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Thema: Pressekodex
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14.03.2016, 22:55Inaktiver User
AW: Pressekodex
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14.03.2016, 23:02Inaktiver User
AW: Pressekodex
Ja, leider ist das so. Leider ist es auch so, daß die Politik wenig aktiv wird. Ich habe es anderswo schon mal gesagt, und andere auch: Die Probleme, die jetzt mit den Flüchtlingen an einigen Stellen sehr deutlich werden, bestehen in Wahrheit ja schon eine geraume Weile. Wohnungsknappheit, Arbeitslosigkeit, Schulversagen vor allem bei Kindern mit Migrationshintergrund, aber durchaus auch zunehmend bei biodeutschen (ach, es ist doch noch gewöhnungsbedürftig, dieses Wort, aber was soll's, modern ist modern) Kindern, zunehmende Gewalt an Schulen usw. usw. usw.
Meiner Meinung nach ist die Presse gefragt, solche gesellschaftsrelevanten Themen nicht nur zu berichten, sondern auch zu besprechen, diese Dinge zum Thema zu machen, um auf eine Lösung zu drängen (die Politik). Die Presse ist auch in gewisser Weise die Stimme der Gesellschaft. Und daß da was schiefläuft, und alle darunter leiden (eben keineswegs nur Biodeutsche, im 'Falle der Kinder ist es ja für die mit Migrationshintergrund noch schlechter bestellt), das ist ja so.
Wo alles gut läuft, und alle miteinander auskommen, (soziales Miteinander an Schulen gefördert wird z.B.), da entstehen auch keine oder jedenfalls weniger Ressentiments oder sogar Rassismus. Nur leider sind z.B. die Lehrer, die Schulen, völlig überfordert, viel zu wenig wird dazu berichtet, finde ich. Da heißt es dann, es gibt jetzt soundsoviel neue Lehrer. Ja, die hätten vielleicht vor der Flüchtlingskrise sogar ausgereicht, usw. Diese Dinge müssen von der Presse thematisiert werden. Sie werden ja, aber nicht genug. Und man muß bei den Kindern beginnen, ein Miteinander zu erreichen, später ist es viel schwieriger.
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14.03.2016, 23:06Inaktiver User
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14.03.2016, 23:11Inaktiver User
AW: Pressekodex
Ich weiß, tendentielle Berichterstattung, das war ja in der Ukrainekrise recht auffällig, und ist ja auch sehr Vielen aufgefallen. Was ich aber trotzdem nicht glaube, daß Berichte konkret erfunden werden.
Mir kommt es eher so vor, wie ein Erleichterungsseufzer, daß man über solche Dinge
Kriminalität - "Straftaten gehören zur Freizeitbeschäftigung" - Panorama - Süddeutsche.de
seit "Köln" offen berichten kann.
Dabei sollte man es aber nicht belassen. Da muß was geschehen, und nur mehr Polizei, m.E. genügt das nicht. Prävention ist da schon das Stichwort. Das heißt, mehr Sozialarbeiter, mehr Lehrer an die Schulen. Es geht m.E. nicht anders, auch wenn das wieder kostet. Das ist aber "nur" Geld.
Und da sind durchaus die Medien gefragt, wer, wenn nicht sie? Berichte, wo es wie klappt und Erfolge bringt. Neue Ideen suchen, Fachleute dazu befragen. Das macht gewissen Druck auf die Politik, erfolgversprechende Konzepte dann auch umzusetzen. So stelle ich mir als KleinErna das vor.
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14.03.2016, 23:17Inaktiver User
AW: Pressekodex
Ich habe diese Frage hier in den Strängen schon mal gestellt.
Warum ist die Nationalität oder die Ethnie nun das "Ach so Wichtigste", was den Menschen ausmacht und so gefährlich, dass ausgerechnet diese Information nicht genannt wird. Mich zumindest haben "Geheimnisse" schon immer angezogen, ich bin da wohl nicht so ganz alleine. Wenn etwas verschwiegen wird, dann frage ich nach dem warum. Weil mich die Information verunsichern würde? Weil ich mir mein eigenes Bild machen könnte?
Das Alter und das Geschlecht wird selbstverständlich erwähnt, und keiner scheint die Befürchtung zu haben, dass dies zu Verallgemeinerungen und Diskriminierung führt ala, ja, immer die alten Männer oder so ähnlich.
Eine Nachricht über einen Unfall durch einen 90 jährigen Geisterfahrer führt kurz zu einer Diskussion über die Fahrtüchtigkeitsuntersuchung der älteren Autofahrer, aber einen Artikel, dass das Alter ja nicht erwähnt werden darf, den habe ich noch nie gelesen.
Wenn also Geschlecht und Alter offensichtlich kein Problem sind, warum dann die Nationalität oder Ethnie?
