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  1. Inaktiver User

    AW: Was spricht gegen einen Dexit?

    Dirk Müller sagt in seinem sehr lesenswerten Buch "Showdown" über das Problem unserer nicht zu den beteiligten Volkswirtschaften passenden Gemeinschaftswährung folgendes:

    Es gäbe einen Weg links um den Sumpf und einen Weg rechts um den Sumpf.
    Man könnte die Gemeinschaftswährung beenden (bzw. auf wenige harmonisierende Länder begrenzen) und ansonsten zur friedlichen Zusammenarbeit in der EU wie vor dem Euro zurückkehren. - Das wäre der Weg rechts um den Sumpf herum.
    Man könnte der Gemeinschaftswährung aber auch die Harmonisierung von Wirtschafts-, Sozial- und Steuerpolitik folgen lassen, wie sie unerlässlich ist, damit wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Währung zusammenpassen. - Damit ginge man links um den Sumpf herum.

    Beides würde funktionieren; beides wären gute Lösungen.
    Die politischen Implikationen wären aber äußerst unterschiedlich und von größter Tragweite.
    Und da man sich in Europa weder für den einen noch für den anderen Weg entscheiden will oder kann, marschieren wir derzeit mitten durch den Sumpf.

    Mit gravierenden Folgen, von denen wir erst einen Vorgeschmack erhalten haben und die wir noch gar nicht in vollem Umfang absehen können (zumal es Politik und Medien vortrefflich gelingt die Masse der Menschen mit irgendwelchem Kokolores von den eigentlichen Problemen und Risiken abzulenken).

    Stichworte: Griechenland-Krise, Gefahr der Ansteckung Italiens und Frankreichs, Eurobonds, Negativzinsen, soziale Unruhen, Konflikte zwischen den Staaten, Geldvernichtung, Bürgerkriegsgefahr. Ja, auch Bürgerkriegsgefahr - und nicht nur in Deutschland, siehe Beispiel Spanien.
    Geändert von Inaktiver User (01.05.2016 um 15:03 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Was spricht gegen einen Dexit?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bae, du beschränkst deinen Blick auf die eine Seite der Dinge, Amarena sieht die andere Seite.

    Damit habt ihr m.E. beide insofern Recht, als ihr damit einen Teil der Wahrheit wahrnehmt.
    Ihr habt m.E. aber auch beide Unrecht, denn ihr weigert euch den anderen Teil der Wahrheit ebenfalls wahrzunehmen.
    Zunächst einmal vielen Dank fürs Aufdröseln.

    Jetzt frage ich mich allerdings, ob ich mich missverständlich ausgedrückt habe. Ich sehe es so, dass sowohl Deutschland als auch Frankreich -ebenso wie die übrigen Beteiligten- auf ihre Vorteile bei diesen zunächst wirtschaftlich ausgerichteten Abkommen geschaut haben. Ich negiere nicht, dass Frankreich auch die Sicherheit im Blick hatte, aber das gilt meines Erachtens nach auch für Deutschland.

    Die in Deutschland stationierten Soldaten sehe ich losgelöst von den Wirtschaftsabkommen. Sie sind tatsächlich ein Überbleibsel dessen, was Bae meint - aber eben ein anderes Thema.

  3. gesperrt

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    AW: Was spricht gegen einen Dexit?

    Ich sag's nochmals anders: was spricht gegen einen Dexit? - dagegen spricht, dass es mehr als genug einflussreiche Menschen und Institutionen gibt, die einen Dexit um keinen Preis wollen und die Versuche in diese Richtung schon im Ansatz nach allen Kräften bremsen werden.

    Wenn es dazu notwendig wird, wieder mehr Soldaten in Deutschland zu stationieren, wird auch das getan werden. Aber sicher doch.

    gruss, barbara

  4. Inaktiver User

    AW: Was spricht gegen einen Dexit?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    was spricht gegen einen Dexit? - dagegen spricht, dass es mehr als genug einflussreiche Menschen und Institutionen gibt, die einen Dexit um keinen Preis wollen und die Versuche in diese Richtung schon im Ansatz nach allen Kräften bremsen werden.
    Gegen einen Dexit spricht aber auch, dass teilweise genau die falschen Kräfte dafür sind (IWF, Soros), und dass Deutschland dabei in jeder Hinsicht den Kürzeren ziehen würde.

