschen aus ärmeren Ländern anstreben in die reicheren zu kommen, und dabei den Weg über Asylschiene suchen. Nicht wenige haben auch Erfolg damit, wenn dann einige scheitern und mehr oder weniger freiwillig wieder gehen, ist das doch ein völlig normaler Vorgang.
Ich hätte mir ein besseres Unwort gewünscht, doch spontan fällt mir keines ein, vielleicht später.
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23.01.2007, 03:04Inaktiver User
AW: unwort des Jahres
'Unter " Unterschicht " verstehen eben heute manche " die neue Unterschicht "
Mit der ideologisierenden Sicht, die Leute gerne als " Prolls " bezeichnet .. !
Bezeichnend ist die Panik der Mittel-, oder Oberschicht vor der die sie klassifizierenden Unterschicht, sie könnten aufbegehren.
Interressant ist doch, die Unterschicht begreift dieses Wort nicht als Unwort des Jahres, sie sehen es so. Was also ist für die Unterschicht das Unwort des Jahres? Bestimmt nicht Managergehälter, die sind ihnen eh ferner liefen.
Ich bin mir sicher, es hat was mit Arroganz zu tun.
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23.01.2007, 03:12
AW: unwort des Jahres
Ich glaube, eine negative Konnotation hing diesem Begriff schon immer an, auch wenn er selbst nur eine "Koordinatenangabe" ist.
Zitat von Inaktiver User
Lese gerade einen antiken römischen Autor, und da ist "das niedere Volk" ganz selbstverständlich "schamlos". Die Intention ist nicht einmal bösartig, denn der Autor fühlt sich auch dieser Bevölkerungsgruppe verpflichtet. Eher könnte man sogar sagen, er verwendet "schamlos" einfach als eine Beschreibung.
Unter, vereinfacht gesagt, aufklärerischen und sozialdemokratischen Idealen hat man eine Zeitlang versucht, den Begriff wertneutral zu sehen, und "die Unterschicht" als etwas, das man mit pädagogischen Bemühungen beseitigen kann und wird.
Wahrscheinlich ist die Aufmerksamkeit, die der Begriff neuerdings erregt, ein Zeichen der Frustration.
Ich denke, zu dem Selbstbild der Deutschen hat gehört, dass solche Relikte wie soziale Ungerechtigkeit und Benachteiligung ganz selbstverständlich beseitigt werden, jedes Jahr ein wenig mehr - Stichworte Lernmittelfreiheit, Schulen und Universitäten für alle, usw..
Jetzt herrscht allerdings gerade Stagnation und Rückschritt, das ist natürlich irritierend, milde gesagt.
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23.01.2007, 03:47Inaktiver User
AW: unwort des Jahres
Typisch Deutsch ist der Klassenkampf..
Und wir sind alle so verwundert, wenn Länder wie Finnland uns lächelnd überholen; wir winken. und Gott behüte, wir bleiben bei unseren Traditionen!
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23.01.2007, 06:56
AW: unwort des Jahres
Ich dachte immer, dass das Unwort des Jahres vor allem deswegen gewählt wird, weil es sprachlich unangemessen ist, manipulativ ist, bzw. damit manipuliert, dass man mit den Teilen des Wortes an sich etwas bestimmtes assoziiert und dass man dann daher auch mit dem neuen Wort dieses bestimmte assoziiert, obwohl das eben gar nicht so ist, wie es z.B. beim "Entsorgungspark" der Fall war, wo man eben einen "Park" und die damit verbundenen Annehmlichkeiten assoziieren sollte.
Von daher finde ich "Unterschicht" kein gutes "Unwort" des Jahres. Denn es bezeichnet das, was man damit gemeint hat. Dass es 2006 dazu benutzt wurde, unangemessen elitär über andere Bevölkerungsgruppen zu reden, steht auf einem anderen Blatt. Das Wort selber ist nicht "Unwort".
Für mich immer noch der beste Kandidat für das "Unwort" ist der "Pädophile", also wörtlich der, der "Kinder mag". Leider kann man den nicht vorschlagen, weil es keine Wortneuschöpfung ist.
Kottan: "I rauch ned, i trink ned und i hob nix mit andere Frauen"
Elvira: "Gar koan Fehler?"
Kottan: "Doch, i liag manchmal"
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Profilbild © Analuisa
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23.01.2007, 08:35
AW: unwort des Jahres
Ob nun "freiwillige Ausreise" oder "Unterschicht" für mich bringen diese Begriffe eine gewisse Arroganz zu Tage, die Arroganz derer, die von bestimmten Problemen nicht betroffen sind und gemütlich auf ihrem Sessel sitzen, nichts von den Problemen anderer Menschen wissen, oder wissen wollen, oder verstehen (wollen).
