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Thema: Burkini-Verbot
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30.06.2016, 14:37Inaktiver User
AW: Burkini-Verbot
Geändert von Inaktiver User (30.06.2016 um 14:39 Uhr) Grund: bevor einer den Scherz nicht versteht ;-)
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30.06.2016, 14:43
AW: Burkini-Verbot
Ja, ich auch.
Aber vor allem, weil es mir aufzeigt, wie schnell wir Frauen die Errungenenschaften der vergangenen 50 Jahre verspielen werden, wenn wir nicht aufpassen. Jüngere Frauen haben leider oft kein Gefühl dafür, weil sie die Freiheiten, die sie haben als normal und gegeben hinnehmen. Aber Freiheiten werden nicht geschenkt. Sie müssen erkämpft und verteidigt werden.
Wer schon ein Problem damit hat Unterdrückung zu nennen, was Unterdrückung ist, wird sich in 20 Jahren umschauen.Extraordinary claims require extraordinary evidence.
"Good people are doing good things and evil people are doing evil things.
But for good people to do evil things, that takes religion." (Steven Weinberg)
People deserve respect. Ideologies, ideas, opinions and beliefs do NOT.
Da man nicht entscheiden kann, was man glaubt, ist Glaube moralisch bedeutungslos.
Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.
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30.06.2016, 14:44Inaktiver User
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30.06.2016, 14:58Inaktiver User
AW: Burkini-Verbot
Ich habe das, im Strang glaube ich, schon mal geschrieben: Wenn man Kopftuch, oder doch Burka und Burkini als unterdrückerisch ansieht, also daß damit Frauen unterdrückt werden sollen, - dann ist die Frage geklärt, warum man es ablehnt. Man lehnt ja auch ab, daß jemand an Ketten gelegt wird. (selbst bei Tieren lehnt man das ja ab, was mich sehr freut). Auch wenn es Leute geben mag, die sich freiwillig an Ketten legen lassen.
Ist man der Meinung, daß Burka und Burkini zu tragen auf jeden Fall eine freie Entscheidung ist, weder Symbol noch Zeichen für Unterdrückung, und das Kopftuch dann sowieso, dann ist das alles überhaupt keine Frage und keinerlei Diskussion wert.
VanDyck hat das ja bereits gut dargestellt, daß es eben vermutlich beides gibt, und das eben die Diskussion darüber erschwert. Es wird sicher irgendwo auch eine Frau geben, die freiwillig sogar Burka trägt, also nicht, weil sie sonst begrapscht oder mißachtet wird. Und vielleicht gibt es sogar die Frau, von der Lonamisa sprach, die aus modischen Gesichtspunkten heraus einen Burkini trägt. Oder eben aus eigenen religiösen Gründen.Geändert von Inaktiver User (30.06.2016 um 15:13 Uhr)
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30.06.2016, 15:03
AW: Burkini-Verbot
Selbstverständlich!
Die Natur des Menschen ist Kultur, und was ein Mensch als angemessen und normal empfindet ist je nach Kultur unterschiedlich.
"Wir" hier im Westen sind durch einen jahrzehntelangen Prozess gegangen, in dem gesellschaftlich reflektiert wurde, woher unsere Scham und unsere Schamgrenzen kommen. In diesem Prozess wurde auch unsere eigene patriachalische Kultur, zu der die jahrtausendelange Vormachtstellung zweier übermächtiger patriarchalischer Religionen mit ihren speziellen frauenverachtenden Facetten gehört, analysiert.
Der Islam gehört in die gleiche patriarchalische Religionsecke wie das Christentum, musste aber durch diesen Prozess der Analyse noch nicht durch. Ein Prozess der dringend ansteht.
"Das Private ist politisch."
Um einen alten aber nicht obsoleten Spruch mal wieder in Erinnerung zu bringen.Extraordinary claims require extraordinary evidence.
"Good people are doing good things and evil people are doing evil things.
But for good people to do evil things, that takes religion." (Steven Weinberg)
People deserve respect. Ideologies, ideas, opinions and beliefs do NOT.
Da man nicht entscheiden kann, was man glaubt, ist Glaube moralisch bedeutungslos.
Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.