Aber hier in diesem Strang geht es genau um diese Gruppe und das Verschweigen der Nationalität, wenn diese Menschen als Täter davon betroffen sind. Wenn sie Opfer sind oder positiv erwähnt werden können, dann wird die Nationalität/Ethnie plötzlich ungehemmt genannt.Es scheint kaum noch ein anderes Thema zu geben als Flüchtlinge und Bürger mit Migrationshintergrund.
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14.03.2016, 23:19Inaktiver User
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14.03.2016, 23:24Inaktiver User
AW: Pressekodex
Es ist viel zu lange übersehen worden. Auch wenn es durchaus Erfolge gibt, sind die Unterschiede immer noch krass:
Am auffälligsten ist nach wie vor der Unterschied beim Bildungserfolg. 14,1 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund haben keinen Schulabschluss und 40,6 Prozent keinen Berufsabschluss, bei den Deutschen ohne Migrationshintergrund sind es nur 1,8 beziehungsweise 15,9 Prozent.
Statistik: Migrantenkinder holen in der Bildung auf - DIE WELT
besser sieht's beim höherenSchulabschluß aus:
Aus den Zahlen der Statistiker lässt sich aber auch ein durchaus positiver Trend ablesen. Die Schüler mit Migrationshintergrund holen bei den Bildungsabschlüssen langsam auf. Der Anteil der Abiturienten ist um 4,4 Prozent und damit stärker gestiegen als bei den Deutschen ohne Migrationshintergrund, die nur einen Zuwachs von 3,4 Prozent schafften.
Es gibt da irgendwie ein Gefälle, aber man muß für die "erfolgloseren" Gruppen etwas tun, für alle, mit und ohne Migrationshintergrund. im sozialen wie im schulischen Bereich.
Klaro, wird das durch die Flüchtlingskrise noch verschärft. Und wer wegsieht, wird weiterhin zu geringe Anstrengungen unternehmen, um es zu beheben. Die Flüchtlingskrise ist ja eine Chance für all diese Problembereiche, wenn sie so unübersehbar auf dem Tisch liegen, daß sie nun auch verstärkt angegangen werden. Junge Leute, mit denen ich z.B. gesprochen habe, sehen das alle so munter und positiv besetzt.
Und, da bleibe ich mal dabei: Das anzuschieben, ist u.a. das Feld der Medien. Die Politik finde ich, kommt noch nicht so recht in die Puschen. Sie überläßt zu Vieles den Ehrenamtlichen oder allgemein den Bürgern. Die können das aber nicht unbedingt leisten, wo eigentlich Fachleute gefragt sind und vielleicht sogar noch ihre Schwierigkeiten haben. Und das muß thematisiert werden. Neulich war ein Sozialarbeiter bei so einer Talksendung (Anne Will?), der mit alleinreisenden jugendlichen Flüchtlingen arbeitet. Davon und Ähnliches braucht es mehr. Und es braucht auch mal Dokumentationen, wo es nicht so ist, und eine Gegenüberstellung, was möglich wäre. Das ist Aufgabe der Medien, meine ich. Wer soll sonst "den Finger in die Wunde legen", also etwas aufzeigen, sowohl die Probleme, als auch die möglichen Lösungen?
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14.03.2016, 23:25Inaktiver User
AW: Pressekodex
Ich werde nie verstehen, warum manche Menschen beständig "Manipulation" wittern, obwohl sich bestimmte Phänomene viel einfacher erklären lassen.
In den Medien gibt es (wie überall) Modethemen. Ein ganz banales Beispiel: Seit alle Welt gedanklich mit der Flüchtlingskrise beschäftigt ist, ist die Finanzkrise in Griechenland praktisch aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Dass Griechenland plötzlich ausgeglichene Staatsfinanzen hat, wird man kaum annehmen dürfen, aber das Thema ist beim Durchschnittsbürger nicht mehr präsent.
Im Südsudan tobt derzeit einer der blutigsten Bürgerkriege überhaupt, Menschen werden gefoltert, verstümmelt, systematisch vergewaltigt, aber der Konflikt spielt sich praktisch unterhalb der öffentlichen Wahrnehmungsschwelle ab, weil der Krieg in Syrien die Aufmerksamkeit der Mediennutzer bindet.
Je mehr der Wahlkampf in den USA an Fahrt aufnimmt, desto weniger wird über Südamerika berichtet.
Wenn Du Dich Tag für Tag in einem Strang tummelst, der sich dem Thema "Sexualstraftaten von Ausländern" widmet, dann stößt Du selbstverständlich auch verstärkt auf entsprechende Medienberichte (wie sollte es auch sonst sein?).
Selbstverständlich gibt es eine Wechselwirkung zwischen medialer Berichterstattung und dem, was den Zeitungsleser gerade umtreibt. Was auch sonst, die Verlage sind gewinnorientierte Unternehmen und wollen Klicks generieren und sich Abonnenten sichern. Das ist keine Manipulation, sondern schlichte Marktwirtschaft. Die Nachfrage bestimmt das Angebot.
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14.03.2016, 23:29Inaktiver User
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14.03.2016, 23:33Inaktiver User



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