Die Einlassung ist typisch für Dich. Alles ist positiv, Tolle Eltern haben nur tolle Kinder. Weshalb werden aber Kinder aus guten Häusern straffällig? Es ist ein typisch bürgerliches Vorurteil, dass Devianz immer von den Eltern verursacht wird. Bestes Beispiel ist Markus Gäfgen. Normales Elternhaus, gute Ausbildung und dann?
Kunden der Jugendjustiz sind aber in der Tat fast ausschließlich Kinder der Unterschicht. Eltern mit genug Geld können einiges für ihre straffällig gewordenen Kinder regeln. Die Kinder kommen dann halt nicht in ein Heim , sondern in ein Internat.
Solche Kinder klauen nicht aus Not, es geht nur um den Kick. Sie konsumieren Drogen nicht, um sich zu trösten, sondern weil es cool ist. Sie werden auch sexuell auffällig, nur da können Eltern einiges regeln, weil sie Entschädigungen für Opfer anbieten können.
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Ergebnis 241 bis 250 von 256
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23.10.2016, 09:38
AW: Urteil Gruppenvergewaltigung an einer 14-jährigem
Geändert von Opelius (23.10.2016 um 09:52 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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23.10.2016, 09:40
AW: Urteil Gruppenvergewaltigung an einer 14-jährigem
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Der Adler fängt keine Mücken.
'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit
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24.10.2016, 00:40Inaktiver User
AW: Urteil Gruppenvergewaltigung an einer 14-jährigem
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Wirklich gute Eltern, also Eltern, die als Eltern gut sind, ja, die haben in aller Regel auch erfolgreiche, fröhliche, lebenstüchtige usw. Kinder, die keinen Anlaß haben oder gar Spaß oder Genugtuung und Ähnliches empfinden, andere Leute zu quälen z.B.. Wenn das nicht so wäre, warum nimmt man dann jemals Kinder aus "ungünstigen" Familien (mal vorsichtig gesagt), wenn es eh völlig egal wäre, wie das Elternhaus so ist für das Kind? Wieso ist Schlagen und erniedrigendes Verhalten verboten, wenn es eh egal wäre, wie man das Kind behandelt? Was meinst Du?Alles ist positiv, Tolle Eltern haben nur tolle Kinder.
Warum dann erwartet man z.B. von Lehrern eine gewisse Erziehungsleistung, wenn es doch gar nicht möglich wäre, auf ein Kind Einfluß zu nehmen?
Irgendwie finde ich Deine Argumentation halt unlogisch. Na klar beeinflussen die Erwachsenen, die mit einem Kind zu tun haben. Und die, die dem Kind am nächsten stehen, die beeinflussen eben besonders stark.
Es gibt neben den Eltern (und anderen nahen Bezugspersonen wie Geschwister usw.) auch noch andere Einflüsse, das ist schon klar. Aber "das Elternhaus" hat nunmal einen sehr großen Einfluß. Oder siehst Du das anders?
Woran machst Du denn "ein gutes Elternhaus" fest? Daß ordentlich geputzt ist? Geld vorhanden ist?Weshalb werden aber Kinder aus guten Häusern straffällig? Es ist ein typisch bürgerliches Vorurteil, dass Devianz immer von den Eltern verursacht wird. Bestes Beispiel ist Markus Gäfgen. Normales Elternhaus, gute Ausbildung und dann?
Ich mache das halt am Sozialverhalten fest. Und woher weißt du so genau, wie die Eltern von Gäfgen sich gegenüber ihm verhalten haben? (Oder meinetwegen wenigstens, wie schön dort geputzt war, oder wieviel Geld auf dem Konto? Obwohl das eben keinerlei Aussage über ein "gutes Elternhaus" treffen kann, was die Beziehung zum Kind und die Erziehungsleistung angeht)
Die (Adoptiv-)Eltern von Jürgen Bartsch hatten eine Metzgerei und es soll ihnen "gut" gegangen sein. Warum wurde er "trotzdem" zum Mörder, sowas aber auch, nicht wahr?