Und beides sind für mich Begriffe, die auch eine Portion Rassismus beinhalten, sei dies nun den ausländischen Mitbürgern gegenüber oder den Menschen, denen es finanziell schlechter geht.da ich meinen Blog nicht mehr erwähnen darf, das sei Werbung, ich weiß zwar nicht, wieso das Werbung sein sollte, aber gut. Also, ich habe einen Strickblogcarpe diem
Alles wird gut
Lieber groß gemustert, als keinkarriert
BVB 
Cuba oder Kuba
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23.01.2007, 09:32Inaktiver User
AW: unwort des Jahres
Sehr viele Menschen aus Deutschland schickten dieses Wort ein, weil es ihnen heutzutage als " Unwort " erscheint.
DAS finde ich interessanter, als die Meinung anderer ( oder meine ) ob dies eins sei.. Und das, was nun hier einige an Gedanken zu diesem Begriff schreiben finde ich auch spannend... Warum das Wort trotz häufiger Nennung NICHT nicht von der Jury genommen wurde, obwohl so oft eingesandt, erklärte der Juror Schlösser, den ich zitierte.
Vieles läuft aber darauf hinaus, dass der Begriff abwertend benutzt wird. Negativ konnoniert, klingt natürlich eloquenter...ist aber genauso übel.. und den BLICK auf einen antik römischen Autor , der gar nicht bösartig von " Schamlosigkeit " der " niederen schicht " spricht, der er doch zugeneigt ist, finde ich auch interessant. Was heißt eigentlich " Unterschicht auf antik römisch ? Unten ist unten und " niedere Schicht, ist schon wertend. Auch das kann man im soziologischen Wörterbuch nachlesen, das dem römischen Autor aber noch nicht zur Verfügung stand.. ;-)
Den arbeitslosen Akademker, den pleitegegangen Dr. Fritz-Franz wird das sicher alles nicht trösten.. ;-) auch nicht, dass der Antikrömer das ganz lieb gemeint hat ;-))..
Nein, ernsthaft : Der alleinerziehende Frau , dem alleinerziehende Mann, Kinder in Armut wird das sich NICHT gefallen, wie der Blick auf " Unterschicht " heute ist..
All das was sich hier auch herauskristallisiert.
In manchen Kulturen wird nicht einmal die unterste Unterschicht negativ gewertet.
In der heutigen Zeit ist, wenn in den Medien die Rede von " Unterschicht " ist, ist einfach oftmals die Rede von " den neuen Proleten " die sich " der deutschen Leitkultur verweigern.."
Warum das Wort NICHT gewählt wurde, erläuterte ich, in dem ich den Juroren Schlösser zitierte.
Und natürlich ist Pädophil übersetzt missverständlich, doch wer kann das schon übersetzen ? Was ist denn mit " Kinderpornographie ". Mir fiel es auf, dass als davon im Radio die Rede war, mein kleiner Sohn die Ohren spitzte, ich schnell abschaltete und mir bewusst war, dass es ja auch Kinderspielzeug, KinderCDs , Kinderüberraschung gibt.. und mein Söhnchen wohl mutmaßte, dass das etwas Interssantes für ihn sei..
Dass ich nicht allein mit meinen disparat anmutenden Gedankengängen bin, zeigte mir einiges, was die Lingustin B. dazu sagte...und diese beschäftigte sich sicher schon intensiver als ich nun anlässich der gehäuften Einsendungen des Wortes damit..
Auch diverse Diskussionen in der Presse um " die neue Unterschicht "
http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Unterschicht
Und dass die Leute, der " Unterschicht " kein Problem mit der Zuorndung haben, DAS bezweifle ich sehr, gerade wenn ich hier auch lese, in welche ab-wertende Richtung
der Begriff benutzt wird..
Unterschicht gleich : " bildungsferne Schicht" gleich " die neuen Prolls " ?
Und das heuzutage bei den vielen Arbeitslosen, bei der " die Unterschicht " aus immer mehr Akademikern und Menschen, die angestürzt sind oder niemals " oben " waren, besteht ?
Dieser Blick müsste sich ändern, so wie für manche der " Ausländer " oftmals der ungebildete arme, bemitleidenswerte Mensch aus Hinteranatolien ist. Das wird gerne auch im Zusammenhang der als drei As benutzt : Arme. Arbeitslose, Ausländer..
Ich finde eine solche Gedankenlosigkeit ..auch durch SPRACHE ausgedrückt, durchaus bedenkenswert..
und verstehe Meta, die darin Arroganz und Indifferenz mancher Menschen fühlt..


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