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Thema: Burkini-Verbot
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17.08.2016, 12:20
AW: Burkini-Verbot
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17.08.2016, 12:21
AW: Burkini-Verbot
Danke für die Info.

Sehr bedenkenswert.
Hier noch dazu ein weiterer Artikel:
Unterstützung erhielten die Bürgermeister der Gemeinden, die sich gegen das Tragen von Burkinis aussprechen, nun vom französischen Innenminister Manuel Valls. Dieser befürwortete das Verbot in einem Interview mit der Zeitung "La Provence" unter der Voraussetzung, dass die Regelung dazu diene, ein von politischen Hintergedanken freies Zusammenleben zu fördern. Strände seien ein öffentlicher Raum und müssten vor "religiöser Inanspruchnahme" geschützt werden.
Aus Sicht des Innenministers stelle der Burkini keine neue Mode dar, sondern "die Übersetzung eines politischen Vorhabens" - der Unterwerfung der Frau. Hinter dem Burkini stehe die Auffassung, dass die Frau "von Natur aus unkeusch und unrein" sei - ein Sinnbild, dass mit den Werten Frankreichs nicht vereinbar sei. Darum müsse sich "die Republik gegen Provokationen verteidigen".
Wie gesagt: sehr bedenkenswert diese Worte des französischen Innenministers von der sozialistischen Partei.
Ich komme immer noch mehr zu der Überzeugung, dass auch in unserem Land was passieren muss - auch in gesetzlicher Hinsicht, wie auch immer.
Irgendwas muss passieren, mindestens sollte eine ernsthafte umfassende Debatte in der Politik beginnen. Leider ist das jedoch nicht der Fall, stattdessen wird bspw. vom Bundesinnenminister ziemlich schnoddrig und einsilbig reagiert mit den Worten: Wir können nicht alles verbieten, was uns nicht gefällt. Das ist unangemessen aus meiner Sicht und auch nicht besonders 'politisch'.
Und noch sind wir in der relativ komfortablen Lage, relativ entspannt und durchdacht über gesetzliche Signale zu debattieren - das sollte aus meiner Sicht (auf politischer Ebene) genutzt werden. Es ist nämlich durchaus vorstellbar, dass in ein paar Jahren eine gesellschaftliche Situation und Debatte vorherrschend ist, die aufgeheizter ist als jetzt; dann jedoch besteht die Gefahr, dass aktionistisch und undurchdacht von der Politik vorgegangen wird, sollte es erst dann um gesetzliche Vorhaben (welcher Art auch immer) gehen.
Last but not least: mit Verboten oder Geboten bzgl. restriktiver islamischer Kleidungsverordnungen allein ist es ja nicht getan. In diesem Zusammenhang möchte ich nur den aus meiner Sicht fatalen Fehler der Politik nennen, nicht das Gespräch mit modernen und aufgeschlossenen muslimischen Interessengruppen zu suchen, sondern augenscheinlich nur auf die sehr konservativen muslimischen Verbände zuzugehen, bspw. den Zentralrat der Muslime in Deutschland - letztere repräsentieren nämlich nur eine deutliche Minderheit der in Deutschland lebenden Muslime und Muslima.
VanDyckEs gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
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Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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17.08.2016, 12:40
AW: Burkini-Verbot
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17.08.2016, 12:46
AW: Burkini-Verbot
Sehr richtig. Insbesondere wegen der Signalwirkung auf die vielen Muslime, die noch lernen sollen, wie es hier läuft. Die orientieren sich an dem, was ihnen am Vertrautesten ist, weshalb die Begrenzung des Einflusses der sogenannten konservativen, de facto aber fundamentalistischen, politisch aggressiven Interessenverbände höchtste Eisenbahn ist.
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17.08.2016, 13:08
AW: Burkini-Verbot
Es wird immer mit den Grundgesetzen argumentiert.
Die Religionsfreiheit steht deswegen schier über allem.
Das hat historische Gründe und gehört zu unsrer Geschichte.
Ich kenne jedoch keine Religion, bei der ein Andersgläubiger/Ungläubiger nicht nur - wenn überhaupt -
