Antworten
Seite 112 von 274 ErsteErste ... 1262102110111112113114122162212 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1.111 bis 1.120 von 2733
  1. Moderation

    User Info Menu

    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Doch, das ist neu. Früher versuchten Parteien, ihren Markenkern zu wahren und orientierten sich in ihren politischen Änderungen daran.

    Inzwischen ist alles nur noch ein Einheitsbrei, übrigens nicht nur in D.
    Dann schau dir den "Markenkern" der SPD oder der Grünen an. So viel Anpassung und Konzeptänderung (Agenda 2010), dass es wirklich nicht auf die CDU beschränkt ist.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Merkel macht das auch schon eine Weile insofern hast Du recht. Ganz früher war das aber noch anders ,da gab es schon noch Postionen und nicht so ein Einheitsmischmasch.
    Kann aber auch daran liegen, dass die Welt nicht stehengeblieben ist. Die politischen Konzepte sind heute zwangsläufig andere als früher. Erst seit die Schere so klafft, besinnt sich eine SPD z.B. wieder auf ihre alte Rolle, Arbeitnehmerpositionen zu vertreten.

    Und ich erinnere mich an Forderungen (bin ich auch dabei), die bei den wichtigsten Punkten im Land Gesamtlösungen und nicht kleinliches Parteigestreite verlangten.
    *
    Der Adler fängt keine Mücken.


    'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit


    Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
    Arnulf Rating

  2. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ... Deutschland hat eine extrem hohe Exportquote, die von der EU und vielen anderen Ländern kritisiert wird. Es wird verlangt, D müsse die Binnenkonjunktur stärker ankurbeln, damit dieses Ungleichgewicht korrigiert würde.

    Genau das ist in der Flüchtlingskrise passiert. Der deutsche Staat nahm für die Flüchtlinge bisher 20 Milliarden Euro in die Hand und belebte damit die Binnenkonjunktur. ...
    Wenn dies das Ziel gewesen wäre (was nicht war), hätte die Regierung das einfacher und nachhaltiger (, langfristig vermutlich sogar billiger) haben können:
    1. Erhöhung des Mindestlohnes auf € 12,00/h ohne Ausnahmen (kostet den Staat selbst erst mal fast nichts und beschert dann höhere Einkommens - und vor allem Verbrauchssteuereinnahmen)
    2. Erhöhung der gegenwärtigen Mindestrenten (sofortige Erhöhung der Verbrauchssteuereinnahmen)
    3. Erhöhung des Hartz4-Satzes (sofortige Erhöhung der Verbrauchssteuereinnahmen)

    Geändert von Kistenkumpel (21.08.2017 um 16:24 Uhr)

  3. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von Xarin Beitrag anzeigen
    In welchen Kontext kann man den Inhalt dieses Artikels setzen ?

    Subventionen: Staatshilfen um funf Milliarden Euro gestiegen | ZEIT ONLINE

    Seit Antritt der großen Koalition vor vier Jahren sind die direkten und indirekten staatlichen Subventionszahlungen an die Privatwirtschaft einem Bericht zufolge stark gestiegen: Inzwischen wende der Bund dafür jährlich mehr als 25 Milliarden Euro aus Steuermitteln auf, ... ...
    Und in den 25 Mia. sind ja noch nicht mal alle Subventionen an die Privatwirtschaft enthalten. Lohnaufstockungen fehlen beispielsweise, obwohl diese letztlich nur den Unternehmen nutzen, die sich weigern, den eigenen Beschäftigten einen dem Gesetz nach hinreichenden Lohn zu zahlen.
    Geändert von Kistenkumpel (21.08.2017 um 16:24 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Erst seit die Schere so klafft, besinnt sich eine SPD z.B. wieder auf ihre alte Rolle, Arbeitnehmerpositionen zu vertreten.
    Gerade habe ich den schönen Spruch gelesen "Die SPD entdeckt seit 155 Jahren die soziale Frage immer wieder neu, ohne sie zu lösen."

    Das ist wirklich treffend auf den Punkt gebracht.

