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  1. Inaktiver User

    AW: Zur Hinrichtung Saddam Husseins ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Doch die gibt es. Was wußte er denn von dem Leid seiner Opfer, vom Leid der Hinterbliebenen? Nix.
    Keinen Gedanken wird er an seine Taten verschwendet haben , auf seinem letzten Gang. Selbstmitleid und Angst das war wahrscheinlich alles was er hatte.
    Lebenslange Haft und jeden Tag besuch von Opfern und Hinterbliebenen die ihm ihre Geschichte erzählen, er muß zuhören, damit er weiß!!! was er gemacht hat.
    Das ist Strafe.
    Ja - für einen Menschen, der ein Gewissen hat.
    Gibt aber auch welche, die komplett ohne geboren wurden.
    Sadam hätte sich innerlich über die Trauer, dem Schmerz der Opfer kaputtgelacht. Er hatte eine sadistische Ader, sagt man.
    Ein Dummkopf war er auch nicht - er wusste, was er da angerichtet hat und konnte prima damit leben. Das Gewissen kann die Hölle sein - aber was ist, wenn es fehlt? Er hat vor seiner Hinrichtung gebetet und was bis zum letzten Moment überzeugt, ein gottgefälliger guter Mensch zu sein. Daran hätten auch Gespräche mit Opfern nichts geändert. Übrigens: wäre ich Opferangehöriger, hätte ich es als unter meiner Würde angesehen, mit ihm überhaupt zu reden.

    Wir müssen damit leben, daß es Menschen gibt, die nicht zu therapieren, nicht zu heilen und auch sonst nicht "gut" zu machen sind. Diktatoren gehören meist dazu, weil sie extrem machtgeil sind, dazu noch clever sein müssen, sie haben keine Skrupel, leben in Saus & Braus, während das Volk hungert. Wehe, wer sich ihnen in den Weg stellt...sie sind selbstherrlich, bringen es irgendwie fertig, eine Menge Sandalenträger hinter sich zu stellen. Solche Typen haben kein Problem damit, ganze Völker auszurotten.
    Es ist Wunschdenken, zu glauben, man könnte seine Seele retten.

    Einer weniger von der Sorte. Es ist wirklich nicht schade um ihn.
    Ruby

  2. Inaktiver User

    AW: Zur Hinrichtung Saddam Husseins ...

    @Ruby
    Ich denke, Menschen der Sorte Saddams blenden die Leiden ihrer vermeintlichen Feinde aus; es sind seine Feinde, er sieht sich im Recht, daher müssen die Feinde bestraft oder ausgemerzt werden.
    Ich glaube nicht, dass jemand so geboren wird, er entwickelt sich in diese Richtung.
    Und lange, lange wurde er von sogenannten demokratischen Staaten - das wissen wir alle - wenn nicht unterstützt, so auch nicht daran gehindert, seine brutale diktatorische Macht auszuüben; vielleicht hat ihn diese Haltung (vornehmlich der USA) noch in seiner Verachtung demokratischer Mittel bestärkt.
    Zumal er genau darüber informiert war, dass der Kampf Amerikas gegen das Böse nur ein Kampf um das Öl und strategische Stützpunkte am Golf war. Egal wie laut Bush tönte und mit Anhängern in Kirchen betete, es hat ihn nicht gestört, dass amerikanische Soldaten im Irak umgebracht wurden.

    Es ist nicht schade um Saddam, wahrlich nicht.
    Aber es ist schade um die Möglichkeit, einmal vom verordneten Mord abzusehen.
    Denn - abgesehen von der Tat, die ja Menschen ausgeübt haben, die also nicht ohne nachhaltige negative Wirkung auf diese und alle, die davon wissen, bleibt - was sollte diese Strafe erreichen? Abschreckung? Welcher Massenmörder würde sich durch einen schnellen, recht schmerzlosen Tod von seinem abstrusen Leben abhalten lassen?
    Gruss Colonna

