mir ist nicht klar, was du mit diesem grünen-bashing bezwecken willst. du betreibst es seit dem ersten posting.
ich habe in diesem präsidentenwahlkampf weder von den grünen noch von vdb irgendetwas gehört oder gelesen, was in irgendeiner form "radikal" war.
sogar hofer selbst musste in der uralt-kiste kramen und eine vorfeld-jugendorganisation (die von vdb schon damals massiv deswegen kritisiert wurde) der grünen in erinnerung zufen, um irgendwo einen sager zu finden, um zu versuchen, den heimatbegriff für sich zu beanspruchen.
ja, die grünen sind puralistischer als die fpö, manchmal werden divergierende meinungen auch laut ausgesprochen.
das mag politisch unklug sein in einer zeit, die sich hauptsächlich durch populistische ausrufezeichen in der politik auszeichnet, doch ich halte das für ein zeichen gelebter demokratie.
keine frage, man kann der meinung sein, dass die gfk nicht mehr gültig sein sollte, dass menschenrechte "veraltet" sind. aber dann sollte man auch so ehrlich sein und das klar formulieren, statt rechtsbruch und "radikalität" zu schreien, ohne ein einziges mal nachgesehen zu haben, was tatsächlich ausgesagt wurde und wird.
also hier ein tatsächliches positionspapier:
Die Grünen Graz - Wir wollen und wir können!
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28.04.2016, 17:15Inaktiver User
AW: Bundespräsidentenwahl in Österreich
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28.04.2016, 18:35
AW: Bundespräsidentenwahl in Österreich
Angst hat bei dieser Wahl auch eine große Rolle gespielt und leider ist die FPÖ durch ihre "Volksnähe" die einzige Partei, die hier zumindest ein offenes Ohr und Hilfsbereitschaft vorgaukelt. Die jetzige Bundesregierung hat es verabsäumt, auf die Bürger einzugehen. Dass nun ÖVP/SPÖ in Sachen Asylpolitik so vorpreschen, war ein Versuch, die Wähler auf ihrer Seite zu behalten.
Übrigens: Ich arbeite mit jungen Menschen, viele davon Migrationshintergrund, aus verschiedensten Bildungsschichten zusammen.
Während sich wahlberechtigte junge Migranten, die ein höheres Bildungsniveau in der Herkunftsfamilie haben, durchwegs gegen Hofer entschieden haben, wählten von der Gruppe, deren Eltern ein eher niedriges Bildungsniveau haben, durchwegs den Herrn Hofer. Dazu muss ich sagen, dass ein Großteil dieser Jugendlichen Muslime sind. Gerade bei den eher konservativ eingestellten und traditionell lebenden Muslimen spielte die Angst zB vor Vergewaltigungen eine große Rolle für die Wahlentscheidung pro Hofer. Es wurde auch immer wieder auf den Unterschied zwischen "europäischen Muslimen" und den Muslimen aus dem arabischen/afrikanischen Raum hingewiesen. Letztere wurden von den Jugendlichen vermehrt als gewaltbereit eingestuft.Es ist, was es ist.
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28.04.2016, 20:05Inaktiver User
AW: Bundespräsidentenwahl in Österreich
Aha, jetzt kommt die Moralkeule...
Der "Kurier" Artikel trifft es sehr gut: Nicht zuletzt diese arrogante Haltung polarisiert und löst bei potentiellen FPÖ-Wählern eine Trotzreaktion aus.
Ich bedauere wirklich, dass nicht Griss in die Vorwahl kam, sondern dass wir uns jetzt mit zwei Lagern konfrontiert sehen, die sich in ihrer stur-ideologischen Haltung nicht unähnlich sind.
Leider haben sie zu spät gemerkt, wie sehr sie an den Menschen vorbei regierten.
Es ist schon länger bekannt, dass auch viele eingebürgerte Menschen mit Migrationshintergrund die FPÖ wählen. Meist sind sie eher konservativ eingestellt und stimmen den einfachen Parolen der FPÖ zu. Mit der Nazi-Vergangenheit haben sie nichts am Hut, das ist nicht ihre Geschichte. Sie suchen eine Partei, die vorgibt, für Recht und Ordnung zu sorgen.
