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  1. Inaktiver User

    AW: Wohin steuert Europa?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    N beim NEAT von schenken zu reden ist wohl übertrieben, die Ch werden schon gerechtfertigte Gebühren verlangen wie ich sie kenne , zumindest bie der Brennerbasistunnel fertig ist und damit Konkurenz ,
    Davon kannst du ausgehen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, die Ch dürfen sogar solange abstimmen bis die Bevolkerungsmehrheit damit einverstanden ist, die Spinnen die Schweizer
    Das ist so. In einem Kleinstaat, wo die Verwaltung in vielen Bereichen noch einmal kleinteiliger ist (Kantone), mag das funktionieren. Es macht die CH aber gleichzeitig völlig unfähig, einem größeren politischen Zusammenschluss bei zu treten.
    Die Einwanderungsinitiative zeigt das sehr schön - einmal wird so abgestimmt, dann überlegt man es sich wieder, macht vielleicht ein neues Referendum und beschließt genau das Gegenteil....

    Man muss sich nur einmal vorstellen, das ginge in allen 28 Mitgliedsländern der EU so: Jedes Land würde permanent über alles abstimmen lassen. Dann würden viele Länder wohl laufend aus der EU aus- und wieder eintreten, langfristige Verträge könnten überhaupt nicht mehr geschlossen werden.

    So sinnvoll dauernde Referenden im kleinen Rahmen sein können - im internationalen Kontext handelt man sich damit den Vorwurf ein, äußerst unverlässlich zu sein.
    Das hat inzwischen auch ein Teil der Schweizer Wirtschaft kapiert: Da die Firmen nicht wissen, ob sie in Zukunft noch die Mitarbeiter aus dem Ausland holen können, sind sie vorsichtig geworden - und ein Drittel hat inzwischen Teile der Produktion ins Ausland verlagert.

    Darüber wird in der CH allerdings kaum gesprochen. Die Ergebnisse von Abstimmungen werden niemals kritisiert, das gehört zum Guten Ton, und ein Schweizer würde auch nie zugeben, dass in seinem Land nicht alles rund läuft.
    Trotzdem muss man zugeben, dass die CH Vieles richtig macht.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Teil des Deals war, dass die ganzen alpenquerenden Transporte der EU (besonders Deutschland-Italien) nicht auf Lastwagen sondern auf der Schiene transportiert werden.
    Also war die Kundschaft von vornherein garantiert.

  2. Inaktiver User

    AW: Wohin steuert Europa?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    nun ja es gibt gute Gründe, warum die Schweiz teuer ist. politische Stabilität und Rechtssicherheit sind eben hoch geschätzte Güter.
    Der hohe Frankenkurs hat gar nichts mit der politischen Stabilität und der Rechtssicherheit der Schweiz zu tun.

    Bis 2007 war der Umrechnungskurs Franken - Euro ziemlich stabil auf einem Verhältnis 0,60 sfr zu 1,00 Euro. Seit dem Frankenschock ist es eins zu eins.

    Das lag an der bewussten Euro-Abwertungspolitik von Draghi, der den Euro wegen der südlichen Euroländer aufweichte und auch gegenüber dem Doller möglichst niedrig halten will, um die Exporte zu fördern. Den "weichen" Euro verdanken wir den europäischen Krisenländern, die man leichtfertig in die Währungsunion aufnahm (das wäre ein eigenes Kapitel).

    Da der Franken sich nicht nur am Euro orientiert, sondern auch am Dollar, ist die CH mit ihrer kleinen Währung in der Zwickmühle. Irgendwo las ich mal, dass der Euro in Bezug auf die Wirtschaftskraft Deutschlands zB. massiv unterbewertet ist, der Franken aber überbewertet.

    Dazu kommt, dass der Franken eine Fluchtwährung ist: Nicht nur seriöse Reiche legten und legen ihr Geld in Franken an, auch kriminelle Potentaten und andere dubiose Millionäre.

    Um den alten Wechselkurs zu halten, hätte die Schweizer Nationalbank täglich für viele Millionen Euro aufkaufen müssen, das hätte ihre Bilanz aufgebläht. Und da man wusste oder ahnte, dass Draghi eine Geldschwemme auslösen wird, war es wichtig, den Frankenkurs noch vorher frei zu geben.

    Die Aufwertung ist nicht für alle Branchen gleich problematisch. Für den Tourismus ist sie schlimm - und ebenso für den Einzelhandel.

    Eine aktuelle Meldung aus dem Tagesanzeiger «Frankenschock noch nicht ausgestanden»

    Der Schweizer Detailhandel habe das schlechteste Jahr seit 35 Jahren hinter sich. «Knapp zwei Milliarden Umsatz gingen verloren.

    Man braucht nur die Scharen von Schweizer Kunden im grenznahen Ausland zu sehen, dann weiss man, warum. Selbst aus weiter entfernten Kantonen lohnt sich jetzt die Fahrt.


