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  1. Inaktiver User

    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Ich habe es schon weiter oben geschrieben, aber da ist die Ironie wohl nicht angekommen.
    Doch, die platte Ironie ist ganz gut angekommen.

    Hier hat eine Userin geschildert, wie ihre Mutter an einem Nierentumor gestorben ist, nachdem die Beschwerden wochenlang abgetan worden sind. Ich habe mehrere Fälle geschildert, in denen Patienten nicht rechtzeitig behandelt worden sind und infolgedessen verstorben sind oder schwere Gesundheitsschäden erlitten haben.

    Mehrmals ist darauf hingewiesen worden, wie hilflos man sich als Patient fühlen kann, wenn man unklare Beschwerden hat, die sich ständig verschlimmern. Und dass der Laie schlicht und ergreifend nicht immer weiß, wo der Notruf angezeigt ist und was noch in den Verantwortungsbereich des Hausarztes fällt.

    Eine Userin, die offensichtlich medizinisch sachkundg ist, erzählt von einem Quincke-Ödem (das Wort kannte ich vorher nicht), das sie offensichtlich nur deshalb überlebt hat, weil sie selber die richtige Diagnose stellen konnte.

    Formulieren wir es ganz nüchtern, der eine oder andere hat einfach schon richtig schlechte Erfahrungen mit unserem Gesundheitssystem gemacht.

    Und dann kommt eine iroooonische Spitze gegen die super-anspruchsvollen Patienten, die nur ein paar hundert Euro im Monat für die Krankenversicherung abdrücken und trotzdem noch die Dreistigkeit besitzen, bei akuten Beschwerden eine schnelle Abklärung zu wünschen. (Unser Gesundheitssystem ist weiß Gott nicht billig, leider versickern wahnsinnig viele Ressourcen in einer ineffizienten Bürokratie.)

    Und anschließend darf der Hinweis nicht fehlen, dass die Patienten offensichtlich zu doof sind, die subtile Ironie zu würdigen.


    Alles in allem ist unser Gesundheitssystem gar nicht so schlecht, aber es ist genau diese Arroganz, die zu einem Vertrauensverlust bei den Patienten führt.

  2. Inaktiver User

    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    Unmöglich.. Halbgötter in Weiß?

    Ja.. die Sache mit den Polikliniken im Osten war nicht schlecht.

  3. Inaktiver User

    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    Sasapi, Du hast doch mit der Notaufnahme zu tun.


    Ich frage mich wirklich was ich denn beim Hausarzt sollte?

    -Magendarm: kuriere ich durch Warten aus
    -Erkältung, Grippe etc.: siehe oben
    -irgendwas möglicherweise Chronisches was langsam schlimmer wird: Nun, das wird ja gerade langsam schlimmer, da kann ich mit Termin zum Haus - oder Facharzt.

    Was gibts denn sonst bitte noch, außer akuten Notfällen, die wirklich in die NA gehören, etwa akuter Blinddarm oder so?


    Also, was gibts denn bitte, was NICHT bis zum nächsten Werktag warten kann aber gleichzeitig NICHT in die NA gehört?

  4. Inaktiver User

    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    Ich bin schon erstaunt, wie viele hier den Notarzt rufen oder in Notaufnahmen gehen.
    Für mich ist Notarzt anrufen in etwa gleichgesetzt mit: Da liegt jemand quasi im Sterben.
    Sonst würde ich den Notarzt nicht anrufen.

    In der Notaufnahme war ich schonmal mit einem akuten Nasenbruch nach einem Sturz mit Ohnmacht.
    Und musste dennoch recht lange warten, da eben noch andere mit schlimmeren Sachen da waren.
    Und bisher habe ich mich auch mit Lungenentzündung zum Arzt geschleppt. Und zwar zum gemeinen Hausarzt.

    Für mich ist die Hemmschwelle für Notruf oder Notaufnahme schon sehr sehr hoch....

