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  1. Moderation

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    AW: endlich haben die Eltern Gewissheit...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn man außen vor ist, kann man leicht kritisieren. Ich denke mal, dass keiner von uns bei dem Prozess, bei der Beweisführung, bei den Zeugenaussagen dabei war. Deshalb können sich Unbeteiligte gar kein echtes Bild darüber machen.
    Das ist doch in den seltensten Fällen so, die in den Medien und hier besprochen werden.
    Kommt es zu zweifelhaften Geständnissen oder Fehlurteilen, sollten natürlich Fragen gestellt werden. Rechtsprechung geht alle an und kann uns alle (be)treffen.
    *
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  2. Moderation

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    AW: endlich haben die Eltern Gewissheit...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Davon ab: es ist doch erschreckend, dass erst nach 15 Jahren irgend jemand zufällig Überreste eines menschlichen Körpers findet.
    Da war ein Fall in Trier, die Leiche war, wenn ich mich richtig erinnere, wenige dutzend Meter von dem Ort, wo die Frau zuletzt gesehen worden war.

    Wenn du mal durch einen Wald gehst, oder über ein Trümmergrundstück oder überwuchertes Ödland: Da kann Gottweißwas nicht auffindbar sein, auch nicht aus einem Meter Entfernung. Früher wurden Leichen und Blindgänger in solchem Gelände mal von spielenden Kindern gefunden, das passiert ja heute auch praktisch nciht mehr.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der (geistig behinderte) Mann hat sich zu einer Tat bekannt, die er nicht begangen hat.
    Es gibt inzwischen Untersuchungen dazu, daß Erinnerung so fließend ist, daß man Leuten die feste Überzeugung daran, alles mögliche getan zu haben, vermitteln kann. Die Satanistenpaniken der 80er waren da ein Lehrbeispiel. Geht aber auch bei Erwachsenen. Je höher der Druck, desto unwahrscheinlicher, daß die Aussagen objektiv wahr sind. Eine Vernehmung oder Zeugenbefragung so durchzuführen, daß die Leute nicht sagen, was man erwartet, daß sie sagen, sondern das, was sie wissen, ist eine Wissenschaft für sich.

    (Und deswegen ist "Klappe halten" eine gute Idee.)

    Wenn der Falsche erwischt wird, heißt das, der Täter läuft frei rum und hat seine Ruhe. Das Argument "besser man hat den Falschen als gar keinen" nützt am meisten den Tätern.

    In dem USA darf m.W. ein Urteil nicht aufgehoben oder angefochten werden, nur weil neue Informationen ans Tageslicht kommen. Das soll wohl auch den Verurteilten schützen, damit ihm nicht post hoc noch die Schuld für alles mögliche angehängt wird, aber es heißt auch, daß der Nachweis, daß ein Verurteilter unschuldig ist, ihm nicht hilft.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  3. gesperrt

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    AW: endlich haben die Eltern Gewissheit...

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Rechtsprechung geht alle an und kann uns alle (be)treffen.
    Allerdings! Spontan fällt mir der wegen Vergewaltigung verurteilte Lehrer ein, Opfer einer notorischen Lügnerin, der seinen Freispruch nicht mehr erlebte. oder Kachelmann, den man nicht mögen muss, den Schwarzer aber auch vorurteilend dem Volk zum Fraß hingeworfen hat

  4. Inaktiver User

    AW: endlich haben die Eltern Gewissheit...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was wäre wohl in der Öffentlichkeit los gewesen, wäre der vermeintliche Täter damals trotz seines Geständnisses auf freiem Fuß geblieben und NICHT verurteilt worden....?
    ...
    Das der Polizei und der Justiz vorzuwerfen finde ich anmaßend.
    Rechtsstaatliche Grundsätze werden sowieso völlig überbewertet.

    Die Öffentlichkeit will jemanden im Gefängnis sehen, die Polizei nimmt einen geistig behinderten Menschen so lange in die Mangel, bis er ein falsches Geständnis ablegt (in Abwesenheit seines Verteidigers und unglücklicherweise genau dann, als das Tonband kaputt ist), und alle sind glücklich.