Mit dem Multikulti-Getue der Linken können diese Leute nichts anfangen, sie fühlen sich von dieser Partei nicht vertreten. Die Genderdebatten und Diskussionen zB. über die Rechte von Homosexuellen und anderen Minderheiten interessieren sie nicht.
Ökonomisch gehören sie oft zu denen, die durch die massive Einwanderung von neuen Migranten Nachteile für sich selbst befürchten. Das ist nicht aus der Luft gegriffen: Sie sind die ersten, die mit ihnen um einfache Jobs und billigen Wohnraum konkurrieren müssen, deswegen sprechen sie sich oft gegen eine weitere Einwanderung aus.
Die politischen Diskussionen orientieren sich noch immer an veralteten Parteiprogrammen und Feindbildern. Kein Wunder, dass sich viele Menschen davon nicht mehr so recht vertreten fühlen. Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren verändert, sie ist vielschichtiger geworden, die früheren Zielgruppen brechen den Parteien immer stärker weg. Besonders an den sozialdemokratischen Parteien ist das sehr deutlich zu erkennen.
Wenn wir es nicht schaffen, abseits von Partei-Ideologien und politischen Lagern einen pragmatischen Umgang mit den neuen Herausforderungen zu finden, ist die Gefahr groß, dass die extremen Lager links und rechts immer stärkeren Zulauf bekommen.
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29.04.2016, 07:03Inaktiver User
AW: Bundespräsidentenwahl in Österreich
@vidrei,
ich halte deine analysen für durchaus zutreffend.
bis auf eine: die grünen sind keine "sehr" linke partei. - ich frage dich nochmal, was du mit diesem bashing ("moralkeule? -die möglichkeit einer durchführung einer notstandsverordnung, beschossen von spö und övp, ist laut einiger verfassungsrechtler durchaus menschenrechtlich bedenklich, da gehts nicht um moralkeule, sondern einfach um die österreichische realität) bezwecken willst.
die einzige person, die hier im thread wirklich polarisiert, bist du mit diesen nicht haltbaren vorwürfen an die grünen, und damit letztlich an vdb.
schade, eigentlich.
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29.04.2016, 08:12Inaktiver User
AW: Bundespräsidentenwahl in Österreich
Die Wähler der Grünen sind eher bürgerlich - mit einem auffallend hohen Anteil an Lehrern. Diese Leute sind "Salonlinke", die aus ihrer gesicherten Position im öffentlichen Dienst heraus linksliberale Positionen vertreten.
Die Arbeiterschaft in Österreich wählt überwiegend FPÖ, schon in den Neunzigern lag der Anteil bei über 50%. Auffallend ist das gute Abschneiden der FPÖ auch bei Bewohnern der Wiener Gemeindebauten - und bei der Polizei!
Die Moralkeule bezog sich auf dich.
Solche Formulierungen
sind Polemik vom Feinsten. Hast du das nötig?
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29.04.2016, 08:57Inaktiver User
AW: Bundespräsidentenwahl in Österreich
"Sie werden sich wundern, was alles gehen wird."
Ein Artikel auf ZON erklärt die Möglichkeiten und Kompetenzen eines österreichischen Bundespräsidenten. Wenn Hofer alle diese Möglichkeiten ausnutzt, dann gute Nacht, Österreich.
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29.04.2016, 16:03Inaktiver User
AW: Bundespräsidentenwahl in Österreich
was jetzt? bürgerlich oder "salon-links"?
die grüne wählerschaft setzt sich in ö aus fast allen lagern zusammen, allerdings ist es richtig, dass höhere bildungschichten (letztabschluss matura, uni) eher grün wählen.
das mit den lehrern ist einfach falsch, die lehrergewerkschaft war immer schwarz und ist es noch.
einen großen anteil machen aber epus, kleinstunternehmer, kreative.
was die gemeindebauten betrifft, so kommt es auf den bezirk an.- da hat die spö in den letzten 20 jahren aber massiv geschludert und schlichtweg zu wenig auf "ihre leute" geachtet. stimmt.
dass die arbeiterschaft - vor allem in krisenregionen - von der spö zur fpö anwandert, ist unbestritten.
