Antworten
Ergebnis 1.751 bis 1.760 von 2733
-
02.09.2017, 15:49
AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
-
02.09.2017, 16:03
AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?
Alles wahr, aber zumindestens finanziell gesehen muss sich ein Mindestlöhner vor Jobverlust nicht fürchten.
Das Lohnabstandsgebot (wer überhaupt irgendwie erwerbsarbeitet, soll mehr Geld haben, als jemand, der nicht erwerbsarbeitet) ist eben nur noch dadurch erreichbar, dass man den Mindestlohn erhöht. Denn Hartz4 senken geht nicht mehr.
Aber selbst das bezweifeln viele.
Es betrifft eben nicht allein das Arbeitsleben.... Die Führung Großparteien weiß längst, dass ein radikaler Wechsel im Arbeitsleben, wie wir es gewohnt sind, ansteht. Es werden sich noch ganz andere Strukturen ändern. Konzepte habe ich bisher von keiner Partei gesehen.
Zunächstmmal muss das Problem zum Problem aller gemacht werden, statt es mehrheitlich aktuell oder ehemals abhängig Beschäftigten zu belassen.
Ideen wie
- Erhöhung des Mindestlohns auf ein Niveau, mit dem die Mindestrente gesichert wäre
- gleiche Besteuerung von Erwerbs- und Kapitaleinkünften, angemessenere Unternehmensbesteuerung
- steuerfinanzierte Bürgerversicherung (Rente, Krankheit, Erwerbslosigkeit) für Selbständige, Freiberufler, Beamte, Politiker
- ernsthafte Bekämpfung von Schwarzarbeit jnd Steuerhinterziehung
-Reform von Vermögens- und Erbschaftssteuern
- situationsadäquate Arbeitszeitkonzepte (statt 1,308 Mia. Überstunden in 2015, die Hälfte unbezahlt!)
- Beschränkung von befristeten Arbeitsverträgen sowie Leih- und Zeitarbeit auf das, wofür sie eigentlich mal gedacht waren ("Starten neuer Geschäftsfelder", Kapazitätsspitzen sowie absehbar längerfristiges Fehlen von Stammmitarbeitern)
sehe ich ganz klar im Kontext der Reaktion auf den Verlust von lebensunterhaltssichernden Arbeitsplätzen.
Denn erstens würde die Finanzierung des Staates solidarischer, sprich, es würden auch tatsächlich mal substantielle Entlastungen der unteren und mittleren Einkommen möglich (auch sinnvoll, da diese am effektivsten die Binnennachfrage erhöhen).
Zweitens würden die direkte Kopplung von Arbeitskosten und Kosten der Sozialsysteme aufgegeben.
Drittens würden so neue Arbeitsplätze geschaffen.
Zunächst bei Zoll und Finanzämtern. Und dann:
2016 wurden 330 Mia. oder 10,4% des Bruttoinlandsproduktes in Schwarzarbeit erwirtschaftet.
Könnte auch nur ein Viertel davon in den legalen Wirtschaftskreislauf überführt werden könnten, welch ein Zugewinn an Arbeitsplätzen, Beiträgen zu den Sozialversicherungen, Steuern!
Es gibt bzw. gäbe also Konzepte. Nur nicht bei den großen Parteien und noch nicht im großen Kontext orchestriert vorgestellt.
Wohl deshalb nicht, weil man dazu eben klar sagen müsste:
1. Es gibt bereits jetzt nicht mehr für jeden einen lebensunterhaltssichernden Arbeitsplatz.
2. In Zukunft wird es noch weniger lebensunterhaltssichernde Arbeitsplätze geben.
Dann aber würde eine gesellschaftliche Debatte starten, deren Ergebnis wohl lauten müsste:
Arbeit (Zeit und Einkommen) und Vermögen einerseits, die Kosten unseres Gemeinwesens andererseits müssen anders verteilt werden, weil es keine Zuwächse mehr geben wird, um den Bestand der gegenwärtigen Strukturen zu sichern.
Sprich, es begänne das große Aufräumen mit politischen, gesellschaftlichen und privaten Lebenslügen.
Fragt sich, warum die kleineren Parteien wie LINKE und Grüne, die derlei in ihren Programmen haben, sich scheuen, dass Ganze wie oben klar darzustellen.
Vermutlich, weil solche Botschaften als echtes Wählerstimmengift angesehen.
-
02.09.2017, 16:07Inaktiver User
AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?
Da stimm ich dir zu. Abschaffung der Pendlerpauschale und des Dienstwagenprivilegs...
-
02.09.2017, 16:11
AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?
