Zitat von aussenseiter
Ich habe mich mißverständlich ausgedrückt: Ich habe nicht sagen wollen, Sidney Poitier sei weiß, sondern er sei in seinen Rollen "weißer als weiß" gewesen. Ein ganz besonders aufrechter Charakter. Genau so, wie Cassis es beschreibt. Und damit war er zu der Zeit konsensfähig. Das ist auch nicht als Kritik an Sidney Poitier gemeint - für die damalige Zeit war das ein Fortschritt und er ist ein guter Schauspieler.Zitat von Cassis
In seinen Filmrollen ist er schon ein fast uebernatuerlich guter Mensch, fast schon ein 'Engel', aber deswegen ist er doch nicht weisser als weiss. Er war einer der ersten die ihm mainstream Karriere machten und musste notgedrungen einige Zugestaendnisse machen.
Eine Darstellung in den Medien ist aber erst dann nicht (mehr) rassistisch, wenn allen ethnischen Gruppen oder allen Minderheiten (die Darstellung von Homosexuellen ist da auch ein Beispiel) grundsätzlich das gleiche Rollenspektrum und ebenso komplexe zwiespältige Charaktere möglich sind, wie den Weißen (Heterosexuellen).
Darüberhinaus schließe ich mich nekos Ausführungen an!
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Thema: Hollywoods Quoten-Niggahz
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11.01.2007, 08:55
AW: Hollywoods Quoten-Niggahz
asa nisi masa
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11.01.2007, 10:55
AW: Hollywoods Quoten-Niggahz
Im "Hollywoodstaat" Kalifornien sind die Hispanics, also die spanischstämmigen Mittelamerikaner, Mexikaner -die auch zuerst in Kalifornien waren- die größte ethnische Gruppe. Man beachte auch die Namen der Städte wie LOS Angeles, SAN Franzisco, San Diego etc.
UND WIEVIEL SERIEN GIBT ES IM DEUTSCHEN TV BEI DENEN DIESE ETHNISCHE GRUPPE DIE HAUPTPERSONEN STELLT.
Aber das ist wahrscheinlich die Schuld der jüdischen Filmindustrie, die ja bekanntlich .... :-(
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11.01.2007, 12:39
AW: Hollywoods Quoten-Niggahz
Was Leeremick mit "weißer als weiß" meinte, ist , so vermute ich, die sogenannte positive Diskriminierung.
Positive Diskriminierung (oder auch Rassismus) ist eine besonders perfide Art der der political correctness. Um sich nicht dem Verdacht des Rassismus auszusetzen und die gängigen Vorurteile zu bestätigen, negiert man jegliche Unterschiede zwischen Ethnien, Geschlechtern oder Religionen.
Ein Musterbeispiel dessen spielte sich im vergangenen Jahr in Frankreich ab. Der Schwarze Harry Roselmack wurde wegen einer Urlaubsvertretung Sprecher in den Hauptnachrichten. Eine Revolution in Frankreich, in der Migranten oder Schwarze im Fernsehen unterrepräsentiert sind.
Die Kritik in den Medien fiel überaus positiv aus. Anders jedoch, als sich Roselmack das vorgestellt hatte. Alle betonten, was er doch für ein hervorragender Journalist wäre, wie seriös und kompetent er sei. Dieses völlig übertriebene Lob spiegelte die Unsicherheit der gesamten Medienlandschaft wieder. Niemand wagte es auch nur, es als Selbstverständlichkeit zu sehen oder noch schlimmer, ein Widerwort zu bringen. Jedoch sollte es auch dem Laien klar sein, dass nicht betont werden muss, wenn ein bereits seit Jahren in diesem Beruf arbeitender Journalist kompetent ist. Jeder aber fühlte sich gezwungen, jedweden Rassismus durch "über den grünen Klee" loben von sich zu weisen.
Vergleichbar dazu ist die Behandlung des Islams in Deutschland. Überall wird von Solidarität, von Verständnis, von Dialog geredet. Kein Politiker wagt es, Unterschiede oder Kritik aufzuzeigen, weil er sich sonst dem Verdacht des Rassismus aussetzt. Das führt sogar so weit, dass bewusst diskriminierendes Verhalten dieser Gruppen schöngeredet und mit kulturellen Unterschieden argumentiert wird.