  3. Registriert seit
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    AW: Wohin steuert Europa?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Man muss sich nur einmal vorstellen, das ginge in allen 28 Mitgliedsländern der EU so: Jedes Land würde permanent über alles abstimmen lassen. Dann würden viele Länder wohl laufend aus der EU aus- und wieder eintreten, langfristige Verträge könnten überhaupt nicht mehr geschlossen werden.
    Wie du siehst, schliesst die Schweiz sehr wohl langfristige Verträge, sowohl gegen aussen wie innerhalb. Es ist auch nicht so, dass Kantone ständig eintreten und wieder austreten; alle sind zufrieden, Teil der Schweiz zu sein.

    Aber ja, es gibt eine permanente politische Diskussion, wo ständig über die Zukunft der Schweiz diskutiert wird, durchaus auch in einem europäischen Kontext wie bei der Neuen Europäischen Alpentransversale.

    So sinnvoll dauernde Referenden im kleinen Rahmen sein können - im internationalen Kontext handelt man sich damit den Vorwurf ein, äußerst unverlässlich zu sein.
    Dass die Herrschaften in den Palästen am liebsten ungestört regieren, glaub ich gerne; allein, ich meine nicht, dass man ihnen das erlauben sollte. Das ist nicht gut für ein Land.


    Das hat inzwischen auch ein Teil der Schweizer Wirtschaft kapiert: Da die Firmen nicht wissen, ob sie in Zukunft noch die Mitarbeiter aus dem Ausland holen können, sind sie vorsichtig geworden - und ein Drittel hat inzwischen Teile der Produktion ins Ausland verlagert.
    Allerdings wird der Werkplatz Schweiz nach wie vor für seine Vorteile geschätzt.



    Also war die Kundschaft von vornherein garantiert.
    Ja sicher, man baut einen solchen Tunnel nicht einfach mal so sondern überlegt sich was!

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


  4. Registriert seit
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    AW: Wohin steuert Europa?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der hohe Frankenkurs hat gar nichts mit der politischen Stabilität und der Rechtssicherheit der Schweiz zu tun.
    nun - doch: rundherum fällt die EU in Teile, die Schweiz ist und bleibt eine Insel der Stabilität. Wie seit immer schon. oder zumindest: sehr lange schon.


    Den "weichen" Euro verdanken wir den europäischen Krisenländern, die man leichtfertig in die Währungsunion aufnahm (das wäre ein eigenes Kapitel).
    Als die Schweiz 1992 über den Beitritt zum EWR abstimmte, wurde von vielen, die damals Nein sagten, eben genau das befürchtet, und bei dem Debakel wollten die konservativen Schweizer nicht mitmachen.

    zu Recht, offenbar.


    Dazu kommt, dass der Franken eine Fluchtwährung ist: Nicht nur seriöse Reiche legten und legen ihr Geld in Franken an, auch kriminelle Potentaten und andere dubiose Millionäre.
    Die aktuellen Geldwäschereigesetze sind sehr streng. nix mehr mit kriminell und dubios, das ist vorbei.

    Es wird überlegt, die Schweiz auch zu einem Datenspeicher zu machen, nicht mehr nur ein Geldspeicher.


    Eine aktuelle Meldung aus dem Tagesanzeiger «Frankenschock noch nicht ausgestanden»

    Der Schweizer Detailhandel habe das schlechteste Jahr seit 35 Jahren hinter sich. «Knapp zwei Milliarden Umsatz gingen verloren.
    2015 war ein sehr schwieriges Jahr, aber 2016 erlebe ich deutlich besser. Meine Erfahrung im Detailhandel ist auch, dass ich oft anstehen und warten muss, weil da ständig Leute einkaufen. So schwarz sehe ich die Lage nicht.


    Man braucht nur die Scharen von Schweizer Kunden im grenznahen Ausland zu sehen, dann weiss man, warum. Selbst aus weiter entfernten Kantonen lohnt sich jetzt die Fahrt.
    Man sieht aber auch in der Schweiz die Kunden aus dem grenznahen Ausland, die in der Schweiz einkaufen kommen... besonders wenn im Ausland ein Feiertag ist, aber in der Schweiz nicht, da gibt's kein Halten mehr.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  5. Inaktiver User

    AW: Wohin steuert Europa?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Allerdings wird der Werkplatz Schweiz nach wie vor für seine Vorteile geschätzt.
    Der Werkplatz Schweiz ist eineinhalb Jahre nach dem Frankenschock ordentlich in der Krise: Jammern bringt die Schweizer Industrie nicht weiter

    Zu den hohen Produktionskosten kommt eine zurückgehende Nachfrage in den Schwellenländern und das Rezept, das man sich verordnet, wird auch in anderen Ländern längt umgesetzt: Industrie 4.0 - eine noch stärkere Digitalisierung.

    Wenn das so weitergehe, werde es in der Schweiz bald keine Industrie mehr geben, sagt der Verwaltungsratspräsident zweier mittelgrosser Betriebe im Bernbiet. Der Unternehmer mit über 30-jähriger Erfahrung sorgt sich vor allem wegen der hohen Löhne, die in der Schweiz verlangt werden. Diese betrügen ein Mehrfaches der Löhne in zentral- und südosteuropäischen Ländern und zwängen immer mehr Schweizer Industriefirmen, Aktivitäten dorthin zu verlagern.

