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10.08.2016, 04:37Inaktiver User
AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen
Geändert von Inaktiver User (10.08.2016 um 05:15 Uhr) Grund: falscher Strang
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10.08.2016, 07:37
AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen
Ich hab noch einen Bericht von der Basis und leider deckt er sich mit Zetas Erfahrungen zu 100%. "Meine" Syrer sind eine sechsköpfige Familie, die Eltern arbeiten beide, er Vollzeit, sie Teilzeit. Die älteste Tochter macht eine Ausbildung und hat gerade einen Verlobten in den Wind geschossen, der sie komplett in eine Hausfrauenkinderkriegrolle drängen wollte. Der Mann/Vater ist sehr klug, viel herum gekommen und fleißig. Er hat mir das Familieneinkommen bei Nichtstun genau wie Zeta oben beschreibt vorgerechnet und meinte, das geht so gar nicht. Daheim hätten Syrer üblicherweise 2 Jobs, um ihre Familien ernähren zu können, hier kriegen sie einfach Geld für nichts. Seiner Ansicht nach soll Verweigerung von Sprachkurs und Arbeitsgelegenheiten knallhart sanktioniert werden. Er meinte, sie hätten 2000.- Euro, wenn sie nichts machen würden und müssten Miete und Nebenkosten nicht zahlen. Prima, die Leute arbeiten eigentlich nur, weil sie einen ganz festen Integrationswillen haben. Sehr kritisch sieht er auch die "offenen Scheunentore" , die in dieses Land führen und meint, die Deutschen wären blöd, wenn sie glauben, da kommen keine Verbrecher mit rein. Jetzt hat er einen 2600 Stunden dauernden Sprachkurs aufgebrummt bekommen, um seinen Status zu erhalten. Dazu muss er zusätzlich zu seinem 38 h Job abends mit dem Bus (Führerschein hat er aus Zeitmangel erst mal aufgegeben) in die 25 km entfernte Großstadt. In der Kreisstadt gibt es Deutschkurse nur vormittags. Wohlgemerkt, ich hab mich eine Stunde ohne größere Probleme mit dem Mann über o.g. Themen und die Weltpolitik unterhalten
Ich hoffe, er hat das falsch verstanden und hat vor dem Sprachkurs einen Einstufungstest... Jedenfalls haben sie kein Verständnis dafür, wie sich Deutschland gerade verbiegt und ausnehmen lässt.
Saphire
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10.08.2016, 07:49Inaktiver User
AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen
Du hast insofern Recht, dass wir in D irrsinnige Vorgaben und Gesetze haben. Es ist in vielerlei Hinsicht sehr günstig und lukrativ, keine Kinder zu haben und zu arbeiten.
Es ist in vieler Hinsicht sehr günstig und lukrativ, nicht zu arbeiten und viele Kinder zu haben.
Es ist selten günstig und lukrativ, einer qualifizierten Arbeit nachzugehen und gleichzeitig Kinder gut zu betreuen, auch wenn sich das in den letzten Jahren verbessert hat.
Für Leute in regulären Berufen sind Kinder zunächst mal ein finanzieller und auch oft beruflicher Tiefschlag (ich habe z.B. jahrelang mein gesamtes Gehalt für die Betreuung ausgeben müssen). Wenn die emotionale Kompensation das nicht aufwiegt, ist es sinnvoll, keine Kinder zu haben.
Wenn man aber von Transferleistungen lebt, bringt jedes Kind zusätzlich Kohle. Dann ist es sinnvoll, viele Kinder zu produzieren. Der Staat zahlt (u.a. mit den Steuern von Frauen, die ihr ganzes Geld für Kinderbetreuung ausgeben) und kümmert sich um den Rest.
Dieses Problem wurde schon in der Nachkriegszeit bei der Festlegung der Rentenregeln diskutiert. Aber wie sagte der alte Adenauer? "Kinder kriegen die Leute sowieso", was bekanntermaßen nicht stimmt. Wobei er natürlich stillschweigend davon ausging, dass auch alle Leute für ihre Rente arbeiten würden. Korrigiert wurde dieser, von Anbeginn festgestellte Fehler, niemals.
OT fertig. Aber vielleicht ist es doch nicht so ganz OT ....
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10.08.2016, 07:53Inaktiver User
AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen
Du schreibst es - mit Vermögenshintergrund oder gut verdienenden Männern.