verstossen wird, sondern im auch das recht auf Leben abgesprochen wird. Und im fundamentalistischen
Islam werden Konvertierte, Andersgläubige als Ungläubige beschimpft und es ist nicht unrecht diese zu
töten.
Wenn man endlich dazu übergehen würde dem Islam abzuverlangen aufgeklärt und reformiert sich weiterzuentwickeln, dann ist dies alles erst die Speerspitze (Erdogans Worte für Minarette bei uns)
des Ganzen. Ausserdem ist der Islam die einzige sogenannte Religion, die es nicht duldet und verkraftet,
wenn Satiriker oder sonstige Spassvögel im Alltag beleidigend oder sonstwie sich äussern.
Ich erinnere hier nur an Salman Rushdie, der bis heute kein freies Leben mehr führen kann, nur weil er vor Jahrzehnten mit seinen Satanischen Versen den Islam beleidigt hätte. Bis heute gilt die Fatwa, die Khomeini ausgesprochen hatte. Im Islam gehört Gewalt als Vergeltung als legitimes Mittel dazu. Er ist weit vom Westen entfernt.
Der momentane Islam ist für mich keine Religion, sondern eine Ideologie. Damit wäre die Sache mit den Grundrechten erledigt.
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17.08.2016, 13:14
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17.08.2016, 13:30
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17.08.2016, 13:38Inaktiver User
AW: Burkini-Verbot
Dabei darf man nicht vergessen, dass den Sportlerinnen vor 2012 vorgeschrieben, wie breit ihr Bikini zu sein hatte. Wenn die deutsche Sportlerin also vor 2012 ihre Glücksradlerhose angehabt hätte, wäre sie disqualifiziert worden.
Natürlich gab es diese Kleidungsvorschriften für männliche Sportler nicht in diesem Umfang. Bei den Frauen gab es natürlich einen direkten Zusammenhang zwischen Bikinimaße und sportlicher Leistung.
Ich nehme mal, die ägyptischen Sportlerinnen dürfen sich vermutlich genügend Kommentare in der Heimat anhören, dass Frauen im Sport nichts zu suchen haben, mit oder ohne Burkini.
Da wäre es doch schön, wenn Sarah Attar als Vorbild für arabische Frauen dienen würde. (Aljazeera, Englisch)
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17.08.2016, 13:44
AW: Burkini-Verbot
Naja, stimmt nicht so ganz, wie du ja auch selbst im Artikel nachlesen kannst.
Auch ohne Bikini-Vorschrift spielen ja die allermeisten Mädels genauso weiter in ihren bisherigen Bikinis; es gehört bei dieser Sportart sozusagen einfach dazu, so lauten ja auch die Aussagen der aktiven Spielerinnen im Artikel.
Es gibt Leute, denen fällt beim Stichwort Beachvolleyball erst mal das Stichwort Bikini ein. Beachvolleyball, das ist doch der Sport, bei dem finstere, ältere Männer sportlichen, jungen Frauen vorschreiben, wie viel Haut sie auf dem Spielfeld zeigen müssen - der reine Voyeurismus. Dieser Gedankengang war schon immer ähnlich verkürzt wie die Textilien der Spielerinnen.
...
„Wir ändern nichts. Wir freuen uns, im Bikini zu spielen, das ist unsere Arbeitskleidung“, sagt Laura Ludwig, Abwehrspezialistin im deutschen Top-Duo Goller/Ludwig. Auch die amerikanische Olympiasiegerin Kerri Walsh hat keineswegs vor, nun die Garderobe zu wechseln. „Ich liebe es, im Bikini zu spielen“, sagt sie. „Es macht einfach Sinn.“ Weil: „Gerade bei warmem Wetter sind Bikins absolut von Vorteil“, sagt die deutsche Olympiateilnehmerin Ilka Semmler.
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17.08.2016, 13:51Inaktiver User
AW: Burkini-Verbot
Das ist ein sehr wichtiger Punkt, der auch schon mehrfach kritisiert wurde. Ganz seltsam, daß das kein Gehör findet in der Politik. Aber auch in den Medien werden die modernen und aufgeschlossenen muslimischen Interessengruppen wie "totgeschwiegen", Raum bekommen sie kaum. Als würde man, wenn man in diesen Sendungen, in Artikeln, in der Politik, mit Christen spricht, immer nur solche wie die Piusbrüder einladen.

Und auch zum ganzen Beitrag.Geändert von Inaktiver User (17.08.2016 um 14:00 Uhr)



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