    Eine (ausgeweitete) Stationierung von Besatzungssoldaten betrachte ich ebenfalls als absolut nicht wünschenswert.
    Das wäre dann wirklich: ein nicht souveränes Deutschland an der Leine ausländischer Militärmächte halten - statt Deutschland in Europa einzubinden, wie Monnet und Schuman es richtigerweise wollten.

    Ich bin dafür, das erfolgreiche Konzept von Monnet/Schuman weiterzuführen - auf die eine oder andere Weise. Damit bin ich strikt gegen einen Austritt Deutschlands aus dem Erfolgsmodell der EU ("Dexit").

    Und für das Sonderproblem 'Euro', der keineswegs so eng mit dem Konzept 'EU' verbunden ist, wie man uns glauben machen will, findet sich eine Lösung, wenn man es denn wirklich will bzw. sich endlich dazu durchringt: nämlich links herum oder rechts herum ...
    Geändert von Inaktiver User (01.05.2016 um 15:38 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Was spricht gegen einen Dexit?

    der grund für die Montanunion war ein ganz einfacher und die Ursachen liegen lange zurück.

    Er Heißt Preußen.

    Preußen war ein kleiner Agrarstaat der bei den Großen mitspielen wolte uns sich militärisch Ausrichtete.

    Durch Napoleons Politik und Veränderungen ( er wollte 2-3 D Königreiche , natürl. unter seiner Kontrolle. Königstitel an Bayern zb ) , damals kämpften D Fürstentümer gegeneinander und mit Frankreich gegen Preußen bis es Unterlag.

    Im Zuge der Neu-Ordnung Europas erstarkte der Nationalismus , die Idee eines gesamt D Staates wurde immer populärer , Kleinststaaten wurden zu Kleinstaaten vereinigt danach , zum Nord- u Süd- D Bund .

    Durch den Krieg von 1870 gelang die Vereinigung zu Deutschland . Der einzig mächtige Gegner Preußens - Bayern wurde Wirtschaftl. Überredet , die waren Konkursreif , daher auch Status des Freistaates u des Bayrischen Königs bis 1918 ,
    ( wer glaubt ihr hat Ludwigs Schlößchen großzugigst , Kredit finanziert , da spielten pol. Gründe mit )

    der danach folgende D Wirtschaftswunder hatte mehrere Gründe.

    - die Kriegsentschädigungs Zahlungen Frankreichs.
    - der Wegfall der Innerdeutschen Grenzen , Zölle , die Einführung einer gemeinsamen Währung...( Handelserleichterungen )
    - die wirtschaftl. Kraft des neuen Gebietes Elsaß-Lothringen besonders Textil- Industrie.
    - das Eisenerz aus Elsaß-Lothringen in Verbindung mit der Kohle des Ruhrgebietes.

    es war in Europa eine neue Großmacht zu den bestehenden entstanden , die sich gleichwertig Fühlte u dies auch Einforderte und Geschichtlich

    sich als Nachfolger des römisch-deutschen-Reiches sah ( obwohl nur ein Teil davon war ) , den historisch größten Feind Frankreichs , neben England ........

    diese Wiederholung der Geschichte wolte man nach dem 2 WK Verhindern und

    der beste Friedensstifter ist wenn man wirtschaftl. , gleichberechtigt , Zusammen Arbeitet.

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    AW: Was spricht gegen einen Dexit?

    Wenn Deutschland aus der EU raus geht, ist die EU am Ende.

    Es gibt zur Zeit drei mächtige Staaten in der EU, das sind Deutschland, Frankreich und Grossbritannien.