  3. Inaktiver User

    AW: Zur Hinrichtung Saddam Husseins ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ja - für einen Menschen, der ein Gewissen hat.
    Gibt aber auch welche, die komplett ohne geboren wurden.
    Sadam hätte sich innerlich über die Trauer, dem Schmerz der Opfer kaputtgelacht. Er hatte eine sadistische Ader, sagt man.
    Ein Dummkopf war er auch nicht - er wusste, was er da angerichtet hat und konnte prima damit leben. Das Gewissen kann die Hölle sein - aber was ist, wenn es fehlt? Er hat vor seiner Hinrichtung gebetet und was bis zum letzten Moment überzeugt, ein gottgefälliger guter Mensch zu sein. Daran hätten auch Gespräche mit Opfern nichts geändert. Übrigens: wäre ich Opferangehöriger, hätte ich es als unter meiner Würde angesehen, mit ihm überhaupt zu reden.

    Wir müssen damit leben, daß es Menschen gibt, die nicht zu therapieren, nicht zu heilen und auch sonst nicht "gut" zu machen sind. Diktatoren gehören meist dazu, weil sie extrem machtgeil sind, dazu noch clever sein müssen, sie haben keine Skrupel, leben in Saus & Braus, während das Volk hungert. Wehe, wer sich ihnen in den Weg stellt...sie sind selbstherrlich, bringen es irgendwie fertig, eine Menge Sandalenträger hinter sich zu stellen. Solche Typen haben kein Problem damit, ganze Völker auszurotten.
    Es ist Wunschdenken, zu glauben, man könnte seine Seele retten.

    Einer weniger von der Sorte. Es ist wirklich nicht schade um ihn.
    Ruby
    Ach Jott, um wen ist es schon schade. Saddam war ein Machtmensch, vielleicht ein nach christlichen Massstäben böser Mensch.
    Mich persönlich stört sein Tod nicht. Was mich stört, ist die Heuchelei des Westens, dem ich ja irgendwo selbst angehöre. Solange er noch die "richtigen" Leute umbrachte, war er eine willkommene Schachfigur. Völkermord, ich lach mich tot (soll kein Zynismus sein). Er hat ein kurdisches Dorf ausgelöscht. Er hätte genauso die CSD-Parade in Köln ausgelöscht, wenn die seinem Machtanspruch vermeintlich oder tatsächlich entgegengetreten wäre.
    Habt ihr mal auf CNN rumgestöbert und das Video gefunden, auf dem ein gewisser Dr. Donald Rumsfeld, damals Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium, auf das herzlichste mit Saddam herumschäkert? Aber ist ja schon gut zwanzig Jahre her.

    Aber nun wird in Mesopotamien sicher alles besser werden. Wir werden es sehen.

  4. Inaktiver User

    AW: Zur Hinrichtung Saddam Husseins ...

    Zitat Zitat von aussenseiter
    Hussein wird kein Märtyrer werden, auch wenn es einige offene und verkappte Anhänger gerne so sähen.
    das wird er! er wird ein Märtyrer, weil die Stimmung kippt..
    das irak. Volk will die Amerikaner nicht mehr haben, je mehr die Amis versuchen ihren Unfug weiter zutreiben, desto wird er zu Märtyrer..

    Das Volk wird sich daran erinnern, dass Saddam gegen USA war und somit wird er Idol werden..

    Deshalb war keien gute Idee die Hinrichtung duchzuziehen..

    leo

  5. Inaktiver User

    AW: Zur Hinrichtung Saddam Husseins ...

    Hi Colonna, hi DayzofGrace,
    ja, der Westen hat diesen Typen eine zeitlang gehätschelt. Ich glaube, man hat ihn unterschätzt. Er war den Amerikanern lieber als Khomeini (hab ich das jetzt richtig geschrieben) und sie sahen in ihm einen Verbündeten gegen die radikal-islamische Richtung, die einen Gottesstaat ausrufen wollte.
    Das war sicher falsch oder moralisch bedenklich. Nur: wie soll man mit solche Schurken-Staaten umgehen? Sie ignorieren? Ihnen ständig die Leviten lesen? Ihnen den Krieg erklären? Irak hat Öl...wir im Westen haben uns dummerweise von dem Zeug abhängig gemacht. Solange wir es brauchen, müssen wir irgendwie drankommen, das ist die Realität, auch wenn wir alle lieber moralische Gutmenschen wären.
    Die meisten Hobby-Politiker wissen bestens, was man nicht tun sollte...