  5. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    ...
    Dass Parteien voneinander abkupfern, populäre Standpunkte kapern, die Resonanz beim Wähler gezeigt haben und ihre Programme ändern, ist doch nix Neues und weder auf Merkel noch auf die CDU beschränkt.
    Und das finde ich auch gut so.
    Denn letztlich geht es mir darum, dass die in den Augen der Wählerschaft richtigen, wichtigen Themen adressiert und die dazu mehrheitsfähigen Lösungen umgesetzt werden.

    Wenn nun bestimmte Themen und Probleme gar nicht adressiert werden, wie z. B. bis Ende der 1970er alle etablierten Parteien das Thema Ökologie verpennt hatten, dann ist es doch gut, wenn sie dies erkennen und korrigieren.
    Auch wenn CDUCSUSPDFDP damit den Grünen eines ihrer Gründungsthemen streitig gemacht haben.

    Selbes Spiel war es auch beim Mindestlohn.
    Der dümpelte jahrelang in irgendwelchen Kellergremien als "Müssten wir vielleicht mal drüber nachdenken und reden" herum.
    Erst als die Linke ihn zum Haupt(wahlkampf)thema gemacht hat und die SPD nachgezogen ist ("Endlich ein sozialdemokratisches Thema, dass die CDU/CSU jns nicht klauen wird ..."), ist der Mindestlohn von der SPD in den Koalitionsverhandlungen durchgesetzt und tatsächlich eingeführt worden.
    (OK, zu niedrig, aber immerhin ...)

    Das ist es doch, worauf es ankommt:
    1. Themen und Probleme, die die Wählerschaft bewegen, müssen auf die Tagesordnung. Setzen etablierte Parteien sie nicht auf die Agenda, machen das eben außerparlamentarische Bewegungen, Oppositions- oder Neuparteien.

    2. Positonen (Lösungsvorschläge) zu diesen Themen müssen dann formuliert und angeboten werden. (Das kann ja auch die Position sein: "Dieses Thema/Problem ist für unsere Partei keins, damit befassen wir uns nicht." Ggf. doof gelaufen, wenn ein Problem/Thema dann aber doch mehrheitich als relevant eingeschätzt wird - die FDP kann davon mindestens drei Lieder singen.)

    3. Ein Lösungsvorschlag bekommt die Mehrheit oder wird in Koalitonsgesprächen als Kompromiss ausgewählt/ausgehandelt und umgesetzt.

    Auch das ist meines Erachtens der Sinn von Opposition: alternative Themen oder Prioritäten setzen bzw. Lösungvorschläge propagieren.
    Denn nur Atmen und Sterben sind "alternativlos".


    Ist finde es schlecht, wenn Parteien sich neuen Themen, neuen Aspekten bekannter Themen oder neuen Lösungsansätzen verschliessen, nur weil "das bisher ein Thema oder eine Position des politischen Gegners war". Passiert für meinen Geschmack aber immer noch zu oft.

    Parteien müssen doch die Veränderung der Welt mindestens "mitgehen" und abbilden. Idealerweise sollten sie diese Veränderung sogar mitgestalten. Da kann also nicht viel statisch bleiben.

    Auch wenn es so manche Wählerschichten anscheinend stört oder schockiert, sich immer wieder mal mit (Partei-)Politik befassen zu müssen, weil man eben nicht darauf bauen kann, dass "die XYZ von 1970" noch für dasselbe steht und dasselbe will wie "die XYZ von 2017".

  6. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Gerade habe ich den schönen Spruch gelesen "Die SPD entdeckt seit 155 Jahren die soziale Frage immer wieder neu, ohne sie zu lösen."
    ...
    Tut der SPD historisch gesehen aber böses Unrecht.

    Und wenn wir schon so grob schnitzen, sollte erwähnt werden, dass die konservativ-liberalen Parteien immer noch nicht erkannt haben, dass es die soziale Frage überhaupt gibt.