  5. User Info Menu

    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich bin schon erstaunt, wie viele hier den Notarzt rufen oder in Notaufnahmen gehen.
    Für mich ist Notarzt anrufen in etwa gleichgesetzt mit: Da liegt jemand quasi im Sterben.
    Sonst würde ich den Notarzt nicht anrufen.

    In der Notaufnahme war ich schonmal mit einem akuten Nasenbruch nach einem Sturz mit Ohnmacht.
    Und musste dennoch recht lange warten, da eben noch andere mit schlimmeren Sachen da waren.
    Und bisher habe ich mich auch mit Lungenentzündung zum Arzt geschleppt. Und zwar zum gemeinen Hausarzt.

    Für mich ist die Hemmschwelle für Notruf oder Notaufnahme schon sehr sehr hoch....
    Wenn man nichts über die Fälle weiß, sollte man nicht darüber urteilen.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  6. User Info Menu

    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    ...
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  7. Moderation

    User Info Menu

    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    @Hedwig Dohm : Ich sehe nicht, dass du mich so verstehst, wie ich es meine. Mag sein, dass ich mich unklar ausdrücke, mag sein, dass du etwas Bestimmtes verstehen möchtest, was mir gar nicht entspricht, mag sein, es kombiniert sich.



    Wirhaben ein eher schräg liegendes Gesundheitswesen.

    Für manche Sachen geben wir Unmengen an Geld aus, zum Beispiel für hoch spezialisierte Eingriffe, von denen etliche unnötig durchgeführt werden, für anderes, oft die einfachen Dinge, sind keine Ressourcen da.


    Die an Kliniken angegliederten Notaufnahmen werden von Klinikärzten betrieben, die in einem ziemlich unmenschlichen System aufgerieben werden, bevor viele von ihnen entweder ab-/auswandern oder sich spezialisieren und niederlassen.


    Die klinischen Dienste sind notorisch unterbesetzt und nicht geeignet, um große Differentialdiagnostik zu leisten. Man kann Wesentliches abklären, eben so, dass möglichst keine bedrohliche Erkrankung unerkannt bleibt.


    Man braucht im Prinzip einen Intermediärdienst, der für Patienten da ist, die außerhalb der Sprechzeiten der Hausärzte eine Behandlung brauchen. In einer immer älter werdenden Gesellschaft gibt es auch mehr Intermediäre "Fälle ", die nicht warten sollten, obgleich sie nicht wirklich bedrohlich sind.

    Und man braucht ein robustes Hausarztsystem und auch die Bereitschaft der Menschen, primär zu ihrem Hausarzt zu gehen.


    Darüber hinaus brauchen die Bürger eine gute Information über ihren Körper und ihre Gesundheit. Das hilft dabei, sich selbst zu helfen, aber auch, Notfälle besser einzuschätzen. Ich meine keineswegs, dass Patienten dumm sind (wie käme ich dazu?), aber oft sehr fern und desinteressiert an ihrem Körper und ihrer Gesundheit, bis es "streikt". Das liegt sicher an vielen Faktoren, aber auch an mangelndem Wissen. Welches es zu vermitteln gälte.


    Und alles zusammen kostet. Mehr als wir derzeit dafür bereitstellen oder jedenfalls mehr, als wir derzeit dafür vorsehen. (Solange wir keine Positivliste haben und immer noch zuhauf - beispielsweise - ambulante Herzkatheterisierungen mit mindestens mal zweifelhafter Indikation durchgeführt werden, während wir Hausärzte nicht mehr richtig entlohnen, läuft was falsch ).



    Misstrauen zwischen Ärzten und Patienten hilft nicht weiter. Daher braucht mich auch keiner in die arrogante Ecke zu schieben - ich höre meinen Patienten zu, schätze sie wert und setze mich für sie ein. Leider führt diese Haltung dazu, dass ich in der körperlichen Medizin (wenn man's denn so trennen mag) keinen für mich vertretbaren Platz gesehen habe und in die "sprechende Medizin " abgewandert bin.