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30.06.2016, 15:12
AW: Burkini-Verbot
Scham und Schande
Ich erinnere mich noch heute, wie sich damals die Scham einstellte, die mich lange begleiten sollte.
Die Scham darüber, ein Mädchen zu sein.«
Seit etlichen Jahren radikalisiert sich der Islam, die Kopftücher, die früher kaum zu sehen waren, haben überhand genommen und finanziert von Saudi-Arabien hat die extrem orthodoxe wahabitische Auslegung einen Siegeszug angetreten.
Doch immer schon war für den Islam vieles „ayib“, also unanständig, was Mädchen und Frauen betraf. Ates bringt eine Fülle von Material, Berichte von Muslimen, Zitate aus Koranauslegungen, die drakonischen Strafen, wenn ein Mädchen die Regeln nicht beachtet, Das ist nicht neu, einzelnes hat man es geahnt, hier oder dort etwas gelesen.
Neu ist, dass es Ates einmal konsequent zusammengestellt hat. Dass sie es auszusprechen wagt, denn Sex und Islam, darüber spricht man nicht. Nicht als Muslim, weil es eben ayib ist, nicht als Nichtmuslim, um die Gefühle der Muslime nicht zu verletzen. Leider muss es ausgesprochen werden. Denn gerade die Tatsache, dass es unter den Teppich gekehrt wird, lässt es gären. Wer nicht über Sex sprechen mag, wittert bald überall Sex, sexualisiert alles. Viktorianische Ladies legten angeblich Tischdecken auf, die bis zum Boden reichten, damit man die Beine nicht sah – und sich dabei etwas schlechtes dachte.
Katholizismus und Islam haben mehr miteinander gemein, als so mancher wahrhaben will. Nur hat der Katholizismus sich seit 68 emanzipiert, kaum ein Katholik lässt sich heute vorschreiben, ob er Verhütungsmittel benutzen darf.
Diese rigide Moral in Tateinheit mit dem Schweigen verhindert auch Emanzipation und Demokratie, davon ist Ates überzeugt.Extraordinary claims require extraordinary evidence.
"Good people are doing good things and evil people are doing evil things.
But for good people to do evil things, that takes religion." (Steven Weinberg)
People deserve respect. Ideologies, ideas, opinions and beliefs do NOT.
Da man nicht entscheiden kann, was man glaubt, ist Glaube moralisch bedeutungslos.
Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.
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30.06.2016, 15:23
AW: Burkini-Verbot
für dein ganzes post
Der Hintergrund ist zwar noch komplexer, wie ich seit dem Studium des über 500 Seiten starken Buches "Syrien verstehen - Geschichte, Gesellschaft und Religion" von Gerhard Schweizer weiss, aber so weit muss man das nicht vertiefen.
Bei "Religion unter Staatlicher Kontrolle"gebe ich zu bedenken, dass hier ja gar keine Trennung besteht, sondern dass religiöse Oberhäupter Gesetze und Gesellschaftsordnung (Scharia) als göttlichen Willen postulieren und in dieser Form selbst Staatsmacht ergreifen.
Kopftuch, Burka, Burkini, Gebetsvorschriften etc spiegeln das m.E. ganz deutlich, denn es sind äußere Zeichen der Unterwerfung unter diese eben nicht nur religiösen, sondern das Alltagsleben vollständig durchdringenden Regeln, an deren Nichtvorhandensein unmittelbar eigenständiges Denken und Handeln abgelesen werden und verlolgt werden kann.
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30.06.2016, 15:23
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30.06.2016, 15:23Inaktiver User
AW: Burkini-Verbot
Da hingegen klingt deutlich matriarchal: kusch dich ins Eck und höre den weisen alten Frauen zu, du Spund. Mitreden darfst du, wenn und so lange sie (bzw. die weiseste und älteste) es dir erlaubt/erlauben.
Kenn ich ... machen viele patriarchale, auch muslimische, Männer genau so mit Frauen. Insbesondere den jüngeren/nicht verheirateten.
Ein HOCH auf die immer freie, immer emanzipierte Westlichkeit. Doch erstaunlich, wie sich manche Töne ähneln.
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30.06.2016, 15:27


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