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    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von minouminou Beitrag anzeigen
    Wer allerdings so lange Nachdenkt, bis die anderen Fakten geschaffen haben, hat sich leider das Heft aus der Hand nehmen lassen und hat als Führungsfigur versagt.
    Merkel mangelnde Führung vorzuwerfen, ist jenseits jeder objektiven Betrachtung.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

  2. gesperrt

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    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    ...
    Von der Hand in den Mund, völlig perspektivelos, Angst vor Jobverlust inbegriffen. Familien- und planungsfeindlich, wie es besser nicht mehr geht. Altersvorsorge wird damit auch unmöglich gemacht ...
    Alles wahr, aber zumindestens finanziell gesehen muss sich ein Mindestlöhner vor Jobverlust nicht fürchten.

    Das Lohnabstandsgebot (wer überhaupt irgendwie erwerbsarbeitet, soll mehr Geld haben, als jemand, der nicht erwerbsarbeitet) ist eben nur noch dadurch erreichbar, dass man den Mindestlohn erhöht. Denn Hartz4 senken geht nicht mehr.
    Aber selbst das bezweifeln viele.

    ... Die Führung Großparteien weiß längst, dass ein radikaler Wechsel im Arbeitsleben, wie wir es gewohnt sind, ansteht. Es werden sich noch ganz andere Strukturen ändern. Konzepte habe ich bisher von keiner Partei gesehen.
    Es betrifft eben nicht allein das Arbeitsleben.
    Zunächstmmal muss das Problem zum Problem aller gemacht werden, statt es mehrheitlich aktuell oder ehemals abhängig Beschäftigten zu belassen.

    Ideen wie
    - Erhöhung des Mindestlohns auf ein Niveau, mit dem die Mindestrente gesichert wäre
    - gleiche Besteuerung von Erwerbs- und Kapitaleinkünften, angemessenere Unternehmensbesteuerung
    - steuerfinanzierte Bürgerversicherung (Rente, Krankheit, Erwerbslosigkeit) für Selbständige, Freiberufler, Beamte, Politiker
    - ernsthafte Bekämpfung von Schwarzarbeit jnd Steuerhinterziehung
    -Reform von Vermögens- und Erbschaftssteuern
    - situationsadäquate Arbeitszeitkonzepte (statt 1,308 Mia. Überstunden in 2015, die Hälfte unbezahlt!)
    - Beschränkung von befristeten Arbeitsverträgen sowie Leih- und Zeitarbeit auf das, wofür sie eigentlich mal gedacht waren ("Starten neuer Geschäftsfelder", Kapazitätsspitzen sowie absehbar längerfristiges Fehlen von Stammmitarbeitern)

    sehe ich ganz klar im Kontext der Reaktion auf den Verlust von lebensunterhaltssichernden Arbeitsplätzen.

    Denn erstens würde die Finanzierung des Staates solidarischer, sprich, es würden auch tatsächlich mal substantielle Entlastungen der unteren und mittleren Einkommen möglich (auch sinnvoll, da diese am effektivsten die Binnennachfrage erhöhen).

    Zweitens würden die direkte Kopplung von Arbeitskosten und Kosten der Sozialsysteme aufgegeben.

    Drittens würden so neue Arbeitsplätze geschaffen.
    Zunächst bei Zoll und Finanzämtern. Und dann:
    2016 wurden 330 Mia. oder 10,4% des Bruttoinlandsproduktes in Schwarzarbeit erwirtschaftet.
    Könnte auch nur ein Viertel davon in den legalen Wirtschaftskreislauf überführt werden könnten, welch ein Zugewinn an Arbeitsplätzen, Beiträgen zu den Sozialversicherungen, Steuern!

    Es gibt bzw. gäbe also Konzepte. Nur nicht bei den großen Parteien und noch nicht im großen Kontext orchestriert vorgestellt.

    Wohl deshalb nicht, weil man dazu eben klar sagen müsste:
    1. Es gibt bereits jetzt nicht mehr für jeden einen lebensunterhaltssichernden Arbeitsplatz.
    2. In Zukunft wird es noch weniger lebensunterhaltssichernde Arbeitsplätze geben.

