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  1. Inaktiver User

    AW: Wohin steuert Europa?

    Zitat Zitat von luciernago Beitrag anzeigen
    ich nehme an, du sprichst von der EU?
    Ja ich beziehe mich auf das politisch/wirtschaftliche Europa und politische Vorgänge und evtl. Lösungen.

  2. Inaktiver User

    AW: Wohin steuert Europa?

    Zitat Zitat von Kholja Beitrag anzeigen
    Je größere ein (staatliches) organisatorisches Gebilde, desto undemokratischer wird es.
    Das ist sehr allgemein formuliert, die EU wie sie gegründet wurde, und nur ein Haufchen Staaten war, war ja auch nicht demokratischer als jetzt mit 28 Staaten. Von daher kann ich dem Argument nicht wirklich folgen.

    Die EU war mit 8 Staaten ebenso, wenn nicht noch undemokratischer als jetzt mit 28 Staaten. Parlamentswahlen gibt es inzwischen. Von daher ist es dann doch demokratischer geworden.

    Aber: so auch meine Meinung, nicht demokratisch genug.

    Die EU hatte ja leider den Geburtsfehler, dass das Parlament - von uns gewählt - keine wirklicher Akteur war und ist und nur Kontrollkompetenzen hat.

    Es war ein demokratischer Prozess, Abstimmungen des Volkes in NL und F, die die Verfassung, die zu mehr Demokratie (?) geführt hätte verhindert hat.

    Später mehr, ich habe leider nicht so lange Zeit
    Geändert von Inaktiver User (15.05.2016 um 18:19 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Wohin steuert Europa?

    Hier ist eine Rede von Gesine Schwan über Europa (warum ist die Frau noch mal nicht Bundespräsidentin ?), der ich sehr zustimme, leider auf Englisch

    https://www.youtube.com/watch?v=2x5iyfquyr0

  4. Inaktiver User

    AW: Wohin steuert Europa?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hier ist eine Rede von Gesine Schwan über Europa (warum ist die Frau noch mal nicht Bundespräsidentin ?), der ich sehr zustimme, leider auf Englisch

    https://www.youtube.com/watch?v=2x5iyfquyr0
    Über das Englisch dieser Professorin war ich geradezu erschüttert. (Am Schlimmsten war vielleicht ihr Adorno-Zitat: ... sollte nicht schweigen => ... should not silence)

    Es ist mir schwer gefallen ihr zuzuhören, dabei war ihr Germish für Deutschsprachige wohl noch eher dechiffrierbar als für so manchen Zuhörer im Saal. Vor allem: ich habe auch vom inhaltsleeren Gebrabbel her nicht verstanden, wozu man sich diese Rede anhören soll; nach der Hälfte der Rede habe ich genervt weggeklickt. - Ist mir eine wichtige Aussage entgangen?

    Und warum hätte man Schwan zur Bundespräsidentin wählen sollen? Sie wäre wahrscheinlich nicht schlechter als Gauck gewesen, aber da der Mann als Fehlbesetzung ohnehin kaum zu toppen ist, spricht das noch nicht für sie.
    Geändert von Inaktiver User (17.05.2016 um 12:36 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Wohin steuert Europa?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    die EU wie sie gegründet wurde, und nur ein Haufchen Staaten war, war ja auch nicht demokratischer als jetzt mit 28 Staaten.
    Die ursprüngliche EU war homogener als die jetzige, und die Interessen ihrer wenigen Mitglieder waren auch viel leichter unter einen Hut zu bringen als die Interessen von jetzt 28 Staaten.

    Vor allem begriff die ursprüngliche EU ihre Rolle auch gänzlich anders als die heutige: sie griff weitaus weniger in die souveränen Rechte der Mitgliedsstaaten ein, als das heute der Fall ist.
    Der Brüsseler Apparat reißt immer mehr Befugnisse an sich. Seine sehr begrenzte demokratische Legitimation und das nahezu völlige Fehlen von Transparenz (Grundvoraussetzung jeder Demokratie) wurde auch durch eine Reform des EU-Parlaments nicht ausgeglichen.

    Hinzu kommt ein immer mehr ausufernder Lobbyismus, der anti-demokratisch wirkt, wie sich z.B. in den TTIP-Geheimverhandlungen ausdrückt.

    Dass alle 28 Mitgliedsländer in der EU-Kommission einen Sitz mit eigenem Zuständigkeitsbereich beanspruchen, führt zu einer Zersplitterung von Aufgabenbereichen, zu einer grotesken Aufblähung von Regelungen und Vorschriften und ist damit ein gefundenes Fressen für die Heerscharen an Lobbyisten, die sich in Brüssel tummeln.

    Des weiteren haben sich die Schwerpunkte verschoben: von der wirtschaftlichen Union, bei der die Interessen der Mitgliedstaaten trotz aller Unterschiede doch weitgehend in die gleiche Richtung gingen, zum Nato-Ausführungsorgan, das neue Mitglieder nicht nach ihrer "Europafähigkeit" sondern danach auswählt, ob sie in die Strategie der Nato-Osterweiterung passen.

    Hinzu kommen massive strukturelle Grundprobleme der europäischen Gemeinschaftswährung, da die wirtschafts-, fiskal- und sozialpolitischen Verhältnissen in den Mitgliedstaaten zu unterschiedlich für eine gemeinsame Währung sind. Die aus dieser Zwangsheirat resultierenden Folgen gehören zu den schlimmsten Demokratie-Defiziten in Europa.