    Ob man ihn unbedingt unbringen musste, weiß ich nicht. Wer weiß - er hat ja noch eine Menge Anhänger und hätte es unter Umständen vielleicht wieder geschafft, Einfluß zu nehmen.
    Es wird nicht verhindern, daß wieder irgendwo auf der Welt ein Diktator mit genau seinen Methoden versucht, zu regieren, und wenn er's richtig anstellt, wird er brav vom Westen unterstützt.

    Ob er ein Märtyrer wird? Abwarten.
    Vielleicht werden ihn ein paar als solchen bezeichnen, andere werden ihn nach wie vor hassen. Die Iraker sind sich nicht besonders einig.
    DayzofGrace - was ist eine CSD-Parade?
    Ruby

  6. User Info Menu

    AW: Zur Hinrichtung Saddam Husseins ...

    Da wird ein Staat, ein Volk, von einem angeblich demokratischen Staat von einem grausamen Diktator befreit und Volk und Staat sollen in die Demokratie geführt werden.
    Diesem Diktator soll für seine Taten nach demokratischen Grundsätzen der Prozess für seine Taten gemacht werden und das erste Signal dieser jungen Demokratie an die Welt ist die Todesstrafe.
    Ein völlig falsches Signal und für mein Empfinden ein amerikagefälliges Urteil.

  7. User Info Menu

    AW: Zur Hinrichtung Saddam Husseins ...

    Mit all ihren ekligen Begleitumständen wird plötzlich sogar die Hinrichtung eines menschenverachtenden Diktators zu einem Appell gegen die Todesstrafe...
    aufgewacht und umgezogen: befriendsonline.net

  8. Inaktiver User

    AW: Zur Hinrichtung Saddam Husseins ...

    Ich lese hier immer wieder, was man nicht hätte tun dürfen, um als amerikagefällig und moralisch verwerflich zu gelten.
    Es geht nicht darum, was WIR gerne hätten, es geht hier um das irakische Volk. Mit welchem Recht verurteilen wir ihre Gerichtsbarkeit? Sie haben unter diesem Kerl gelitten, ihn ertragen, ihn verurteilt und hingerichtet, und jetzt sagen wir ihnen: "Ihr Unmenschen habt gemordet!! Ihr benehmt Euch amerikagefällig und undemokratisch!!"
    Was - glaubt Ihr, hätten mit ihm geschehen sollen, damit alle zu ihrem Recht kommen?
    Mir mischen uns mal wieder ein. Verordnen dem irakischem Volk Demokratie, ob sie wollen oder nicht. Und vergessen vor lauter Gutmenschtum, daß die ihre eigenen Regeln wollen und nicht unsere. Ist das nicht etwas selbstgefällig?
    Wir müssen nicht missionieren und ihnen unsere Lebensweise aufdrücken. Wir müssen mit ihnen zurecht kommen, uns irgendwie arangieren, auf den kleinstmöglichen gemeinsamen Nenner kommen, damit wir irgendwie miteinander leben können. Mehr wird leider nicht möglich sein.

    Wir wissen so oft, wie es nicht geht. Aber wie's geht - tja, da kommen wir ins Schleudern...
    Ruby

  9. Inaktiver User

    AW: Zur Hinrichtung Saddam Husseins ...

    Ruby,

    hier mischt sich niemand ein, sondern hier werden unterschiedliche Meinungen vertreten.
    Welche zum Beispiel hättest Du vertreten, wenn das irakische Gericht Saddam nicht zum Tode verurteilt, sondern freigesprochen hätte?

  10. Inaktiver User

    AW: Zur Hinrichtung Saddam Husseins ...

    "Wir müssen nicht missionieren und ihnen unsere Lebensweise aufdrücken."
    Der Meinung bin ich auch, deswegen halte ich den Krieg im Irak als völkerrechtswidrig. Bush hat mit seinem Krieg mehr Menschen auf dem Gewissen als Hussein. Leider haben beide kein Gewissen.

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