    Dann aber würde eine gesellschaftliche Debatte starten, deren Ergebnis wohl lauten müsste:
    Arbeit (Zeit und Einkommen) und Vermögen einerseits, die Kosten unseres Gemeinwesens andererseits müssen anders verteilt werden, weil es keine Zuwächse mehr geben wird, um den Bestand der gegenwärtigen Strukturen zu sichern.

    Sprich, es begänne das große Aufräumen mit politischen, gesellschaftlichen und privaten Lebenslügen.

    Fragt sich, warum die kleineren Parteien wie LINKE und Grüne, die derlei in ihren Programmen haben, sich scheuen, dass Ganze wie oben klar darzustellen.
    Vermutlich, weil solche Botschaften als echtes Wählerstimmengift angesehen.

  3. Inaktiver User

    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Da stimm ich dir zu. Abschaffung der Pendlerpauschale und des Dienstwagenprivilegs...

  4. gesperrt

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    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Merkel mangelnde Führung vorzuwerfen, ist jenseits jeder objektiven Betrachtung.
    Merkel muss sich erklaren: Warum will sie Kanzlerin bleiben?

    Ich gebe zu, die Meinung, dass Merkel nur reagiert und nie agiert, habe ich hier gelesen.

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    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von Kistenkumpel Beitrag anzeigen
    Es gibt bzw. gäbe also Konzepte. Nur nicht bei den großen Parteien und noch nicht im großen Kontext orchestriert vorgestellt.

    Wohl deshalb nicht, weil man dazu eben klar sagen müsste:
    1. Es gibt bereits jetzt nicht mehr für jeden einen lebensunterhaltssichernden Arbeitsplatz.
    2. In Zukunft wird es noch weniger lebensunterhaltssichernde Arbeitsplätze geben.

    Dann aber würde eine gesellschaftliche Debatte starten, deren Ergebnis wohl lauten müsste:
    Arbeit (Zeit und Einkommen) und Vermögen einerseits, die Kosten unseres Gemeinwesens andererseits müssen anders verteilt werden, weil es keine Zuwächse mehr geben wird, um den Bestand der gegenwärtigen Strukturen zu sichern.
    .
    Wenn man diese Ansicht so vertritt , dann müsste man sich ja ziemlich deutlich gegen jegliche Migration nach D aussprechen.Diese wäre für das von dir beschriebene Szenario letztlich im großem Stil kontraproduktiv.Höchstens könnte man da an eine Art vorübergehendes Asyl oder dergleichen denken.

    Nina

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    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Im GG und das ist die Voraussetzung dafür, welches im StGB ausführlich beschrieben ist. Sonst hätten wir unter Umständen ein Strafrecht das der Willkür entspricht.
    Teilweise richtig. Das erste Strafgesetzbuch trat 1872 in Kraft und ist seither mit vielen Änderungen immer noch in Kraft. Die damalige Fassung stimmte im Wesentlichen mit dem Strafgesetzbuch für den Norddeutschen Bund vom 31. Mai 1870 überein, das seinerseits auf dem Preußischen Strafgesetzbuch von 1851 basiert, dessen Vorarbeiten 1826 begannen.

    Und die Grundsätze des Strafrechts stammen aus dem Römischen Reich: Keine Strafe ohne Gesetz, ein Rückwirkungsverbot, Schuldfähigkeitsprüfung usw.

    wichtige Ergänzung:
    in einem Artikel greift das GG direkt in das Strafrecht ein:
    Art 102 : Die Todesstrafe ist abgeschafft.
    Geändert von Opelius (02.09.2017 um 16:35 Uhr) Grund: wichtige Ergänzung
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  7. gesperrt

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    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Teilweise richtig. Das erste Strafgesetzbuch trat 1872 in Kraft und ist seither mit vielen Änderungen immer noch in Kraft. Die damalige Fassung stimmte im Wesentlichen mit dem Strafgesetzbuch für den Norddeutschen Bund vom 31. Mai 1870 überein, das seinerseits auf dem Preußischen Strafgesetzbuch von 1851 basiert, dessen Vorarbeiten 1826 begannen.

    Und die Grundsätze des Strafrechts stammen aus dem Römischen Reich: Keine Strafe ohne Gesetz, ein Rückwirkungsverbot, Schuldfähigkeitsprüfung usw.
    Nicht zu vergessen, das Analogieverbot!