    Das Ergebnis von Überdehnung, Schwerpunktverschiebung und Gemeinschaftswährung sind Konflikte, wie sie die ursprüngliche EU nie gesehen hatte.

    Zusammengefasst kann man sagen:
    Wir befinden uns in der Europäischen Gemeinschaft auf dem Weg der Entdemokratisierung.
    Das Ergebnis ist eine 'Postdemokratie' einerseits und starke nationale Bewegungen sowie soziale Unruhen andererseits.
    Geändert von Inaktiver User (17.05.2016 um 12:44 Uhr)


  6. Registriert seit
    02.01.2006
    Beiträge
    8.326

    AW: Wohin steuert Europa?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hinzu kommen massive strukturelle Grundprobleme der europäischen Gemeinschaftswährung, da die wirtschafts-, fiskal- und sozialpolitischen Verhältnissen in den Mitgliedstaaten zu unterschiedlich für eine gemeinsame Währung sind. Die aus dieser Zwangsheirat resultierenden Folgen gehören zu den schlimmsten Demokratie-Defiziten in Europa.
    .
    für den gesamten Beitrag.
    Und das oben Stehende fördert nicht den Frieden innerhalb Europas.
    flying is the art of falling to the ground without touching

  7. Inaktiver User

    AW: Wohin steuert Europa?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vor allem: ich habe auch vom inhaltsleeren Gebrabbel her nicht verstanden, wozu man sich diese Rede anhören soll; nach der Hälfte der Rede habe ich genervt weggeklickt. - Ist mir eine wichtige Aussage entgangen?
    Ach ist das einfach über andere herzuziehen.

    Das nächste Mal klickst du lieber nicht auf die links die ich hier lasse, ich möchte ja nicht verantwortlich dafür sein, dass du den Tag auf der Toilette verbringen musst

    Und warum hätte man Schwan zur Bundespräsidentin wählen sollen? Sie wäre wahrscheinlich nicht schlechter als Gauck gewesen, aber da der Mann als Fehlbesetzung ohnehin kaum zu toppen ist, spricht das noch nicht für sie.
    Immerhin spricht sie Englisch im Gegensatz zu unserem derzeitigen Bundespräsidenten, den man noch nie auch nur ein Wort auf English hat sagen hören.

    Inhaltlich: Sie ist frech, traut sich was, steht zu ihren Werten, hat gesellschaftliche Weiterentwicklung im Sinn statt nur ein nichtssagendes "Freiheit" eines Gauck. Unter Gauck sind durch die Hintertür TTiP, NSA etc über uns reingebrochen sind und man sich fragt, wo ist da der Mann, der ständig von Freiheit redet, während die Komplettkontrolle installiert wird? Es ist sein Job in solchen Momenten etwas zu sagen. Da kam nichts.

    Außer geäußerte uneingeschränkte Unterstützung für TTiP von Gauck. Danke. Muss man sich mal geben, der Mann redet die ganze Zeit von Freiheit. Und unterstützt ein Abkommen, dessen Text man nicht mal kennt und deren Abkommen geheim gehalten werden. Das ist der Mann der unsere Werte repräsentieren soll und mit seiner Unterschrift jeden Beschluss für "sein Volk" ratifiziert oder nicht. Oops.

    Ich denke tatsächlich, dass mit einer Gesine Schwan da eine ganz andere Diskussion geherrscht hätte.

    Ist Gauck eigentlich dein Bundespräsident der Wahl? Oder wen hättest du vorgeschlagen, das würde mich mal interessieren.
    Geändert von Inaktiver User (19.05.2016 um 11:22 Uhr)


  8. Registriert seit
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    Beiträge
    86

    AW: Wohin steuert Europa?

    @Kholja: da bin ich ganz bei dir

    Wir sind mittlerweile weit entfernt vom Ursprungsgedanken eines vereinten Europa. Was mit der Zeit geschaffen wurde, ist ein riesiges Bürokratie-Monstrum, das die Bürger komplett aus den Augen verloren hat. Und es ist auch keine/r mehr daran interessiert diese wieder an Bord zu holen.


  9. Registriert seit
    02.01.2006
    Beiträge
    8.326

    AW: Wohin steuert Europa?

    Meiner bescheidenen Ansicht nach war der Ursprungsgedanke ein nettes Verkaufsargument, um eine Wirtschafts- und Finanzzone zu schaffen.
    flying is the art of falling to the ground without touching

  10. Inaktiver User

    Stirnrunzeln AW: Wohin steuert Europa?

    Europa steuert nirgendwo hin, Europa taumelt. Von Anfang an. Nur haben wir es nicht wahrgenommen, solange wir eine Schönwetterlage hatten und von der großartigen Idee ziemlich geblendet waren. Europa als politische Einheit ist eine attraktive Idee, die jedoch in der Realität genauso wenig funktioniert wie der Sozialismus. Jetzt traut sich natürlich kein Politiker, Europa infrage zu stellen, weil die Folgen schlicht unkalkulierbar wären und die politische Lage noch instabiler. Man macht also weiter wie bisher. Lucke hatte recht, nur keiner wollte es hören und hat ihn behandelt als hätte er die Pest. Jetzt haben wir die AfD an der Backe.

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