Eine Gesellschaft, die keine Satire erträgt, finde ich unerträglich.
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12.04.2016, 00:58
AW: Erdogan und die türkische Politik
flying is the art of falling to the ground without touching
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12.04.2016, 01:03Inaktiver User
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12.04.2016, 01:23
AW: Erdogan und die türkische Politik
Ach was ihn. 78 Mio Türken hat er beleidigt.
http://www.sueddeutsche.de/politik/staatsanwaltschaft-erdoan-stellt-strafantrag-wegen-beleidigung-gegen-boehmermann-1.2945381
Aufgerundet die Gesamtbevölkerung der Türkei.
Strafmindernd könnte man den Abzug von 50% (Frauen) und xy% entspannte Türken werten.
Trotz der Plakate in Griechenland (Frau Merkel mit Hitlerschnäuzer) fühle ich mich nicht als Nazi gebrandmarkt. Obwohl das nichtmal Satire war, hat es hier nur eine kleine Welle gegeben.flying is the art of falling to the ground without touching
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12.04.2016, 02:05
AW: Erdogan und die türkische Politik
Ja, ich weiss. Und weiss nach wie vor selbst nicht, wie ich das besser ausdrücken könnte.
Das kann er dann ja vor Gericht darlegen.... Das ist aber die Frage, ob er es denn getan hat, um ihn zu beleidigen.
Ich weiss nicht, ob es eine "höherwertige" Motivation gibt. welche die "darunter rangierende" Beleidigung "aufwiegt".
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12.04.2016, 07:46
AW: Erdogan und die türkische Politik
Es gibt einen interessanten Beitrag von heute plus, wo aufgezählt wird, wie oft Merkel u. a. deutsche Politiker schon in der Presse anderer Länder beleidigt/karikiert wurde, u. a. mit Hakenkreuz (Satire gegen Deutschland). Wurde da ein Strafantrag gestellt? Oder die Pressefreiheit respektiert?
Oliver Kalkofe fasst das was ich denke in bessere Worte:
Denn diese ganze vollkommen absurde Staatsaffäre um die kleine poetische Verbal-Entgleisung das dünnen blassen Jungen
weitet sich gerade zu einer der bizarrsten, erschreckendsten und für unsere Meinungs- und Redefreiheit auch gefährlichsten Diskussionen seit langem aus.
Eins vorab:
Es ist vollkommen egal, was der einzelne von Böhmermanns Gedicht hält.
Es ist ebenso egal, ob es Satire ist oder nicht.
Denn ja:
es ist bewusst verletzend, böse und qualitativ kein Stabhochsprung.
Sollte es aber auch niemals sein.
Denn die satirische Plattform der ganzen Geschichte war niemals das unsinnigerweise immer wieder rezitierte und vollkommen unwichtige Gedicht,
sondern die Aktion darum herum.
Der Zusammenhang, der in fast sämtlichen Diskussionen darüber komplett verloren gegangen ist.
Und der ging so:
Um die schnaubende Empörung des wütenden Giftzwergs zu kommentieren, die bereits der sehr gelungene Erdogan-Song der Kollegen von Extra 3 ausgelöst hatte -
inklusive der daraus folgenden unverschämten Forderung des stinkbeleidigten Türken-Chefs, die deutsche Politik solle regulierend einschreiten -
legte Böhmermann noch einen drauf und erklärte in der Sendung,
dass freie Meinungsäußerung und Satire bei uns nun einmal sehr wohl erlaubt sein.
Ganz im Gegenteil zu einer böswilligen Schmähkritik, die einfach nur auf Beleidigung aus sei - so wie das daraufhin zitierte Erdogan-Gedicht...
von dem sich Böhmermann danach selbst distanzierte.
...
Aber:
man darf Böhmermann deshalb nicht zur Staatsaffäre machen.
Man darf ihn nicht anklagen
oder als Politiker die Möglichkeit eröffnen, dass es überhaupt zu einem Prozess gegen ihn kommt -
denn dies wäre kein Prozess um eine mögliche Beleidigung/ Schmähkritik oder eine Person,
sondern vor Gericht stände das Recht auf Satire und Meinungsfreiheit an sich -
die nämlich dann jederzeit verboten werden könnte, wenn der Adressat eines Scherzes den Witz nicht versteht.