In diesem Zusammenhang wird auch das Bild Sidney Poitiers klar. Seine Rollen waren ganz gezielt darauf angelegt, Vorurteile und Klischees zu vermeiden. Dass man dabei aber wieder Neue schaffte, ist der Bärendienst, den die Produzenten den Schwarzen damit erwiesen.
Wie weit dieser positive Rassismus führt, merkte man auch, als Der Herr der Ringe erschien. Völlig unsinnig argumentierten Kritiker, dass durch die Darstellung der Orks als dunkelhäutige Monster, Schwarze beleidigt würden und Vorurteile bestätigt würden. Schwarze allerdings schüttelten nur den Kopf ob dieses Vergleichs.
Zwei Links zu den Themen:
Rolle der Türken in den Medien
positiver Rassismus"Wenn Sie an Müll denken, denken Sie an Akeem!"
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11.01.2007, 12:50
AW: Hollywoods Quoten-Niggahz
Zu den Hispanics hab ich mich nicht geäußert. Aber, indirekt hängt es auch mit den Juden zusammen. Zudem gab es zwischen den Latinos und Weißen einen blutigen Krieg, das sollte man nicht vergessen. Das ist eine ganz andere Geschichte. Ferner haben die USA Angst vor dem Spanischen als Konkurrenz zum Englischen, deshalb will man die ganze Hispano-Kultur möglichst unter dem Deckel halten.
Zitat von Nadine2
Hier ist ein interessanter Beitrag zum Thema Juden in Hollywood, geschrieben von einem Juden selbst. Hab nämlich keine Lust, mir von Ignoranten zwischen den Zeilen Antisemitismus vorwerfen zu lassen.
Dort heißt es z. B.:
"Crafty 60 Minutes had studied the top slots in town (Hollywood). Their research showed that "only" about 60 percent of the most important positions in Hollywood were run by Jews."
Zugleich machen die Juden nur 2,5% der Bevölkerung aus.
Es wird klipp und klar gesagt, dass Juden aus Europa Hollywood aufgebaut haben, es ist also eine Art Selbstverständlichkeit, dass sie dort seit Generationen fest verankert sind.
Interessanterweise schreibt er auch, dass Hollywood im Wandel sei und nunmehr der Weg nicht mehr wie früher über Beziehungen laufe, sondern über Yale und Harvard. An sich nicht schlecht, doch das erklärt auch, warum die Minoritäten allgemein weiterhin eine geringe Rolle spielen, denn nur wenige Angehörige von Minoritäten können sich ein Studium an diesen Eliteunis leisten. Das betrifft Hispanics genauso wie Schwarze. Zudem besuchen Minoritäten meist schlechte High-Schools und kommen so auch selten über den Notendurchschnitt oder ein Stipendium in diese Unis. Aber man wird wohl mehr Asiaten im Hollywood der Zukunft antreffen, zumindest hinter den Kulissen.
Grundsätzlich war mein Thread auch nicht gedacht, die Schwarzen zu bemitleiden und als wehrlose Opfer von Rassismus hinzustellen. Sie sind an vielen ihrer Probleme selbst schuld. Und für viele Schwarze, denen an der Zukunft ihrer Kinder liegt, gibt es nur die Möglichkeit, sich ins weiße Amerika zu integrieren, in entsprechende Stadtteile zu ziehen und ihre Kinder von den schwarzen Vierteln fernzuhalten.
Ich bleibe dabei, ich denke, es gibt eigentlich keine schwarze US-amerikanische Kultur, höchstens eine Subkultur. Alles was eine Kultur ausmacht, fehlt ihnen: eine eigene Sprache (Klar, sie haben ihren Slang, aber erstens basiert der auch auf dem Englischen und zweitens nutzt er ihnen im weißen Amerika nichts, denn dort müssen sie weißes Englisch sprechen. Eine eigene Sprache, z. B. auf der Basis von Yoruba oder Ashanti fehlt.) und eine eigene Religion (Ihre Religionen sind ebenfalls "Dialekte" des Christentums oder als Protest der Islam, nicht afrikanische Religionen.).
