Hoffentlich nicht zu OT, aber weil Du den Zeitbezug ins Spiel bringst: Koennte das eventuell logistische Gruende haben? Ich war mal in einer Gegend Deutschlands, wo sehr ausgiebig Karneval gefeiert wird und die regionalen brauchtuemlichen Kostueme nur von Vereinsmitgliedern getragen werden duerfen. (Das hat was mit Identifikation zu tun, wenn jemand alkoholisiert und im Schutz der Maske Bloedsinn veranstaltet, kommt leider haeufig vor.) Es gibt also sozusagen nur eine bestimmte Menge "zugelassener" Kostuemtrachten, wenn man so will, und dafuer gibt es teils lange Wartelisten. Logisch sind da die im Vorteil, die schon seit Generationen dabei sind und/oder frueher auf der Liste stehen.
Ist das Trachten-Tragen in Norwegen eventuell auch so eine Vereinsgeschichte? Oder kann die theoretisch jeder kaufen? Aber dann waere die Diskussion ja hinfaellig, weil eh jeder machen kann, wie er will.
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Thema: Nationalstolz
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28.07.2016, 13:16
AW: Nationalstolz
Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
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28.07.2016, 13:20Inaktiver User
AW: Nationalstolz
Die Menschheit wird dann ihren Quantensprung gemacht haben, wenn nicht mehr Nationalstolz sondern Planetenstolz diskutiert wird.
Und somit waere gelebte National-Demut also tatsaechlich der Begriff, der den Weg dafuer ebnen wuerde, sich zu erweitern anstatt nationale Stolzesgrenzen zu pflegen.
Wir alle hier werden es nicht mehr erleben, vielleicht gaebe es den entsprechenden Strang in 500 Jahren. Gaebe es dann noch die Bri
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28.07.2016, 13:29
AW: Nationalstolz
und ich komme aus einer Gegend, in der es auch eine Trachten-Tradition/-Kontinuität gibt. Das ist schon sehr speziell, jedenfalls wird es von vielen so empfunden und ich (Trachten-avers) verstehe das. Zugezogene möchten ihre Zugehörigkeit gerne dokumentieren, indem sie auch Tracht tragen - nur: sie können es nicht. Eine Tracht ist kein Kostüm, da hilft auch Werktreue nicht. Manchmal ist es sogar die Perfektion bis ins letzte Detail, die ein Tick zu viel ist. Man muss sie auch tragen können; wer damit aufgewachsen ist, nimmt vielleicht instinktiv eine andere Haltung ein, bewegt sich anders, sieht anders aus. Es sind schwer fassbare Nuancen, in der Gruppe erkennt man das falsche Ei eigentlich auf Anhieb, isoliert oft genug auch
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28.07.2016, 13:32
AW: Nationalstolz
Was heisst das konkret, Dich zugehörig zu fühlen.
Für meine Gefühle bin ich selbst verantwortlich.
Ich entscheide, ob und wo und auf welche Weise ich mich zugehörig fühle.
Es gibt 80 Millionen deutsche Staatsbürger.
Bist Du Dir sicher, dass Du von weniger Deutschen als akzeptabel eingestuft wirst als ich?
Ich bin Verfassungspatriot.
Jeder Mensch muss irgendwo auf der Welt leben.
Meistens kann man es sich nicht aussuchen.
Ich bin also da zuhause wo ich lebe.
Punkt.
Und wenn ich Glück habe, werde ich nicht in einem Land geboren, in dem ich täglich meine Kante Brot suchen muss, oder jede Sekunde um mein Leben fürchten muss.
Da wo lebe versuche im an der Gestaltung des Gemeinwesens teilzunehmen.
Ich halte das für ein menschliches Bedürfnis.
Ich würde mich in jedem Land versuchen einzubringen.
Mir ware es lieber wenn ich Schweitzer wäre, dann hätte ich mehr Gelegenheit an der Gestaltung des Gemeinwesens teilzunehmen. Und es wäre mir völlig egal, ob Schweitzer mich als schweitzerisch genug ansehen würden. Möglichkeiten zur Gestaltung des Gemeinwesens finde ich wichtiger als in dem Land zu leben, in dem ich geboren wurde.
Zugehörigkeit?
Keine Ahnung, was damit gemeint ist.
Zugehörigkeit zu Deutschland mit 80 Millionen Einwohnern ist für mich eine sehr abstrakte Idee.
Da kann ich mich auch gleich als Earthling sehen, als Zugehöriger der menschlichen Rasse auf dem Planeten Erde. Den Unterschied zwischen 80 Millionen und 7 Milliarden kann ich nicht fühlen.
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Übrigens: Genau wie die Jäger und Sammler früherer Zeiten haben wir es auch heute regelmäßig mit maximal 100 bis 150 Personen zu tun. Mehr kann unser Gehirn nämlich nicht bewältigen. Man kann nur mit einer begrenzten Anzahl Menschen Kontakte pflegen, sich regelmäßig treffen und Freundschaften und Bekanntschaften pflegen.