    Will sagen: Nur was positiv im Gesetz steht darf angewendet werden, der Richter darf keine Analogien ziehen, wie er das z.B. im Zivilrecht bei Regelungslücken unproblematisch darf.

  8. Inaktiver User

    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von Xarin Beitrag anzeigen
    Wenn man diese Ansicht so vertritt , dann müsste man sich ja ziemlich deutlich gegen jegliche Migration nach D aussprechen.Diese wäre für das von dir beschriebene Szenario letztlich im großem Stil kontraproduktiv.Höchstens könnte man da an eine Art vorübergehendes Asyl oder dergleichen denken.
    Das wäre doch nur von Interesse, wenn die Wirtschaft belastet würde.

    Dem ist aber nicht so. Im Gegenteil, die Containerindustrie konnte sich als erste freuen, und weitere werden folgen. Was also soll daran jetzt falsch sein, bloß weil ein paar Bürger rummaulen.

  9. gesperrt

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    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...
    Zum Thema "Wie sieht Arbeit in da Jahren": Das ist nicht losgelöst von der Weltwirtschaft zu betrachten.

    Was stellt Ihr, Kistenkumpel und ganda, Euch vor? Das bedingungslose Grundeinkommen? Dann diskutiert dies und nennt das Kind beim Namen.
    Bei mir kann sich doch niemand beschweren, ich würde nix beim Namen nennen.
    Das BGE ist noch Zukunftsmusik.
    Aber die Instrumente, die man auch dafür bräuchte, können und müssen wir jetzt schaffen.

    Und schön, dass Du auf die globalistere Weltwirtschaft hinweist.

    Denn selbst, wenn es in D gelänge, Vollbeschäftigung und ein Wirtschaftstum zu erreichen, welches eine Laufzeitverlängerung der aktuellen Vermögenskonzentration sowie der Renten-, Kranken- und Erwerbslosensysteme etc. ermöglichte:
    Wer soll denn die ganze Produkte und Dienstleistungen, die wir dann produzieren würden, kaufen?

    Wachstum hier geht immer mit Minder- oder Minuswachstum woanders einher. Das bewirkt und verschärft dort letztlich sozialen Unfrieden (politisch-ideologische Radikalisierung, Diktaturen, Bürgerkriege, Terrorismus etc.), Armut und Hunger dort.

    So stoppt man aber weder aufkeimenden Nationalismus (womöglich Krieg um natürliche Resourcen oder wirtschaftlichen Einfluss) noch den Zustrom von Menschen aus anderen Ländern, die beispielsweise hierher kommen, um Schutz für Leib und Leben und/oder ihr wirtschaftliches Glück zu suchen.

    Verzeiht mir die Binse:
    Die Frage des 21. Jahrhunderts ist die Verteilungsfrage - lokal, regional, national, international, global.
    Und wer jetzt schon viel hat, wird gewaltfrei kaum noch mehr bekommen, sondern abgeben müssen.

    Aber schon klar, wer dies alles "nicht so sieht", macht halt weiter wie bisher.
    Ich verstehe auch grundsätzlich, dass die, die jetzt schon viel haben, also effektiv abgeben müssen, es lieber anders hätten.
    Fragt sich nur, wie das gehen soll.

    Ganz ehrlich, mich mutet das Ganze seit Anfang der 2000er an wie:
    "Ich raffe noch schnell zusammen, was immer ich kann, bevor es knallt. Denn je höher mein Wohlstandsniveau dann ist, desto weniger tief falle ich."

    Ersteres halte ich für unklug, letzteres halte ich für einen Irrtum.

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    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das wäre doch nur von Interesse, wenn die Wirtschaft belastet würde.
    .
    Ganz ernsthaft- bei dieser Debatte beißen sich doch zwei Faktoren gegenseitig in den Schwanz.
    Entweder muss durch Zuwanderung - weil wegen der Abnahme der Bevölkerung usw- für Migration geworben werden
    oder ich argumentiere, daß es aufgrund diversen Wandels ( siehe zBsp Faktoren aus dem post von Kistenkumpel) es absehbar immer weniger Arbeitsplätze geben wird, welche einem die Existenz sichern können.
    Auf ganz kurze Sicht kann man mit diesen sich zwei ausschließenden Grundannahmen leben.
    Aber längerfristig ist das doch unvereinbar ?


    Nina

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