Da spielt es dann kaum eine Rolle, wie viel die Frau arbeitet bzw. wie viel sie verdient oder ob sie überhaupt arbeitet.
Das ist eine bestimmte gesellschaftliche Gruppe, die keineswegs repräsentativ ist. Und "malende Hausfrauen" werden beruflich kaum ernst genommen.
Stimmt doch gar nicht. Das Ideal der Kinderlosigkeit gilt schon lange nicht mehr, nur stellen viele Frauen fest, dass die Umsetzung nicht so einfach ist.
Im übrigen sehe ich gerade viele gut qualifizierte Frauen, die Kinder kriegen. Allerdings sind sie meist schon Ende dreissig, das beschränkt die Kinderzahl natürlich.
Du greifst ziemlich tief in die Klischeekiste. Das war vielleicht einmal so, hat sich aber geändert. Gerade wenn die Frauen arbeiten, sind sie darauf angewiesen, dass die Männer sich gleichberechtigt beteiligen.
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10.08.2016, 08:06Inaktiver User
AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen
Warum sollen diese Kinder es später anders machen, wenn sie erleben, dass so doch auch läuft: Man kriegt möglichst viele Nachkommen und die Allgemeinheit stellt einem dann ein Haus zur Verfügung und kümmert sich um die Ausbildung, die medizinische Versorgung etc.
Ich denke, der große Unterschied zu den einheimischen ist tatsächlich die soziale Anerkennung: Wer als Einheimischer eine Schar Kinder in die Welt setzt, gilt als asozial und erhält kaum soziale Anerkennung.
Migranten haben einen ganz anderen Status, die Anerkennung durch die Einheimischen ist ihnen egal und in ihrer Gruppe werden sie ohnehin akzeptiert - vielleicht auch noch bewundert, weil sie das Sozialsystem so raffiniert ausreizen.
Was offensichtlich komplett fehlt, ist die Loyalität gegenüber den Einheimischen, die das Ganze finanzieren müssen. So etwas ist sozialer Sprengstoff und kann auf Dauer kaum gut gehen.
Wenn es nicht gelingt, den Neuzuwanderern klar zu machen, dass man auch in Europa seinen Lebensunterhalt und den für seine Kinder selbst verdienen muss, gerät der soziale Friede in Gefahr.
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10.08.2016, 08:10Inaktiver User
AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen
Geändert von Inaktiver User (10.08.2016 um 08:19 Uhr)
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10.08.2016, 08:25Inaktiver User
AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen
na das wäre ja auch noch schöner...

Man sollte lieber mal beigehen und dafür sorgen, dass die Menschen für ihre Arbeit anständig bezahlt werden... dann reicht es auch für Rente und andere Sozialversicherungen.
Ist doch eigentlich klar... je mehr Geringverdiener und Minijobber beschäftigt werden, desto weniger Beiträge kommen in die Kassen!
Das man da jetzt (wieder mal) die Menschen (Rentner) dafür verantwortlich machen will, das die Gelder in den Kassen schrumpfen finde ich echt etwas daneben...
so... aber das ist ja eigentlich nicht das Thema des Stranges...
... genug OT
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10.08.2016, 08:57
AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen
Da sagst Du was.
Allerdings lässt die allgemeine Wertschätzung für viele Dinge zu wünschen übrig (gemessen an dem, was für uns normal ist).
Viele Flüchtlinge haben z.B. immer noch nicht begriffen, dass die Ehrenamtler/Helfer nicht bezahlt werden. Es ist deren Zeit und Geld (Sprit etc.), was für die Hilfe draufgeht, und die meisten Helfer haben auch einen Job, sprich: sie machen das nach der Arbeit. Natürlich gibt es viele Flüchtlinge, die das zu schätzen wissen, aber es gibt auch viele unverschämte darunter (zu 99 % sind das leider Männer mit arabischem Macho-Gehabe).
Die Wertschätzung gegenüber Dingen/Gegenständen ist auch eher gering. Ich würde, wenn ich eine Wohnung zu vermieten hätte, nicht an Flüchtlinge vermieten, weil ich weiss, wie ruppig und nachlässig in der Wohnung mit vielen Dingen umgegangen wird. Ich weiß nur nicht, ob so mit den Dingen nur hier in Deutschland umgegangen wird (nach dem Motto: ich hab's ja nicht bezahlt, also was kratzt es mich, wenn's kaputt ist) oder ob man generell in diesem Kulturkreis nicht sorgfältig damit umgeht.