Nun, er bekam z.B. schon im Vorbeigehen mal einfach so 'ne Ohrfeige (er war wohl nicht rücksichtsvoll genug und stand den Arbeitenden im Wege, es fand also eine Erziehung zur Rücksichtnahme statt - nee, natürlich nicht. Aber so haben es vielleicht seine Eltern gesehen). Also es mangelte etwas an der Qualität des Sozialverhaltens seiner Eltern. Nachzulesen in einem der Bücher von Alice Miller.
Ja, das ist vermutlich so. Allerdings sehe ich es nicht so wie offenbar Du es siehst, daß ein "gutes Elternhaus" mit Geld zu tun habe. Und das sieht man ja an Deinem Beispiel, daß eben sogar reiche Elternhäuser versagen können, was die Erziehung ihrer Kinder angeht. Gerade heute erzählte mir jemand, der Sohn von Uschi Glas (nicht arm, vermute ich) habe mal gesagt, sie sei eine schlechte Mutter gewesen (weiß nicht, ob das stimmt), und er sei mehrfach straffällig geworden (weiß ich auch nicht, ob das stimmt, wurde mir so erzählt). Geld ist nötig, zur Ernährung, Behausung usw., aber Geld kann nicht Erziehung und ein in dem Punkt gutes Elternhaus ersetzen.Kunden der Jugendjustiz sind aber in der Tat fast ausschließlich Kinder der Unterschicht. Eltern mit genug Geld können einiges für ihre straffällig gewordenen Kinder regeln. Die Kinder kommen dann halt nicht in ein Heim , sondern in ein Internat.
Stimmt schon. Aber da ist das Kind ebenso in den Brunnen gefallen, weil das Elternhaus eben vielleicht zwar finanziell gesehen reich, aber eben was die Eltern-Kind Beziehung angeht, die Erziehung, doch mangelhaft war.Solche Kinder klauen nicht aus Not, es geht nur um den Kick. Sie konsumieren Drogen nicht, um sich zu trösten, sondern weil es cool ist. Sie werden auch sexuell auffällig, nur da können Eltern einiges regeln, weil sie Entschädigungen für Opfer anbieten können.
Übrigens ist "Stehlen aus Not" etwas ganz anderes, was ich deshalb hier aus der Diskussion herausnehmen würde.Geändert von Inaktiver User (24.10.2016 um 01:30 Uhr)
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24.10.2016, 00:55Inaktiver User
AW: Urteil Gruppenvergewaltigung an einer 14-jährigem
Doch. Denn es heißt, es "bedürfe" des ganzen Dorfes, damit es gelingt, das Dorf, alle im Dorf, müssen demnach also miterziehen, wenn es gelingen soll. Damit geben die Eltern ein gut Teil Verantwortung ab, und das heißt gleichermaßen gelingt die Erziehung nicht gut, hat eben "das Dorf" (oder jemand oder einige aus dem Dorf) versagt.
Wenn man Vertrauen in jemanden hat, begründetes Vertrauen, spricht ja auch nichts dagegen, dieser Person auch eine gewisse Erziehungsleistung anzuvertrauen. Das gibt es ja auch häufig, Großeltern, Geschwister, Freunde usw. Aber ob ein ganzes Dorf eines solchen Vertrauens würdig sein kann? Kommt vielleicht auch auf die Größe des Dorfes an, würde man meinen. Z.B. eintausend Einwohner?
Hinzu kommt übrigens, daß es nicht hilfreich ist für ein Kind, z.B. tausend "Bezugspersonen" zu haben. Ab einer gewissen Anzahl kann man einfach nicht mehr von "Bezugspersonen" sprechen. So wie auch niemand (Erwachsener meine ich) tausend gute Freunde haben kann.
Ich sage ja nicht, daß es nicht von außen kommende Einflüsse geben kann, die sich nachteilig auswirken. Aber daß die Eltern (die nahen Bezugspersonen) eine Haupteinflußgröße sind, das wird doch kaum jemand leugnen wollen.Geändert von Inaktiver User (24.10.2016 um 01:14 Uhr)
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24.10.2016, 12:07Inaktiver User
AW: Urteil Gruppenvergewaltigung an einer 14-jährigem
Staatsanwaltschaft Hamburg will umstrittenes Urteil anfechten
Die Hamburger Staatsanwaltschaft will das umstrittene Urteil gegen mehrere Jugendliche wegen Vergewaltigung einer 14-Jährigen anfechten. Die Behörde habe Revision gegen die Entscheidung des Landgerichts eingelegt, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Montag.