    Und ganz zum Schluss : es stimmt, Ärzte sind ganz normale Menschen. Die auch Fehler machen. Wenn wir schon beim System sind: eine Kultur von Streß und Angst, wie sie in den Kliniken oft herrscht, verhindert auch einen ehrlichen und konstruktiven Umgang mit Fehlern. Den wir ja eigentlich brauchen, um zu lernen.

  8. Inaktiver User

    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Wenn man nichts über die Fälle weiß, sollte man nicht darüber urteilen.
    Ich urteile nicht, ich bekunde nur Erstaunen und schildere mein persönliches Verhalten.
    Das ist alles.

  9. User Info Menu

    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sasapi, Du hast doch mit der Notaufnahme zu tun.


    Ich frage mich wirklich was ich denn beim Hausarzt sollte?

    -Magendarm: kuriere ich durch Warten aus
    -Erkältung, Grippe etc.: siehe oben
    -irgendwas möglicherweise Chronisches was langsam schlimmer wird: Nun, das wird ja gerade langsam schlimmer, da kann ich mit Termin zum Haus - oder Facharzt.

    Was gibts denn sonst bitte noch, außer akuten Notfällen, die wirklich in die NA gehören, etwa akuter Blinddarm oder so?


    Also, was gibts denn bitte, was NICHT bis zum nächsten Werktag warten kann aber gleichzeitig NICHT in die NA gehört?
    Es ist ganz einfach:

    Die NOTaufnahme ist für NOTfälle da.

    Sprich- den akuten Blinddarm, Verletzungen aller Art, die größer sind ( also NICHT die oberflächliche Schnittwunde, die mit einem Pflaster versorgt werden kann), alle Arten von Erkrankungen, die schwer bzw. lebensbedrohlich sein können.

    Alles andere gehört zum Haus- oder Facharzt. Wobei....Termin beim Facharzt, ohne dass der Hausarzt den Termin gemacht hat, kann zumindest in meiner Gegend eine Jahresgeschichte werden. Wer im Januar den Augenarzt anruft, weil er vermutet, nicht richtig sehen zu können, also nichts Dringliches, bekommt einen Termin im November/Dezember.

    Was auch nicht bis zum nächsten Tag warten kann ist z.B. ein Husten, der mit leichtem Gehüstel beginnt, während des Abends aber zu akuter Atemnot führt. Das ist dann auch ein Fall für den Rettungsdienst und man kommt ohne große Wartezeit zumindest schon "kurz" dran, d.h. gleich bei der Ankunft wird eine möglicherweise lebensbedrohliche Ursache ausgeschlossen. Stellt sich aber heraus, dass es sich hier nur um einen sehr schweren Infekt handelt, wird der Patient vermutlich irgendwo "zwischengelagert", ab und an schaut eine Schwester nach dem Rechten, und wenn mal Zeit ist kommt ein Arzt zur genauen Diagnostik.

    Extreme, plötzlich auftretende Schmerzen a la "Sowas hatte ich noch nie, das ist ja furchtbar!" wären auch ein Grund, den Rettungsdienst zu holen.

  10. Inaktiver User

    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    mary, Du sitzt irgendwo in Skandinavien oder?

    Was mich mal interessieren würde:

    Was hier wirklich eingerissen ist ist die Schiene "alles psychisch" wenn man gerade mal nicht die allerhäufigste Erkrankung hat, und zwar BEVOR etwas exotischere nichtpsychische Sachen ausgeschlossen wurden.


    Das ist tatsächlich in meinem Freundeskreis einer der Gründe, im Zweifel NICHT zum Haus-oder Facharzt zu gehen: der sagt eh wieder "psychisch", und zwar bei ganz unterschiedlichen Ärzten.


    Ist das ein deutsches Phänomen oder ist das anderswo auch so?

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