Du vermischst da etwas. Delaware etc. erheben erst gar keine Steuern, die hinterzogen werden können. Es ist ein (bescheuerter) Wettkampf um Standortvorteile. Es sieht wie folgt aus:
"Anders als in Deutschland bietet das US-Steuerrecht zahlreiche Gestaltungsfreiräume. Auf Bundesebene gibt es nur Vorgaben für die Einkommen- und Körperschaftssteuer sowie das Aktienrecht. Der Spitzensteuersatz für Firmen liegt auf Bundesebene derzeit bei 35 Prozent – und ist damit der höchste aller Industrienationen.
Andere Steuerfragen liegen in der Hoheit der Bundesstaaten. Sie können individuell gestalten, wie Firmen registriert werden und welche Steuern und Gebühren sie erheben.
Folgende Staaten verzichten auf eine Einkommensteuer für Privatleute: Alaska, Florida, Nevada, South Dakota, Texas, Washington und Wyoming.
Auf die Körperschaftssteuer verzichten Nevada, South Dakota, Washington und Wyoming."
Quelle (grauer Infokasten). Mal eine ältere Quelle, da seit längerem in der Diskussion.
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Thema: Panama Papers
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06.04.2016, 17:27Inaktiver User
AW: Panama Papers
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06.04.2016, 17:36Inaktiver User
AW: Panama Papers
Noch ein Telepolis-Artikel über den GröLaZ (größter Leak aller Zeiten, Zitat Sascha Lobo):
"Panama Papers - Bombe oder Blindgänger", Telepolis
Darin heißt es:
Obwohl der Verband Offenheit ◥vorgibt (...) ist die Auswahl begrenzt und erscheint willkürlich. (...) Überdies haben nicht alle im ICIJ organisierten Presseorgane Zugang zu den Panama Papers, sondern nur ein extra zusammengestelltes Team.
(...)
Zufall oder nicht: Der Guardian und auch die beteiligte französische Tageszeitung Le Monde lehnen aktuell eine vollständige Publikation der Panama-Papers-Dateien - sei es als Rohmaterial oder in einer Datenbank - ab. Zur ◥Begründung heißt es, die Dokumente enthielten sensible oder private Informationen.
(...)
Was aus dem Panama Papers wird, lässt sich freilich noch nicht sagen. Die Chancen stehen aber nicht schlecht, dass sie keine Konsequenzen haben oder Vorwürfe sich - wie schon bei den Offshore-Leaks - als falsch herausstellen.
Effizienter wäre freilich, vor der Haustüre zu recherchieren. Nach Angaben des ◥Schattenfinanzindex des Tax Justice Networks liegt Panama im Ranking der Steueroasen auf Platz 13 - nach Deutschland (8), Luxemburg (6), den USA (3) und der Schweiz (1).
Geändert von Inaktiver User (06.04.2016 um 17:45 Uhr)
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06.04.2016, 17:58Inaktiver User
AW: Panama Papers
The Guardian war auch schon federführend bei der Datenanalyse der geleakten Dokumente des Dopingskandals in der russischen und kenianischen Leichtathletik. Soviel wie ich mitbekommen habe, hat The Guardian ein paar richtige Spezialisten, um die verschiedenen Daten in Beziehung zu setzen und zu verifizieren. Sicherlich nicht einfach bei der Datenmasse. Die vollständige Veröffentlichung dann abzulehnen, halte ich für sinnvoll. Da die Datenanalyse sehr komplex ist, halte ich es auch für angebracht, den Zugang auf jene zu beschränken, die in der Lage sind, aus der Datenmasse belegbare Informationen und verifizierbares Wissen zu generieren.
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06.04.2016, 19:03
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06.04.2016, 20:21Inaktiver User
AW: Panama Papers
Bei aller Kritik an der Medienlandschaft bin ich absolut zuversichtlich, dass es mehr als nur einer kleinen Handvoll Journalisten weltweit gelingt solche Daten zu analysieren.
Die Tatsache, dass der Guardian Fachpersonal hat, bedeutet nicht, dass andere Zeitungen keines hätten. Guardian und Le Monde geben auch keine derartig anmaßenden Gründe für ihre Geheimniskrämerei an.
Du wirst als Grund also schon den akzeptieren müssen, den der Guardian selber nennt: weil es sensible und persönliche Daten sind.
Offensichtlich verdienen manche Kontoinhaber mehr Schutz und Sensibilität als andere.
Und manche Personen sind nicht mal Kontoinhaber und stehen trotzdem besonders am Pranger.Geändert von Inaktiver User (06.04.2016 um 20:39 Uhr)
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06.04.2016, 20:52Inaktiver User
AW: Panama Papers
Panama Papers
Die eigentlich arme Süddeutsche Zeitung, nicht der SPIEGEL, nicht die ZEIT, nicht die WELT, nicht die FAZ, nein, die schwächelnde Süddeutsche Zeitung ist, wie ein Hans im Glück anonym mit Material regelrecht „zugeleakt“ worden. Sie hat sich das Ding offenbar allein nicht zugetraut, sich erst einmal die gebührenfinanzierten Finanzprotze NDR und WDR zu Partnern gemacht und schließlich das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) und am Ende 400 Reporter von über 100 Medien (darunter die BBC, der Guardian, Le Monde) aus 80 Ländern der Welt ins Boot geholt.
das hat mich jetzt vom Hocker gehauen.
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06.04.2016, 21:04Inaktiver User
AW: Panama Papers
diese Firmen sind nicht Perse schlecht
Panama Papers: Warum Briefkastenfirmen auch einen legalen Zweck haben können
Der Volkswagen-Konzern hat seine Firmenflugzeuge in der Karibik stationiert, weil die Konkurrenz dann angeblich nicht im Internet verfolgen kann, wohin die Manager gerade fliegen. Mitunter ist die Auslagerung auch das einzige Mittel, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden – oder völlig rechtmäßig von einem niedrigeren Steuertarif im Ausland zu profitieren. Der bessere Zugang zu dortigen Märkten oder eine geringere Regulierung der Branche kann locken....
Nicht selten ist der Wunsch, sich für den Fall des Falles vor einem Zugriff von Gläubigern auf das Privatvermögen zu schützen. Eingeweihte sprechen etwas verschämt von „Asset Protection“. Rechtswidrig ist das nur, wenn sich schon eine Krise der eigenen Finanzen abzeichnet und damit die Insolvenz verschleppt oder einzelne Geschäftspartner begünstigt werden.
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06.04.2016, 23:09
AW: Panama Papers
Warum?
Dass die SZ als Printmedium kein anderes deutsches Printmedium reinholt, ist schon mal marktwirtschaftlich bedingt und in diesme Sinne sinnvoll.
NDR und WDR sind nicht nur gebührenfinanzierte Finanzprotze, sondern vor allem mutige ud kompoetente Sendeanstalten (und wir als Gebührenzahler sollten doch froh sein, dass das Rohmaterial für eine Menge hoffentlich guten Journalismus kostenlos an die Sender gegeben wurde).
Dass nun die SZ das ICIJ ins Boot geholt hat, war zum einen Bedingung de Whistleblowers (die Aufarbeitung muss mindestens auch in Englisch erfolgen)
Ausserdem ist das klug, denn die Aufarbeitung dieser Datenmenge hätte die SZ niemals in endlicher Zeit und annehmbarer Qualität leisten können. Da ist es gut, in jedem betroffenen Land kompotente Leute mit der nationalen Aufabrietung zu befassen.
Was also haut Dich daran vom Hocker?
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06.04.2016, 23:20
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06.04.2016, 23:23



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