    Man kann ein Konstrukt nicht weiter leben lassen, wenn der Motor fehlt.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

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    AW: Was spricht gegen einen Dexit?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Man könnte die Gemeinschaftswährung beenden (bzw. auf wenige harmonisierende Länder begrenzen) und ansonsten zur friedlichen Zusammenarbeit in der EU wie vor dem Euro zurückkehren. - Das wäre der Weg rechts um den Sumpf herum.
    Man könnte der Gemeinschaftswährung aber auch die Harmonisierung von Wirtschafts-, Sozial- und Steuerpolitik folgen lassen, wie sie unerlässlich ist, damit wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Währung zusammenpassen. - Damit ginge man links um den Sumpf herum.

    Beides würde funktionieren; beides wären gute Lösungen.
    Ich halte die Rückkehr zu nationalen Währungen für eine Katastrophe in finanzieller Hinsicht.

    Beispiel, was für Kosten nur für die Abschaffung der 500€ Note entstehen:

    Die von der EZB-Spitze geplante Abschaffung des 500-Euro-Scheins wird nach Zeitungsinformationen selbst im günstigsten Fall mehr als eine halbe Milliarde Euro kosten. Das zeigten Schätzungen der nationalen Notenbanken und der Europäischen Zentralbank (EZB), berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Freitagausgabe) vorab. Die bisher kursierenden 600 Millionen 500-Euro-Noten müssten durch kleinere Scheine ersetzt werden. Dadurch entstünden allein Druckkosten von mehr als 500 Millionen Euro. Darüber hinaus müsse voraussichtlich eine Summe in dreistelliger Millionenhöhe für die Logistik des Umtausches aufgebracht werden. Handelsblatt
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  8. Inaktiver User

    AW: Was spricht gegen einen Dexit?

    Die Kosten für die Abschaffung der 500-Euro-Note sind Peanuts im Vergleich zu dem, wovon in diesem Strang die Rede ist.

  9. Inaktiver User

    AW: Was spricht gegen einen Dexit?

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Wenn Deutschland aus der EU raus geht, ist die EU am Ende.

    Man kann ein Konstrukt nicht weiter leben lassen, wenn der Motor fehlt.
    Ich ersetze mal Konstrukt durch Auto.

    dem Auto ist es Wurscht ob es von einem Diesel , Raps oder E-Motor angetrieben wird ,

    es fährt sogar ohne Motor wenn man ein Pferd davor spannt , da kann man sogar jeden Motor rausschmeißen.

    der Besitzer ( Teilhaber am Auto ) entscheidet über die Bauart des Motors.
    der Fahrer entscheidet über das Ziel der Reise ( bei mir hat der Motor noch nie bestimmt wo ich hinfahre )

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Ich halte die Rückkehr zu nationalen Währungen für eine Katastrophe in finanzieller Hinsicht.

    Beispiel, was für Kosten nur für die Abschaffung der 500€ Note entstehen:

    Die von der EZB-Spitze geplante Abschaffung des 500-Euro-Scheins wird nach Zeitungsinformationen selbst im günstigsten Fall mehr als eine halbe Milliarde Euro kosten.
    Propaganda vom Feinsten , das aus dem Verkehr nehmen der Scheine , mit xx€ gerechnet und die Druckkosten bei gleichem Bargeld-Bestand auf 10€ Scheine dazu gerechnet und natürlich die Umtauschkosten.

    nach meinen Infos werden einfach keine neuen gedruckt , das regelt die Zeit allein ( versuch mal einne 500 Mark-Schein zu kriegen , die sind immer noch gültig .
    Geändert von Analuisa (02.05.2016 um 08:34 Uhr) Grund: Farbe im Zitat ergänzt

  10. Inaktiver User

    AW: Was spricht gegen einen Dexit?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich bin dafür, das erfolgreiche Konzept von Monnet/Schuman weiterzuführen - auf die eine oder andere Weise. Damit bin ich strikt gegen einen Austritt Deutschlands aus dem Erfolgsmodell der EU ("Dexit").
    Dem schließe ich mich an.

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