    Wohlgemerkt, es gibt keine Leiche, keine Beweise, keine Indizien und der Mann erzählt Dinge, die faktisch nicht richtig sein können.

    Noch so ein Fall, in dem alles richtig gelaufen ist. Geistig behinderte Angeklage und ein falsches Geständnis. Es wäre völlig unmöglich, das der Justiz vorzuwerfen.

    Zitat Zitat von wildwusel
    Es gibt inzwischen Untersuchungen dazu, daß Erinnerung so fließend ist, daß man Leuten die feste Überzeugung daran, alles mögliche getan zu haben, vermitteln kann. Die Satanistenpaniken der 80er waren da ein Lehrbeispiel. Geht aber auch bei Erwachsenen. Je höher der Druck, desto unwahrscheinlicher, daß die Aussagen objektiv wahr sind. Eine Vernehmung oder Zeugenbefragung so durchzuführen, daß die Leute nicht sagen, was man erwartet, daß sie sagen, sondern das, was sie wissen, ist eine Wissenschaft für sich.
    So ist es. Siehe die Veröffentlichungen von Elisabeth Loftus.

    Dass ein intelligenzgeminderter Mensch noch stärker Gefahr läuft, auf solche Suggestionen hereinzufallen, kann man wohl annehmen.

    Wenn der Falsche erwischt wird, heißt das, der Täter läuft frei rum und hat seine Ruhe. Das Argument "besser man hat den Falschen als gar keinen" nützt am meisten den Tätern.
    Richtig.

    Erinnert sich jemand an den Pascal-Prozess? Damals ist ein fünfjähriger Junge in Saarbrücken verschwunden. Sein Verbleib ist bis heute nicht geklärt. Mehreren Angeklagten wurde zur Last gelegt, das Kind missbraucht und getötet zu haben.

    Auch in diesem Fall haben sich Angeklagte mit später widerrufenen Geständnissen selbst oder gegenseitig belastet. Auch in diesem Fall waren die Angeklagten teilweise intelligenzgemindert oder alkoholkrank. Am Ende stand ein Freispruch. Und das ist gut so. Auch wenn es der Öffentlichkeit nicht gefallen hat.

    Von widersprüchlichen Zeugenaussagen abgesehen hat es keine handfesten Indizien gegeben. Rein theoretisch kann kein Mensch ausschließen, dass Pascal noch am Leben ist.

    Im Zweifel für den Angeklagten.

  5. Inaktiver User

    AW: endlich haben die Eltern Gewissheit...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Die Öffentlichkeit will jemanden im Gefängnis sehen

    Dass ein intelligenzgeminderter Mensch noch stärker Gefahr läuft, auf solche Suggestionen hereinzufallen, kann man wohl annehmen.
    Der Öffentlichkeit ist letzten Endes auch nicht geholfen, wenn ein Falscher im Gefängnis sitzt und der Mörder immer noch frei herum läuft.

    Ich gebe dir recht: nur um um jeden Preis "jemanden" im Gefängnis sitzen zu sehen, ist Suggestion die verkehrteste Methode in einem Verhör.

  6. Inaktiver User

    AW: endlich haben die Eltern Gewissheit...

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Da war ein Fall in Trier, die Leiche war, wenn ich mich richtig erinnere, wenige dutzend Meter von dem Ort, wo die Frau zuletzt gesehen worden war.

    Wenn du mal durch einen Wald gehst, oder über ein Trümmergrundstück oder überwuchertes Ödland: Da kann Gottweißwas nicht auffindbar sein, auch nicht aus einem Meter Entfernung. Früher wurden Leichen und Blindgänger in solchem Gelände mal von spielenden Kindern gefunden, das passiert ja heute auch praktisch nciht mehr.
    Das ist mir schon klar. Andererseits überkommt mich das Gruseln, wenn erst nach 15 Jahren die Skelettteile rein zufällig nicht weit vom Ort des Verschwindens entdeckt werden.

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