Ich muss mit der Tatsache leben, dass es Milliarden von Menschen gibt, die sich aus historischen Gründen in mehr oder minder riesigen Nationalstaaten organisieren.
Aus persönlichen Überlebensgründen habe ich ein Interesse daran, dass dieses Staatswesen, in dem ich aus Zufall lebe, sich so entwickelt, dass ich so gut wie möglich geschützt und versorgt bin. Ich solidarisiere mich also aus praktischen Gründen mit allen, die in dieser Hinsicht mit mir an einem Strang ziehen.
Wirklich wünschenswert fände ich kleinere, überschaubare Einheiten, die sich miteinander vernetzen.
Menschen sind emotional nicht wirklich für solche riesigen abstrakten Einheiten gemacht.
Eine andere Sache ist die Sprache.
Ich kann mich leider nur in meiner Muttersprache so präzise ausdrücken wie ich möchte.
Ich weiss nicht, ob ich mich einsam fühlen würde, wenn ich in einem Umfeld leben müsste, in dem ich nur in einer Spracheeine kommunizieren könnte.Extraordinary claims require extraordinary evidence.
"Good people are doing good things and evil people are doing evil things.
But for good people to do evil things, that takes religion." (Steven Weinberg)
People deserve respect. Ideologies, ideas, opinions and beliefs do NOT.
Da man nicht entscheiden kann, was man glaubt, ist Glaube moralisch bedeutungslos.
Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.
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28.07.2016, 13:34Inaktiver User
AW: Nationalstolz
Naja gut, es ist aber halt auch der norwegische Nationalfeiertag, oder?
Das allerdings verstehe ich nicht. Darüber sollte man sich eher freuen, wenn Ausländer, oder auch bereits eingebürgerte Einwanderer die Landestracht tragen. Das sollte man als Ehrung des Landes sehen, meine ich.Auf der anderen Seite gibt es lange Diskussionen darüber, ob Einwanderer die Trachten tragen dürfen, wenn sie sich zugehörig fühlen.
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28.07.2016, 13:35
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28.07.2016, 13:37
AW: Nationalstolz
Es gibt viele Ausländer, die in der Schweiz wohnen und politisch aktiv sind, die zB Unterschriften für Initiativen sammeln, und das zum Teil sehr aktiv und engagiert.
Da gibt es auch niemanden, der sagt "du darfst das nicht" - ganz im Gegenteil.
ja gerne :-)Wirklich wünschenswert fände ich kleinere, überschaubare Einheiten, die sich miteinander vernetzen.
meine Muttersprache ist Deutsch, aber für bestimmte Zwecke bin ich durchaus froh, französisch zu können und zu sprechen. Gewisse Sprachen sind einfach geeigneter für bestimmte Themen als andere.Ich kann mich leider nur in meiner Muttersprache so präzise ausdrücken wie ich möchte.
Ich weiss nicht, ob ich mich einsam fühlen würde, wenn ich in einem Umfeld leben müsste, in dem ich nur in einer Spracheeine kommunizieren könnte.
Und ich muss gestehen, dass mich die Marseillaise deutlich mehr berührt als die Schweizer Nationalhymne.
gruss, barbara
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28.07.2016, 13:37
AW: Nationalstolz
Den könnte man theoretisch ja auch dazu hernehmen, gelungene Integration zu feiern, da fände ich einen Fähnchenmix gar nicht mal so unangebracht.
Seh ich genauso.Das allerdings verstehe ich nicht. Darüber sollte man sich eher freuen, wenn Ausländer, oder auch bereits eingebürgerte Einwanderer die Landestracht tragen. Das sollte man als Ehrung des Landes sehen, meine ich.May you be surrounded by friends and family,
and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.
Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner
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28.07.2016, 13:38
AW: Nationalstolz
Nur kurz noch zu Norwegen, ist ja ein Nebenthema: die Trachten sind sehr regionsbezogen, teilweise vererbt und möglichst selbst genäht. Da gibt's keine feste Stückzahl und keinen Engpass.
Es gibt konservative Norweger, die möchten sie "ethnischen Norwegern" vorbehalten, viele andere sehen das Tragen auch eher als Kompliment und Integrationsleistung.that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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28.07.2016, 13:39
AW: Nationalstolz
Mir geht das mit Englisch so. Manches kann ich in der Fremdsprache besser ausdrücken. Aber die ganz feinen Nuancen oder auch lokale Besonderheiten beherrsche ich so doch nur in meiner Muttersprache.
Die Marseillaise mag ich musikalisch (zumindest den Anfang), den Text finde ich allerdings ziemlich grauslich.Und ich muss gestehen, dass mich die Marseillaise deutlich mehr berührt als die Schweizer Nationalhymne.May you be surrounded by friends and family,
and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.
Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner



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