  7. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...Doch, das ist neu. Früher versuchten Parteien, ihren Markenkern zu wahren und orientierten sich in ihren politischen Änderungen daran. ....
    Früher hatten Parteien keinen "Markenkern", sondern Grundsatzprogramme.
    Und die konnten nur deshalb länger Gültigkeit behalten, weil sich die Ramenbedingungen (a.k.a. Welt) nicht so schnell verändert haben, wie sie das heute tut.

    Ausserdem ist die CDU/CSU doch beispielsweise gesellschafts-, wirtschafts- und arbeitsmarktpolitisch noch voll auf dem alten Kurs:
    Träumt von Vollbeschäftigung, setzt weiter auf die immer leistungsschwächer werdenden, unsolidarischen Sozial- und Rentensysteme der Nachkriegszeit und denkt nicht im Traum daran, den politischen Einfluss von Wirtschaftsunternehmen zu begrenzen oder diese angemessener an den gesellschaftlichen Lasten zu beteiligen.

    Von so ein bisschen gleichgeschlechtlicher Ehe sollte man sich nicht blenden lassen.
    Auch die Haltung der Regierung in der Flüchtlingsfrage könnte man durchaus auch mehr wirtschaftsliberal und weniger "humanistisch-links-multikulti" deuten:
    "Shit, uns gehen demographisch à la longue womöglich die Arbeitslosen aus, die wir zum Lohndrücken brauchen. Und vielleicht kommen mit 1 Mio. Flüchtlingen ja auch ein paar Tausend brauchbare, junge Facharbeiter und Pflegekräfte ins Land, die wir jetzt sofort kostengünstig integrieren können."

  8. Inaktiver User

    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von Kistenkumpel Beitrag anzeigen
    Wenn dies das Ziel gewesen wäre (was nicht war), hätte die Regierung das einfacher und nachhaltiger (, langfristig vermutlich sogar billiger) haben können:
    1. Erhöhung des Mindestlohnes auf € 12,00/h ohne Ausnahmen (kostet den Staat selbst erst mal fast nichts und beschert dann höhere Einkommens - und vor allem Verbrauchssteuereinnahmen)
    2. Erhöhung der gegenwärtigen Mindestrenten (sofortige Erhöhung der Verbrauchssteuereinnahmen)
    3. Erhöhung des Hartz4-Satzes (sofortige Erhöhung der Verbrauchssteuereinnahmen)
    Natürlich hätte sie das. Es wäre nur nicht durchsetzbar gewesen.

    Beim Mindestlohn hätten die Wirtschaftsvertreter aufgeschrieen - und bei den kleinen Unternehmen mit wenigen Angestellten (Friseure etc) hätten sicher einige zusperren müssen. Wer ist denn bereit, beim Friseur noch mehr zu zahlen als jetzt schon?
    Es wären also Arbeitsplätze verloren gegangen.

    Auch die Idee mit den Mindestrenten finde ich gut - aber auch das wäre kaum realisierbar gewesen. Als Nahles die Mütterrente einführte, um die Unterschiede auszugleichen, wurde von manchen so getan, als ob das Deutschland in den Ruin treiben würde.

    Und natürlich wäre es auch sinnvoll, den Hartz4-Satz anzuheben. Das mehr gezahlte Geld ginge zu 100% in den Konsum.

    Aber bei allen diesen Themen hätte Merkel mit Widerstand in der eigenen Partei rechnen müssen. Und sie wollte dem Koalitionspartner, zu dessen Markenkern diese Themen gehören, den Erfolg sicher nicht überlassen.

    Die Ausgaben für die Flüchtlinge unterliegen der Macht des Faktischen: Die Leute sind da, also müssen sie alimentiert, untergebracht, ernährt und gebildet werden. Je mehr, desto besser.

