Dass die Frau offen und sympathisch war, kommt an. Deine Einstellung finde ich aber ungünstig (das Gefettete). Es kann nicht sein, dass das Recht auf sexuelle und persönliche Selbstbestimmtheit und z.B. der Schutz vor Geinitalverstümmelung als Hürde angesehen wird. Integration ist was anderes als ein Kompromiss. In sehr vielem kann und darf die deutsche Gesellschaft Migranten auf keinen Fall auch nur einen Millimeter eintgegen kommen. Teilhabe gegen Anpassung. Im Heimatland ist es z.B. heisser als hier und ich bezweifle, dass die da überall Schwimmbäder haben.
Migranten müssen sich ohnehin in vielem sehr rasch anpassen.
Dass was für mich neu und unbekannt ist, zählt in den meisten Ländern, in die ich immigrieren könnte, eher nicht. Warum auch? Ich erwarte das auch gar nicht, schaue gut zu und gleiche mich an. Oder verlasse das Land in dem ich zu vieles vermisse. Das erwarte ich von Migranten einfach auch. Zumal die Integration umso besser klappt, je flexibler sich der Migrant zeigt.
Zum Thema Beschneidung hast du jetzt nichts gesagt. Zwangsheirat? Kinderehe? Müssen doch auch radikal aufgegeben werden, oder?
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Thema: Burkini-Verbot
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25.06.2016, 14:41
AW: Burkini-Verbot
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25.06.2016, 14:46
AW: Burkini-Verbot
Auch wenn die Burkini Diskussion sich ja schon über Jahre hinzieht - es scheint ja schwer zu sein, einen Kompromiss zu finden. Da schliess ich mich auch nicht aus.
Ich halte in erster Linie auch für am Wichtigsten, den Mädchen trotz oder mit dem Widerstand der Eltern die Möglichkeit des Sports zu ermöglichen. Sei es aus gesundheitlichen, sozialen oder lebensrettenden Gründen.
In Holland müssen die Kinder zeitweise Schwimmunterricht in Strassenkleidung abhalten, für den Fall, dass sie mal in einen Kanal fallen. Ok, ist nicht zu vergleichen mit regelmässigem Schwimmunterricht über die gesamte Schulzeit, wahrscheinlich gibts dafür einen speziellen Pool ^^.
Der Burkini wurde in Australien erfunden. Nachvollziehbar, denn hier ist in den meisten bewohnten Gebieten Schwimmenkönnen auch lebenswichtig. Es wurde dadurch auch muslimischen Mädchen die Möglichkeit gegeben, an so gesellschaftlich fest installierten, kulturellen Dingen wie zB Surf Life Saving teilzunehmen.
Ich habe kein Problem mit Ganzkörperschwimmanzügen, auch in öffentlichen Pools nicht. Auch nicht mit Kopfbedeckungen, ähnliche tragen die Kinder hier auch beim Schwimmen.
Ich verstehe allerdings nicht, warum die Burkinis unbedingt noch dieses längere Oberteil haben müssen, das halte ich für total hinderlich beim 'richtigen' Schwimmen.
Das sollte dann das Entgegenkommen der anderen Seite sein, dieses weglassen zu wollen, damit keine Nachteile beim Schwimmen entstehen. Weibliche Formen erkennt man auch im nassen langen Oberteil, da kann man's theoretisch auch gleich weglassen.
Bei den richtigen Sport Burkinis (oder so)hätte ich keine Hygienebedenken, das ist das gleiche Material wie bei Badeanzügen.
Bei den Walladingern, die die älteren Frauen hier im Meer anziehen, bzw in den Rockpools, seh ich das schon ein klein bisschen anders, die find ich auch eher 'usselig' im Wasser. Allerdings auch da eher für die Trägerin als für mich."I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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25.06.2016, 16:58
AW: Burkini-Verbot
Es geht im Strang um den Burkini. Der von einigen als Symbol der Unterdrückung der Frau gewertet wird - von anderen nicht.
Hier in D gibt es Gesetze bezüglich Beschneidung, Zwangsheirat und Kinderehe. Diese sind für mich die Grundlage für uns alle und natürlich für die Menschen, die sich hier integrieren wollen. Beschneidung von Mädchen ist verboten. Kopftuch tragen ist im Alltag nicht verboten.
Wer im Gefängnis arbeitet hat hier das Gebot seine Tätowierungen zu bedecken. Lehrerinnen dürfen kein Kopftuch tragen.
Das Kopftuch tragen selbst, verletzt keine Körper oder Grundrechte hier in D, wie es die anderen genannten Beispiele von dir tun. Auch wenn es für manche impliziert, dass das Kopftuch die Frauenrechte verletzt. Jedoch hat hier in D jede Frau das Recht ein Kopftuch zu tragen oder sich das Gesicht tätowieren zu lassen. Tue ich letzteres kann ich nicht als Justizvollzugsbeamtin arbeiten, tue ich ersteres kann ich nicht als Lehrerin arbeiten.
Wenn ein Schwimmbad bestimmt, dass keine Burkinis getragen werden dürfen, dann ist das Hausrecht und daran muss sich gehalten werden. D. h. entweder gehe ich als Frau im Badeanzug schwimmen oder gar nicht.
Gibt es Schwimmunterricht in der Schule, dann gelten die Landesregelungen diesbezüglich. An der Schule meiner Kinder nehmen alle Kinder und Jugendlichen am Schwimmunterricht teil, auch die Mädchen, die sonst Kopftuch tragen. Die tragen dann Badekappen und normale Badeanzüge oder diese Surfanzüge. Aber sie gehen in den Schwimmunterricht.