Merkel muss sich erklaren: Warum will sie Kanzlerin bleiben?
Ich gebe zu, die Meinung, dass Merkel nur reagiert und nie agiert, habe ich hier gelesen.
-
02.09.2017, 16:20
AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?
Wenn man diese Ansicht so vertritt , dann müsste man sich ja ziemlich deutlich gegen jegliche Migration nach D aussprechen.Diese wäre für das von dir beschriebene Szenario letztlich im großem Stil kontraproduktiv.Höchstens könnte man da an eine Art vorübergehendes Asyl oder dergleichen denken.
Nina
-
02.09.2017, 16:21
AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?
Teilweise richtig. Das erste Strafgesetzbuch trat 1872 in Kraft und ist seither mit vielen Änderungen immer noch in Kraft. Die damalige Fassung stimmte im Wesentlichen mit dem Strafgesetzbuch für den Norddeutschen Bund vom 31. Mai 1870 überein, das seinerseits auf dem Preußischen Strafgesetzbuch von 1851 basiert, dessen Vorarbeiten 1826 begannen.
Und die Grundsätze des Strafrechts stammen aus dem Römischen Reich: Keine Strafe ohne Gesetz, ein Rückwirkungsverbot, Schuldfähigkeitsprüfung usw.
wichtige Ergänzung:
in einem Artikel greift das GG direkt in das Strafrecht ein:
Art 102 : Die Todesstrafe ist abgeschafft.Geändert von Opelius (02.09.2017 um 16:35 Uhr) Grund: wichtige Ergänzung
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
-
02.09.2017, 16:29
AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?
-
02.09.2017, 16:31Inaktiver User
AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?
-
02.09.2017, 16:43
AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?
Bei mir kann sich doch niemand beschweren, ich würde nix beim Namen nennen.
Das BGE ist noch Zukunftsmusik.
Aber die Instrumente, die man auch dafür bräuchte, können und müssen wir jetzt schaffen.
Und schön, dass Du auf die globalistere Weltwirtschaft hinweist.
Denn selbst, wenn es in D gelänge, Vollbeschäftigung und ein Wirtschaftstum zu erreichen, welches eine Laufzeitverlängerung der aktuellen Vermögenskonzentration sowie der Renten-, Kranken- und Erwerbslosensysteme etc. ermöglichte:
Wer soll denn die ganze Produkte und Dienstleistungen, die wir dann produzieren würden, kaufen?
Wachstum hier geht immer mit Minder- oder Minuswachstum woanders einher. Das bewirkt und verschärft dort letztlich sozialen Unfrieden (politisch-ideologische Radikalisierung, Diktaturen, Bürgerkriege, Terrorismus etc.), Armut und Hunger dort.
So stoppt man aber weder aufkeimenden Nationalismus (womöglich Krieg um natürliche Resourcen oder wirtschaftlichen Einfluss) noch den Zustrom von Menschen aus anderen Ländern, die beispielsweise hierher kommen, um Schutz für Leib und Leben und/oder ihr wirtschaftliches Glück zu suchen.
Verzeiht mir die Binse:
Die Frage des 21. Jahrhunderts ist die Verteilungsfrage - lokal, regional, national, international, global.
Und wer jetzt schon viel hat, wird gewaltfrei kaum noch mehr bekommen, sondern abgeben müssen.
Aber schon klar, wer dies alles "nicht so sieht", macht halt weiter wie bisher.
Ich verstehe auch grundsätzlich, dass die, die jetzt schon viel haben, also effektiv abgeben müssen, es lieber anders hätten.
Fragt sich nur, wie das gehen soll.
Ganz ehrlich, mich mutet das Ganze seit Anfang der 2000er an wie:
"Ich raffe noch schnell zusammen, was immer ich kann, bevor es knallt. Denn je höher mein Wohlstandsniveau dann ist, desto weniger tief falle ich."
Ersteres halte ich für unklug, letzteres halte ich für einen Irrtum.
-
02.09.2017, 16:46
AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?
Ganz ernsthaft- bei dieser Debatte beißen sich doch zwei Faktoren gegenseitig in den Schwanz.
Entweder muss durch Zuwanderung - weil wegen der Abnahme der Bevölkerung usw- für Migration geworben werden
oder ich argumentiere, daß es aufgrund diversen Wandels ( siehe zBsp Faktoren aus dem post von Kistenkumpel) es absehbar immer weniger Arbeitsplätze geben wird, welche einem die Existenz sichern können.
Auf ganz kurze Sicht kann man mit diesen sich zwei ausschließenden Grundannahmen leben.
Aber längerfristig ist das doch unvereinbar ?
Nina



Zitieren