Ganz genau, das denke ich. Ich versuche, mich als Deutscher besonders vorbildlich zu benehmen, weil ich im Ausland lebe und um den Ruf und die Geschichte der Deutschen weiß.
Zitat von neko
Ich finde es nicht fair, dass praktisch jede Gruppe ihr Vorurteil hat und dagegen ankämpfen muss, aber es nutzt ja auch nichts, so zu tun, als wäre dem nicht so.
Bei Frauen ist es doch auch nicht anders: Wenn sie dieselbe Stelle wie ein Mann haben wollen, müssen sie mehr leisten als der Mann, denn sie müssen denjenigen, die sie bewerten (meist noch immer Männer), beweisen, dass sie ihren Mann stehen. Alles sehr unfair, aber realistisch. Und mit den Schwarzen ist es eben auch nicht anders. Ein Mensch wie O.J. Simpson hat seiner ganzen Rasse sehr geschadet, ebenso der moralische Ausrutscher von Jesse Jackson. Wären sie Weiße gewesen, hätte man nur die Schultern gezuckt. Aber bei vielen Amis besteht nun mal eine enge Feedbackschleife zwischen ihren Ansichten und den Medien, insbesonderen dem Fernsehen, ihrem Tor zur Welt.
Vielleicht sollte man gerade deshalb aktiv Hauptrollen demonstrativ mit Minoritäten besetzen, auch über den tatsächlichen Anteil an der Bevölkerung hinaus, um das Feedback zu beeinflussen.Geändert von aussenseiter (11.01.2007 um 13:40 Uhr)
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11.01.2007, 12:54
AW: Hollywoods Quoten-Niggahz
Man sollte aber auch nicht vergessen, dass sowohl Sidney Poitiers wie auch Harry Belafonte oder Bill Cosby auch ein Leben jenseits der Kamera führen und sich auch dort meines Wissens gut schlagen. Keine Skandale etc.
Zitat von WTurner
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11.01.2007, 13:15
AW: Hollywoods Quoten-Niggahz
Bitte schau den link mal an - der funktioniert so nicht.
asa nisi masa
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11.01.2007, 13:17
AW: Hollywoods Quoten-Niggahz
@aussenseiter
Mir fehlt an deiner Behauptung die Argumentationskette. Niemand bestreitet, dass in der Medienlandschaft besonders viele Juden arbeiten.
Wo aber ist die Verbindung zwischen diesen Zahlen und der Darstellung der Schwarzen? Sie nur wegen Differenzen zwischen den radikalen Rändern anzunehmen ist mir zu wenig."Wenn Sie an Müll denken, denken Sie an Akeem!"
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11.01.2007, 13:25
AW: Hollywoods Quoten-Niggahz
Und jetzt? Ich glaub, es lag an der Großschreibung innerhalb des Links, seltsam aber wahr. Bei mir funktioniert er jetzt.
Zitat von Leeremick
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11.01.2007, 13:27
AW: Hollywoods Quoten-Niggahz
ja, jetzt geht´s..
asa nisi masa
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11.01.2007, 13:30
AW: Hollywoods Quoten-Niggahz
Hollywood war eben lange Zeit eine Art Familienunternehmen, wo selbstverständlich die Kinder und Enkel etc. bevorzugt wurden und auch ihre Karrieren dort machten.
Zitat von WTurner
Mir kommt es halt so vor, als würde man am liebsten gar keine Schwarzen in Serien haben, die nicht für Minoritäten gemacht werden, sondern sie nur einbauen, um PC Rechnung zu tragen und Protesten der Bürgerrechtsbewegungen vorzubeugen. Und ja, es gibt Ausnahmen und die Dinge bessern sich wohl langsam, das ist mir bewusst. Aber ich gucke ja schon ein paar Jahrzehnte fern, da kann man halt gewisse Dinge nicht übersehen.


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