Das gehen in den Schwimmunterricht hat für mich Vorrang vor der korrekten Badekleidung.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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25.06.2016, 18:18
AW: Burkini-Verbot
Es ging mir um dein Argument, dass Entgegenkommen die Integration befördere. Wenn die Familie, von der du sprachst, also in vielen wichtigen Dingen Anpassung leisten muss, dann kann sie das ohne Weiteres auch hinsichtlich der Badekleidung. Und der Schwimmunterrichtskompromiss ist ein fauler, der nur Zustande kam, weil religiöse Gründe geltend gemacht wurden, gegen die das Schulgesetz abgewogen wurde. Wer in D lebt und seine Kinder auf eine staatliche Schule schickt, hat religöse oder traditionelle Gründe hintenan zu stellen. Die nächste Kapriole ist dieses unsinnige Fasten von Schulkindern, Verweigerung von Klassenfahrten und so weiter. Das wird einfach so praktiziert, und die Schulen dürfen sich überlegen, mit welchen (Zwangs-) Maßnahmen sie die für alle geltenden Regeln gegenüber Quertreibern durchsetzen wollen oder können. Wozu diese Extrawürste für Einzelne?
Nochmal: Integration ist dem Wortsinn und dem Prozess nach ein sich Einfügen. Nicht die Veränderung in alle Richtungen vonseiten der Gesellschaft auf die Sperenzchen einiger weniger. Es muss reichen, wenn man die Tür öffnet. Das Haus um die herum zu erweitern, die nicht eintreten wollen, macht einfach keinen Sinn.
Das sind die Parallelen, die zum Burkinistreit gehören. Darum war mir das schon wichtig zu hören, inwiefern Anpassung an Gäste jetzt Integration sein soll, wenn die Gäste ohnehin schon ziemlich weit von ihren Gebräuchen abrücken müssen.
Sollten. Denn es werden Mädchen ins Heimatland gebracht und dort mit rostigen Rasierklingen beschnitten, es werden "Fachfrauen" nach D geholt, die das Ritual hier ausführen.
Im Idealfall hilft eine klare Linie aber sehr, Migranten darauf aufmerksam zu machen, dass es hier anders läuft. Warum also nicht auch die Ansage: "Wer mitmachen will, darf das gerne, und zwar in der Weise, die hier üblich ist."
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25.06.2016, 18:32Inaktiver User
AW: Burkini-Verbot
Das möchte ich belegt haben.
Nebenan warte ich noch auf den Beleg dafür, dass Ethik-Unterricht "a-religiös" sei, wie Du schriebst.
Ich berufe mich auf Lukulla, die für das gesamte Politikforum die Regel ausgab, dass solche als objektiv dargestellten Sachverhalte belegt werden sollen.
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25.06.2016, 18:36
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25.06.2016, 18:47
AW: Burkini-Verbot
Ist mit a-religiös areligiös gemeint? Dann vielleicht besser korrigieren, ich übersetzte es nämlich als eine Beleidigung (ar*religiös) und konnte so gar nichts damit anfangen^^ Das dauerte jetzt ein wenig, bis der Groschen fiel ;- )
Zumindest sollte Ethikunterricht areligiös sein, denn Ethik hat nichts mit Religion zu tun. Unsere alten Philosophen drehen sich im Grab um. Natürlich gibt es religionsmotivierte Ethik, es erfordert aber keinen Glauben und erst recht keine Religion, um ethisch zu handeln.
In dem Zusammenhang:
Glaube und Ethik - Wie kam die Moral in die Welt? - Wissen - Süddeutsche.de
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25.06.2016, 19:01
AW: Burkini-Verbot
@amarena: wie definierst du a-religiös und was genau möchtest du wissen? Meine Tochter hat seit der 5. Klasse Ethik, jetzt ist sie Abijahr, ich kann den Lehrplan erfragen.
Saphire
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25.06.2016, 19:29
AW: Burkini-Verbot
Dieses andauernde Anbiedern an Sitten und religiöse orientierte sogenannte Regeln nervt mich total.
Ich warte nur noch auf eine EM, WM egal welcher Sportart, bei der die Trikotfrage religiös angepasst werden muss, weil ein muslimischer Top-Spieler einer Nation seine nackten Knie, Ohrläppchen oder sonstwas nicht zeigen will und durch die bestehenden Trikotregeln nicht eingesetzt werden kann.
Wenn Deutschland dann gar Spieler nicht in die Nationalmannschaft befördern könnte und keinen Titel
erspielen kann, bin ich mal gespannt, wie sich dies zukünftig gestalten würde.
Stelle mir gerade eine Beachvolleyballerin, vollkommen bedeckt, vor, die bei Gluthitze einen Herzinfarkt
erleidet. Und die Schuld hätte dann die "böse Sonne" und die verantwortungslosen Veranstalter.
Wer unbedingt mit Kleidung nass werden will, kann an einen Baggersee gehen oder sich unter die häusliche Dusche stellen. In Schwimmbädern hat dies nichts verloren.
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25.06.2016, 20:35Inaktiver User
AW: Burkini-Verbot
Natürlich ist der Ethikunterricht nicht gegen eine Religion, er ist aber auch nicht für eine Religion.
Das hat schon allein damit zu tun, dass Schule in Deutschland sich nur zu humanitären Gesichtspunkten positionieren soll, aber niemals parteiisch sein darf.
Und wenn im Ethikunterricht Religionen "behandelt" werden (und sie werden "behandelt"), dann eher zu deren Entstehung, Zeremonien und Inhalten, eine Wertung muss aber in der Schule außen vor bleiben.



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