Letztendlich können viele Flüchtlinge kein Wertesystem aufbauen - wie auch, wenn ihnen hier so viel nachgeschmissen wird?
Hinzu kommt noch Frust. Frust weil hier so vieles anders ist als versprochen wurde (im Heimatland). Dort wird Deutschland gelobt und es wird den Leuten vorgelogen, dass man hier sofort eine Wohnung + Job bekommt. Viele Flüchtlinge haben einen sehr niedrigen Bildungsstand und haben das scheinbar anstandslos geglaubt und sind enttäuscht, wenn sie monatelang in Turnhallen leben müssen oder dann in schimmeligen Wohnungen landen.
Viele fühlen sich auch überfordert von der dt. Bürokratie, sie kommen mit den vielen Papieren und Anträgen nicht klar und verstehen generell nicht, dass diese nervigen bürokratischen Dinge aber auch der Grund sind, dass hier halt alles seine Ordnung hat und dass sie davon profitieren.
Ein Iraker hat letztens angedeutet, dass er sich hier selbständig machen möchte, indem er selbst kreierte Sandwiches verkauft. In seinem Chaos-Land mag sowas funktionieren, aber hier in Deutschland geht niemand mit einem Bauchladen voller Sandwiches, die er zu Hause in der heimischen Küche geschmiert hat, auf die Straße und verkauft das dann.Wenn der Wind der Veränderung weht,
bauen die einen Mauern
und die anderen Windmühlen.
- chinesisches Sprichwort -
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10.08.2016, 09:45Inaktiver User
AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen
...zumal Kinderlose schon jetzt durch ihre Steuern, Sozialabgaben und Rentenzahlungen extrem viele Leistungen mitbezahlen, von denen Familien profitieren (Schulen, Kitas, Mütterrente, Sozialleistungen für Kinder, Elterngeld, Riesterzuschläge für Eltern, Steuererleichterungen für Eltern und Eheleute, Kindergeld und Kinderfreibeträge um nur einige zu nennen). Gut, wenn man das alles streicht, dann können die Kinderlosen bestimmt sehr gut alleine fürs Alter vorsorgen... Solidarität sollte aber beidseitig sein.
Ne, das Rentensystem ist Murks, aber das hat andere Gründe, es gibt wahrscheinlich auch kaum ein anderes Land in denen sich Arbeitnehmer ein derart niedrige Rentenleistung bei derart spätem Renteneintritt gefallen lassen würden.
Aber gut, das ist OT.
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10.08.2016, 09:48Inaktiver User
AW: Flüchtlinge + Migration in Deutschland und Europa: Risiken und Chancen
danke für diesen bericht (und auch die von nina und -wer war das nochmal gestern abend mit der afghanischen familie, die bewusst nur 2 kinder wollte).
das zeigt, wie differenziert und schwierig es ist.
alle, nur weil sie etwa muslime/syrer, afghanen sind, "gar nicht ins land reinlassen" -die lösung, die candidus vorschlägt, ist schlichtweg menschenrechtswidrig.
menschen, die flüchten, generell gar keine unterstützung zu geben, wäre wahnsinn - es würde die kiminalität rasant steigern. wenn ich reichtum sehe und keinerlei möglichkeit habe, zu arbeiten,irgendwie mein leben zu finanzieren, muss ich ja fast stehlen, um zu überleben....
natürlich gibt es asylwerber, die das sozialsystem ausnützen - so, wie es deutsche und österericher gibt, die das tun.
natürlich gibt es asylwerber, die alles versuchen, um in europa möglichst rasch auf die beine zu kommen und sich zu integrieren.
- und jene, die das nicht tun.
das im oben zitierten beitrag genannte beispiel mit dem deutschkurs, obwohl der mann gut deutsch spricht, ist auch ein klassischer fall.
das problem ist, dass man "alle flüchtlinge" als eine gruppe sieht, ebenso "alle muslime" oder auch "alle türken" - das sind sie keineswegs. es sind menschen.
und sie agieren unterschiedlich (und auch keineswegs immer solidarisch untereinander -warum sollten sie auch? das einzige, was sie gemein haben, ist, dass sie aus ländern kommen, in denen krieg und terror tatsächlich herrscht)


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