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24.10.2016, 14:07
AW: Urteil Gruppenvergewaltigung an einer 14-jährigem
Das sehe ich nicht so, Libentia. Wenn das Kind was anstellt, geht der Vorwurf erst mal an die Eltern.
Die Erziehung durch die anderen ist nicht so eng gefasst und ohne Verantwortung zu übergeben. Kinder lernen andere Familien kennen, auch das Wort anderer Erwachsener außer ihrer Eltern zu respektieren, sehen, wie man Dinge woanders regelt etc..*
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24.10.2016, 15:45
AW: Urteil Gruppenvergewaltigung an einer 14-jährigem
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24.10.2016, 16:05
AW: Urteil Gruppenvergewaltigung an einer 14-jährigem
Erstmal auch von mir ein Kompliment, dass du dir ein paar Post vorher es zu Herzen genommen hast, auch das Umfeld des Opfers in Augenschein zu nehmen. Beide Seiten, Opfer und Täter, kommen wohl aus dem gleichen (schwierigen) Umfeld. Das sehe ich auch so. Darüber zu schreiben mit der Gefahr, sich den Vorwurf "aha, Opfer ist also selbst schuld" einzufangen, verdient meinen Respekt. Du hast es sehr schön geschrieben. Ich finde, auch bei einer so schrecklichen Tat, hilft diese Herangehensweise, dem ganzen den Schrecken zu nehmen, weil am Ende keine Monster, sondern Kinder/Jugendliche übrig bleiben.
Auch im Jugendamt gibt es begabte Menschen und weniger begabte. Ob die nun alle vorher ein Gang-Mitglied sein müssen, um mehr Verständnis zu haben, mag ich mal jetzt nicht annehmen. Der besagte "Rocker"-Betreuer hat wohl zusätzlich noch ein gutes Einfühlungsvermögen und den richtigen Schnitt zwischen Sprache und Ansprache.
Jedoch bin ich immer noch davon überzeugt, dass es manchmal auch Schicksal sein kann, an wen ein Kind in so einem Amt gerät. Sie fungieren ja stellvertretend dann als Vorbilder oder, im schlechtesten Fall, als Fortführung der "Versager", den diese Kinder eben in allen Erwachsenen bis dahin gekannt haben. Diesen Teufelkreis zu durchbrechen, ist wirklich eine Herausforderung für alle, die an der Resozialisierung des Kindes beteiligt sind.
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24.10.2016, 20:43Inaktiver User
AW: Urteil Gruppenvergewaltigung an einer 14-jährigem
Gerade eben gelesen:
Revision gegen Urteil um Gruppenvergewaltigung - Panorama - Süddeutsche.de
Der Staatsanwaltschaft ist das zu wenig, sie hat am Freitag Revision eingelegt. Vor allem bei einem 16-Jährigen möchte die Behörde ein höheres Strafmaß erreichen.
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25.10.2016, 11:28
AW: Urteil Gruppenvergewaltigung an einer 14-jährigem
Was mir bei dem ursprünglichen Artikel der SZ auffällt, dass auch die befreundeten Mädchen dieser Jungs so emotionslos reagieren. "Bei einer Party mit Männern, muss man als Mädchen halt abhauen". Diesen Schutzmechanismus haben sie sich zurecht gelegt, nicht etwa, dass Männer auch Frauen respektieren und es nicht automatisch zum Sex kommt, nur weil Männer und Frauen Party machen.
Aus diesem Milieu stammt auch das Opfer, sie ist mit diesem "Wissen" wohl aufgewachsen. Jedoch ist die Realität eben doch anders und ein Nein - im nicht betrunkenen Zustand - hätte ihr höchstwahrscheinlich nur ein mildes Lächeln der Täter eingebracht. Ich hoffe für sie, dass sie so betrunken war, dass sie sich an Teile der Tat nie wird erinnern können.



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Stimmlich und im sprachlichen Ausdruck, meine ich. 