    Schweizer Industriefirmen tun gut daran, sich auf eine möglicherweise noch längere Durststrecke einzustellen.

    Tourismus und Einzelhandel sind waren sofort betroffen, beim Werkplatz ist es ein schleichender Prozess.

    Exportorientierte Länder können auf Dauer nicht konkurrenzfähig bleiben, wenn sie viel zu teuer produzieren. Vor allem dann nicht, wenn ihre Nachbarn mindestens genauso leistungsfähig sind, aber viel geringere Lohnstückkosten haben.

    Es ist übrigens kein Naturgesetz, dass die Preise und Löhne in der Schweiz so weit über denen in der EU liegen. In den Siebziger Jahren fuhren EU-Bürger in die Schweiz zum Einkaufen, weil es dort billiger war. Die Schweizer bauten in Grenznähe große Einkaufstempel, um die ausländische Kundschaft anzulocken. Derzeit ist es genau umgekehrt.


  6. Registriert seit
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    AW: Wohin steuert Europa?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der Werkplatz Schweiz ist eineinhalb Jahre nach dem Frankenschock ordentlich in der Krise: Jammern bringt die Schweizer Industrie nicht weiter
    Jammern bringt zwar nichts, wird aber trotzdem immer gern gemacht.


    Exportorientierte Länder können auf Dauer nicht konkurrenzfähig bleiben, wenn sie viel zu teuer produzieren. Vor allem dann nicht, wenn ihre Nachbarn mindestens genauso leistungsfähig sind, aber viel geringere Lohnstückkosten haben.
    Das ist seit eh und je die Situation der Schweiz, also: kein Grund zur Sorge.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  7. Inaktiver User

    AW: Wohin steuert Europa?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Das ist seit eh und je die Situation der Schweiz, also: kein Grund zur Sorge.
    Für dich ohnehin nicht: So viel ich weiss, hast du weder ein Industrieunternehmen noch einen Tourismusbetrieb. Lebst du nicht auch im grenznahen Ausland?


  8. Registriert seit
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    AW: Wohin steuert Europa?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Für dich ohnehin nicht: So viel ich weiss, hast du weder ein Industrieunternehmen noch einen Tourismusbetrieb. Lebst du nicht auch im grenznahen Ausland?

    ich HABE keine solche Betriebe, aber meine Existenz hängt natürlich von ebendiesen ab, mehr oder weniger direkt.

    Ich kann allerdings nicht feststellen, dass es keine Touristen hat (sonst könnte ich bestimmt öfters sitzen im Tram und müsste weniger Slalom gehen durch die Fussgängerzone), und gerade die Situation bei Industriebetrieben krieg ich doch von Berufs wegen relativ genau mit. Das war mal nach der Aufhebung des festen Franken-Euro-Kurses ein Jahr lang ein Schock, in der Tat, doch der ist so langsam überwunden. Es ist auch richtig, meine ich, dass die Nationalbank die Wirtschaft nicht ewig stützt - auch wenn die Nationalbank wohl nach wie vor eingreift, aber halt nicht mehr anhand einer offiziell kommunizierten Zahl.

    Dass es schwierig ist - nun das war es schon immer.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  9. Inaktiver User

    AW: Wohin steuert Europa?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Dass es schwierig ist - nun das war es schon immer.
    Nein, das war es nicht. Die Schweiz lebte lange Zeit wie die Made im Speck, gestützt von einer Finanzwirtschaft, die mit 13% des BIP einen viel höheren Anteil hatte als in anderen Ländern. Und mit Preisen und Löhnen, die zwar ein wenig höher waren als im europäischen Ausland, aber nie in demselben Maß wie jetzt.

    Es ist schwierig, mit Schweizern zu diskutieren, deren Argumente sich darauf beschränken, dass sie grundsätzlich besser seien als der Rest der Welt. Zum Glück teilen nicht alle dieses trotzige Kirchturmdenken.


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    AW: Wohin steuert Europa?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nein, das war es nicht. Die Schweiz lebte lange Zeit wie die Made im Speck, gestützt von einer Finanzwirtschaft, die mit 13% des BIP einen viel höheren Anteil hatte als in anderen Ländern.
    Was jetzt nicht mehr der Fall ist, die Schweiz wird auch das überstehen.

    Weil ja das, was die Schweiz erfolgreich macht - nämlich die politische Stabilität, die gute Infrastruktur, die hohe Qualität, die direkte Demokratie, die Berufslehre - weiterhin bestehen bleibt.


    Es ist schwierig, mit Schweizern zu diskutieren, deren Argumente sich darauf beschränken, dass sie grundsätzlich besser seien als der Rest der Welt. Zum Glück teilen nicht alle dieses trotzige Kirchturmdenken.
    Die Schweiz ist eben tatsächlich in vielem sehr gut, was man auch anhand zahlreicher Zahlen mit einer gewissen Objektivität feststellen kann.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

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