[QUOTE]das ist weder polemik noch fein.
es ist einfach eine tatsache, dass das neue asylgesetz nicht gfk-konfom ist und menschenrechte verletzt, zumindest nach einigen stellungnahmen damit befasster ngos (-die wiederum verfassungsrechtler als interpreten der gesetzesvorlagen heranziehen)
nichts anderes schrieb ich.
ich habs wahrhaftig nicht nötig - die regierung offensichtlich schon.
(die fpö hat nicht dafür gestimmt, übrigens, es war ihr offensichtlich nicht weitreichend genug)
hier nur eine (von vielen)stellungnahmen gegen das gesetz:
http://www.asyl.at/fakten_1/asylkoor...ahme_996db.pdf
nur ein dort genannter aspekt von vielen:
Im geplanten Entwurf finden sich keine Regelungen, wer die Rechte unbegleiteter minderjährigeFlüchtlinge im Verfahren vor den Organen des öffentlichen Sicherheitsdienstes in den Registrierstellenwahrt und im Namen der Minderjährigen Erklärungen abgeben kann, die gegen eine Zurückweisungbzw. Zurückschiebung sprechen. Sowohl die Grundrechte-Charta der Europäischen Union (Art. 24), alsauch das Verfassungsrecht (Bundesverfassungsgesetz über die Rechte von Kindern, BGBl. I Nr. 4/2011)sehen spezielle Schutzbestimmungen für Kinder vor. Demnach muss bei allen Kinder betreffendenMaßnahmen öffentlicher Einrichtungen das Wohl des Kindes eine vorrangige Erwägung seinUnter Bedachtnahme auf die europa- und verfassungsrechtlichen Vorgaben wäre es daher dringendgeboten, unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen auch für Verfahren nach dem 5. Hauptstück desAsylG 2005 eine/n gesetzliche/n Vertreter/in zur Seite zu stellen.
es ist wahrhaftig keine polemik zu sagen, dass, wer für dieses gesetz stimmt, gfk und Emrk offensichtlich für überholt hält.
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29.04.2016, 17:33
AW: Bundespräsidentenwahl in Österreich
Ich freue mich darüber, wie sich die Diskussion hier entwickelt, und dass wir es bis jetzt ohne Moderationszwischenrufe geschafft haben!

Was ich noch anmerken wollte, nachdem es weiter vorne angesprochen wurde: Akademiker sind mitnichten automatisch "Bessergestellte" (wie ich diesen Ausdruck hasse, meine Oma, zeitlebens Arbeiterin spricht auch immer von den "Besseren") - auch hier gibt es Prekariat.
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29.04.2016, 18:12
AW: Bundespräsidentenwahl in Österreich
Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs
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29.04.2016, 18:26Inaktiver User
AW: Bundespräsidentenwahl in Österreich
jep.
genau das wollte ich vorhin mit dem für mich sehr "klassischen" grün-wählern, die ich so kenne, ausdrücken:
"kreative" ein-personen-unternehmer, "kleine" photographen, graphiker, journalisten, übersetzer, künstler (und immer-innen dazu...
) - einige davon leben eigentlich immer oder oft unter dem mindesteinkommen (und bekommen als epu so gut wie nichts vom staat)
vom bildungsgrad her mindestens matura, meist studium.
ich finde es schlimm, diese leute so generell abzuwerten oder sie als solche darzustellen, die "ihre pründe gesichert" haben.
genau so wie ich leute, die keinen höheren abschluss haben, in irgendeiner weise abwerten möchte.
was ich aber durchaus denke, ist, dass höherer bildungsabschluss oft auch mehr wissen über politische strukturen und reale macht der einzelnen instanzen bedeutet.
meine tochter lernt am gymnasium viel an politischer bildung -in der oberstufe. wer -zumindest in der stadt -nach der hauptschule keine weitere ausbildung hat, hat da vielleicht schon auch bildungslücken, die es "leichter" machen, versprechungen von populistischen schwätzern aufzusitzen, die das große glück und einfache lösungen versprechen.



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