Das ZDF und auch die Regierung darf natürlich sagen,
dass sie den Inhalt des Gedichts verabscheuen und sich davon distanzieren - das Recht hat jeder -
aber sie müssen dennoch sagen,
dass der Zusammenhang zählt und es hier um unser grundsätzliches Recht auf Redefreiheit und Satire geht.
https://www.facebook.com/kalkofe/pos...692861537648:0
und ich ergänze
Die Meinungsfreiheit und die Kunstfreiheit sind ebenso große wie barmherzige Grundrechte: Die Meinungsfreiheit deckt auch Gedanken, die viele als Krampf oder Schwachsinn qualifizieren mögen; und die Kunstfreiheit deckt auch Produkte, die viele für unsäglich halten mögen. Wären diese Freiheiten von einem Qualitätsurteil abhängig, wären sie nichts mehr wert. Und es ist wohl so, dass im politischen Meinungskampf, bei massiven Auseinandersetzungen, einiges erlaubt ist; und es ist auch so, dass auf einen groben Klotz auch ein grober Keil gesetzt werden darf.
Einer Justiz, deren oberstes Organ, das Bundesverfassungsgericht, vor über zwanzig Jahren klipp und klar gesagt hat, dass der alte Tucholsky-Satz "Soldaten sind Mörder" keine Beleidigung ist - einer solchen Justiz darf man schon trauen.
http://www.sueddeutsche.de/politik/t...afen-1.2945202Geändert von xanidae (12.04.2016 um 07:52 Uhr)
Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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12.04.2016, 07:51
AW: Erdogan und die türkische Politik
und was den § 103 StGb angeht, da heißt es (u.a.):
Wer ein ausländisches Staatsoberhaupt oder wer mit Beziehung auf ihre Stellung ein Mitglied einer ausländischen Regierung, das sich in amtlicher Eigenschaft im Inland aufhält, oder einen im Bundesgebiet beglaubigten Leiter einer ausländischen diplomatischen Vertretung beleidigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe, im Falle der verleumderischen Beleidigung mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
und ich wage zu behaupten, dass dieser § nicht auf den Böhmermann Fall zutrifft, da Erdogan sich nicht in D aufhielt.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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12.04.2016, 08:09Inaktiver User
AW: Erdogan und die türkische Politik
Recep Tayyip Erdogan: 1845 Verfahren wegen
Es geht doch nicht nur um Jan Böhmermann sondern dieser Präsident ist quasi dauerbeleidigt.
Einstecken kann er nicht ,austeilen umso besser.
Auf die Idee seine Politik dem üblichen Niveau anzupassen ,kommt er aber nicht sondern klagt sich anscheinend lieber durch die Gerichte.
Gab es solchen Fall schon einmal? Für mich hat das eindeutig diktarorische Züge und ich verstehe jeden ,der sagt ,"Jetzt erst recht!"
Denn jeder ,der nur in den Anschein kommt eine andere Meinung zu haben wird abgeschaltet oder verhaftet.Das jetzt hier auch in Deutschland fortsetzen zu wollen ,ist schon unglaublich selbstüberschätzend .
Denn da unterschätzt er ,was da noch von anderen kommen kann!
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12.04.2016, 08:22Inaktiver User
AW: Erdogan und die türkische Politik

merkels rückgrat hätte sich - so sie eins hätte, gezeigt, wenn sie sich nach erdowahn ganz klar, unmittelbar und unmissverständlich ausgesprochen hätte, statt paar stammelnde schulmädchen an die front zu schicken.
was sie wirklich über böhmermann denkt, wissen wir nicht, da ihr ungefragtes vorpreschen reiner opportunismus ist. gut möglich, dass ihr opportunismus und ihre meinung übereinstimmen. aber das tut nichts zur sache.
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12.04.2016, 08:27Inaktiver User
AW: Erdogan und die türkische Politik
Mein Problem ist nicht, daß ein Erdogan sich mit dicker Hose aufmacht und sein Machogehabe an den Tag legt, dieses Recht hat er!
Vielmehr macht mir Bauchweh wie wir uns auf der Nase rumtrampeln lassen und welches Selbstwertgefühl und auch Rückgrat Deutschland zeigt. Und hier als Repräsentantin Merkel und Co.
Aber so ist das wenn man mit Leuten ins Bett geht, die einen dann an den Eiern haben
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12.04.2016, 08:49Inaktiver User
AW: Erdogan und die türkische Politik
Das ist kein Machogehabe sondern seine Art Politik zu machen. Und zwar nicht erst seit gestern oder letzter Woche . Im Familienclans Erdogan wird alles so vorbereitet wie ein Präsident Suharto das auch schon mal gehandhabt hat. Aber ist ja immer weit weg. Nur in diesem Fall kommt es nahe.Hoffentlich so nahe ,dass sich mal ein paar mehr Menschen Gedanken machen?


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