    Wer wollte da etwas dagegen haben, ohne sich sofort als Unmensch zu outen? Der wirtschaftliche Effekt ist ähnlich, nur dass über das Thema nicht gestritten werden darf, weil sofort die Moralkeule kommt.
    Eigentlich eine geniale Strategie....^^

  9. Inaktiver User

    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von Kistenkumpel Beitrag anzeigen
    "Shit, uns gehen demographisch à la longue womöglich die Arbeitslosen aus, die wir zum Lohndrücken brauchen. Und vielleicht kommen mit 1 Mio. Flüchtlingen ja auch ein paar Tausend brauchbare, junge Facharbeiter und Pflegekräfte ins Land, die wir jetzt sofort kostengünstig integrieren können."
    Lol
    kostengünstig integrieren...wahrscheinlich weder das eine noch das andere...aber vielleicht geht es auch um den Erhalt der Jobcenterarbeitsplätze?
    Und wenn alle alles machen ,dann brauchen wir doch eigentlich auch nur eine Partei ,eine Meinung und wahrscheinlich nur die ,die Dir genehm ist . Wozu Wahlen ,kann man sich dann auch glatt sparen...kostet doch nur unnötig Geld ,was man sicher auch besser anders in den Sand setzen könnte?
    in China läufts doch so schlecht auch nicht .
    Ach ,wie einfach könnte es sein ,oder?

  10. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Vierte Amtszeit von Angela Merkel -eine gute Aussicht für Deutschland?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dass Deutschland neue qualifizierte Arbeitskräfte braucht, ist unbestritten. ...
    Die könnte D aber auch selbst ausbilden, statt zu versuchen, sie mehr oder weniger fertig ausgebildet aus Ländern abzuziehen, wo diese Leute für eine positive wirtschaftliche Entwicklung auch gebraucht würden.
    Aber schon klar, das würde die Unternehmen natürlich mehr kosten. Und den Staat auch, wenn er seine Aufgabe der allgemeinen Schulbildung ernster nähme und besser erfüllte.

    ... Jetzt muss nur noch für Deutschland ein Einwanderungsgesetz her, damit die richtigen Arbeitswilligen kommen. ...
    Dieses Gesetz ist in jedem Fall längst überfällig, wurde bisher aber grundsätzlich von CDU/CSU abgelehnt.

    ... Bei einer erhöhten Nachfrage nach Arbeitskräften wird es auch notwendig, die Bestimmungen des SGB 3 (Hartz4) zu novellieren, damit künftig Sozialhilfe auch 'passgenau' bei den Bedürftigen ankommt.
    Wenn nur noch die unverschuldeten Problemfälle Hartz4 Unterstützung erhalten (aber darum etwas mehr als bisher), wäre viel für den sozialen Frieden im Land getan.
    Du glaubst also, es gäbe eine hinreichende Nachfrage nach Arbeitskräften?
    Ich nämlich nicht und selbst die offiziellen Zahlen besagen eindeutig das Gegenteil:
    750.000 offenen Stellen stehen gut 2,5 Mio. Arbeitslose plus gut 3,5 Mio. Unterbeschäftige gegenüber.
    Und so erfreulich die Arbeitsmarktsituation im Moment auch ist, eine grundsätzlichen "Trend zum Besseren" vermute ich da nicht.

    Oder meinst Du, die nachhaltig hohe Nachfrage nach Arbeitskräften wäre "mit Wirtschaftswachstum herstellbar"?

    Auch das glaube ich nicht, denn in einer globalisierten Welt ist ein Wachstum hier immer ein Negativwachstum woanders ist.
    Unsere Exportüberschüsse, also die Abhängigkeiten unserer wirtschaftlichen Prosperität vom Export, sind aber schon jetzt extrem.

    Zudem wird immer mehr mit immer weniger Menschen produziert und dann exportiert (Automatisierung, Robotik, Digitalisierung). Sprich, die Zahl der lebensunterhaltssichernden Arbeitsplätze in D sinkt weiter.

    Auch darf man vermuten, dass unsere Monsterjobmaschine Autoindustrie in Zukunft wohl nicht mehr so viele Menschen ernähren können wird, weil nicht mehr soviele Autos gekauft werden und wir zudem einfach schon zu lange keine wirklich zukunftsfähigen Fahrzeuge mehr bauen.
    Und das ist ja nur ein Beispiel von vielen -keine Ahnung, was da die Hoffnung auf Wachstum oder auch nur Stagnation auf hohem Niveau nährt.

Antworten
Seite 112 von 274 ErsteErste ... 1262102110111112113114122162212 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •