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  1. Inaktiver User

    AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Warst Du schon mal in Entwicklungsländern ? Wo dann zum Beispiel eine Sechsjährige nachts im tobenden Großstadtverkehr auf der Fahrbahn steht und versucht, Blumen oder ähnliches zu verkaufen ? Oder wo Kinder 12 Stunden am Tag in Fabriken arbeiten ?
    Warum sollte es für deren Eltern keine Option sein, ihre Kinder irgendwo hin zu senden, wo sie vermeintlich ein vielfaches verdienen ?

    Das vielleicht der ganze Clan das Geld hierfür zusammen kratzt, heißt noch lange nicht, dass diese Leute wohlhabend und gebildet sind.
    Ja ,bin ich ständig ,allerdings nicht im mittelafrikanischen Raum . Deshalb kann ich nur von meinen Erfahrungen sprechen aus Ländern ,die Ihre Kinder aber auch nicht hierher schicken.
    Normalerweise ist es keine Option ,denn sie brauchen die Kinder ja für ihren täglichen Broterwerb und wirklich arme Familien könnten es sich gar nicht leisten ,dass da ein Kind ,viel kostet und auf eine ungewisse Reise geht ,wo man noch nicht mal weiß ,ob es jemals ankommt und überhaupt einen Benefit geben wird?
    Die brauchen das Kind ständig in der Nähe ,um leben zu können.
    Es handelt sich um Summen für Schlepper ,da könnte man in manchen Ländern eine Selbstständigkeit starten.
    Deshalb so ganz schlüssig ist das nicht .

  2. Inaktiver User

    AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen

    Zitat Zitat von kanglin Beitrag anzeigen
    was heißt "zynisch" - das erscheint es uns in unserem komfortablen Mitteleuropa in der historischen Situation heute, die man ja gerne verabsolutiert. Die Verdingkinder in der Schweiz und die Schwabenkinder in Deutschland gab es bis ins letzte Jahrhundert, erstere sogar bis in die 60er Jahre hinein.
    Das Wort "zynisch" bezog sich vor allem auf die Praxis, Kinder als menschliche Schutzschilde zu verwenden, wie es die Palästinenser machten.

    Die Situation der Verding- und der Schwabenkinder war insofern anders, als diese Eltern niemals das Geld gehabt hätten, ihre Kinder irgendwohin zu schicken.

    Für die Kinder und Jugendlichen, die über Schlepper zu uns kommen, wurde sehr viel Geld aufgebracht, das man auch anders hätte investieren können. Das halte ich schon für einen gravierenden Unterschied.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es handelt sich um Summen für Schlepper ,da könnte man in manchen Ländern eine Selbstständigkeit starten.
    Deshalb so ganz schlüssig ist das nicht .
    Daher auch die Vermutung, dass es sich um ein "Investment" handeln könnte.
    Geändert von Inaktiver User (31.05.2016 um 11:32 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen

    Ich weiß nicht, ob da wirklich in jedem Fall so viel Geld aufgebracht wird. Sicher gibt es Leute, die sich, relativ komfortabel durchorganisiert, binnen weniger Tage von Afghanistan bis Deutschland schleppen lassen, durchgängig in Transportmitteln, das kostet dann auch.

    Aus Afrika hört man aber doch oft die Geschichten, dass Leute z.T. jahrelang unterwegs sind bis Libyen, zu Fuß, oft zwischendurch länger bleiben und arbeiten. Da fällt dann irgendwann nur das Geld für den Mittelmeer-Transfer an.

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    AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen

    Zitat Zitat von kanglin Beitrag anzeigen
    Die Gründe damals waren fast dieselben wie im Nahen Osten: Überbevölkerung aufgrund der besseren medizinischen Versorgung und ein undemokratisches System. Nur ist Europa halt dichter besiedelt als die USA damals...
    Und die einheimische Bevölkerung dort musste trotzdem umdenken
    flying is the art of falling to the ground without touching

  5. Moderation

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    AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen

    Zitat Zitat von Butterblume Beitrag anzeigen
    Zum geringen Stellenwert von Kindern hatten wir es ja schon.
    Ich denke, dass diese Eltern, die ihr Kind mit Schleppergeld ausstatten und einfach losschicken, ganz zynisch ihre Investition kalkulieren. Für mich ist so etwas unvorstellbar.
    Finde ich deinerseits zynisch - und sehr herzlos. Vielleicht gibt es ein paar Eltern mit solchem Kalkül. Aber das Gros wird doch sein wie alle Väter und Mütter auf der Welt: Die Entscheidung, Kinder loszuschicken tut weh, ist die letzte aller Möglichkeiten und fällt sicher schwer.

    Diese Leute sind nicht unsere Feinde, sondern das System "Flucht nach Europa". Solange Europa es mitspielt und damit das Schlepperwesen mitfinanziert, wird es weiterlaufen. Das ist zynisch: Die Kinder wissentlich diesen Gefahren auszusetzen.

    Natürlich kann man niemanden in Seenot ertrinken lassen. Aber die Geretteten umgehend wieder dorthin transportieren, wo sie hergekommen sind. Und Afrika auffordern, seine Probleme selbst zu lösen. Dafür gehört für mich auch, dass andere afrikanische Staaten Bürgerkriegsflüchtinge ihres Kontinents aufnehmen. Dafür können sie gerne Unterstützung in kontrolliertem (!) Rahmen bekommen. Ich denke, das würde dem Schlepperwesen schnell den Boden abgraben; die momentane Praxis unterstützt es nur.

    (Wer unter den Schiffsflüchtlingen aus Nahost kommt und Aussicht auf Asyl hat, bleibt natürlich. Es muss aber schneller gehen, dass diese Flüchtlinge ihre Anträge noch in Syrien oder anderen Nahoststaaten stellen und unbehelligt herkommen können.)
    *
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  6. Inaktiver User

    AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Finde ich deinerseits zynisch - und sehr herzlos. Vielleicht gibt es ein paar Eltern mit solchem Kalkül. Aber das Gros wird doch sein wie alle Väter und Mütter auf der Welt: Die Entscheidung, Kinder loszuschicken tut weh, ist die letzte aller Möglichkeiten und fällt sicher schwer.
    Genau das denke ich auch aber ,wenn man noch ein bißchen Geld (für eine Überfahrt )hat und die Hoffnung stirbt bekannlich zuletzt , dann schicke ich doch kein 10 jähriges Kind los in ein Land ,von dem ich gar keine richtige Vorstellung habe.
    Eben gerade gelesen ,45 Millionen Sklaven weltweit , Kinderprostitution ,Organhandel und dann noch mögliches Ertrinken das sind extremste Unwägbarkeiten ,das tut man doch keinem Kind an . Arbeit in der Nähe ,nun gut ...aber ich verstehe es einfach nicht?
    Ich würde versuchen durchzukommen mit meinem Kind solange es irgendwie geht um den Zeitpunkt des Losschickens herauszuzögern..14,16 ist auch noch jung.
    Ich glaube so meinte es Butterblume...denn es ist schon ziemlich merkwürdig ,dass so junge Kinder auch losgeschickt werden. Das ist ja wie bei Hänsel und Gretel.Nur ohne Gretel.
    Geändert von Inaktiver User (31.05.2016 um 11:53 Uhr) Grund: Zusatz

  7. Inaktiver User

    AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, ob da wirklich in jedem Fall so viel Geld aufgebracht wird.
    Die Angaben sind unterschiedlich. Die Zeitschrift "Österreich" listete letztes Jahr ein paar Preise auf:

    Erst bringen Schlepper Menschen aus ganz Afrika durch die Wüste nach Libyen. Einzelpersonen zahlen schon dafür bis zu 2.300 Euro, ganze Familien bis zu 11.000 Euro. Für die reine Überfahrt (von Libyen nach Europa) werden zwischen 1.000 und 3.500 Euro gehandelt. Das hängt davon ab, wie viele Menschen auf ein Boot gepfercht werden können. Es wird immer vorher kassiert. Pro Schiff verdienen sie so zwischen 1,2 und 2,4 Millionen Euro.

    Wer als Drogenkurier fungiert, erhält Rabatt. Und: „Wer eine Niere spendet“, so der Experte, „erhält 2.000 Euro und einen Gratisplatz.“

    Wie hoch ist der Umsatz der Schlepper?
    Jürgs: 15 bis 18 Milliarden Euro pro Jahr, schätzt die UN. Hier geht es um Menschenhandel, Drogengeschäfte, Arbeitssklaven, Zwangsprostitution und letztlich sogar um Organhandel. Für Spendernieren kassiert die Mafia bis zu 250.000 Euro. Das ist organisierte Kriminalität.

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    AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Die Entscheidung, Kinder loszuschicken tut weh, ist die letzte aller Möglichkeiten und fällt sicher schwer.
    Das Schleppergeld ist in den Ländern ein kleines Vermögen, insoweit fällt es mir schwer, an die letzte der letzten Möglichkeiten zu glauben. Ich kann es als Mutter einfach nicht verstehen.
    flying is the art of falling to the ground without touching

  9. Inaktiver User

    AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen

    Zitat Zitat von Butterblume Beitrag anzeigen
    Und die einheimische Bevölkerung dort musste trotzdem umdenken
    wie war das nochmal, zuerst freundlich begrüßt, sogar Unterstützung für die neuen Bewohner sich selbst zu erhalten, einige kulturelle Gepflogenheiten ausgetauscht,....was es für die autochone Urbevölkerung an Auswirkungen nach sich zog, ist wohl Allgemeinwissen.

  10. Inaktiver User

    AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    denn es ist schon ziemlich merkwürdig ,dass so junge Kinder auch losgeschickt werden. Das ist ja wie bei Hänsel und Gretel.Nur ohne Gretel.
    Ich vermute, es liegt daran, dass Europa Minderjährige grundsätzlich nicht zurück schickt. Solche Infos sprechen sich sehr schnell herum, wahrscheinlich geben auch die Schlepper dieses Wissen weiter.

    Bei Volljährigen ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie abgeschoben werden.

    Zitat Zitat von Butterblume Beitrag anzeigen
    Das Schleppergeld ist in den Ländern ein kleines Vermögen, insoweit fällt es mir schwer, an die letzte der letzten Möglichkeiten zu glauben. Ich kann es als Mutter einfach nicht verstehen.
    Fragt sich, wie viel die Mütter dabei mit zu reden haben.

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